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Guten Abend zusammen.

Erstmal vorweg : Ich habe absolut keinerlei wirkliche Erfahrungen in Sachen Foren. Habe bisher immer nur gelesen und quasi nie geschrieben. Auch, ob ich hier im richtigen Unterforum schreibe bin ich mir nicht sicher, weil aus vielen Themen viel zusammenhängt. Also verzeiht mir bitte anfängliche Fehler.

Also wo fang ich an... puh... Ich bin 32 Jahre und bin aktuell als nicht erwerbsfähig eingestuft aufgrund meiner psychischen Verfassung zur Zeit. Los ging das wohl schon viele Jahre früher...schleichend. Ich kapselte mich immer mehr und mehr von allem und jedem ab bis ich heute, im Prinzip nur noch Zuhause hocke und nicht mehr allein vor die Tür gehen kann. Agoraphobie ist ansich noch nicht von einem Fachmann bestätigt worden offiziell. Aber ich bin mir 100% sicher das man meinen Zustand als solchen sehen kann. Aufgrund vieler Nachforschungen und Selbstreflektion passt halt alles dahin.

Soweit so schlecht... Um alles hier aufzuschreiben würde es glaube ich den Rahmen des Forums sprengen. Dafür ist es einfach zuviel... Aber Fakt ist : Ich habe im Leben schon sehr sehr viel Pech gehabt, das alles trotz starker Gegenwehr meinerseits, alles nur noch schlimmer gemacht hat. Ich bin jetzt in einer Situation aus der ich einfach keinen Ausweg mehr finde. Lebe seit mitlerweile ca 3 Jahren, mit meiner inzwischen Ex-Freundin zusammen. Wir haben ein gemeinsames Kind von 2 1/2 Jahren. Sie ist damals von der Schweiz wieder nach Deutschland gezogen (ist aber gebürtige Rheinländerin) nach ihren Geburtsort zurück wegen mir (weil frisch verliebt gewesen) und haben dann ein paar Monate zusammen auf dem Hof ihres Onkels gewohnt. Nach etwa 3-4 Monate wurde sie schwanger und wir entschieden uns eine gemeinsame Wohnung zu suchen für unser Kind. Es gab keinen direkten Strom auf dem Hof. Holz war unsere Heizung. Quasi Abenteuerliches-Campen was natürlich kein Zustand für eine schwangere ist und schon gar nicht mehr für ein Kind heute und auf Dauer. Vor der Schwangerschaft war noch alles gut, Ich war auf dem Weg der Besserung. Es schien alles zu passen. Ich konnte raus gehen wieder, einkaufen gehen etz. halt alles was andere Menschen auch so tun. Nur mit Nervösität hatte ich noch zu kämpfen.

Während der Schwangerschaft veränderte sich dann alles. Vor allem sie. Was aufgrund der Hormone noch nachvollziehbar wäre. Doch war alles eine harte Probe und unsere Beziehung noch zu frisch und nicht gefestigt, sie hat es nicht überstanden weil wir uns nur gezofft haben. Das geht heute noch so nur viel viel schlimmer. Sie hat keinerlei Respekt oder Achtung. Wird aufs niveauloseste Ausfallend. Halt die Fresse du *beep* ist noch das netteste... Gerade wenn ihr die Argumente bei Konflikten ausgehen. Das ist einfach nur noch ohne Worte... weil es gibt einfach Grenzen. Könnte noch ewig mehr darüber erzählen aber...naja...

Das schlimmste an der Sache ist jetzt : Ich habe damals einfach vertraut und somit läuft der Mietvertrag auf Sie. (Obwohl ich das niemals machen wollte ursprünglich) Habe hier alles irgendwie mit aufgebaut auf eine Art. Doch bin ich jetzt der Klotz am Bein, der der sich eingenistet hat. Ich will hier raus ! Kann aber nicht... ich kann nicht rausgehen, gar nichts. Wie soll ich mir erst eine Wohnung suchen. Mir wird schon schwindelig bei dem Gedanken daran während ich das schreibe. Ich bin mit den Nerven total am Ende. Jeden Tag wird mir klargemacht das es ja ihre Wohnung ist. Ich alles hinnehmen muss usw. Ich bin absolut kein Weichei aber mir gehn die Nerven kaputt trotz das ich mich durchaus wehre. Sie hat komplette Rückendeckung, da ihre Familie und alles hier wohnt. Mit meiner Familie habe ich mich zerstritten woran sie nicht ganz unschuldig ist. Wohne in einer Fremden Stadt und habe quasi... niemanden. Es fehlen sicher noch Informationen, dann einfach fragen. Bin gerade total am Zittern und weiss nicht was ich noch schreiben sollte...

Gibt es hier Leute mit ähnlichen Situationen oder Erfahrungen oder hat jemand den einen oder anderen Rat ? Ich habe einen Gesetzlichen Betreuer inzwischen der mich bei der Gesundsheitvorsorge und in Ämterangelegenheiten unterstützen soll, weil ich dort noch weder hin noch mich damit auseinandersetzen kann. Kann dieser dabei helfen ? Habe mich bisher davor gescheut ihn zu fragen da ich generell ungern um Hilfe frage... frag ich erstmal hier.

25.10.2013 02:42 • 27.10.2013 #1


7 Antworten ↓


Hallo Rincewind,
ich habe mich früher in ähnlicher Situation befunden. Wohnung gehörte der Freundin, nur noch Stress etc....
Wer an was Schuld hat ist hier völlig irrelevant, denn für Dich muss erstmal gelten dass Du da raus kommst. Unter dem Druck dort kannst Du nicht gesund werden.
Dein Betreuer ist der richtige Ansprechpartner! Dafür ist er (auch) da. Wenn es sein muss zieh in ein Männerwohnheim der nächsten Stadt, aber mach was! Und sucht Dir mit Hilfe Deines Betreuers ein Therapieplatz. Ein stationärer Therapieplatz wäre doch ideal für Dich. Hilft nicht nur Deine psychischen Probleme zu bearbeiten sondern bringt Dich auch da raus. Solche Therapieeinrichtungen unterstützen sicher auch eine Wohnungssuche. War jedenfalls bei meiner Alk. (6 Monate) damals so.

Und gewöhn Dir an um Hilfe zu fragen, denn Du brauchst sie doch! Warte nicht bis Du dich in einer ausweglosen Situation befindest.

25.10.2013 05:45 • #2



Finde einfach keinen Ausweg

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Hallo Ronny
Es ist schön zu Wissen das ich nicht der einzige bin der in einer solchen scheinbar Ausweglosen Situation steckt/gesteckt hat. Wer wo Schuld hat ist natürlich wenig von belang, stimmt schon. Es sollte auch nur ein kleiner Einblick sein wie es gerade in meinem Leben ausschaut.

Das schlimmste ist das man mir irgendwie die Sicherheit unter dem Boden wegziehen will. Meinen einzigen Rückzugspunkt, nämlich mein Zuhause hier was man mitlerweile nicht mehr als Zuhause bezeichnen kann... Ich weiss nicht ob man das nachvollziehen kann. Allerdings galt das nur für die Wohnung hier. Die Umgebung war es leider nie. In der Stadt an sich fühlte ich mich noch nie wohl und Anschluss habe ich in den 3 Jahren auch nicht gefunden, was wohl mitunter auch an meiner Phobie liegt die nie so schlimm war wie in den letzen 2-3 Jahren...

Ich werde mal versuchen meinen Betreuer auf das Thema anzusprechen. Ich frage deswegen ungern nach Hilfe, weil ich zu oft vor den Kopf gestossen wurde. Habe früher immer anderen mehr Geholfen als mir selbst. Umgekehrt stand ich dann aber immer alleine da oder wurde abgewiesen. Das beruht dann einfach auf Erfahrungswerten. Ein Männerwohnheim ist ansich keine schlechte Idee, nur kann ich fast gar kein Vertrauen zum Männlichen Geschlecht aufbauen. Hab da zuviele schlechte Erfahrungen gemacht. Zumal die meisten Männer einfach anders sind und sich für völlig andere Sachen und Themen interessieren als ich. Das Klassischte Beispiel wäre wohl Fussball. Ich mag kein Fussball.

Eine stationäre Behandlung wäre wohl der letzte Ausweg an den ich auch schon gedacht habe. Ich weiss nicht ob ich das kann, weil ich dafür mein gewohntes Umfeld verlassen müsste. Das wäre ein sehr harter Schritt. Ach, das ist alles so kompliziert...

25.10.2013 17:01 • #3


ich war auch mal in einer ähnlichen situation. nur hab ich bei meiner damals besten freundin gewohnt u plötzlich fiel ihr ein, ich hätte gar nicht einziehen dürfen von der hausverwaltung aus u andere absprachen wurden nicht mehr beachtet. ja, ist ein blödes gefühl wenn man zuhause gute miene zum bösen spiel machen muss, da sie einen schließlich jederzeit auf die strasse setzen kann. naja, hab dann schnell was gefunden zum glück.

also eine therapie würde ich dir auf jeden fall empfehlen. ob klinik oder psychotherapeut, das kannst nur du entscheiden. ich war in einer tagesklinik, da ich eben auch mein gewohntes umfeld nicht verlassen wollte da gehst morgens hin u abends wieder heim. mir hat es sehr gut gefallen dort u auch geholfen. vllt wäre das eine option für dich? die haben meist etwa warte zeit, ich würde mich jetzt darum kümmern u dann schnell um ne wohnung, damit das vorher geklärt ist. wrde ich persönich besser finden weil sonst kommst aus der klinik u hast gleich wieder was zu bewältigen.

naja, man sollte seine schlechten erfahrungen vllz nicht immer als maßstab nehmen? mein freund ist zum glück auch kein klischeemann, der fußball u B. mag. und er ist sensibel. also ich denke auch bei den männern findest du die komplette bandbreite an charakteren. und in einem speziellen wohnheim, wo menschen mit schwierigen lebenslagen sind, ist eh ein ganz anderer umgang denk ich mal.

aber ja, ich würde mich auch an den betreuer wenden, um so schnell wie möglich ne wohnung zu finden!

was ist denn mit deiner heimatstadt? könntest du nicht ne weile zu deinen eltern ziehen? ist doch kein zustand so...du sagst ihr habt euch zerstritten. vllt wirds mal ander zeit, das zu klären? ist doch voll traurig u gibt doch kein problem, was man nicht aus der welt schaffen kann.

25.10.2013 17:16 • #4


@ Cleopatra
Am besten würde ich hier noch zurechtkommen wenn ich eben gute Miene zum bösen Spiel machen könnte. Das wäre das cleverste. Aber da komm ich einfach nicht gegen meine eigene Natur an. Ich sage was ich denke. Die Klappe zu halten wenn es angebracht wäre, so fest kann ich mir gar nicht auf die Zähne beissen. *g* Ich mach es mir selbst nicht leicht damit das ich nicht die Faust in die Tasche stecken kann. Erst Recht nicht wenn es um unseren Sohn geht.

Auf eine Therapie hin, arbeite ich zur Zeit. Ich wundere mich nur all zu oft wie schnell andere an einen Therapieplatz kommen. Ich such da schon länger und es ist nicht ganz einfach. Absehen von den Wartezeiten von mindestens 1 Jahr, kommt natürlich noch das Problem hinzu, wie komm ich dahin. Je weiter weg, desto schwieriger. Nicht das man da wirklich eine Auswahl hätte. Und wer begleitet mich, bzw bringt mich dahin ? Es muss jemand sein dem ich vertraue bzw näher kenne. Auch da ist die Auswahl mehr als beschränkt. Weil es gibt niemanden.

Die Tagesklinik wurde mir auch empfohlen. Wäre durchaus akzeptabler als stationär weil ich am Ende des Tages wieder mein gewohntes Umfeld hätte und somit meine Sicherheit die ich brauche. Aber ich bekomme den Schritt nicht hin, die Angst hier raus ist derzeit einfach zu groß. Ich versuche mich schon länger darauf psychisch vorzubereiten diesen Schritt zu gehen. Die Wohnungssuche gestaltet sich noch schwerer. Die Kommunikation mit jemand Fremdes... Das ist schwer zu verstehen bei jemand mit meinen Problemen. Bin ich erstmal da, geht es. Aber der Schritt bis dahin ist so unglaublich schwer das er sich fast unüberwindbar unfühlt. Zum Thema Familie, kann man abhaken. Meine Mutter und ich länger als 3 Tage... da geht gar nicht. Meine Mutter ist eine verbitterte Frau die allen anderen für alles die Schuld gibt und anderen ständig ihre Fehler aufzeigt. Das kann ich gar nicht gebrauchen. Das war auch einer von vielen Gründen das ich mal geplatzt bin und jetzt haben wir keinen Kontakt mehr. Unter anderem weil sie sich nicht einmal um ihren Enkel bemüht hat, dann an seinem ersten Geburtstag vorbeikam und sich total schlecht benommen hat. Ich beschütze meine Familie, so war es damals. Kam nicht damit klar das ihr mal jemand die Meinung sagt. Die wird sich auch nicht mehr ändern. Bei meiner Schwester schaut es ähnlich aus. Die wird immer mehr wie unsere Mutter. Verträgt aber genauso wenig die Meinung nur hält sie sich dazu noch für etwas besseres, was man merkt wenn sie nicht mehr weiter weiss und mir damit kommen will das sie arbeiten geht und ich im gegensatz nichts auf die Reihe bekommen hätte. Das ist natürlich richtig erwachsen für jemand der 10 Jahre älter ist.

Du hast schon Recht irgendwo, es gibt mit Sicherheit auch Männer die nicht das typische Klischee vertreten. Aber in 32 Jahren habe ich niemanden kennengelernt der anders ist. Aber es gibt auch schlechte Erfahrungen die kann man nicht einfach so beiseite legen. Mein bester Freund damals aus der Jugendzeit hat mich auf meiner eigenen Schule von hinten überfallen und zusammengeschlagen vor allen anderen Schülern. Das sitzt bis heute noch. Es hat niemand eingegriffen, nicht einmal die Dozenten. Ich habe nur die Schule schlagartig verlassen mit lauter Blut im Gesicht und bin die 3km zu Fuss nach Hause gelaufen. Das vergisst man nicht so schnell und war auch einer der knackpunkte (das weiss ich heute) die dazu führten, das ich heute soviele Probleme habe. Ich wurde auch einmal überfallen Nachts auf offener Strasse. Seitdem ist es noch schlimmer geworden mit dem rausgehen.

Meine Heimatstadt...ja...ich würde schon gerne wieder dort zurück. Die Tatsache das ich in meiner Heimatstadt jeden Winkel kenne, gibt mir Sicherheit. Obwohl dort soviel passiert ist das ich eigentlich woanders neu anfangen wollte. Aber nirgendswo anders fühlte ich mich bisher so vertraut. Das ganze ist etwas Zwiespältig...ja...nein...vielleicht...oder doch ? Ich weiss nicht wohin mit mir... wohl ein hoffnungsloser Fall.

Ich warte noch auf den Rückruf meines Betreuers. Bin mal gespannt.

25.10.2013 18:36 • #5


ich denke ein hoffnungsloser fall ist niemand, also red es dir nicht ein!

mit mir war damals eine in der tagesklinik, die auch wirklich gar nicht alleine rausgehen konnte u sie wurde jeden atg von einer sozialarbeiterin hingebracht u abgeholt. es gibt immer wege. sprich mal mit deinem betreuer. aber einen schritt musst du halt gehen. da musst du dich überwinden. es ist ohnehin wichtig, zu lernen, die angst auch mal auszuhalten, damit du merkst, es passiert nichts. und wenn du nur jeden tag ein paar meter übst, muss ja nicht immer sehr weit sein. ich hatte auch voll die panikattacke beim vorgespräch in klinik u am ersten tag dort aber danach wurde es immer besser.

bei uns war das auch so, dass alee therapeuten ein halbes oder ganzes jahr wartezeit hatten. daher kam ich auch auf die idee mit der klinik. da musste ich nur 3 wochen warten. bei uns gabs dort auch sozialarbeiter. das heisst, die würden dir auch helfen, das mit der wohnsituation zu regeln. vllt solltest du doch die tagesklinik zuallerrst in angriff nehmen.

26.10.2013 10:34 • #6


Mein Amtsarzt und mein Betreuer haben das Thema Tagesklinik schon mehrfach angesprochen und keiner von beiden hat auch nur irgendwas davon erwähnt, das mich jemand abholen und hinfahren könnte. Ich frage mich, wie kommt man dann an einen Sozialarbeiter der so etwas macht ? Mein Betreuer hätte jedenfalls nicht die Zeit mich ständig dort hinzufahren und abzuholen. Bei mehr als 40 Leuten kann ich das auch verstehen, zumal das nicht in seinen Aufgabenbereich fällt. Aber mir wurde etwas über eine Art Budget erzählt das man beantragen kann. Mit diesem Budget kann man wohl einiges machen. z.b. jemanden Mieten der mit einem, nur als Beispiel, einkaufen geht oder das rausgehen übt. Werde mich da mal noch mehr informieren. Bisher noch keinen Rückruf vom Betreuer erhalten.

Weisst du da vielleicht genaueres über die Sache mit dem Sozialarbeiter @ Cleopatra ? Und was mich auch interessieren würde... was macht man so den ganzen Tag in der Klinik ?

27.10.2013 14:17 • #7


dann frag doch deinen betreuer mal wie das is, ob du an so jm rankommst, der dich bringt u holt. andererseits wäre es doch ein guter anlass, mal an den ängsten zu arbeiten u mich doch mal zu überwinden. oder ruf in der tagesklinik an u frag, ob die wissen, wie man da ran kommt. ich weiss es auch nicht. hast du mal geguckt wo die nächste tk in deiner nähe ist? wäre die weit weg? ich musste damals ne halbe std mit dem bus fahren, auch mit üblen panikattacken, aber hey, das is es wert u manchmal muss man sich überwinden!

in der tk gibt es unterschiedliche therapien die du machst, zb ergotherapie (da wird was gestalterisches gemacht, zb töpfern, basteln, zeichnen), gesprächstherapie, kunsttherapie, bewegungstherapie. wir hatten ausserdem noch walking, progressive muskelentspannung. gab auch angebote w man sich freiwillig eintragen konnte, zb tanz u einmal die woche war ein pfarrer da, mit dem man in der gruppe über gott u die welt reden konnte (ohne religiösen bezug!). mittagessen tust auch da u man hat auch relativ viel freizeit dort, die man nutzen kann zum lesen, spazierengehen oder mit den mitpatienten reden.

27.10.2013 16:48 • #8




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Dr. Reinhard Pichler