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Carcass

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Asperger beleidigen doch nicht , nur sein Mund spricht . Dafür kann er doch nix. Habe übrigens Asperger nie als Ar. Löcher erlebt daher denke ich die Selbstdiagnostik ging hier schief .

16.02.2016 09:06 • #21


Serthralinn


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In natura bin ich meistens viel zu freundlich und unfähig mich zu wehren. Dank Tabletten geht das besser. Normal hab ich gewaltige Angst vor Menschen und mich überfordert jeder kontakt

Ich fühlte mich immer grauenhaft einsam war aber kaum fähig was zu ändern und mich langweilen die meisten Interessen gleichaltriger

16.02.2016 09:08 • #22


Serthralinn


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Auf jeder Arbeitsstelle krieg ich Probleme im Team und weil ich mich nur schwer motivieren kann, Dinge zu tun, die mich nicht interessieren. Und zu Hause hab ich immer stress weil ich nicht in die Gemeinschaft passe.

Ich wünschte mir nix mehr als normal zu sein und selbst mein Leben dirigieren zu können und nicht ständig meinen Launen und Schwächen zu unterliegen

16.02.2016 09:17 • #23


Serthralinn


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So, so viel zum Thema echtes Asperger. Das ist nix, was man mal abstellt und anstellt. Das bereitet mir seit jüngster Kindheit jeden Tag erneut Probleme ohne Ende. Man wünscht sich jeden Tag dass es aufhört, hat innere Unruhe, die kaum auszuhalten ist. Man scheitert an den einfachsten Dingen und niemand versteht einen. Man wäre am liebsten nie geboren worden und fühlt sich elendig allein seit man ein Kind ist

16.02.2016 09:32 • #24


Luna70

Luna70


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@serthralinn: wurde bei dir mal ein Test auf ADHS gemacht?

16.02.2016 09:35 • #25


Serthralinn


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Ja in jungen Jahren war der Verdacht da, wurde leider von meinen Eltern als Fehldiagnose eingeschätzt

Ich habe aber auch sehr viele sehr spezielle Interessen, was eher für Asperger sprechen könnte.

Was ich sehr interessant finde, ist, dass dopamin und Noradrenalin mich wesentlich kontaktfreudiger macht. Leider auch sehr unruhig, ängstlich (Noradrenalin) oder psychotisch (Dopamin) , so dass ich es nicht mehr nehme. Serotonin fördert mein Asperger, aber befreit mich von der Angst und Unruhe.
Ich kann also wählen zwischen Pest und Cholera.

16.02.2016 09:37 • #26


Luna70

Luna70


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Zitat von Serthralinn:
Ja in jungen Jahren war der Verdacht da, wurde leider von meinen Eltern als Fehldiagnose eingeschätzt


Du kannst das auch als Erwachsener noch testen lassen. Bei meinem Mann wurde ADHS auch erst als Erwachsener festgestellt.

Zitat von Serthralinn:
Auf jeder Arbeitsstelle krieg ich Probleme im Team und weil ich mich nur schwer motivieren kann, Dinge zu tun, die mich nicht interessieren.


Lies mal in einem Forum für ADHS-Betroffene. Das findest du diesen Satz ständig. Auch das mit der Launenhaftigkeit, fehlende Impulskontrolle, mangelnde Teamfähigkeit, Unruhe passt dazu.

16.02.2016 09:51 • #27


Serthralinn


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Mm. Und was macht dein mann beruflich und wie kommt er damit klar mit seinen Symptomen?

16.02.2016 10:18 • #28


Luna70

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Zitat von Serthralinn:
Mm. Und was macht dein mann beruflich und wie kommt er damit klar mit seinen Symptomen?


Er ist seit langem selbständig, weil er nach dem Studium in mehreren festen Jobs nicht gut zurecht kam. Er ist sehr stark betroffen und gehört leider zu denen, bei denen die Medikamente wenig helfen.

16.02.2016 10:43 • #29


Serthralinn


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Naja, wenigstens hat er die Uni geschafft. Ich kann mich zum ständigen Lernen kaum Disziplinieren und Selbstständigkeit würde vermutlich auch nicht gehen und im Chaos enden.

16.02.2016 10:52 • #30


Luna70

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Zitat von Serthralinn:
Naja, wenigstens hat er die Uni geschafft. Ich kann mich zum ständigen Lernen kaum Disziplinieren und Selbstständigkeit würde vermutlich auch nicht gehen und im Chaos enden.


Diese Dinge wie Selbst-Organisation, Disziplin sind natürlich sehr schwer, aber es gibt Strategien dafür. Inzwischen hat sich bei dem Thema ja doch einiges getan. Aber ich glaube, das ist jetzt doch sehr Das hier ist ein ganz gutes Forum für das Thema

https://adhs-chaoten.net/

wenn du dich informieren möchtest.

16.02.2016 11:10 • #31


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Zitat von Serthralinn:
Haus Kinder etc würden mich grenzenlos überfordern. Wer das locker schafft hat bestenfalls ganz schwache Asperger Symptome

Ich bin den umgekehrten Weg einer Therapie gegangen: Da ich nur leicht im Spektrum bin, habe ich mir die vorteilhaften Eigenschaften eines Aspergers noch wesentlich intensiver antrainiert. Ich versuche also nicht, ein NT (Neuronal-Typischer) zu sein, sondern noch mehr wie ein Asperger zu handeln, wenn es angebracht ist. Also dann, wenn Abstraktion gefragt ist und Gefühle nur stören würden.

16.02.2016 18:38 • #32


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Beruflich bin ich selbständig, mit einem angemeldeten Gewerbe als Unternehmensberater. Ich könnte zig Konzepte aus dem Ärmel schütteln, wie man Unternehmensprozesse bis zum Exzess optimieren kann. Aber ich muss den Mund halten, denn ich kann diese Konzepte nicht "verkaufen". Jede Abteilung, der ich erzähle, wie sie sich 30% der Arbeitszeit sparen kann, würde mich sofort hassen, denn: Rationalisierung bedeutet IMMER, dass es vorher irrational war. Nun gibt es Leute meiner Zunft, die das so verkaufen können, dass sie nicht irrational waren, sondern nur suboptimal. Ich kann das leider nicht. Bei mir klingt jeder Verbesserungsvorschlag wie eine Beleidigung und ein Schlag ins Gesicht. Also muss ich mich zwingen, stillzuhalten, und suboptimale, fehleranfällige Prozesse mit anzuwenden. Erst dann, wenn die Firma aufgekauft wurde und sowieso andere Regeln kommen, kann ich die Gelegenheit nutzen und zuschlagen. Das ist mein größtes Ärgernis: Dass man immer wieder Menschen zu ihrem Glück zwingen muss. Aber danach sind sie einem immer dankbar. Wenn man das vorher weiß, hilft es einem, die Ignoranz zu ertragen.

16.02.2016 18:49 • #33


Serthralinn


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Optimierung heißt aber mehr Arbeiten und das will ja außer dem Chef auch niemand

16.02.2016 19:06 • #34


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Zitat von Serthralinn:
Optimierung heißt aber mehr Arbeiten und das will ja außer dem Chef auch niemand

Hä? Optimierung heißt für mich weniger arbeiten. Ich hatte schon Stellen, wo ich als faul galt, nur weil ich es ablehnte Überstunden zu machen, aber das Ergebnis trotzdem stimmte. Die Chefs hatten ein komisches Gefühl, weil mein Vorgänger nie vor 21 Uhr nach Hause ging. Da konnte ja was nicht stimmen mit mir.

Irgendwann gab mir ein Kollege einen Tipp: Gerade Amerikaner mögen es nicht, wenn jemand hochkonzentriert am Schreibtisch sitzt, kaum durch die Büros läuft und wenig spricht. Und irgendwann hörte ich es mal direkt, als ein höherer Operations Manager meinte, in unserem Werk wäre viel zu wenig los. Es war keiner auf dem Hof zu sehen und die Maschinen wirkten allein vor sich hin. Viele Extrovertierte wollen Menschen sehen, die wie Ameisen darumrennen. Purer Aktionismus sieht immer cooler aus als stille Effizienz.

16.02.2016 19:13 • #35


Serthralinn


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Aber wenn du eine Abteilung optimierst, müssen die Mitarbeiter wahrscheinlich danach mehr arbeiten oder es werden Leute gestrichen. dass die Mitarbeiter das nicht Rade toll finden, ist doch logisch

16.02.2016 19:19 • #36


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Ich habe noch keinen entlassen. Ich befreie nur von sinnlosen Überstunden. Aber das reicht schon, um gehasst zu werden. Denn der Beleidigungsverdacht wiegt immer schwerer. Also dass einem unterstellt wird zu denken, vorher wäre etwas irrational gewesen.

16.02.2016 19:41 • #37


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Es scheint wirklich so zu sein, dass ich "Zeitfresser" im Sinne von unnötig verkomplizierten Prozessen viel intensiver wahrnehme als andere Menschen.

Wenn es zu Beginn der Industrialisierung 500 Arbeitsstunden gedauert hat um ein Auto zu bauen und heute nur noch 9 Stunden, dann ist das ein gutes Beispiel, was ich meine, wenn alles durchorganisiert sein muss. Aber so ein Denken in standardisierten Prozessen hat es in der kaufmännischen Verwaltung nur in größeren, börsennotierten Unternehmen gegeben. In kleinen Unternehmen läuft es weiter wie im Handwerk. Man darf da nicht zu viel erwarten. Auch wenn es technisch ohne weiteres möglich wäre.

Tut mir leid wegen OT.

17.02.2016 21:09 • #38


MathiasT


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Ich bin zwar kein Aspie, leide aber unter schizophrenem Autismus. Ich denke, so viel anders ist das auch nicht. Wobei, bei mir gibt es kurze Zwischenphasen, in denen ich "normaler" bin.

19.02.2016 22:53 • #39


Marisha

Marisha


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Habe seit einigen Jahren die Verdachtsdiagnse auf Asperger, für die offizille bin ich auf der Warteliste. Würd mich auch freuen andere Aspies oder Menschen mit ähnlichen Diagnosen kennenzulernen.
Habe starke soziale Probleme und das Gefühl für mein, nach außen hin, halbwegs normales Leben durch die Hölle gegangen zu sein.
Ich will aber auf keinen Fall im Selbstmitleid versinken, weil ich weiß, dass mein Verhalten andere verwirrt und ich diejenige bin die sich anpassen sollte (heißt nicht dass ich das menschlich korrekt finde). Ich denke jeder Mensch, egal ob Autist, NT oder irgenjemand anderes hat seine Vor und Nachteile.

Zitat von MathiasT:
Ich bin zwar kein Aspie, leide aber unter schizophrenem Autismus. Ich denke, so viel anders ist das auch nicht. Wobei, bei mir gibt es kurze Zwischenphasen, in denen ich "normaler" bin.


Was ist denn schizophrener Autismus? Hab ich noch nichts von gehört.

27.02.2016 11:31 • #40




Dr. Reinhard Pichler

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