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Angst vor der Einsamkeit

201807.07




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Hallo, ich bin neu hier. Ich weis nicht ob man mir hier helfen kann und wie, aber ich will es zu mindestens versuchen. Ich weis nicht wie ich anfangen soll aber ich versuche es. Ich führe zur Zeit mit mir einen wie ich es nenne "Zweifrontenkrieg" Ich bin stand heute nach 4 Jahren Beziehung seit ca 2 Monaten Singel. Ich trauere der Beziehung noch nach und versuche sie zu verarbeiten. Ich schwelge in Erinnerungen und bin zum anderen der Meinung das die Trennung kommen musste, da auch ich Fehler gemacht habe. Die andere Seite ist, das ich "Alleine" bin. Mit "Alleine" meine ich, das ich keine Angehörigen habe und auch keinen Freundeskreis. Ich gehöre nicht zu den Menschen die leicht Kontakte knüpfen können. Ich bin skeptisch den Menschen gegenüber und habe Angst mich zu öffnen da ich nicht weis wie das ausgenutzt wird. Ich stelle mir oft die Frage wie es weiter gehen soll. Wenn ich zum Beispiel krank werde und ins Krankenhaus muss. Wenn mir etwas passiert und ich tot bin, dann gibt es niemanden der sich kümmert, was mit meinen Sachen passiert. An ein Testament habe ich noch nicht gedacht, da ich niemanden aus guten Gewissen etwas hinterlassen kann. Ich habe Angst vor der Vorstellung das ich mein Leben lang alleine sein muss. Ich bin geplagt von Weinkrämpfen und Verzweiflung. Es gibt auch Momente in denen ich mich mit mir selbst beschäftigen kann. Aber die Trennung und die Angst vor dem Allein sein zermürben mich. Oft stelle ich mir die Frage, wie ich zu mir finden kann um dann eine Aussicht auf eine Beziehung zu haben. Momentan würde eine Beziehung vorläufig einige Probleme leichter machen, aber das ist nicht Sinn der Sache. Ich erwäge zum Arzt zu gehen um einen Therapeuten aufzusuchen. Auch wenn die Wartezeit sehr lang sein wird. So weit ich weis liegt vieles im Argen durch meine Kindheit. Meine Eltern ließen sich scheiden als ich 16 war. Meine Mutter verkraftete die Trennung nicht und flüchtete such mit Medikamenten in die Krankheit. Das soll mir nicht passieren. So... das war es erst einmal von mir. Wer immer das liest darf mir gerne Antworten.

Auf das Thema antworten

4 Antworten ↓



  07.07.2018 10:26  
Lieber Helmut,
in so einer Phase war ich auch schon mal. Ich kann nicht sagen was jedem hilft pauschal, aber kann dich nur hier und jetzt ermutigen.

So eine Zeit mit einer Partnerin oder Partner bindet ungemein, das kenne ich aus früheren Beziehungen, aber DU solltest jetzt versuchen dich NICHT selbst aus den Augen zu verlieren, die Zeit mit deinem damaligen Partner kannst du ja mal idealerweise ganz für dich alleine mal aufmalen oder du schreibst einen Abschiedsbrief deiner geladenen Emotionen auf, was du alles fühlst wenn du es schreibst die Erinnerungen usw. Alles was dir in den Sinn kommt!
Fühl nochmal alles richtig intensiv, nimm die Gefühle war, bewerte sie zuerst und dann lass sie ziehen wie eine Wolke... sag dir ab jetzt werden die Gefühle nicht mehr intensiv, sondern sie flachen mit der Zeit immer mehr ab, bis eines Tags oder schon ganz bald der Richtige für dich bereit steht, mit dem du noch glücklicher wirst

Ich wünsche dir alles Gute!

Danke1xDanke


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Hamburg
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  07.07.2018 10:40  
Hallo Helmut,

willkommen bei uns.

Das, was Du schilderst, kennen hier viele Leser. Sich in bestimmten Lebenssituationen dann Hilfe von außen zu suchen ist nie verkehrt, insofern finde ich es gut, dass Du erwägst, Dir einen Therapeuten zu suchen. Die Wartezeiten sind lang, daher zögere nicht zu lange.


Warum meinst Du, dass eine Partnerschaft vorläufig Deine Probleme erleichtern würde? Wäre das nicht eher eine Art Ablenkungsmanöver? Zum Thema Kindheit habe ich für mich festgestellt, dass ich zwar Einiges in den Therapien aufarbeiten konnte, es aber letztlich darum geht zu verzeihen. Nur Verzeihen konnte meine Seele halbwegs heilen und beruhigen.


Deine Ängste in Bezug auf das, was sein wird, wenn Du tot bist, kann ich gut verstehen, doch ist diese Angst meiner Ansicht nach völlig irrational. Ich frage mal ganz lapidar, was interessiert Dich Dein Leben noch, wenn Du tot bist? Du kannst bestimmte Dinge regeln und ordnen aber das wird nicht bis ins kleinste Detail funktionieren, denn wann und wie wir gehen, wissen wir alle nicht. Warum also damit belasten? Du bist doch jetzt im Moment da, um zu leben, oder?


LG Perle





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  07.07.2018 11:21  
Hallo Perle. Danke für die Antwort. Ich hätte schon längst zu einem Therapeuten gehen müssen. Aber wie das so ist, man will es nicht wahr haben und es ist ein schwerer Gang sich dazu zu überwinden. Ich bin an einem Punkt angelangt wo ich nicht weiter weis. Ich muss versuchen die lange Wartezeit bis zu einem Termin zu überbrücken. Ich bin der Meinung das meine derzeitige Situation hinderlich ist um in eine Beziehung zu gehen. Das eigentliche Problem, nämlich ich selbst, ist damit nicht oder nur bedingt gelöst. Zudem habe ich auch Angst davor was mich erwartet und weis auch nicht wie ich es anstellen soll, da ich nicht zu den kontaktfreudigsten Menschen gehöre. Ich habe in meinem Leben schon zu oft falsche Entscheidungen getroffen.
Natürlich sollte es mich nicht stören was mit mir passiert wenn ich nicht mehr lebe. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen wie ich leben soll. Ich weis nicht wie " Leben " geht. Deswegen beschäftige ich mich wohl mit der Zeit danach. Wenn auch nur am Rande.
Es geht nicht nur darum zu verzeihen. Es geht mehr darum, das dort etwas bei mir angerichtet wurde, und ich dafür jetzt und in der Vergangenheit meinen Preis zahlen muss. Obwohl ich nichts dafür kann. Es wurde versäumt mir zu Zeigen das ich etwas Wert bin. Mit diesem Rucksack laufe ich alleine durch mein Leben. Ich kann das Rätsel nicht lösen und habe Zweifel ob das ein Therapeut kann. Aber ich brauche jemanden um meine Situation zu schildern. Es ist zu mindestens einen Versuch wert.



1340
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Hamburg
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  07.07.2018 12:28  
Ja, es ist richtig. Mit jedem von uns wird in der Kindheit "etwas angestellt", das uns für unser ganzes Leben prägt und wofür wir einen Preis zahlen. Manchmal passiert das vorsätzlich aber oft auch unbewusst seitens unserer Eltern. Ich kann meinen Eltern dafür ewig grollen oder ihnen verzeihen, weil sie eben auch nur Menschen sind, die wiederum durch ihre Eltern geprägt wurden. Einen Rucksack voll von positiven und negativen Erfahrungen haben wir alle, die Frage ist inwieweit wir es zulassen, ihn immer schwerer werden zu lassen und darunter zusammen zu brechen oder ob wir es schaffen, den Inhalt zu betrachten ohne ihn zu bewerten und dann den Ruckseite bei Seite zu stellen und mutig unser Leben zu leben.



Dr. Reinhard Pichler

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