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hallo zusammen,

ich bin relativ neu hier und habe selber noch nie hier um hilfe bitten müssen, aber jetzt muss ich es wohl doch mal in anspruch nehmen. ich weiß auch nicht, ob ich in der rubrik hier richtig bin, da mein problem nicht direkt etwas mit eifersucht zu tun hat, obwohl ich im allgemeinen schon sehr eifersüchtig und besitzergreifend sein kann, leider.
egal, ich versuchs einfach mal, obwohl es mir nicht gerade leicht fällt, da mein problem schwer zu beschreiben ist und ich hoffe, ihr denkt nicht, das ich einen an der klatsche habe. also, ich bin 33 jahre alt und habe mich ungefähr vor 6 wochen von meinem freund getrennt, mit dem ich fast 3 jahre zusammen war. Ich hab einen sohn von 5 jahren von meinem noch-ehemann. Ich war mit meinem ex-freund schon vor meiner ehe zusammen, 2 jahre, hat nicht geklappt, noch-ehemann kennengelernt, getrennt, ehe, nicht geklappt, ex-freund wieder getroffen, wieder gefunkt, nochmal 3 jahre probiert, nicht geklappt, getrennt. okay, soweit im schnelldurchlauf ich habe jetzt wieder jemanden kennengelernt und mich verliebt. wir kennen uns schon länger, unsere firmen sind nebeneinander und wir benutzen die selbe kantine. der kontakt am anfang hat sich nur auf grüssen beschränkt und irgendwann hat er mich in einer der social network plattformen entdeckt und mich angeschrieben. wir haben dann einige monate harmlos hin und her geschrieben und irgendwann auch mal getroffen, zum kaffee ganz unverfänglich. als meine beziehung immer mehr den bach runterging, wurde der kontakt intensiver und seit ungefähr 2, 3 monaten haben wir eine affaire, wenn man es so nennen kann, ich will nicht beziehung sagen, weil ich selber nicht so genau weiß, obs eine ist und ich eigentlich auch erstmal keine neue bezieung gleich wieder eingehen will, da ich ständig von einer beziehung in die nächste gerutscht bin und ich einfach mal eine zeit lang allein sein wollte, um mir selber näher zu kommen und mir klar zu werden, was ich eigentlich will. nun habe ich mich in ihn verliebt und er sich wohl auch in mich, wie er sagt, was ich auch gespürt habe. ich muss dazu sagen, das meine letzte beziehung ein ewiges auf und ab war und mich sehr viel kraft gekostet hat, da ich sehr viel darin vermisst habe, vor allem aufmerksamkeit. das ist die eigenschaft, die ich an ihm (ich nenne ihn jetzt mal C.) sehr geschätzt habe, da er mich damit bis vor 2 tagen noch überhäuft hat und ich das extrem genossen habe, da ich das in meiner beziehung immer vermisst habe. ich war 2 monate so glücklich, das ich es kaum fassen konnte, das mir endlich jemand das gibt, was ich immer gesucht und vermisst habe. und jetzt kommt mein eigentliches problem. ich habe bisher in jeder meiner beziehungen immer das problem gehabt, das sich die ginge irgendwann ändern. das plötzlich alles „normal“ wird. das dieser hype vergeht und alles irgendwie nachlässt. ich weiß, daß das ja normal ist…dessen bin ich mir bewusst, aber da ist das problem für mich. ich kann mich damit nicht abfinden oder das aktzeptieren. ich leide da jedesmal so extrem darunter, das ich mir vorkomme, als hätte ich die ganze zeit Dro. genommen und plötzlich wird die dosis runtergeschraubt und ich bin auf entzug. so geht es mir seit ca. 2 tagen mit C. plötzlich meldet er sich viel weniger, braucht stunden um zu antworten und ich weiß nicht wieso. es ist ja auch nicht so, das wir uns besonders häufig sehen, vielleicht 2x in der woche. es geht mir seit gestern so beschissen, das ich am liebsten alles an die wand fahren könnte vor wut. und vor allem so aprubt, von jetzt auf gleich…wo sonst innerhalb von 10 oder 20ig minuten eine mail zurückkam, dauert es jetzt 1 oder 2 Stunden. abends keine sms mehr. das muss sich alles total lächerlich anhören, im vergleich zu dem, was andere hier für probleme haben, aber es macht mich so traurig und ich verstehe das einfach nicht. da ich ja aber weiß, das es nicht immer so weitergehen kann, das alles immer toll und gleich bleibt, bin ich um so wütender auf mich, das ich damit so schlecht umgehen kann. wie soll ich denn jemals so eine vernünftige beziehung führen?
habe jetzt drüber nachgedacht, alles abzubrechen um erstmal mit mir selber klar zu kommen, abgesehen davon, das ich sowieso viel zu wütend bin um ihm unter die augen zu treten. was denkt ihr denn? so, ich denke, ich hab das problem ausführlich geschildert, sorry für den langen Text. vielleicht habt ihr ja lust mir eure gedanken dazu zu schreiben oder ihr wisst, was mit mir nicht stimmt. würde mich freuen von euch zu lesen.

danke schonmal im voraus.

liebe Grüße
chloe

09.08.2011 09:25 • 09.08.2011 #1


3 Antworten ↓


Hallo Chloe!

Ich kann nicht für andere sprechen, aber ich finde Deine Geschichte weder verrückt, noch übertrieben usw. Mach Dich und Dein Problem nicht klein. Ich finde damit kannst Du schon mal gut anfangen. Was bedeutet es für Dich, dass andere schwerwiegendere Probleme haben als Du? Geht es Dir dadurch besser? Hilft es diesen Menschen, wenn Du versucht Deine eigenen Sorgen klein zu reden? Oder Dir?

Du hast ein Recht auf Deine Gefühle! Du hast ein Recht darauf, Dich, wenn es Dir schlecht geht, auch mal darüber zu beschweren, traurig oder wütend zu sein. Ignorier die Leute, die ständig so einen Satz auf den Lippen haben: Stell Dich nicht so an! Anderen geht es viel schlechter als Dir!

Niemand, aber wirklich niemand außer Dir steckt in Deiner Haut! Niemand WEIß, wie Du Dich fühlst. Bestenfalls kann man es erahnen. Was für Dich schlimm ist, ist für Dich schlimm, basta!

So, dass musste jetzt irgendwie raus!


Zitat:
was mit mir nicht stimmt
Tja, ich bin da einseitig vorbelastet und mir deshalb nicht sicher, ob meine Einschätzung für Dich von Wert sein kann. Ich würde behaupten, Du bist Eifersüchtig. Jedenfalls hätte ich Deine Sorgen und Nöte vor ein paar Jahren – ach Quatsch, genau genommen noch vor ein paar Monaten – genauso hier reinsetzen können. Das Nachlassen der Aufmerksamkeit oder des Interesses machte mir genau so Angst wie Dir. Verlustangst vielleicht. So wie Du schreibst gehört auch noch eine gehörige Portion Selbstzweifel dazu, oder? Glaubst Du oft, andere haben es mehr verdient als Du, mal im Vordergrund zu stehen?

Ich weiß, es sind sehr persönliche Fragen. Keine musst Du beantworten, hier ist alles freiwillig!

Bei mir verhält es sich so – zumindest hab ich es mir so zurechtgelegt und es sozusagen von Therapeutenseite absegnen lassen. Ich habe auf Grund meiner Vergangenheit Lücken in meinem Selbstwertgefühl. Diese Lücken versuche ich durch meine Partnerin zu schließen. Damit sie das tut, konzentriere ich mich total auf sie, was bis zu einem gewissen Punkt in der Beziehung erwidert wird. Aber irgendwann kehrt halt der Alltag ein und alles was vorher besonders war, wird zur Normalität. Das zumindest sind meine Empfindungen. Dies verunsichert mich. Ich beginne zu klammern, rudere rum, bemühe mich noch mehr. Meine Laune wird gleichzeitig immer schlechter, weil ich den Eindruck bekomme, nicht mehr ich selbst sein zu können, wenn ich die Liebe und Aufmerksamkeit erhalten will, die ich zu brauchen meine. Dann stellt meine Partnerin fest, ohne dass es ihr so richtig bewusst ist, dass irgendetwas nicht stimmt, dass es da irgendeine Art von Überforderung gibt. Also geht sie auf Distanz, kümmert sich wieder mehr um Alltagsdinge, Freunde und Freundinnen werden wieder wichtiger usw. usw.

Und ich sitze da, fühle mich alleine gelassen und unverstanden. Das macht mich wütend und es kommen die ersten Auseinandersetzungen. Gleichzeitig mit der Verunsicherung und der Wut kommen Verlustangst und Eifersucht. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Emotionen tatsächlich getrennt von einander betrachten sollte, denn die Eifersucht hat all diese Gefühle auch im Gepäck.

Na ja, den Rest erspare ich Dir, den kennst Du sicher, zumindest im Groben.

Vielleicht kannst Du außer der Wut und der Enttäuschung noch ein paar Emotionen in Dir entdecken?!

Lieber Gruß
Sven

PS: Ich denke, Du bist hier goldrichtig!

09.08.2011 12:49 • #2



Problem mit Veränderungen

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Hallo Sven,

vielen Dank für Deine liebe Antwort. Tut wirklich gut zu lesen und zu sehen, das es nachvollziehbar für jemand anderes ist, der so etwas auch kennt.

Und Du hast natürlich Recht, es hilft mir nicht wirklich, wenn es anderen noch schlechter als mir geht.

Das mein Problem etwas Eifersucht zu tun, hab ich nur entfernt vermutet, da ich ja in dem Fall nicht direkt eifersüchtig bin sondern eher enttäuscht...obwohl das nach 2 Tagen vielleicht noch viel zu früh ist, gleich so am Rad zu drehen, aber ich habe es eben schon so oft so erlebt. Und ich hatte immer damit zu kämpfen, mit dem Nachlassen des Interesses usw. Ich frage mich immer, wie andere das schaffen, warum andere nicht auch sauer und wütend werden, wenn sich sowas einschleicht. Das merkt man doch ganz deutlich und ich empfinde das als was negatives. Selbstzweifel...da muss ich leider 100% zustimmen. Die scheine ich zu haben. Ich glaube auch, das ich mich zu stark über andere definiere. Das mein Wohlbefinden davon abhängt, wie mein jeweiliges Opfer sich verhält. Je mehr Aufermerksamkeiten ich bekomme, desto besser fühle ich mich und umgekehrt. Aber so ist man irgendwie immer augeliefert und Spielball. Man fühlt sich hilflos und ohnmächtig. Das lustige (wenn man das in dem Zusammenhang sagen kann) ist, das ich mir dessen völlig bewusst bin, aber nichts daran ändern kann. zumind. nicht weiß, wie. Was für ein Paradoxon!

Du hast gefragt, ob ich noch andere Emotionen entdecken kann...ja, vor allem Angst. Angst davor, das ich die Zeit, die ich mit meinem Ex-Freund durchgemacht habe, wieder durchmachen muss, wobei er wahrscheinlich nicht mal so das Problem war, sondern es ja alles durch mich oder aus mir kommt. Das ich die gleichen Ängste und Sorgen und das schlecht fühlen und den flauen Magen und die Traurigkeit und Verzweiflung auch bei dem nächsten haben werde. Das es nicht besser wird, mit ihm, obwohl es bisher echt danach ausgesehen hat. Davor habe ich eine heiden Angst.

Lieben Gruß zurück
Chloe

p.s. schön, hier goldrichtig zu sein

09.08.2011 13:53 • #3


Hallo Chloe!

Zitat:
Ich glaube auch, das ich mich zu stark über andere definiere.
Damit hast Du doch die Antwort auf die Frage, warum das bei so ist, wie es ist, und warum das bei anderen anders funktioniert.

Zitat:
Das mein Wohlbefinden davon abhängt, wie mein jeweiliges Opfer sich verhält. Je mehr Aufermerksamkeiten ich bekomme, desto besser fühle ich mich und umgekehrt
Auf alle Fälle klingt es für mich plausibel, wenn Du unbewußt Dein Selbstwertgefühl davon abhängig machst, wie sehr andere Dich wertschätzen, zum Beispiel indem sie Dir die gewohnte Aufmerksamkeit schenken, dass Du beim Ausbleiben derselben ein Problem hast.

Zitat:
Aber so ist man irgendwie immer augeliefert und Spielball. Man fühlt sich hilflos und ohnmächtig.
Die Folge ist Verunsicherung, Angst und Wut.

Zitat:
Das lustige (wenn man das in dem Zusammenhang sagen kann) ist, das ich mir dessen völlig bewusst bin, aber nichts daran ändern kann. zumind. nicht weiß, wie. Was für ein Paradoxon!
Also, ich weiß auch woher meine Eifersucht kommt, wodurch sie entsteht. Ich bin mir bewußt, dass ich in mir nicht genügend Sicherheit und Halt finde. Ich brauche immer zusätzlich jemanden, der mich stützt. Ich fühle mich alleine quasi unvollständig. Auch ich kann nichts daran ändern, obwohl ich die Hintergründe kenne. Oder doch?

Zitat:
Du hast gefragt, ob ich noch andere Emotionen entdecken kann...ja, vor allem Angst. Angst davor, das ich die Zeit, die ich mit meinem Ex-Freund durchgemacht habe, wieder durchmachen muss, wobei er wahrscheinlich nicht mal so das Problem war, sondern es ja alles durch mich oder aus mir kommt. Das ich die gleichen Ängste und Sorgen und das schlecht fühlen und den flauen Magen und die Traurigkeit und Verzweiflung auch bei dem nächsten haben werde. Das es nicht besser wird, mit ihm, obwohl es bisher echt danach ausgesehen hat. Davor habe ich eine heiden Angst.
Angst vor der Angst! Angst vor Trauer und Verzweiflung! Vielleicht auch Angst davor, dass Du selbst Schuld sein könntest? Angst davor, scheinbar mal wieder nicht zu genügen? Angst davor, wieder auf Dich selbst reduziert zu sein? Was ist mit Wut? Wut auf Deinen Liebsten, weil er Dich im Stich lässt? Wut auf Dich selbst, weil Du Dir schon wieder nen falschen Kerl ausgesucht hast? Verzweiflung und Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und Unverständnis.

Zitat:
habe jetzt drüber nachgedacht, alles abzubrechen um erstmal mit mir selber klar zu kommen, abgesehen davon, das ich sowieso viel zu wütend bin um ihm unter die augen zu treten. was denkt ihr denn?
Wäre dies nicht davonlaufen? Und was meinst Du, würdest Du auch Deine negativen Emotionen und Gedanken damit hinter Dir lassen?

Du kannst nicht vor Dir davonlaufen, oder?

Zitat:
ich weiß, daß das ja normal ist…dessen bin ich mir bewusst, aber da ist das problem für mich. ich kann mich damit nicht abfinden oder das aktzeptieren.
So ging und geht es mir auch! Ich bin überzeugt, dass das auch anders gehen kann. Allerdings müssen Beide es wollen und bereit sein, dafür etwas zu tun. Klar, die erste Verliebheit, Schmetterlinge im Bauch, auf rosaroten Wolken schweben, das ist irgendwann vorbei. Aber es muss ja nicht für immer verschwinden. Wenn man es in einer Beziehung schafft, diese Gefühle regelmäßig immer mal wieder aufleben zu lassen, dann kann es funktionieren, davon bin ich überzeugt.

Aber nicht mit Eifersucht, Klammern, Einengen usw. Damit wird es nicht gehen.

Zitat:
plötzlich meldet er sich viel weniger, braucht stunden um zu antworten und ich weiß nicht wieso.
Das Problem ist, denke ich, dass zwei Tage in der Tat zu wenig sind, um eine Entwicklung zu sehen. Hast Du ihn gefragt, warum es so langer dauert, bis er antwortet? Hast Dich nicht getraut, oder? Kann es sein, dass Du vielleicht zu sehr versucht hast, es ihm recht zu machen, dass es ihm zu viel wurde? Nach ein paar Wochen ist schon sehr eigenartig. Kann aber schon sein, dass er einfach mal richtig viel um die Ohren hat, oder?

So, an dieser Stelle mach ich erst mal Schluss und warte auf Deine Antworten.

Lieber Gruß
Sven

09.08.2011 14:49 • #4