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201727.10




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Hallo,

ich bin neu im Forum. Ich leide, seit ich denken kann, unter wirklich wahnhafter Eifersucht. Ich bin 33, in einer eigentlich wundervollen Beziehung, wenn da nicht diese wahnhafte Panik wäre... Ich bin bereits in psychiatrischer Behandlung, habe aber das Gefühl, dass es nichts bringt. Für Notfälle habe ich Beruhigungsmittel, die mich einfach nur "besoffen" fühlen lassen.

In jedem Ratgeber steht "stärken Sie ihr Selbstbewusstsein" oder "seien Sie wieder ein eigenständiger Mensch", aber das ist nicht das Problem... Ich bin ein selbstbewusster Mensch, erfolgreich im Job und im Leben, aber dann kommt der "Panik-Schalter", und der legt sich bei jeder Kleinigkeit um.

Der "Trigger" sind immer attraktive Frauen - ob auf der Straße, im Fernsehen, real oder virtuell, schei. egal. Ich bekomme Panik, sobald mein Mann nur eine andere Frau ansieht oder nett grüßt oder was auch immer NORMALES macht.

Ich WEI, dass es krankhaft ist, ich weiß, dass irgendwas in meinem Kopf nicht stimmt, aber diese Panikattacken, in denen ich total ausflippen kann, werden gefühlsmäßig immer schlimmer...

Der Leidensdruck ist so groß, dass ich mittlerweile gesundheitliche Probleme und schlimme Depressionen habe - Phasen, in denen echt nichts mehr geht. Ich kann nicht essen, nicht arbeiten, gar nichts. Ablenken hilft nicht, es beherrscht meine Gedanken permanent. Man wird wütend, reizbar, verletzt sich selbst... Meine Psychiaterin meint, es wäre nicht so sehr wirklich Eifersucht, sondern eine "vernichtende Verlustangst, die von einem frühkindlichen Trauma" herrühren kann.

Super... Was soll ich damit anfangen... Ja, jeder hat Probleme aus seiner Kindheit, die er mit sich herum schleppt, aber man muss doch nach vorne schauen.. was war, kann ich sowieso nicht mehr rückgängig machen.

Ich verstecke mich nur noch, gehe fast allem aus dem Weg, was diese Eifersuchtspanik auslösen kann: keine Menschenaufläufe, kein TV, keine Freibad, kein Ausgehen... Ich habe solche Angst vor dieser Panik, die meinen ganzen Kopf lahm legt.. ich fühle mich dem einfach nicht gewachsen...

Tja, wer hat wohl einen Tipp? Egal was, ich bin dankbar...

Auf das Thema antworten


12310
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BaWü
8065
  27.10.2017 18:58  
Hallo Wachholder, willkommen bei uns.

Du bist dir nicht selbst bewusst, wenn du dir das Trauma von früher nicht richtig anschauen willst, du lebst doch noch darin.

Angst, dass du verlassen werden könntest. Hier hast du dein Thema. Und natürlich muss man nach vorne schauen, allerdings im Bewusstsein darüber, was einem mal sehr zugesetzt hat. Nur dann kannst du das bearbeiten und lernen damit umzugehen.





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  27.10.2017 19:20  
Tja, aber was soll das sein, frage ich mich? Ich hatte eine schöne Kindheit, natürlich gab es hier und da mal Probleme, aber dass sich so etwas entwickelt? Natürlich möchte ich gerne verstehen woher das alles kommt, denn nur so kann man ja an etwas arbeiten. Ich komme nur einfach nicht weiter. Die Psychiaterin ist der Meinung, dass man dieses Trauma wahrscheinlich nicht herausfinden wird, weil es ja keinen bewusst erinnerten traumatischen Fall in meinem Leben gab... Also bewusst könnte ich es nicht sagen. Es ist so schwer damit zu leben und umzugehen, weil ich in diese Panik innerhalb von Sekunden verfalle. Ich bin dann nicht mehr ich selbst. Natürlich ist mir klar dass es keine Wunderpille geben wird, aber Tipps zur Arbeit mit den Triggern? Wie kann ich diese Panik unterbrechen, bevor es so richtig los geht? Die Beruhigungsmittel helfen nicht wirklich..

Danke übrigens für die schnelle Antwort!



4802
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  27.10.2017 20:08  
Hey!
Also mankann auch mit Therpaie lernen mit einem Trauma klar zu kommen an das man sich nicht erinnert.
Aber du musst schon an dir arbeiten wollen und nicht so dicht machen a la was soll das bringen?
Mit der Einstellung hält man sich aber auch verflixt gut böse Erinnerungen selbst fern!
versuchs doch mal. Lass dich darauf ein.
So kanns ja nicht weitergehen, oder?
Wenn du einen guten Therapeuten findest, kannst du mit dem oder der auch gute TSrategien entwicklen dir vor der Panik schon bewusst zu werden, was gleich kommt und entsprechend darauf zu reagieren. Du mit dir!

Alles, was du jetzt machst ist Vermeidung und dashilft langfristig auch nciht.
Aber mit einem trauma geht man mit Angst auch anders um, als als Normalneurotiker.

LG



12310
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BaWü
8065
  28.10.2017 13:57  
Kannst vielleicht sogar ans Gegenteil denken. Was lässt dich so verzweifeln, wenn DEIN Mann es wagt, andere Frauen auch nur anzuschauen? Wenn ein erfolgreiche, selbstbewusste Frau derartige Probleme hat, stimmt definitiv etwas nicht an der Wahrnehmung.

Evtl. Hält man sich für den Dreh- und Angelpunkt und erträgt keine Konkurrenz. Therapie bedeutet, sich sehr selbstkritisch wahrzunehmen. Wenn die echten Gefühle hinter allem nicht verstanden werden, wie soll dann ein Umdenken stattfinden?

Ich dachte auch mal, dass ich verdammt gut aufgestellt bin. Hatte alles im Griff. Nur diese Angst hat da gar nicht reingepasst. Schon komisch, was man sich alles schönreden kann und nicht hinsehen möchte.

Aber genau darum geht es. Sich ausserhalb der Norm zu bewegen, bedeutet doch, dass da was gewaltig schief gelaufen ist. Freiwillig tut man sich das doch nicht an, bzw. Was stimmt da nicht, dass die Seele so Amok laufen muss.



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Rlp
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  29.10.2017 16:37  
@wacholder, das ist ein sehr schlimmer Zustand, für DICH aber leider auch für DEINEN Partner. Versuche doch einfach mal die Dinge die dein Partner für DICH tut oder getan hat- dem gegenüber zu stellen was du befürchtest. Einfach- versuche die Menge der Gefühle die dir entgegengebracht werden einmal zu realisieren!
Quasi eine Art: Selbstberuhigung
Als Betroffener, der mehrere Jahre mit einem so denkenden Mensch in Beziehung war- kenne ich das Denken deines Partners bzw. kann mich gut in ihn rein versetzen.


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