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Hallo liebe Community.

Ich habe vor kurzem diesem Forum hier entdeckt und möchte euch an dieser Stelle gerne erzählen, worunter ich leide. Vielleicht melden sich ja ein paar andere, denen es ähnlich geht. Das würde mich wirklich freuen!

Nun, kurz etwas zu mir: Ich bin 30 Jahre alt/jung und männlich. Wann genau meine Ängste begonnen haben, kann ich gar nicht so genau sagen... Ich weiß nur, dass ich zur Jahrtausendwende, also vor ungefähr 9 Jahren, relativ unbeschwert und angstfrei gelebt habe. Wenn ich mich an diese Zeit zurück erinnere, werde ich echt traurig.

Seit etlichen Jahren leide ich nun schon an einer sehr ekligen Mischung aus Agoraphobie und sozialer Phobie. Das fing damals ziemlich schleichend an. Ich erinnere mich noch, wie ich auf einer Party war und mit einer Person ins Gespräch kam, die mit mir flirtete. Kaum fing die Person an, mit mir Händchen zu halten, ging's los: Mir wurde ganz flau im Magen, ich bekam Magenschmerzen, Blähungen und musste sofort aufs Klo rennen, da ich Durchfall bekam. Das klingt jetzt ziemlich albern, so ähnlich wie Stan aus Southpark, der jedesmal kotzen muss, wenn er mit seiner Angebetenen redet.

Das war damals ein Schlüsselerlebnis für mich. Mittlerweile hat sich diese Angst vor Menschen auf so ziemlich jede Situation meines Lebens ausgeweitet. Ich kann nicht mehr auf Parties oder in Clubs gehen, ohne ständig aufs Klo rennen zu müssen, weil ich Angst habe, es könnte jemand mit mir reden und ich müsste dann das Gespräch unterbrechen, weil ich eben mal ganz dringend "wohin" muss. Die Angst vor der Reaktion der Leute macht mir dann natürlich doppelt so viel Bauchschmerzen, ein Teufelskreis - man steigert sich dann natürlich rein und malt sich die blödesten Szenarien aus. Nun, Club-Gänge oder Parties kann man noch relativ gut vermeiden, leider habe ich die Ängste, mit anderen ins Gespräch zu kommen, auch sonst - auf der Arbeit zum Beispiel. Dort weiche ich vielen Kollegen aus (arbeite mit zig Leuten Leuten in einem Großraumbüro) und versuche, die Kommunikation auf ein Minimum zu beschränken - oder halt nur per E-Mail zu kommunizieren. An spezielle Sachen wie Gruppenmeetings, Schulungen oder dergleichen darf ich erst gar nicht denken! Denn dann spielt wieder der Faktor "Was, wenn ich mal dringend aufs Klo muss? Was denken dann die anderen, wenn ich mitten im Gespräch rausrenne?" eine Rolle. Ich habe mich sogar in der Vergangenheit vor wichtigen Meetings schon krank schreiben lassen... Das kann so nicht weitergehen, denn ich schade mir und meiner beruflichen Zukunft.

So, das war der soziale Aspekt meiner Angst. Leider habe ich diesen "Klo-Tick" auf in Verbindung mit Agoraphobie, weshalb ich fast nur noch zu Hause sitze. Längere Bahn- oder Autofahrten sind für mich der reinste Horror! (Wobei Autofahrten und Bahnfahrten noch gehen, denn dort gibt es entweder im Abteil eine Toilette oder man kann auf einen Rastplatz fahren, wenn man mal muss). Schlimm wird's nur, wenn ich in einen Stau gerate (keine Möglichkeit zu fliehen, kein Klo in Sicht!) oder aber, wenn ich kürzere Strecken mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie U-Bahn (kann im Tunnel oder auf offener Strecke stehen bleiben - was dann?) fahre, in denen keine Toiletten installiert sind. Neulich hatte ich wieder ein Schlüsselerlebnis: Ich ging frohen Mutes aus dem Haus, weil ich morgens noch mal auf dem Klo war und mir dachte, dass ich nun gut gewappnet bin und unterwegs sicher nicht mehr muss. Doch in der U-Bahn bekam ich plötzlich Krämpfe. Die Angst, meinen Stuhlgang nicht mehr kontrollieren zu können, ließ die Krämpfe anwachsen und ich musste noch vor meinem Ziel aussteigen und einen McDonalds aufsuchen, um aufs Klo gehen zu können. Zum Glück war es schon nach 9 Uhr morgens und der McDonalds hatte geöffnet!

Mittlerweile wage ich es kaum noch, mich mehrere Kilometer von zu Hause zu entfernen, eben aufgrund der oben beschriebenen Probleme.
Es gibt Tage, da würde ich am liebsten alles hinschmeißen und Schluss machen. Was bleibt mir denn noch für die Zukunft? Ich habe in den letzten Jahren einen Großteil meines Freundeskreises (na ja, sagen wir mal Bekanntenkreises) vergrault, weil ich immer wieder Treffen abgesagt habe. In ein paar Jahren hocke ich sicher alleine da. NOCH bin ich in einer Beziehung, aber ich weiß nicht, wie lange das mein Partner noch mitmacht. Gemeinsame Unternehmungen sind nämlich mittlerweile auch auf ein Minimum reduziert. Es tut mir dann immer leid, wenn ich seine Vorschläge wie Museums-, Kino- oder Zoobesuche ablehnen muss, weil ich Angst habe, dort (oder auf dem Weg dorthin) nicht aufs Klo gehen zu können.

Ich weiß mittlerweile echt nicht mehr weiter. Gibt es unter euch jemanden, der sich in meine Lage hineinversetzen kann? Zu wissen, dass ich nicht alleine bin, würde mir sicher schon ein wenig helfen. Eine Psychotherapie habe ich schon hinter mir, da mein Therapeut aber ein komischer Kauz war, mit dem ich nicht wirklich warm wurde, hat das gerade mal gar nichts gebracht. Habe nun angefangen, Neuroplant aktiv (Johanniskraut-Extrakt, 600mg) zu nehmen, vielleicht lässt mich das ja etwas gelassener im Alltag wirken.

Viele Grüße an euch alle!
Pyro

02.08.2009 18:59 • 13.09.2009 #1


24 Antworten ↓


Hallo....

es gibt hier viele mit ähnlichen Problemen....mich auch

Allerdings habe ich nicht die Panik, unbedingt ein Klo in der Nähe haben zu müssen.
Ich muss nur einfach flüchten können...hauptsache raus aus der Situation!

Also müssen für mich die Fluchtwege Richtung Ausgang oder alternativ zu den Waschräumen frei sein...wobei Waschraum natürlich eine Sackgasse ist und ich dann wieder zurück in die stressende Situation muss.

Schulungen und Meetings...das war für mich auch immer der absolute Horror....einmal aufstehen und rausgehen ist ja ok...aber zweimal, dreimal....da wird schon doof geguckt.
Ich habe mich da meistens auch mit Magen-Darm rausgeredet, eine Ausrede, die wirklich jeder akzeptiert.


Aber anscheinend ist es bei Dir ja so, dass Du wirklich Druck und Durchfall hast, wo ich aber denke, dass Dich Dein Körper da im wahrsten Sinne des Wortes bescheißt. Andere haben Herzrasen, Übelkeit und Atemnot...

Klopanik.....eine wirklich praktikable Lösung fällt mir da auf Anhieb leider nicht ein.
Zumal Du ja anscheinend nicht nur für kleine Königstiger musst.

03.08.2009 16:41 • #2



Agora- und soziale Phobie: Das Leben wird zur Qual

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Hallo Leute, also ich leide seit längerem an einer Panikstörung(Agoraphobie). War auch schon beim Arzt(Psychologe). Er hat mir die Tabletten citalopram-biomo(20mg) gegeben. Die Angst äußert sich bei mir mit panischer Angst vor dem Erbrechen und bei Plätzen wo viele Leute sind! Ich rede mir ein das mir Schlecht wird in den unpassensten Momenten wie, Schule, Einkaufen, Autofahren/Beifahrer und mir keiner Helfen kann.....usw.....,so und die Tabletten habe ich ungefähr schon 11/2 Monate hier und traue mich nicht sie zu nehmen, weil ich Angst habe das ich davon Erbrechen muss da die Ärztin gesagt hat das mir davon Übel werden könnte. Hatt jemand ein Rat für mich. ??

Liebe Grüße *:)

04.08.2009 12:47 • #3


Ich weiß so langsam echt nicht mehr weiter. Gestern stand ein entspannter Abend mit Essen gehen auf dem Plan. Wollten in den Nachbarort mit dem Auto fahren, um dort lecker zu schlemmen. Auf der Fahrt dorthin bekam ich erneut Panik und das Gefühl, aufs Klo zu müssen. Wurde dann so schlimm, dass wir umkehren und heimfahren mussten. Der ganze Abend war natürlich im A****. Und mal wieder typisch: In dem Moment, als wir das Auto wendeten, waren die Magenschmerzen und der Drang, aufs Klo zu gehen, wie weggeblasen.

Ich weiß echt nicht mehr weiter. So ist das doch kein Leben mehr! Ich wünschte mir echt manchmal, dass ich in irgend eine Anstalt eingewiesen werden würde...

27.08.2009 19:01 • #4


Hey, also ich war jetzt beim Artzt kann ich dir echt Empfehlen dich mit ihm zu unterhalten...mache es denn so ist es wirklich ekin Leben mehr glaub mir...

27.08.2009 19:40 • #5


Hallo Pyro,

ich würde dir auch empfehlen eine neue Therapie bei einem anderen Therapeuten zu beginnen, vielleicht ist das kein so komischer Kauz? Versuchen kannst du es, und du hast jederzeit das Recht zu wechseln wenn's wieder nicht klappt. Johanniskraut-Extrakt (ich nehme 2x200mg) ist gut, ich habe das Gefühl es hilft mir gelassener zu sein (jedenfalls macht es nichts schlimmer).



Hallo Zera,

was wäre denn schlimm daran wenn du von den Tabletten - die du ja zu Hause nimmst - zu Hause erbrechen müsstest?

27.08.2009 22:40 • #6


ja wie gesagt weil ich allgeimein angst vor dem Erbrechen habe ...darum ist das ja net Angst forum

28.08.2009 06:27 • #7


Huhu,

Johanniskraut nehme ich seit ca. 4 Wochen (1000 mg sogar), aber spüren tue ich nicht wirklich was. Ich muss heute in der Stadt einkaufen, werde mich deshalb mit meinen "Notfalltabletten", die mir ein lieber Arzt mal verschrieben hat, vorbereiten. Die nennen sich Lorazepam dura und die hebe ich mir nur für akute Notfälle auf, wie z. B. ein Firmenmeeting oder große Veranstaltungen. Da ich meinem Schatz aber heute den Stadtbummel nicht versauen möchte, nehme ich sie auch heute mal...

Ja, eine erneute Therapie tut wohl Not, aber ich bekomme erst wieder nächstes Jahr eine von der Krankenkasse bewilligt. Momentan gehe ich einmal im Monat zu einer Therapeutin und zahle das aus eigener Tasche. Aber einmal im Monat ist nicht wirklich ausreichend...

28.08.2009 07:39 • #8


Zera86: Ich habe auch mal eine Zeit lang Cipralex genommen, die dürften denselben/einen ähnlichen Wirkstoff wie deine haben. Die ersten eins, zwei Wochen sind ein bissl komisch, man fühlt sich nicht sooo dolle, eher so, als ob man leicht kränkelt... Ich musste aber kein einziges Mal mich übergeben, war eher appetitlos und ein einziges Mal war mir auch übel - aber wie gesagt, nur ein wenig unwohl, übergeben musste ich mich nicht. Die zwei Wochen lassen sich also wirklich überstehen, erst recht, wenn Hoffnung auf Erfolg besteht. Nur Mut!

28.08.2009 07:42 • #9


Puh Leute, passt bitte auf mit den Pillen.

@Pyrokar: ich hoffe dein Arzt hat dich aufgeklärt was er dir da gegeben hat. Deine Pillen gehören zu der Gruppe Tranquilizer (Benzodiazepin), diese sind süchtig machend.
Cipralex gehören zu den Antidepressivum (SSRI), die machen nicht abhängig.

Mein Therapeut wollte mir mal solche Benzos andrehen und zwar direkt für ne ganze Woche und dann erst als Notfallpille. Zum Glück darf der keine Pillen verschreiben. Mein Psychiater, der die Pillen verschreibt hat mir aber mit Nachdruck davon abgeraten. Nach einer Woche Dauerkonsum dürfte ich wohl schlimmer als ein Cracksüchtiger werden und der Entzug ist angeblich auch schlimmer als der bei einem Cracksüchtigen.

Ich will euch jetzt nicht sagen, dass ihr die Dinger nicht nehmen sollt, bei vielen Fällen sind die die erste Wahl. Aber passt bitte auf, lasst euch aufklären. Viele Ärtze verschreiben die Teile einfach so und klären garnicht auf und der Pazient nimmt die wie Antidepressiva und ist da ruckzuck abhängig.

Puh, das war jetzt mal ein Text aus dem Unterbewußtsein, hat sich von alleine getippt.

MfG ichnicht

28.08.2009 08:27 • #10


Huhu ichnicht!

Vielen Dank für den lieben Hinweis! Aber das ist mir schon klar, hat mein Arzt mich auch darauf hingewiesen. Ich hab an so einem kleinen Döschen, in dem vielleicht 20 Tabletten drin sind, mindestens ein halbes Jahr. Sooo oft geh ich ja nicht auf große Festivals und Veranstaltungen, die mich stressen. Ich werde es tunlichst vermeiden, die Dinger täglich zu nehmen! Wöchentlich wär mir schon zuviel... Da hab ich auch echt Respekt vor, daher: Nur keine Sorge um mich.

28.08.2009 08:47 • #11


Dann bin ich ja beruhigt.

Trotzdem hoffe ich, dass das auch die anderen lesen. Ich habe schon so oft gehört, dass viele aus Angst sich nichtmal den Beipackzettel durchlesen und wenn der Arzt dann leichtsinnig so harte Sachen verschreibt ist der Spaß vorbei.

Ich glaub ich sollte einen Verein gegen leichtsinniges Verschreiben von Medikamenten gründen

MfG ichnicht

28.08.2009 09:08 • #12


Hi Pyrokar,

...und ich dachte schon ich wäre die einzige mit so einer "bescheuerten" Angst. Mir persönlich war es schon immer total unangenehm auf fremden Toiletten ein Geschäft zu erledigen aber seit den letzten 2 Jahren wird es bei mir immer schlimmer. Sobald ich außerhalb meiner eigenen 4 Wände bin fange ich an mich zu fragen was wäre wenn ich nun auf Toilette müsste, oder noch schlimmer wenn ich nun Durchfall bekommen würde...es dauert dann natürlich keine zwei Sekunden und ich habe tatsächlich das Gefühl ganz dringend zu müssen. Sobald ich wieder zu Hause bin ist natürlich alles paletti und auch kein Drang mehr aufs Klo zu müssen.

Vor Veranstaltungen oder Treffen mit Freunden mache ich mir schon Tage im Voraus Gedanken darüber und habe tierische Panik, wenn ich ausgehe verschwinde ich fünftausend mal auf die Toilette weil ich ständig das Gefühl habe zu müssen, dann folgen natürlich die Gedanken "Was denken nur die Anderen / Oh Gott wie peinlich ich bin...etc." was die Panik und das Unwohlsein nur noch verstärkt.
Arbeiten mit dieser ständigen Angst ist für mich an manchen Tagen eine echte Qual.

Seit ein paar Monaten bin ich bei einem Pschotherapeuten in Therapie aber bisher hat es noch nicht wirklich viel Wirkung gezeigt, auch die Tabletten die er mir verschrieben hat (Busp) haben nur ein paar Wochen geholfen, danach kam wieder eine Situation in der ich wirklich mal beim Ausgehen Magenbeschwerden bekam, deswegen ist auch die Angst mit den Tabletten wieder da. Ohne präventiv Immodium Akut zu schlucken gehe ich kaum noch aus dem Haus, was ja für den Darm auch nicht unbedingt optimal ist.

Hat für diese konkrete Angst vll. noch jemand einen Tipp? Geht es noch anderen Menschen so?

Viele Grüße
Slayergirl911

28.08.2009 22:43 • #13


Hi Slayergirl911,

jup, genau das Problem habe ich auch. Immer das Gefühl aufs Klo zu müsse, welbst wenn ich bei meinen Eltern bin oder einfach ne Runde spazieren gehe, es ist immer da und immer guck ich automatisch nach einem Klo und schätze die Zeit ab wie lange ich bis zu einem brauche.
Dazu kommt noch, dass es auf dem Klo garnichtmal klappt, weil der ganze Körper verkrampft ist, hat zur Folge, dass ich dann auch öfter mal austreten muss und dadurch kommt dann natürlich die Angst was wohl die anderen denken.

Hab es mal mit Suggestion und Profilaxe versucht, hat aber auch bisher nicht so richtig geholfen, ich nehme es mir selber irgendwie nicht ab, egal wie oft ich es wiederhole.

Bei mir ist es inzwischen soweit, dass ich mich wirklich aus dem Haus tretten muss, damit ich wenigstens die wichtigsten Sachen wie einkaufen oder Therapeut erledigen kann. Und an Arbeit ist garnicht zu denken, wenn die Arbeitsamtberaterin September nichts anderes sagt, bin ich wohl nochmal für ein Jahr Arbeitsunfähig. Ne Ausbildung hab ich wegen dem Zeug auch nicht geschaft, musste immer abbrechen weil die Ausfallzeiten zu hoch waren.

Du siehst, du bist nicht allein. Bei Tipps kann ich dir nur die Suggestion empfehlen. Da wiederholst du in Gedanken immerwieder den gleichen Satz und veruchst dein Unterbewußtsein zu überzeugen, dass der Satz wahr ist. zB "Ich war grad auf dem Klo, ich bin entleert". Hört sich kommisch an, aber wenn mann keine negativen Aussagen drin haben darf, ist es ganz schön schwierig

MfG ichnicht

29.08.2009 04:44 • #14


Hallo alle zusammen,

gestern habe ich noch so groß getönt, dass ich mit den Tabletten vernünftig umzugehen weiß. Momentan denke ich aber nicht, dass ich die kommenden Tage/Wochen OHNE die Pillen durchstehen werden. Habe gestern erfahren, dass mein Vater seinen vierten Herzinfarkt erlitten hat und seitdem im künstlichen Koma liegt. Wir wurden sogar gestern Nacht um 23 Uhr ins Krankenhaus gerufen, weil es schlecht aussah. Die kommenden Tage werden nun zeigen, wie es weitergeht. Allerdings bin ich nun natürlich vollends durch den Wind, meine Entspannungsübungen zeigen keine Wirkung und ich könnt vor lauter Angst (um meinen Vater) und Stress nur noch aufs Klo rennen. Na ja, solange die Tabletten helfen, muss es halt gehen. Sollte ich abhängig davon werden, kann ich immer noch wieder "auf Entzug gehen", sobald sich an der Situation was ändert...

29.08.2009 07:40 • #15


Hör bloß auf, so darfst du nicht denken, der Entzug ist härter als du dir vorstellen kannst, normalerweise dauert es überhaupt, bis man merkt, dass man überhaupt abhägig ist. Dann geht die rennerei vom Arzt zu Arzt, damit du bluß an die Pillen kommst, suchst dir ersatz, wenigstens für kurze Zeit und gerätst noch mehr in den Kreis. Während des Entzugs machst du dann deine Ängste um mehrfaches schlimmer durch und dann ist da ja noch das Verlangen nach den "Dro.", musst du auchnoch durchstehen.

Ich weis nicht, ob dein Vater oder jemand anders aus deinem Umkreis sowas will. Ich weis ja nicht, ob du noch Geschwister hast, aber die würdest du damit mit rein ziehen, die müssen dass dann miterleben. Überleg es dir gut, ob du so enden und deinen "Leuten" den Stress und die Sorge antun willst.

Ich habe selber meinem Opa und meinem "Stiefvater" (Sind noch nicht verheiratet, deswegen die Klammer) beim Streben zugesehen und hätte am siebsten mit dennen getauscht. Aber wenn ich mir die Trauernden angucke, leide ich lieber selber, als mich zu zerstören und nochmehr Leid zu sähen.

Es ist normal, dass es dir schlecht geht, ich bin selber in der Intensiv zusammengebrochen und ich war nicht der einzige.

Wende dich an den Pfarer, rede mit deinen Verwandten und deinem Therapeuten drüber. Aber mach dich nicht wegen sowas abhängig und/oder kaputt.

Jeder muss mal sterben. Dein Vater ist vielleicht noch nicht soweit. Versuche es durchzustehen und besuche ihn soweit du es schafst. Reden hat schon so manchen Komapatienten zurück geholt.

Ich wünsche dir, dass sich alles zu besseren wendet.

MfG ichnicht

P.s. "Glaube kann Berge versetzen", das ist nicht nur ein Spruch, es ist wahr, wenn du etwas stark genug willst und es nicht gegen die "Regeln" verstößt, wird es sich erfüllen. (Und das ist kein Religionsquatsch )

29.08.2009 07:57 • #16


Ich finde es immer wieder Witzig, wie auf das Thema Medikamente zurückgegriffen wird. Aus der Angst eine Abhängigkeit zu machen ist doch echt toll. Wow, welche alternative!

Als ich mit meinen Psychotherapeuten geredet hab, hab ich deutlich erwähnt das ich die Therapie ohne Medikamente machen möchte. Ich möchte es aus eigener Kraft und ungetrübt schaffen. Den was hilft es mir wenn die Symptome überdeckt werden oder ich dank der Psychopharmaka nicht mehr ich selbst bin. Dann nützt mir jede Therapie nichts. Ich will mich und meine persönlichkeit, meine Gewohnheiten und meine Ängste ändern und nicht meinen Körper "austricksen" oder Vorgänge im Nervensystem beeinträchtigen.

Aber so sind echt viele, hauptsache die superschnelle Sofortlösung. Der magische Schlüssel oder das Wundermittel, das alles wieder in Ordnung bringt. Es kommt keine gute Fee, die euch mit einem Gummihammer auf den Kopf haut und ihr seid sofort geheilt. Nein, das braucht alles Zeit. Ihr müsst bereit sein an euch selbst zu arbeiten!

Ich weiss, das mein Post zum Teil sehr schnippisch klingt, aber manchmal habe ich echt das Gefühl, das viele hier mit ihrer Krankheit pralen.. wer hat die schlimmste, wieviele Medikamente nehm ich und wie weit geht es... Hallo? Es sind Krankheiten und keine neuen Autos!

03.09.2009 10:23 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

da stimme ich Dir zu....auch ich nehme keine Medis und versuche es so zu schaffen.ich stelle mich einfach meinen Ängsten und versuche sie bei klarem Verstand zu überwinden.

ich vermute auch das medis bestimmte Gehirnzellen einfach lahmlegen sozusagen ausschalten oder?

Aber was kommt nach dem absetzen? man kann doch nicht sein Leben lang Pillen schlucken,auf jeden Fall wird man nach geraumer Zeit abhängig davon wenn nicht körperlich dann auf jeden Fall seelisch.
Habe auch schon oft hier Threads gelesen wo die GuteLaune Pillen als Wundermittel hingestellt werden denk mir dann immer meinen Teil dazu.

Vor ein paar Jahren hab ich mal ne Krise gehabt,bin zu meinem Haussarzt und wollte Tabletten haben,er gab sie mir nicht (zum Glück) und sagte das sie abhängig machten und ich lieber einen *beep* rauchen sollte hätte genau die selbe Wirkung ist aber nicht sooo schädlich.

Ich finde deine Meinung völlig Ok

lg.Eva

03.09.2009 10:50 • #18


Naja, so pauschal kann man das aber nicht sagen. Manchmal braucht man eben doch die Pillen. Ich kann zB. einkaufen fahren und auch mal kurz durch die city huschen, vorher ist mir das immer schwerer gefallen, mit den Pillen gehts. Wenn meine Therapie endlich anfängt und ich gute Vortschritte mache, werde ich meine Pillen langsam senken.

Klar, die Bezos, da würd ich mir gut überlegen, ob mir eine kurze Besserung eine Abhängigkeit wert ist.

Zellen werden soweit ich weis nicht direkt lahm gelegt, es wird nur die Weideraufnahme verzögert.

Bei Angst einen *beep* rauchen, das währ ja der Hammer. Bei mir war das *beep* mit der Auslöser. Keine Gute Wahl bei Angst, dann doch lieber eine von den "Wunderpillen". Es kommt halt wie bei allem, in Massen genießen und nicht im Masseimern.

MfG ichnicht

03.09.2009 19:42 • #19


@Within: So, wie andere deiner Meinung nach mit Medikamenten prahlen, könnte man dasselbe auch DIR unterstellen. "Wow, was bin ich toll! Sooo eine gefestigte Persönlichkeit, solch ein starker Wille, dass ich das alles ALLEINE schaffe, ohne Medikamente! Seht mich nur an!"

Ich finde das ziemlich dreist, den Weg, den andere wählen, madig zu machen. Jeder so, wie er will, oder? Meine Alternative wäre momentan, nur noch zu Hause zu sitzen - was angesichts der Tatsache, dass mein Vater vergangenen Donnnerstag letztendlich DOCH verstorben ist, nicht machbar ist. D.h. ich nutze die Tabletten, um die kommenden Tage auf die Reihe zu bekommen und meiner Mutter bei der Planung der Beerdigung beizustehen. Lass die anderen halt machen, wie sie wollen, okay? Auf großkotzige Kommentare können wir alle, die wir unter diversen Problemen leiden, gerne verzichen - haben schon genug um die Ohren.

Und ja, ich bin gerade ein wenig aufgebracht, sorry dafür...

05.09.2009 10:06 • #20



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