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will_wach_werden

will_wach_werde.

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Hallo,
meine Frage ist heute mal kurz:

Wenn ich zu meinem wahren Ich durchdringen möchte, heisst das, dass ich mich am Charakter meines Ichs im Kleinkindalter orientieren sollte?

Ich war ein sehr ruhiges Kind, möchte aber lieber ein extrovertierter Erwachsener sein. Ist meine wahre Natur ruhig?

21.05.2019 07:10 • 22.05.2019 x 1 #1


30 Antworten ↓


-Leeloo-

-Leeloo-


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Hallo,
ich schätze, das kannst du mit einem Therapeuten/in herausfinden vielleicht in einer Verhaltenstherapie.
Ich war auch ein ruhiges Kind und bin jetzt immer noch ruhig, Es gab auch mal eine Zeit, in der ich offener war, aber ich habe gemerkt, dass dies nicht meine wahre Natur ist.

21.05.2019 08:16 • x 1 #2


kritisches_Auge

kritisches_Auge


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Es gibt kein statisches Ich, ein Ich besteht aus vielen Komponenten.

Das innere Kind hat Wünsche die es vielleicht nicht ausleben konnte, es wollte vielleicht mehr beachtet werden, wurde es aber nicht oder wollte mehr spielen dürfen und nicht auf jüngere Geschwister aufpassen. Der Erwachsene kann eine Beziehung zu diesem Kind aufbauen, seine Wünsche und Erwartungen sehen und sie, soweit es dem Erwachsenen möglich ist, erfüllen.

Aber am allerwichtigsten ist der Kontakt mit dem inneren Kind, dass es gesehen wird.

21.05.2019 08:33 • x 2 #3


Gaulin

Gaulin


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Hallo,
Das interessiert mich auch. Wie genau praktiziert man das? In meiner Gegend kann ich nix finden, der das praktiziert. Hier sieht es schon schlecht mit Terminen für Psychologen usw. aus.
Das kann man doch bestimmt auch selbst erlernen? Im Internet findet man auch zu viele unterschiedliche Ansätze und die meisten machen eher Eindruck auf: Hauptsache ich werde reich dabei...
Liebe Grüße
Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar.

21.05.2019 09:02 • #4


Hotin

Hotin


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Zitat von will_wach_werden:
Wenn ich zu meinem wahren Ich durchdringen möchte, heisst das, dass ich mich am Charakter meines Ichs im Kleinkindalter orientieren sollte?

Ich war ein sehr ruhiges Kind, möchte aber lieber ein extrovertierter Erwachsener sein. Ist meine wahre Natur ruhig?


Hallo will wach werde,

wie "Auge" denke ich, dass es kein statisches "Ich" gibt.

Wenn Du zu Deinem wahren "Ich" vordringen möchtest, dann brauchst Du einfach nur zu überlegen, was Dir
aktuell im menschlichen Bereich wichtig erscheint.

Häufig leben wir nach vielen Verhaltensweisen, die andere uns gelernt haben. Es gibt im
Erwachsenen-Alter aber viele eigene Gedanken, die gegen das sprechen, was man mal gelernt hat.

Bitte orientiere Dich weniger an Deinem Charakter, sondern mehr an dem, wie Du
Deinen eigenen Wert als Mensch und den Wert der anderen als Menschen siehst.

Viele Grüße

Bernhard

21.05.2019 11:18 • x 1 #5


juwi

juwi


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Interessante Frage. Ich war als ganz kleines Kind sehr aufbrausend, wurde deswegen entweder ignoriert, ausgelacht oder grün und blau geschlagen. Irgendwann bin ich introvertiert geworden. Ob ich dies sowieso geworden wäre oder ob es aufgrund des Elternhauses so kam - keine Ahnung.

21.05.2019 11:39 • #6


Hotin

Hotin


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@Gaulin

Hallo Gaulin,
Zitat:

Wie genau praktiziert man das? In meiner Gegend kann ich nix finden, der das praktiziert. Hier sieht es schon
schlecht mit Terminen für Psychologen usw. aus.


Psychologen und Therapeuten sind fast immer nur für den theoretischen Teil zuständig.
Wie man etwas praktisch umsetzt, solltest Du selbst herausfinden.
Zitat:
Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar.


Wie möchtest Du denn werden?

Viele Grüße

Bernhard

21.05.2019 11:49 • #7


Hotin

Hotin


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Zitat von juwi:
Interessante Frage. Ich war als ganz kleines Kind sehr aufbrausend, wurde deswegen entweder ignoriert, ausgelacht oder grün und blau geschlagen. Irgendwann bin ich introvertiert geworden. Ob ich dies sowieso geworden wäre oder ob es aufgrund des Elternhauses so kam - keine Ahnung.


Warst Du vielleicht aufbrausend, weil Dir zu wenig Beachtung geschenkt wurde?
Niemand wird automatisch so oder so. Vieles, aber nicht alles kannst Du beeinflussen.
Einiges hast Du ja schon sehr positiv beeinflusst.

Bernhard

21.05.2019 11:53 • #8


Gaulin

Gaulin


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Bernhard, gelassener möchte ich werden... meine Gefühle unter Kontrolle haben. Weniger Angst haben (unkontrollierte). Besser umgehen können mit meinen Gefühlen und Gedanken. Mutiger sein. Mein Selbstwert stärken. Mein ständiges Leiden loswerden... naja halt die Grundbedürfnisse würde ich meinen...
Umgehen können mit Negativität. Nicht abhängig von Meinungen anderer zu sein. Usw. Kennt ihr sicher selbst...
Mein Leben genießen können!

21.05.2019 12:03 • x 1 #9


Safira

Safira


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@Gaulin Dann wäre eine Verhaltenstherapie wirklich das Richtige für dich.

21.05.2019 12:04 • x 1 #10


Froschkönigin

Froschkönigin


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Zitat von Safira:
Verhaltenstherapie

Sorry für die Einmischung, aber ich würde gerne fragen, was man da so macht.... mir geht´s wie @Gaulin

21.05.2019 12:08 • #11


Safira

Safira


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Zitat von Froschkönigin:
Zitat von Safira:
Verhaltenstherapie

Sorry für die Einmischung, aber ich würde gerne fragen, was man da so macht.... mir geht´s wie @Gaulin

Meinst du jetzt eine Verhaltenstherapie? Wo man diese macht? Na beim Therapeuten.

Oh jetzt habe ich ein Wort verdreht und alles falsch verstanden. Du meintest also was man macht. Ja also ich mache derzeit eine Verhaltenstherapie und es ist meine zweite und ich habe jetzt wirklich richtig richtig Glück mit meinem Therapeuten gehabt. Es ist wirklich Kern der Therapie neue Denkprozesse und Strukturen anzulegen. Gedankenmuster umzulenken und wie auch immer man das Umschreiben soll. Wenn man z.b. mit einer sozialen Komponente Probleme hat macht er auch Rollenspiele. Was ich richtig gut finde. Dann bröselt er ein Thema von oben bis unten auf und analysiert es bis man es auch wirklich verstanden hat. Er gibt praktische Tipps für die Umsetzung und ich fühle mich total verstanden. Vertrauen ist natürlich total wichtig und ist die Basis

Die Chemie ist wirklich ausschlaggebend. Bei meinem Therapeuten z.b. habe ich noch nie das Gefühl gehabt das es in irgendeiner Art und Weise bescheuert ist wie ich denke und was ich denke. Das war bei der vorherigen Therapeutinnen ganz anders. Bei der hatte ich zunehmen das Gefühl dass ich nicht in Ordnung bin. Die war sowieso ganz anders wie mein jetziger Therapeut.
Vorschläge hat sie mir auch keine gemacht. Jedenfalls keine die an eine Verhaltenstherapie erinnern.

Ich hatte kürzlich ein Problem mit einer Entscheidung. Eine Entscheidung die wirklich alles verändern würde. Mein Therapeut hat mir ein Werkzeug in die Hand gegeben wo ich dann ganz allein für mich selbst diese Entscheidung treffen konnte. Das nenne ich gute Verhaltenstherapie.

21.05.2019 12:09 • x 1 #12


Gaulin

Gaulin


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Nein sie meint Selbstachtung erlernen.

21.05.2019 12:12 • x 1 #13


Froschkönigin

Froschkönigin


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Nein, nicht wo sondern was... ich würde gerne wissen, um was es da geht? Wie so eine Therapie aussieht...

21.05.2019 12:12 • #14


kritisches_Auge

kritisches_Auge


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Ich sehe mein inneres Kind vor mir, ein wenig dreckig, ein wenig verschmiert und sehr traurig weil die anderen Kinder es nicht mitspielen lassen und immer von der Schaukel wegschubsen.

Ich tröste es, sage ihm, dass doch schön ist nicht ein Kind wie alle anderen zu sein, dann gehe ich mit ihm zur Schaukel auf den Spielplatz und lasse es schaukel, höher, höher immer höher und nun strahlen die Augen.

21.05.2019 12:15 • x 3 #15


Gaulin

Gaulin


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Verhaltenstherapie hatte ich schon und ich weiß theoretisch alles, dennoch ist es noch nicht das, was es löst.. also die Ursache bzw hat es wohl nicht für Dauer gereicht.
Selbstachtung erlernen ist tiefgründiger. Die Therapeuten lernen meist auch nur aus Büchern. Reinschauen können die nicht, das können nur wir selbst. Als Stütze sind die Therapien Gold wert, aber alles andere müssen wir selbst rausfinden, üben, lernen, ändern usw.
Da kommt die Selbstachtung ins Spiel...

21.05.2019 12:20 • x 1 #16


Froschkönigin

Froschkönigin


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Schöne Beschreibung @kritisches_auge gefällt mir gut

Ich habe auch schon versucht mich mit meinem inneren Kind auseinanderzusetzen, aber irgendwie komme ich da nicht weiter. Ich verstehe nicht so richtig wie das funktioniert.
Ich habe eher das Problem, dass ich heute mit 42 Jahren noch das Gefühl habe ein Kind zu sein, dass es mir am liebsten wäre, wenn man mich an die Hand nimmt und mich durchs Leben führt und alles "schlechte" und schwierige von mir fernhält. So wie es wohl meine Eltern früher bei mir gemacht haben. Andererseits lasse ich mir widerum nicht gerne sagen was ich tun soll....

21.05.2019 12:23 • x 1 #17


Safira

Safira


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Zitat von will_wach_werden:
Wenn ich zu meinem wahren Ich durchdringen möchte, heisst das, dass ich mich am Charakter meines Ichs im Kleinkindalter orientieren sollte?

Wenn du dich mit deinem inneren Kind beschäftigen möchtest und es kennenlernen möchtest dann musst du erstmal verstehen was das überhaupt bedeutet.
Die kindlichen und die Erwachsenen Anteile auseinander zu halten. Die sind nämlich grundlegend verschieden und ausschlaggebend. Beide Anteile sind dein ganzheitliches ich zusammen, welche miteinander verbunden sind aber dennoch fühlbar trennbar.
Dazu musst du aber erst einmal Kontakt zu deinem inneren Kind finden. Einfach lesen heißt nicht verstehen und fühlen. Du musst dein kleines Kind finden und fühlen. Das ist das schwierigste.

Dein wahres Ich sind also die Erwachsenen und kindlichen Anteile zusammen. Beides zusammen ergibt eine Einheit. Die kindlichen Anteile können sehr verletzt sein. Was dazu führt dass dein Erwachsener, wenn er die kindlichen Anteile nicht beachtet nicht angemessen reagieren kann. Das würde bedeuten dass deine kindlichen Anteile in vielerlei Hinsicht dominieren. Was du bewusst nicht wahrnimmst. Das kann passieren wenn du deine kindlichen Anteile nicht fühlst. Sie verdrängt hast oder gar nicht beachtest.

Wenn du es schaffst die kindlichen und Erwachsenen Anteile bewusst wahrzunehmen dann kann dein Erwachsener ein Mentor für das kleine Kind sein. Die beiden werden zu einer Einheit. Du kannst deine Gefühle bewusst wahrnehmen und dein Handeln steuern.
Die kindlichen Gefühle basieren grundsätzlich auf den Erfahrungen die du als kleines Kind gemacht hast. Welches in der Erwachsenenwelt natürlich unangemessen reagiert. Das würde bei dir bedeuten dass dein inneres Kind nicht gelernt hat mit Gefühlen umzugehen. Dein Erwachsener kann ihm dabei helfen.

Dazu musst du aber erstmal verstehen was das innere Kind bedeutet. Vielleicht ist das ja etwas verständlich gewesen was ich geschrieben habe. Nur durchlesen kann man es nicht fühlen. Verstehst du was ich meine? Es ist ein tiefes tiefes inneres Verständnis was man finden muss um mit diesem Thema arbeiten zu können.

21.05.2019 12:27 • x 1 #18


Safira

Safira


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Zitat von Gaulin:
Verhaltenstherapie hatte ich schon und ich weiß theoretisch alles, dennoch ist es noch nicht das, was es löst.. also die Ursache bzw hat es wohl nicht für Dauer gereicht.

Dafür ist Verhaltenstherapie auch nicht da. Verhaltenstherapie richtet sich im Hier und Jetzt. Ursachen findest du in der Psychoanalyse.

Arbeit mit dem inneren Kind ist auch nicht Kern oder Thema einer Verhaltenstherapie.

Der Zugang zum inneren Kind kann sehr sehr viele Ursachen aufdecken. Diese Erfahrung habe ich jedenfalls gemacht.

21.05.2019 12:43 • x 2 #19


-Leeloo-

-Leeloo-


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Bei mir ging die Verhaltenstherapie bis in die Kindheit zurück. Das bedeutet, dass Verhaltensweisen heute für mich klarer sind, warum ich mich wie in welchen Situationen in den letzten Jahren verhielt, die aus der Kindheit her rührten bzw. wie ich mich in der Kindheit in Situationen verhalten hatte.

21.05.2019 12:59 • #20




Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser

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