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Hallo,

Da ich aktuell nicht weiß wem ich mich anvertrauen kann, wende ich mich an Sie. Es ist komisch weil ich Sie nicht kenne, nicht hören oder sehen kann aber eventuell verhilft mir diese Tatsache auch dazu vollkommen ehrlich zu sein.

Ich weiß gar nicht genau wo ich anfangen soll. Es geht mir aktuell überhaupt nicht gut. Akut snd es Kopfschmerzen und Übelkeit die mich plagen und damit einhergehend auch die große Sorge um meine Gesundheit. Morgen hab ich aber schon einen Arzttermin dann wird sich das klären. Jedenfalls sind es seit 3 Wochen täglich Schmerzen und häufig Übelkeit. Dadurch kann ich mich schlecht auf der Arbeit konzentrieren. Hinzu kommt noch ganz allgemein meine Angsterkrankung (Panikattacken usw. ) wegen denen ich mir natürlich schon das schlimmste ausmale: Hirntumor oder sonst was mit Krebs. Meine beiden Eltern sind an Krebs gestorben. Die Angst liegt also nicht so fern aber dennoch ich bin erst 30 Jahre alt und finde man müsste sich doch in diesem Alter nicht um sowas sorgen müssen. Morgen Arzt und hoffentlich ein Schritt Richtung Gewissheit.Leider ist dies nciht das Einzige was mich plagt. Nicht nur meine Eltern sind verstorben sondern auch mein bester Freund der zeitweilig auch mein fester Freund war. Er hat sich das Leben genommen, hat sich früh morgens auf die Gleisen gelegt. Nicht arumnur Trauer sondern auch Schuldgefühle melden sich zu Wort. Warum habe ich ihn verlassen? Musste das sein? Diesbezüglich hatte ich schon Gespräche in einer Trauergruppe. Meine Gefühle werden aber nicht besser. Ich vermisse ihn.

Dann gibt es noch eine "akute" Sache. Für diese Sache schäme ich mich sehr. Da dies hier anonym ist schreibe ich es einfach so wie es ist: Ich bin mit einem Mann "zusammen". Die Anführungsstriche deshalb, weil es viele nicht wissen. Allerdings geht das ganze schon 1 Jahr. Auf meiner alten Arbeitsstelle wusste niemand dass ich einen Freund habe. Ich habe es einfach niemandem erzählt weil ich nicht glücklich bin und immmer denke es ist sowieso bald vorbei. Leider schaffe ich es nicht ihn zu verlassen. Feigheit, Angst allein zu sein. Ich fühle mich wirklich allein. ich habe zwar Freunde, ja, aber 2 Freundschaften sind ein wenig in die Brüche gegangen und die anderen Freundschaften etablieren sich gerade erst. Da ich niemanden it meinen seltsamen Problemen belästigen will schreibe ich lieber hier anonym. Der Mann ist auch nicht glücklich wir haben auch schocn darüber geredet. Alleridngs ist er auch allein und ich habe das Gefühl wir sind wie 2 Bettler (Zitat von Robert Betz), die sich gegenseitig in die tasche greifen und feststellen, dass der andere auch nichts zu geben hat. Mir ist diese ganze Theorie vollkommen bewusst, was die Sache wirklich nicht besser macht. Ja ich muss mich selbst lieben ich weiß, ich tue das bereits. Aber irgendwie will ich trotzdem nicht alleine sein. bevor die ganzen menschen aus meinem Umfeld gestorben sind war ich liebend gerne allein. Aber jetzt hat es sich einfach geändert. Dafür schäme ich mich nicht, aber dafür, dass ich eine "Scheinbeziehung" führe. Auf meiner neuen Arbeit wurde ich gefragt ob ich einen Freund habe und ich sagte "Nein". Ich willl mir irgendwie ein Türchen offen halten, falls der Richtige doch noch kommt.

Jetzt denken Sie sicher, wow, diese Frau ist vollkommen verrückt.
Ich würde es Ihnen nicht übel nehmen.

Ratschläge sind auch Schläge sagt man in therapeutischen Kreisen, ich bitte Sie jedoch genau um das. Ich brauch Hilfe von außen. Jemand der mal "drüberschaut", der mir Rückmeldung gibt .

Meine neuen Freunde und Bekannte wissen nicht dass es den Mann gibt, dementsprechend kann ich nicht darüber reden, Zu meinen alten 2 besten Freundinnen die selbst krank sind halte ich aktuell eher Abstand weil es mir nicht mehr guttut. Indem fall hab ich es mal geschafft mich zu distanzieren. Aber bei dem Mann schaff ich es leider aktuell nicht. Ich will ihn aber auf keinen Fall heiraten oder sonstiges. Keinen Kontakt mehr mit ihm zu haben wäre auch schlimm. Ich weiß auch warum: Weil ich dann wieder jemanden aus meinem Leben verlieren würde, es ist Verlustangst. Was soll ich nur tun? LG

29.08.2019 15:46 • 01.09.2019 #1


6 Antworten ↓


Unruhe_in_Person
Zitat von lenabrauchthilf:
Hallo,Da ich aktuell nicht weiß wem ich mich anvertrauen kann, wende ich mich an Sie. Es ist komisch weil ich Sie nicht kenne, nicht hören oder sehen kann aber eventuell verhilft mir diese Tatsache auch dazu vollkommen ehrlich zu sein. Ich weiß gar nicht genau wo ich anfangen soll. Es geht mir aktuell überhaupt nicht gut. Akut snd es Kopfschmerzen und Übelkeit die mich plagen und damit einhergehend auch die große Sorge um meine Gesundheit. Morgen hab ich aber schon einen Arzttermin dann wird sich das klären. Jedenfalls sind es seit 3 Wochen täglich Schmerzen ...


Guten Abend!^^
Das klingt alles sehr traurig bei Ihnen und das tut mir auch leid zu lesen.Ich weiß nicht,ob ich Ihnen weiter helfen kann,aber ich versuche es mal.

Sie sagten,dass Sie morgen einen Arzttermin haben und sich wahnsinnige Gedanken machen was dabei raus kommen KÖNNTE,aber:Sie wissen es nicht und sollten wirklich erstmal abwarten,Sie zermattern sich selbst extrem.Lenken Sie sich ab,machen Sie was Ihnen gut tut.

Zitat:
Warum habe ich ihn verlassen? Musste das sein?


Ich weiß zwar nicht die Gründe wieso Sie ihn verlassen haben (und gehen mich auch nichts an),aber wenn Sie von sich aus gemerkt haben,dass Sie das so weder wollen noch können,dann hatten Sie Ihre Gründe wieso Sie diese Beziehung beendet haben.Sie haben sicherlich deshalb Schuldgefühle,weil Sie denken,dass es Ihre Schuld ist,dass er sich das Leben genommen hat?Sind Sie nicht.Es ist nicht Ihre Schuld,warum auch?Sie können nichts dafür,dass er sich das Leben genommen hat.Wenn er sich entschieden hat sich umzubringen,dann ist es nicht Ihre Schuld,das es wirklich passiert ist.Sie müssen aber mit seinem Tod klar kommen...eine Weisheit besagt "Den eigenen Tod,den stirbt man nur,mit dem der anderen muss man leben" und das ist das was es auch so grauenhaft macht.
Ich habe auch einen Todesfall erlitten,der mir irgendwie wohl das Genick gebrochen hat und mir wurde empfohlen ein "Trauertagebuch" zu schreiben.Vielleicht ist das auch was für Sie?Sie könnten da alles rein schreiben was mit dem Toten zu tun hat.


Was die andere Sache betrifft...

Zitat:
Der Mann ist auch nicht glücklich wir haben auch schocn darüber geredet.


Sind machen sich gegenseitig unglücklich,so wirkt es jedenfalls auf mich.Eine Beziehung sollte niemals darauf basieren,weil man sich alleine fühlt,das zieht unglaublich viel Kraft und macht es unterm Strich für keinen von beiden besser.Es ist verständlich,dass Sie nicht alleine sein wollen,aber so nehmen Sie sich selbst die Chance darauf Energie zu tanken,denn diese Beziehung kostet Sie unglaublich viel Kraft-zusätzlich zu allem was eh schon passiert ist.Nicht nur der Kraftverlust als solcher,Sie verpassen so vielleicht auch jemanden zu treffen,der Sie wirklich interessiert.Sie sagen zwar,dass Sie überall sagen,sie hätten keine Beziehung,aber Männer spüren es ganz genau,wenn ne Frau etwas verbirgt-und wenn Sie jemanden kennenlernen,haben aber Ihre "alte/aktuelle" Beziehung immer noch-wie stellen Sie sich das denn vor?Ich rate Ihnen sich zu trennen,dann haben Sie auch Zeit diese Zeit mit ihm zu verarbeiten und können sich dann auf neues einlassen,denn Altlasten mit in eine neue Bekanntschaft zu bringen,ist absolutes Gift dafür und wird es zum Scheitern von was auch immer verurteilen.Räumen Sie Ihr Leben auf-und fangen damit an sich von Ihrer Partnerschaft zu trennen,denn Sie scheinen wirklich nicht glücklich zu sein.

Zu mir hat mal jemand gesagt,dass man sich mit Menschen umgeben sollte,die einem Energie geben und nicht rauben-und das sage ich nun auch zu Ihnen:Wichtig ist nicht ob man 1000 oder 2 Freunde hat,wichtig ist,dass man sich auf die wenigen,die man hat auch verlassen kann.Was mit außerdem gesagt wurde:"Wenn Du frei sein willst,musst Du los lassen was Dich runter zieht." und auch das gebe ich an Sie weiter.Sie können nicht alles beeinflussen,aber was Ihre Partnerschaft angeht,das schon und wenn Sie nicht glücklich sind und er nicht,dann sollten Sie beide getrennte Wege gehen,es bringt nichts auf etwas zu bauen was nicht da ist,in der Hoffnung,es kommt jemand anderes,der repariert.

Liebe Grüße,
Unruhe_in_Person

29.08.2019 18:47 • x 2 #2


Vielen Dank für Ihre Antwort!
Heute war mein Arzttermin.
Ich soll um schlimmeres auszuschließen ein CT machen lassen vom Kopf. Habe schon für Dienstag einen Termin erhalten, davor noch Blutentnahme. Wir checken mich durch.
Ich hab jetzt schon die Hosen voll und denk an das allerschlimmste.
Dienstag hab ich Gewissheit. Das macht mir eine heiden Angst.

30.08.2019 16:48 • #3


Hotin
Hallo lena,

schön, dass Du hier im Forum bist.
Verrückt hört sich das nicht an, was Du empfindest.
Ich finde es gut, wenn Du Deine Gedanken mal für eine andere Meinung öffnest.

Bitte habe keine Angst vor dem Ergebnis, welches Du nach der Untersuchung
am Dienstag erhalten wirst. Da wird nichts Ernstes gefunden werden.

Zitat:
Hinzu kommt noch ganz allgemein meine Angsterkrankung (Panikattacken usw. ) wegen denen ich mir natürlich
schon das schlimmste ausmale: Hirntumor oder sonst was mit Krebs.


Eine Angsterkrankung hat selten etwas mit einer körperlichen Störung zu tun. Deshalb gehe ich bisher noch davon
aus, dass gesund bist.

Ich finde es nicht schlimm, wenn Du den Arbeitskollegen nicht immer genau sagst, wie es
in Deinem Privatleben aussieht. Steuere Das so, wie Du es für richtig findest. Jedenfalls
sollte es nicht Dein Gewissen belasten, wenn Du nicht immer alles erzählst.

Auch wegen Deiner Beziehung solltest Du kein schlechtes Gewissen haben.
Offensichtlich spürt ihr ja beide, dass es keine Verbindung auf Dauer werden wird.
Warum nennst Du es "Scheinbeziehung"?
Dann lasst es erst einmal laufen. Später wird es sich zeigen, in welche Richtung euch
eure Wege führen.
Nur solltest Du heute schon darauf vorbereitet sein, dass sich Dein Freund mal anders
orientieren könnte. Da Du nicht daran glaubst, eine Dauerfreundschaft daraus werden zu lassen,
könnte so etwas eines Tages mal passieren. Dann müsstest Du stark sein und der Verbindung
nicht zu sehr nachtrauern.

Zitat:
Meine neuen Freunde und Bekannte wissen nicht dass es den Mann gibt, dementsprechend kann ich nicht darüber reden,


Warum sollen Deine Freunde nicht wissen, dass es da noch jemanden in Deinem Leben gibt?
Zitat:
Was soll ich nur tun?


Es ist schwer Dir zu raten, was Du tun sollst. Solche Dinge solltest Du selbst herausfinden und dann entscheiden.
Ich könnte Dir allenfalls sagen, was Du nicht tun solltest.
Und deshalb wiederhole ich es hier.
Habe nicht so sehr ein schlechtes Gewissen. Lebe Dein Leben und versuche
so viel wie es geht, Schönes vom Leben mitzunehmen, ohne anderen Menschen
dadurch Schaden zuzufügen.
Dann machst Du vieles richtig.

Viele Grüße

Bernhard

31.08.2019 10:37 • x 1 #4


Hallo! Vielen Dank für die Antworten!
Ich habe Dienstag einen Termin für ein CT vom Kopf, davor Blutentnahme. Ich habe tierische Angst aber werde dann Gewissheit haben was es ist. Wenn ich den Körper ganzheitlich betrachte mit dem Geist, dann kann es tatsächlich stressbedingt sein. Zudem mache ich mir wirklich enorm viele Gedanken über alles. Ich begreife das zunächst mal als Warnsignal meines Körpers um etwas zu verändern.
Der Satz "Räumen Sie Ihr Leben auf" hat gutgetan. Damit fange ich an. Natürlich nicht von heut auf morgen aber ich habe dieses Wochenende schon mal damit begonnen. War bei der Mass. und habe abends einfach mal nichts gemacht, nur mal entspannt. Mir ging die letzte Zeit echt die Luft zum Atmen aus.

Mit dem Mann gab es nochmal ein Gespräch. Dadurch dass wir ehrlich zueinander sind fühle ich mich zwar wohler, allerdings ist es wirklich so dass ich nicht glücklich bin. Ich schaffe es nur wie bereits erwähnt aktuell nicht einen Schlussstrich zu ziehen. Die Beziehung verläuft so wie man es sich bei 20 Jahre lang verheirateten Ehepaaren vorstellt. Dabei geht es noch kein Jahr. Wir haben uns einfach nichts zu sagen. Durch sprachliche Barrieren seinerseits (ist noch nicht so lange in Deutschland) kann ich einfach nie über tiefgründiges reden. Ich weiß auch oft nicht: ist das wegen der Sprache oder wegen der Kultur, oder wegen seinem Charakter? Ist manchmal schwer zu filtern. Aber spielt eigentlich auch alles keine Rolle denn ich bin nicht glücklich. Ich fühle mich allerdings einfach total alleine. Mir fehlen meine Eltern und mein bester Freund. Dadurch hat sich wohl eine Verlustangst entwickelt enormen Ausmaßes. Vielleicht wäre eine Psychotherapie sinnvoll denn für dieses "Aufräumen" dazu fehlt mir alleine vielleicht die Kraft

01.09.2019 11:08 • x 2 #5


Hotin
Hallo lena,
Zitat:
Wir haben uns einfach nichts zu sagen. Durch sprachliche Barrieren seinerseits (ist noch nicht so lange in Deutschland)
kann ich einfach nie über tiefgründiges reden. Ich weiß auch oft nicht: ist das wegen der Sprache oder wegen der Kultur,
oder wegen seinem Charakter?


Es ist sehr hilfreich, wenn Du das so klar formulieren kannst.
Ich kann das sehr gut verstehen. Für mich ist die Sprache eines der wichtigsten Transportmittel von
Gefühlen, die man mit der Körpersprache nicht ausdrücken kann.
Zitat:
Mir fehlen meine Eltern und mein bester Freund. Dadurch hat sich wohl eine Verlustangst entwickelt enormen Ausmaßes. Vielleicht wäre eine Psychotherapie sinnvoll denn für dieses "Aufräumen" dazu fehlt mir alleine vielleicht die Kraft.


Auch dies sehe ich ähnlich wie Du. Zum inneren Aufräumen und Umbauen helfen Menschen, mit denen man
gut analytisch reden kann. Dazu gehören auch Therapeuten. Allerdings kann man fast das Gleiche auch oft mit
empathischen Menschen erreichen.

Ich glaube kaum, dass Dir dazu die Kraft fehlt. Oft fehlen einfach nur die Vorstellungskraft und der Mut.
Und dabei können andere Menschen durchaus helfen, indem sie ermuntern, sie neue hilfreichere
Situationen vorstellen zu können und vor allem zu erlauben.
Du darfst anders denken!
Unsere Gedanken sind frei!

Viele Grüße

Bernhard

01.09.2019 11:41 • #6


Hallo Bernhard,
vielen leiben Dank für deine Antwort. Stimmt, man braucht nicht immer einen Therapeuten da gebe ich dir Recht. Früher hatte ich zwei Freundinnen, mit denen ich genauso analytisch sprechen konnte. Leider ist die Freundschaft zu den beiden (Schwestern) sehr kompliziert geworden und aktuell ist unser Verhältnis nicht besonders gut bzw. wir haben uns alle zurückgezogen und nur noch wenig Kontakt. Die anderen Freundschaften die ich gerade sehr gewissenhaft pflege und/oder ausbaue bzw. vertiefe, möchte ich aktuell nicht mit sowas "belasten" da diese neuen Freundschaften noch nicht gefestigt sind. Und dadurch, dass ich diesen "neuen" Freunden nichts von diesem Mann erzählt habe (Schande über mein Haupt - pure Verleugnung) bin ich natürlich sehr beschämt und gehemmt.
Deshalb war der Gedanke an eine neutrale außenstehende Person - Therapeut.
LG

01.09.2019 12:05 • x 1 #7




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