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47

I

Intimidator
Gast

Servus,

ich habe seit 2014 wegen Depressionen / psychischem einen GdB von 50%, d. h. den Status eines Schwerbehinderten. Nun steht die Überprüfung an und ich möchte den GdB gerne so beibehalten. Hat hier jemand schon Erfahrung mit der Verlängerung, insbesondere wegen Depressionen? Ich frage mich was ich nun unternehmen kann um dem Antrag wieder Gewicht zu geben, obwohl es mir augenscheinlich deutlich besser geht als in 2014. Sollte ich nun viel zum Arzt, viel Jammern, oft krank feiern?

12.02.2017 #1


56 Antworten ↓
boomerine

boomerine
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Ich bin jetzt echt am überlegen wie ich mich ausdrücke.
Zum Ausweis, bei mir war damaliger Zeit so, das meine Firma Probleme hatte mir zu kündigen.
Es mag Unterschiede geben, ist auch schon über 30 Jahre her.
Vieles hat sich geändert und gelockert.
Gott sei Dank.
Zu deinen Zeilen möchte sagen, ich hab einen und einen Rentner Ausweis.
Ich bin nicht stolz darauf und ich rede auch nicht darüber.
( mit anderen, wenn sie fragen, was hast Du ? )
Weil es sowieso keiner versteht und die Krankheit ist ein Tabu Thema )
Wenn ich gefragt werde was machst du im Beruf, dann sage ich bin Hausfrau und nicht Rentnerin.
Ich muss von mir reden, weil ich jetzt hier, keinen anderen Vergleich habe.
Ich bin Krank, ich habe einen Morbus Crohn, mit sämtlichen Begleiterscheinigungen,
ich hatte einen künstlichen Ausgang, ich hatte viele Darm OP
ich hatte drei Bandscheiben OP und meine Ängste / Depressionen ( mal mehr, mal weniger ).
So nun die Frage an Dich ? wer sieht dir an, das du so krank bist ? keiner.
Die Beeinträchtigungen hatte ich, mit denen mußte ich mich abfinden, nicht die anderen.
Ich wollte kein Mitleid.
Ich wollte so sein, wie die anderen auch.
Was ich gebraucht hätte, wäre Verständnis gewesen,
Ich hab darüber geredet, aber das Ende vom Lied,
ich wurde gemieden, weil sich keiner auskannte.
Somit zog ich mich zurück, der eine Teil hat sich verabschiedet, andere hatten es vergessen und mit den anderen rede ich nicht darüber.
Ich akzeptiere heute meine Krankheit, ich kann im Prinzip alles machen, wenn ich es will.
Ich lebe mit meiner Krankheit, dafür brauche ich aber keinen Ausweis.

06.02.2017 20:00 • x 3 #52


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A


Schwerbehindertenstatus wegen Depressionen

x 3


Herzenswärme

Herzenswärme
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Hallo Intimidator,
ich kann verstehen, warum er dir so wichtig ist. Es bietet dir einen gewissen unbewussten Schutz und das Gefühl von Sicherheit. Ich selbst kann es stark nachvollziehen, ich habe einen Grad von 90 letztes Jahr zugesprochen bekommen, es war für mich wie eine Befreiung, der Druck wurde weniger, dass was man mir nicht ansehen kann. Steht da.
Ich habe aus gewissen umständen, es nicht geschafft wieder arbeiten zu gehen. Mein Arbeitsvertrag ruht derzeit, ein EU Antrag ist gestellt. Ich bin nicht stolz darauf, doch ich weiß, dass ich erstmal zur Ruhe kommen muss, stabil werden und leben, sind eine der Ziele. (Bevor da jemand über einem Urteilt, ob man sich schämen soll, oder sonstiges, sollte man erst in dessen Schuhen laufen, bevor man auch nur ein solches Wort schreibt..)

Eine Verlängerung ist ja immer nur auf Zeit begrenzt, vielleicht braucht er eben noch Zeit um eine gewisse Stabilität zu erhalten. Wenn man wackelig auf den Beinen ist, kann man schneller wieder fallen.

Jedoch halte ich es für schwierig, den Gb zu halten, wenn du nicht etwas nachweisen kannst. Sei es Reha, Klinik, Therapeuten. Das du eben noch nicht so stark im Leben stehst. Ich selbst weiß, dass es eben Phasen gibt, da geht es einem besser, doch schnell können sich wieder die Phasen sein, da liegt man auf dem Boden und kann nicht mehr.

Was wichtig ist, ist kontinuierlich zu den Ärzten zu gehe und Auch mit den vertrauten zu reden (Therapeuten, Psychiatern).

Ich drücke dir da die Daumen.

Liebe Grüße

Herzenswärme

12.02.2017 12:32 • #53


Zum Beitrag im Thema ↓


Uropanoel
Zitat von Intimidator:
Sollte ich nun viel zum Arzt, viel Jammern, oft krank feiern?


würde bestimmt dabei helfen.

x 2 #2


A
Habe auch einen Schwerbehindertenausweis mit 50 %, darin enthalten sind auch noch körperliche Einschränkungen, aber hauptsächlich psychische Einschränkungen. Du solltest nur einen Verschlechterungsantrag stellen, wenn dein Arzt, sprich Hausarzt, Psychiater das auch belegen kann, sonst kann der Schuss nach hinten los gehen und sie nehmen dir Prozente weg. Ich selbst weiß dies nur von einem Bekannten. Du kannst aber auch neu dazugekommene Krankheiten einreichen.

x 1 #3


Uropanoel
Habe auch einen Schwerbehindertenausweis mit 80 %, wegen körperliche Einschränkungen.

#4


dont_panic
Vielleicht eine blöde Frage, aber wenn es dir (glücklicherweise) doch deutlich besser geht, warum willst du dann unbedingt deine 50% behalten ?
Freu dich doch lieber !

x 4 #5


A
Wenn du schon 80 % hast, dann scheint es ja nicht wirklich gut um deine Gesundheit zu sein...bei mir sind allerdings die psychischen und körperlichen zu prozentualen Anteilen in einem Ausweis.

x 1 #6


Schlaflose
Zitat von dont_panic:
Vielleicht eine blöde Frage, aber wenn es dir (glücklicherweise) doch deutlich besser geht, warum willst du dann unbedingt deine 50% behalten ?
Freu dich doch lieber !


Ich schätze mal, er will die Vorteile weiter genießen, die man damit hat z.B. mehr Urlaubstage, Steuerleichterungen, Ermäßigungen bei Eintrittskarten, Rente mit 63 ohne Abzüge u.ä.

#7


laribum
Mir wäre das peinlich anderen gegenüber die wirklich schwer krank sind und auf einen Ausweis angewiesen sind. Setze mich ja auch nicht in einen Rollstuhl nur weil ich zu faul zum laufen bin. Man sollte früh darüber sein das man auf einen Ausweis nicht angewiesen ist.

x 3 #8


I
Ist auch ein Faktor dass ich gerne die Vorteile weiter geniessen will. Es spielt aber auch eine rolle dass ich eine signifikante verschlechterung befürchte wenn die entlastungen wegfallen. Gefühlt bin ich mich unverändert in einem zerbrechlichen gleichgewicht. Aber das kenne ich ja schon zu genüge. Präventiv geht in Deutschland nix, es muss immer erst das kind in den Brunnen gefallen sein.

#9


boomerine
Ich hab auch einen ( 90% ).
Ich habe den noch nie zu meinen Vorteil ausgenutzt.
Das war auch nie ein Gedanke von mir.


Ob sie dir die Prozente nehmen können weis ich ehrlich gesagt nicht.

x 1 #10


A
Zitat von boomerine:
Ich hab auch einen ( 90% ).


Ob sie dir die Prozente nehmen können weis ich ehrlich gesagt nicht.



Soweit, wie ich erzählt bekommen habe nur, wenn du zum Beispiel durch eine Therapie oder einen Klinikaufenthalt ein Ergebnis erreicht hast, welches deinen Gesundheitszustand im Betreff Psyche gebessert hat, aber das ist ja auch irgendwie logisch. Bezüglich körperlichen Einschränkungen, da gibt es ja viele, kann ich nichts dazu sagen.

#11


dont_panic
Zitat von Intimidator:
Es spielt aber auch eine rolle dass ich eine signifikante verschlechterung befürchte wenn die entlastungen wegfallen.


Kann ich auf einer Seite gut verstehen.
Auf der anderen Seite wirst du dich früher oder später von diesem "Sicherheitsnetz" abnabeln müssen.
Wie / wann hast du das vor ? Wäre das jetzt nicht eine gute Gelegenheit ?

x 1 #12


boomerine
Zitat von dont_panic:
Zitat von Intimidator:
Es spielt aber auch eine rolle dass ich eine signifikante verschlechterung befürchte wenn die entlastungen wegfallen.



Sollte wenn, dann bekommst du sie wieder, deine 50 %.


Kann ich auf einer Seite gut verstehen.
Auf der anderen Seite wirst du dich früher oder später von diesem "Sicherheitsnetz" abnabeln müssen.
Wie / wann hast du das vor ? Wäre das jetzt nicht eine gute Gelegenheit ?

#13


dont_panic
Zitat von Intimidator:
Präventiv geht in Deutschland nix, es muss immer erst das kind in den Brunnen gefallen sein.

Zitat von Intimidator:
Ist auch ein Faktor dass ich gerne die Vorteile weiter geniessen will.


Nur so am Rande : du hast in einem Beitrag Problem und Grund genannt !
Ein "präventives" Gesundheitssystem ist unmöglich bzw. nicht finanzierbar, solange alle nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und jeder einfach nur mitnimmt, was er nehmen kann und schon das "reaktive" System gnadenlos ausnutzt.

x 1 #14


I
Wenn nicht nur immer reagiert würde (wenn es eigentlich svhon zu spät ist) sondern viel mehr präventiv getan würde könnte das in der summe viel billiger sein. Aber die Kassen sind ja leider so drauf, dass sie lieber hinterher tausende für die Behandlung ausgeben als vorher wenige hundert für nachaltiges Gesundheitsmanagement. Manche Kassen nenne sich doch sogar "Gesundheitskasse" nicht nur Krankenkasse.

Ich gebe ja zu, dass ich jetzt ein wenig meinen Vorteile suche. Aber mal ehrlich, der total ehrliche ist nunmal leider oft der Dumme. Übermäßig bevorteilt bin ich in meinem Leben bisher auch nicht gewesen, eher im Gegenteil. Wenn am Ende jetzt nur noch 30% rauskommen akzeptiere ich das vor dem Hintergrund der Verbesserung, nur werde ich alles dransetzten dass es bei 50% bleibt. Ohne ein bisschen abgebrüht zu sein kommt man heutzutage nicht weit. Vor allem mit meinen früheren bescheidenen Auftreten bin ich überhaupt nicht ernst genommen worden.

#15


dont_panic
Kurz : alle denken an sich, nur ich, ich denke an mich ! Wink

x 1 #16


I
Ich sage mal so. Ich erdreiste mich jetzt auch ein wenig auf Kosten der Gesellschaft meinen Vorteil zu suchen gerade weil mich der gesellschaftliche Druck zu funktionieren überhaupt in die Misere getrieben hat. Der Mega Absturz, den ich befürchtet und ohne unterstützende Maßnahmen prophezeit habe musste erst kommen. Vorher hat die Arge nur Druck gemacht und völlig ignoriert wenn ich denen gesagt habe dass ich deren Maßnahmen nicht uneingeschränkt Folge leisten kann sondern darauf achten muss, was ich verkraften kann. Und meine Sorge ist eben dass es ohne unterstützende Maßnahmen wieder dazu kommt. Ich bin im Grunde nicht bereit das nochmal auszuprobieren. Wer weiß ob ich mich dann nochmal fangen kann.

Im Übrigen. Ein gesunder Egoismus ist absolut ratsam. Bei der Selbstaufgabe für andere bleibt man schnell auf der Strecke. Früher habe ich mich viel für andere eingesetzt. Gedankt hat es mir keiner. Ganz im Gegenteil bin ich sogar von (gedachten) Freunden denen ich schon geholfen habe dann fallen gelassen worden als ich Hilfe brauchte.

#17

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dont_panic
Um auf deine ursprüngliche Frage zurückzukommen :
hast du dir mal überlegt, einfach die Wahrheit zu sagen ? Daß es dir also viel besser geht, du aber befürchtest, einen "Rückfall" zu erleiden, wenn diese "Sicherung" mit den 50% wegfällt ? Und daß du (sehr wahrscheinlich) diese 50% nur noch kurze Zeit brauchst ? Ich könnte mir vorstellen, daß die durchaus Verständnis dafür haben werden, im Endeffekt wollt ihr (also das Amt und du) doch beide das gleiche : daß du ein "normales" Leben führst, ohne jede Art von Behinderung. Oder ?

x 1 #18


I
Früher hätte ich es mir vorstellen können die Wahrheit zu sagen. Ich habe aber schon (wie bereits geschrieben) zur Genüge die Erfahrung gemacht, dass das niemanden der Sachbearbeiter interessiert. Wie gesagt "zur Sicherung" oder "präventiv" o. ä. geht bei uns nichts. Wir haben ein rein reaktives System bei dem der Schaden erst eingetreten sein muss. Selbst als ich meine neue Stelle in Düsseldorf angetreten habe und gleichzeitig die Kasse mir wegen einem neuen Rabattvertrag ein Medikament unterjubeln wollte, welches ich erwiesenermaßen nicht vertrage war das denen pfur pipe egal. Nicht einmal dem Vorschlag das für die Probezeit weiter zu übernehmen konnten die was abgewinnen. Haben da keine Ausnahme gemacht und "zur Sicherung" das alte teurere Medikament bezahlt, obwohl sie es könnten und damit auch sich selbst Beiträge gesichert hätten. Von daher verfolge ich den Weg des dreisten Übertreibens und verarschens.

#19


I
Ich glaube zu einem Großteil liegt es immer noch daran, dass die Sachbearbeiter null Ahnung von Depressionen haben und diese belächeln und die Sorgen und Nöte der etroffenen nicht ernst nehmen. Die Schwerbehindertenvertretung in unserem Betrieb hat sich Freitag auch für mich disqualifiziert. Sie hat sich völlig unfähig präsentiert und Flosekeln gedroschen wie "wird schon wieder" "ist doch alles gar nicht so schlimm" etc. was ein absolutes no Go egenüber Depressiven ist. Zur Krönung hat sie sogar gesetzliche Bestimmungen falsch wiedergegeben und selbst bei einem Hinweis auf ihren Fehler hundertpro auf ihre Ansicht bestanden. Ist also wie immer, man sit auf sich allein gestellt. Hab ja jetzt ne Rechtsschutzversicherung, dann schalte ich diesmal notfalls einen Anwalt ein. Erfahrungsgemäß geben Ämter oft kleinbei wenn einer richtig Druck macht und nicht nachgibt.

#20


A


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl
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