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ich glaube dass viele auch gar nicht unterscheiden zwischen behindert und krank.
jemand der zB an Asthma, Neurodermitis, Depressionen oder Bluthochdruck leidet der hat das teilweise sein Leben lang und muss dementsprechend behandelt werden. aber deswegen ist er noch lange nicht behindert auch muss auch nicht besonders geschützt werden.
dagegen ist dann jemand, der vielleicht einen Arm ab hat oder eine Sehbehinderung hat, aber nicht auch gleichzeitig krank. aber eben behindert, in dem Fall sogar schwer behindert weil stark eingeschränkt und deswegen gehört er auch besonders geschützt durch den Schwerbehindertenstatus.
der Unterschied zwischen Behinderung und Krankheit ist sehr groß, nicht jeder Kranke will als behindert gelten und nicht jeder Behinderte ist krank. deswegen ist das schon richtig dass Bund oder Kommune da eher zögerlich sind mit der Vergabe dieser Schwerbehindertenbescheide.

06.02.2017 16:23 • x 2 #41


Stimmt schon. Ich will eigentlich auch nicht als behindert gelten, zumal ich hoffe, dass der jetzige Zustand sich noch bessert (was ja z.B. bei Sehbehinderung meist nicht möglich ist, weil die Schäden irreversibel sind) und ich doch wieder ganz normal arbeiten kann. Der Behindertenstatus hätte für mich persönlich etwas von Resignation. Oft denke ich zwar wirklich, das wird bei mir nach so vielen Jahren nichts mehr. Aber unmöglich ist es nicht, dass es noch mal besser wird, wenn ich weiterhin etwas dafür tue.

06.02.2017 17:08 • #42



Schwerbehindertenstatus wegen Depressionen

x 3


ich hab eine sehleistung von 25% auf jedem auge, darf nich auto fahren und bin dadurch bei der jobsuche eingeschränkt. für einen ausweis hat es nich gereicht. ich hab einen grad von 30%, der bescheid is aber schon ein paar jahre alt.

06.02.2017 17:15 • #43


Alles was gegenüber einem Normalzustand zu einer signifikanten anhaltenden Einschränkung im alltäglichen Leben führt kann als Behinderung anerkannt werden. Hautkrankheiten wie Neurodermitis zählen explizit dazu, siehe GdB Tabelle http://landingpages.wolterskluwer.de/me ... abelle.pdf. Sie haben nennenswerten Einfluss auf das alltägliche Leben. Depressionen ebenso. In der GdB Tabelle sind schwere psychische Leiden mit 50 - 70 % GdB verankert. Mittelgradige Depressionen für sich alleine stehen da mit 30%. Psychische Leiden sind also öffentlich als Behinderung anerkannt, Darüber brauchen wir nicht weiter zu diskutieren.

06.02.2017 17:20 • #44


Zitat von Engelchen206:
ich hab eine sehleistung von 25% auf jedem auge, darf nich auto fahren und bin dadurch bei der jobsuche eingeschränkt. für einen ausweis hat es nich gereicht. ich hab einen grad von 30%, der bescheid is aber schon ein paar jahre alt.


wenn das für Dich okay ist dann lass es so. wenn Du allerdings denkst dass Dir mehr zusteht dann stell einen Antrag wegen Verschlimmerung und schau mal was da auf Dich zukommt. hast Du denn ein Merkzeichen zu den 30% ?

06.02.2017 17:22 • #45


Zitat von Painfull:
Zitat von Engelchen206:
ich hab eine sehleistung von 25% auf jedem auge, darf nich auto fahren und bin dadurch bei der jobsuche eingeschränkt. für einen ausweis hat es nich gereicht. ich hab einen grad von 30%, der bescheid is aber schon ein paar jahre alt.


wenn das für Dich okay ist dann lass es so. wenn Du allerdings denkst dass Dir mehr zusteht dann stell einen Antrag wegen Verschlimmerung und schau mal was da auf Dich zukommt. hast Du denn ein Merkzeichen zu den 30% ?


ich hab keinen ausweis, weil man den erst ab 50% *Behinderung* kriegt.

06.02.2017 17:25 • #46


boomerine
@Intimidator
ich weis um was es dir geht,
der Schwerbehinderten Ausweis, gibt dir Kündigungsschutz.
Das ist richtig.
Nur wenn du eine neuen Job antrittst, dann kann dir der Wege stehen.
Weil nicht jede Firma muss einen Schwerbehinderten nehmen.
Ich hatte damit Probleme.
Wie viele Leute haben Depressionen und haben keine Ausweiß,
ich glaube es gibt genügend.
Wenn die alle einen hätten, könnte man keinen mehr kündigen.
Weil jeder auf seinen Ausweis sitzt.
Sieh es mal aus der Arbeitgeber Sicht, der zahlt sich dumm und dämlich.
Es gibt auch kleine und kleinere Firmen, die können daran zugrunde gehen.
Der darf nicht kündigen aber er darf zahlen,
wenn du dauernd ausfällst.

06.02.2017 17:57 • #47


Es ist ein Irrtum das Schwerbehinderte unkündbar sind. Zwar nicht mir nichts dir nichts, es muss vorher das Integrationsamt befragt werden, aber das stimmt in 2/3 der Fälle zu. Wenn die grundsätzliche Eignung fehlt dann stellt sich das Integrationsamt nicht quer. Im Übrigen gibt es keine Pflicht die Schwerbehinderung anzugeben. Man kann munter erst ohne Angabe bewerben und nachher den Ausweis einreichen. Das ist so weil die Schwerbehinderung zu keiner Diskriminierung führen darf.

Mir geht es nicht nur um den Kündigungsschutz. Vorrangig get es mir darum mir selbst eine Portion Druck zu nehmen. Wenn ich weiß dass ein AG im Grunde bei weitem nicht mein volles Gehalt tragen muss weil er Zuschüsse bekommt, dann kann ich die Arbeit viel entspannter angehen und mache mich selbst weniger verrückt.

06.02.2017 18:09 • #48


boomerine
Da wär ich mir nicht zu sicher.

06.02.2017 18:14 • #49


Zitat von boomerine:
Da wär ich mir nicht zu sicher.


Wobei?

Es ist ja sogar ein allgemeiner Irrtum dass nicht wegen Krankheit gekündigt werden darf.

06.02.2017 18:15 • #50


Zitat von juwi:
... Der Behindertenstatus hätte für mich persönlich etwas von Resignation. Oft denke ich zwar wirklich, das wird bei mir nach so vielen Jahren nichts mehr. Aber unmöglich ist es nicht, dass es noch mal besser wird, wenn ich weiterhin etwas dafür tue.


Für mich war es ganz im Gegenteil wie eine Befreiung. Endlich richtig anerkannt dass ich wirklich Beeinträchtigungen habe. Nicht so ein Rumgedruckse und irgendwas erfinden müssen. Mr hat es geholfen zu akzeptieren dass ich eben nicht uneingeschränkt alles kann.

06.02.2017 18:23 • #51


boomerine
Ich bin jetzt echt am überlegen wie ich mich ausdrücke.
Zum Ausweis, bei mir war damaliger Zeit so, das meine Firma Probleme hatte mir zu kündigen.
Es mag Unterschiede geben, ist auch schon über 30 Jahre her.
Vieles hat sich geändert und gelockert.
Gott sei Dank.
Zu deinen Zeilen möchte sagen, ich hab einen und einen Rentner Ausweis.
Ich bin nicht stolz darauf und ich rede auch nicht darüber.
( mit anderen, wenn sie fragen, was hast Du ? )
Weil es sowieso keiner versteht und die Krankheit ist ein Tabu Thema )
Wenn ich gefragt werde was machst du im Beruf, dann sage ich bin Hausfrau und nicht Rentnerin.
Ich muss von mir reden, weil ich jetzt hier, keinen anderen Vergleich habe.
Ich bin Krank, ich habe einen Morbus Crohn, mit sämtlichen Begleiterscheinigungen,
ich hatte einen künstlichen Ausgang, ich hatte viele Darm OP
ich hatte drei Bandscheiben OP und meine Ängste / Depressionen ( mal mehr, mal weniger ).
So nun die Frage an Dich ? wer sieht dir an, das du so krank bist ? keiner.
Die Beeinträchtigungen hatte ich, mit denen mußte ich mich abfinden, nicht die anderen.
Ich wollte kein Mitleid.
Ich wollte so sein, wie die anderen auch.
Was ich gebraucht hätte, wäre Verständnis gewesen,
Ich hab darüber geredet, aber das Ende vom Lied,
ich wurde gemieden, weil sich keiner auskannte.
Somit zog ich mich zurück, der eine Teil hat sich verabschiedet, andere hatten es vergessen und mit den anderen rede ich nicht darüber.
Ich akzeptiere heute meine Krankheit, ich kann im Prinzip alles machen, wenn ich es will.
Ich lebe mit meiner Krankheit, dafür brauche ich aber keinen Ausweis.

06.02.2017 19:00 • x 3 #52


Herzenswärme
Hallo Intimidator,
ich kann verstehen, warum er dir so wichtig ist. Es bietet dir einen gewissen unbewussten Schutz und das Gefühl von Sicherheit. Ich selbst kann es stark nachvollziehen, ich habe einen Grad von 90 letztes Jahr zugesprochen bekommen, es war für mich wie eine Befreiung, der Druck wurde weniger, dass was man mir nicht ansehen kann. Steht da.
Ich habe aus gewissen umständen, es nicht geschafft wieder arbeiten zu gehen. Mein Arbeitsvertrag ruht derzeit, ein EU Antrag ist gestellt. Ich bin nicht stolz darauf, doch ich weiß, dass ich erstmal zur Ruhe kommen muss, stabil werden und leben, sind eine der Ziele. (Bevor da jemand über einem Urteilt, ob man sich schämen soll, oder sonstiges, sollte man erst in dessen Schuhen laufen, bevor man auch nur ein solches Wort schreibt..)

Eine Verlängerung ist ja immer nur auf Zeit begrenzt, vielleicht braucht er eben noch Zeit um eine gewisse Stabilität zu erhalten. Wenn man wackelig auf den Beinen ist, kann man schneller wieder fallen.

Jedoch halte ich es für schwierig, den Gb zu halten, wenn du nicht etwas nachweisen kannst. Sei es Reha, Klinik, Therapeuten. Das du eben noch nicht so stark im Leben stehst. Ich selbst weiß, dass es eben Phasen gibt, da geht es einem besser, doch schnell können sich wieder die Phasen sein, da liegt man auf dem Boden und kann nicht mehr.

Was wichtig ist, ist kontinuierlich zu den Ärzten zu gehe und Auch mit den vertrauten zu reden (Therapeuten, Psychiatern).

Ich drücke dir da die Daumen.

Liebe Grüße

Herzenswärme

12.02.2017 11:32 • #53


Uropanoel
Zitat von Herzenswärme:
ein EU Antrag ist gestellt


Herzenswärme, ich warte schon fast 3 Monate auf eine antwort, ob ich nun EU Rente bekomme oder nicht. Wie lange wartest du denn schon? Bei mir handelt es sich aber um Krebs.

12.02.2017 11:39 • #54


Herzenswärme
Hallo Opanuel,
ich weiss leider, dass man da etwas länger warten muss.
Bei meiner Mutter dauerte es unter 6 Monate, doch da waren so viele Sachen aufgeführt, dass sie es relativ schnell und sogar unbefristet bekommen hat. Was heutzutage eine Seltenheit ist.

Ich warte noch nicht so lange (1 Monat), da ich jedoch nicht Rehfähig bin und erst in eine Klinik wieder soll und dann zur Rehe noch, vermute ich, dass es noch weit aus länger dauern wird, bis diese Entscheidung fällt.

Ich glaube unsere Bürokratie, weiss nicht was es heißt, krank zu sein und von gewissen Entscheidungen abhängig zu sein, Manchmal wünschte ich mir in meinen klaren Momenten, dass ich da was bewirken könnte.

Liebe Grüße

Herzenswärme

12.02.2017 12:08 • #55


Uropanoel
Zitat von Herzenswärme:
Hallo Opanuel,
ich weiss leider, dass man da etwas länger warten muss.
Bei meiner Mutter dauerte es unter 6 Monate, doch da waren so viele Sachen aufgeführt, dass sie es relativ schnell und sogar unbefristet bekommen hat. Was heutzutage eine Seltenheit ist.

Ich warte noch nicht so lange (1 Monat), da ich jedoch nicht Rehfähig bin und erst in eine Klinik wieder soll und dann zur Rehe noch, vermute ich, dass es noch weit aus länger dauern wird, bis diese Entscheidung fällt.

Ich glaube unsere Bürokratie, weiss nicht was es heißt, krank zu sein und von gewissen Entscheidungen abhängig zu sein, Manchmal wünschte ich mir in meinen klaren Momenten, dass ich da was bewirken könnte.

Liebe Grüße

Herzenswärme



Na dann kann ich ja noch 3 Monate warten. Bei mir ist es eine unheilbare Krankheit.
Sie geht auf die Knochen, wobei bei mir schon 5 Rückenwirbel kaputt sind. Deswegen bin ich nicht mehr so gut zu Fuß. Außerdem sind meine Knochen schon 55% Infiltriert. Habe auch öfters Knochenschmerzen. Gehört mit zu der Krankheit. Das bedeutet, dass wenn ich stürzen würde, mir Knochen brechen kann. Die Pflegestufe 1 ging zügig, innerhalb einer Woche hatte ich sie zugesprochen bekommen.

12.02.2017 15:38 • #56


Bin fleissig immer beim arzt gewesen und fange jetzt kurz vor der überprüfung wieder an krankschreibungen mit f diagnosen zu sammeln. Weiss ja dass die das haben wollen und einem sonst nicht glauben. Soweit dass ich extra dafür in die klinik gehe gehe ich aber nicht.

12.02.2017 16:36 • #57



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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser