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Hallo ich bin neu hier, weiß nicht so recht was ich schreiben soll. Ich fang einfach mal an und hoffe es gibt jemanden dem es ähnlich geht.

Bin heute, wie so oft, nicht zur Arbeit gegangen. Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen.
Habe seit heute morgen das Bett nicht verlassen und heule.
Mein Chef (gleichzeitig Stiefvater) war echt mega sauer hat mit Kündigung gedroht etc.
Ich konnte aber nicht gehn. Ich muss als zwei Stunden lang mit dem Zug zur Arbeit fahren, jedesmal die selben Beschwerden. Angst auf die Toilette zu müssen, Schwindel, Übelkeit.
Ich ertrage es einfach bis ich bei der Arbeit angekommen bin.
An Tagen wie heute ging es aber nicht.

Ich bemerke in letzter Zeit das meine Depression, die ich vor ein paar Jahren hatte, zurück kehrt. Mit Ängsten und allem drum und dran.

Ich möchte mich verkriechen, nichts essen, nicht zur Arbeit, nicht mit meinem Kind spielen etc.
Ich bin im Teufelskreis gefangen. Wenn ich die Arbeit aufgebe haben wir zu wenig Geld, wenn ich weiter arbeite wird es jeden Monat so sein das ich nicht gehen kann bis er mich kündigt.
Ich kann mit meinem Mann schlecht darüber reden weil uns das Thema Geld sehr belastet.

Ich will einfach nur weg. Doch was tu ich dann dort?
Wozu das alles, was ist so toll das sich kämpfen lohnt? Jede Woche der gleiche Kampf.
Aber man muss.
Ich liebe meine Familie und möchte Sie nicht enttäuschen aber momentan ist mir alles zu viel...

War mehrere Jahre in Psychotherapie, die hat auch gut geholfen. Hab mich wieder zurück ins normale Leben gekämpft und jetzt das. Obwohl ich weiß wie man damit umgehen soll.

Liebe grüße

07.02.2017 15:06 • 16.02.2017 #1


4 Antworten ↓


cube_melon
Hallo Elfi,

Willkommen im Forum.

Das klingt wie eine unangenehme und komplexe Situation.

Für einen anderen Blickwinkel mal auf ein Minimum reduziert:
Du warst in Therapie und hast Werkzeuge die dir bei deinen Symptomen helfen. Bewusster Umgang mit Angst und Depression, also ein kognitives Entgegenwirken, kostet einen selbst grundsätzlich Energie.
Wie viel das ist hängt von einigen Faktoren ab. Dazu gehören u.a. die Art und Intensität deines "Handicsaps", Therapieerfolg (erlernte Skills und Strategien), Stress, Umfeld und Ressourcen.
Also wie viel Energie musst muss Du aufbringen um deinen "inneren Stress" und den äußeren Stress zu bewältigen und wie viele Ressourcen laden diese Energie wieder auf.
Brauchst Du mehr Energie als Du wieder auftanken kannst, ist das ungünstig.

Was also zuträglich ist - die Reduktion von Stress und die Verbesserung der Ressourcen und evtl. das Überprüfen deiner Fähigkeiten um mit Angst und Depression umzugehen.

So weit die Theorie. Im realen Leben ist das halt nicht immer ganz so einfach umzusetzen, wie als wenn man das als Unbeteiligter hier schreibt.

Kernpunkte:
Das Verhältnis zwischen dir und einem Schwiegervater ist angespannt. Es stellt sich mir die Frage in wie weit der dich versteht, bzw. in wie weit dich die Arbeit dort deswegen emotional belastet.
Druck durch den "Chef" belastet dich deutlich. Kommunikation mit ihm ist vermutlich auch zäh?
2x2 Stunden Anfahrt zur Arbeit halte ich für sehr viel. Gut es ist ein Zug, da könnte man die Zeit nutzen sich zu entspannen. Aber dich belastet es.
Deine Symptomatik verstärkt sich wieder, Ressourcen und Tagesablauf wird beeinträchtigt.
Du hast einen Leistungsdruck und verstärkst diesen selber.
Die Kommunikation mit deine Mann über das Thema ist gestört.
Du hast einen hohen Leidensdruck.

Ich halte das tendenziell für ungünstig und Du solltest etwas tun.

In so einer Situation wie Deiner ist man gerne in der Beurteilung und Objektivität eingeschränkt.

Was absolut wichtig ist, ist die Erhaltung deiner Handlungsfähigkeit. Du kannst vor Übelkeit und Kopfschmerzen nicht zur Arbeit. Das ist ein Zeichen das Du an deine Grenzen kommst.
Es gibt mehrere Möglichkeiten die Du hast.

Welche gut für dich ist oder Du überhaupt annehmen kannst, liegt in deiner Hand zu entscheiden. Ich kann dir nur Ideen und Ansätze vorschlagen.

Ich halte es für hilfreich zu einem Psychiater zu gehen und über den Einsatz von Medikamenten und einer weiteren Therapie zu sprechen. Evtl. ist auch eine AU über einen Zeitraum eine Thema, um dich erst einmal aus der Situation zu nehmen. Eine Therapie kann ja, wie Du sicher weißt, ambulant, teilstationär oder stationär sein.

Du hast das einmal geschafft, Du wirst das mit Sicherheit auch ein zweites mal schaffen. Es ist halt wichtig, dass Du dich der Situation und deiner Umstände anpasst.
Wenn es der Psyche zu viel ist, schiebt sie die Symptomatik in den Körper.

Gruß
Cube

07.02.2017 17:24 • x 1 #2



Psychosomatik Depression Arbeiten

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Brandungsburg
Rückschläge gibt es immer, mach' dich nicht selbst fertig.
Weiß dein Chef (Stiefvater) von der Problematik?
Ich weiß ja nicht, wo und was du arbeitest, aber wäre es nicht möglich vorerst weniger Stunden zu arbeiten?
Wie wäre es, wenn du eine erneute Therapie anfängst?

Kopf hoch, liebe Grüße von Jamie

07.02.2017 17:30 • x 1 #3


Vielen Dank für eure Antworten.
War nun beim Arzt. Wir haben besprochen erstmal alles körperliche auszuschließen.
Zudem habe ich derzeit eine stirnhöhlenentzündung.
Habe nun mit meinem Mann gesprochen und ihm alles gesagt. Wie ich mich fühle und was wir tun sollen. Er hat sehr verständnisvoll reagiert und wird mich unterstützen.
Heute war/ist ein Tag X da ist echt alles zu viel. Ich werde weiter kämpfen und alles tun um mich wieder in den Griff zu bekommen.
Ich arbeite in einem Geschäft, d.h wenn ich krank bin bleibt das Geschäft geschlossen oder es übernimmt jemand anderes für mich. Also muss ein Kollege (meistens der Chef der nicht mehr arbeiten möchte) übernehmen obwohl dieser frei hat.
Ich sitz wenn ich arbeiten gehe im Zug und schiebe Panik. Mir geht es schon schlecht bevor ich überhaupt die Wohnung verlasse.
Das morgens und abends.
Wenn ich dann, so wie heute, wirklich krank bin hab ich keine kraft auch noch gegen die Panik zu kämpfen.

Ja es sagt sich immer so leicht stell dich deinen Ängsten etc aber die Umsetzung ist schwer. Vorallem wenn man merkt das es nichts bringt.

Ich werde einfach versuchen mit Hilfe verschiedener Ärzte wieder auf Spur zu kommen

07.02.2017 21:27 • x 1 #4


Hallo - Du schreibst, Dein Chef ist Dein Stiefvater - also gibt es eine Mutter dazu? Gibt es eine Möglichkeit mit Ihr über Deine Probleme zu reden und kann sie vermitteln? Sie wird ja sicherlich über Deine Krankheitsgeschichte Kenntnis haben? Du hast auch einen langen Anfahrweg.. Es gibt eine Studie von Krankenkassen, dass bei Berufspendlern psychische Probleme (Burnout etc. ) verstärkt auftreten.. Gibt es keine bessere Möglichkeit in der Nähe? Vielleicht etwas ganz anderes.. Des Weiteren hast Du noch eine Baustelle, da Du Angst oder Bedenken hast, mit Deinem Mann über das Thema zu reden.. Da eh schon finanzielle Probleme.. Allerdings, wenn Du aufgrund dieser Dauerbelastung länger ausfällst.. machst Du Dir und deinem Mann auch keinen Gefallen.. Ja ist immer leicht zu reden, aber ich weiss tatsächlich wovon ich rede.. Ich hatte ein Burnout/schwere Depression durch mein Karriere-und Pflichtbewustsein bis hin zum Suzidversuch.. Ich habe jetzt 5 Jahre gebraucht, um mich zurück zu "kämpfen".. Denn je tiefer du fällst, umso länger dauert es, wieder raus zu kommen.. Also lass es nicht soweit kommen. Hol Dir Hilfe.. Bist Du noch in Therapie? Gibt es eine Institutsambulanz bei Euch? Hol Deine Familie mit ins Boot und dann sucht einen Kompromiss! Ich wünsch Dir was!

16.02.2017 21:12 • #5




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