Blume3008
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ich weiß einfach nicht mehr weiter.
Arbeiten war und ist für mich immer enorm wichtig gewesen, vor allem auch für mein Selbstwertgefühl.
Ich leide seit vielen Jahren schon an Depressionen, seit 2021 andauernd mindestens mittelgradig, meist aber schwer ausgeprägt.
In 2021 hatte ich lange Zeit eine besonders schwere Form, ich war wie versteinert, habe gar nichts mehr fühlen oder machen können, Bewegung quasi in Zeitlupe. Es hat gute anderthalb Jahre gedauert,bis es sich langsam besserte und nur noch eine mittelgradige Depression geblieben ist.
Seit Ende 2024 ist meine Depression ohne Besserung schwer ausgeprägt, Klinikaufenthalte (psychosomatisch), Reha, ambulante Therapie helfen nicht mehr weiter. Antidepressiva helfen auch nicht, Lithium half etwas gegen die dunklen Gedanken, musste aber wegen extremer Nebenwirkungen abgesetzt werden. Angedacht ist jetzt noch ein längerer Psychiatrieaufenthalt als letztes Mittel.
Ich bin seit Sommer 2024 krankgeschrieben, wurde jetzt ausgesteuert, meine letzte Arbeit habe ich verloren aufgrund der Krankmeldung in der Probezeit.
Mein Hauptproblem sind soziale Kontakte bei der Arbeit: Ich habe immer wieder extreme Angst, etwas falsch zu machen, "es mir zu versauen", dass man mich nicht mag, etc. Es kommen immer wieder emotionale Flashbacks und die Gefühle und Ängste sind für mich sehr schlimm. Das führte in der Vergangenheit immer wieder zu krankheitsbedingten Ausfällen meinerseits und dazu, dass ich mir eine neue Stelle gesucht habe, immer wieder in der Hoffnung, dass es besser werden würde. Ich hatte in den letzten 13 Jahren 10 Arbeitsstellen und immer wieder bricht für mich die Welt zusammen, wenn es nicht klappt und ich verfalle immer in tiefere Depression und Hoffnungslosigkeit und lebensmüde Gedanken, da Arbeiten für mich so wichtig ist und es einfach nicht klappt.
Jetzt bin ich momentan immer noch schwer depressiv, komme kaum aus dem Bett, kann fast nichts machen, nicht lesen, nicht fernsehen, bin permanent am Grübeln, mir fehlt der Antrieb.
Aus der Reha letztes Jahr wurde ich AU entlassen, aber als voll erwerbsfähig eingestuft nach Besserung der Depression.
Das Arbeitsamt hat nach der Aussteuerung ein Gutachten erstellen lassen, welches sich dem anschließt, Leistungen zur Teilhabe seien noch zu früh, es solle Therapie gemacht werden, GdB und eventuell Rente beantragt werden, Arbeit sei grundsätzlich nur möglich ohne Stress, ohne Verantwortung, ohne soziale Kontakte, u. a. Ich bin von Beruf Bürokauffrau.
Mein Problem ist, ich bin mir sehr sicher, dass die Rente mir nicht genehmigt werden würde, vor allem, da ich ja grundsätzlich eigentlich arbeiten kann, ich bin ja nicht für alles arbeitsunfähig, wenn sich die Depression bessert. Ich habe aber auch panische Angst davor, Bürgergeld beantragen zu müssen nach Ablauf des ALG I (Ich habe extrem schlechte Erfahrungen gemacht in der Vergangenheit mit großer existenzieller Not).
Ich stehe also unter Zeitdruck, muss eigentlich anfangen mich zu bewerben und schaffe das aber momentan definitiv nicht. Hinzu kommt die panische Angst, dass ich wieder unerträgliche Gefühle aushalten muss auf der neuen Arbeit. Es müsste sich wenigstens die Depression erstmal bessern, dann hätte ich vielleicht eine minimale Chance.
Aber ins Bürgergeld will ich auch nicht rutschen und Rente beantragen ist sinnlos, weil sie garantiert abgelehnt werden würde. Ich habe Angst, meine Miete nicht mehr zahlen zu können und obdachlos zu werden, wenn ich es nicht schaffe zu arbeiten, habe aber auch extreme Angst, mir nochmal was zu suchen und schaffe das momentan auch nicht.
Entschuldigt bitte den langen Text. Vielleicht war jemand von euch in einer ähnlichen Situation und hat Tipps.
• • 26.01.2026 x 2 #1