Oh, interessantes Thema, es kommt mir bekannt vor.
Vor allem in Studienzeiten kannte ich es sehr, größere Dinge sehr bis nach hinten zu verschieben,
Diplomarbeit in den letzten fünf Nächten durchgeschrieben, am letzten Tag zur Druckerei zum
binden, und zwei Wochen vorher auch nochmals die ganze Struktur der Arbeit umgeschmissen,
man gönnt sich ja sonst nichts
Bei den ersten Arbeitsstellen ging es dann um Berichte, wo ich den Sinn meiner Arbeit darstellen sollte,
und ich mir da viel zu unsicher war.
Wie kommt man rüber? Zeigen- oh Gott. Und Sinn- Meiner Arbeit? War auch etwas hoch gegriffen.
Perfektionismus spielt dann auch noch rein.
Ist doch kein Wunder, wenn dann alles blockiert.
Wenn ich mal meine Gedanken zu dir schreiben darf @Azure
Zum einen liest es sich so, als ob du sehr viel und sehr aktiv was stemmst so insgesamt.
Job, Familie, Kinder, Hobbies, Aktivitäten zur Fürsorge und Selbstreflektion.
Die "Moderne Frau" muss ja da schon teilweise Seminare belegen, um das alles hinzukriegen,
(und wann sollte man diese noch machen?), warum sollte das für den "Modernen Mann" also nicht
auch sehr komplex und viel sein?
Kannst du dieses "viele" was schon da ist und was du am laufen hältst würdigen
und anerkennen?Bzgl. dem Trägen, Antriebslosen - da fand ich den Austausch zwischen moo und dir sehr interessant,
z B dass es einen Zustandswechsel dann manchmal braucht.
Das kenne ich von mir selber zu gut und bin da auch nicht sehr flexibel, da wieder einen Schlusspunkt
zu setzen, wenn es eine eher trägere Zeit gibt.
Andersrum genauso, wenn ich im Aktivmodus bin, finde ich keinen Punkt für Pause und
langsam und Auszeit. Als gäbe es da zwei Modi.
Und bei dir liest es sich ja so, als wären die Tage gefüllt mit sehr vielen Dingen-
Dass dann auch mal Lust ist nichts zu machen, Decke über den Kopf, Schlafen oder etwas "sinnloses"
finde ich ziemlich normal.
Ich glaube, du könntest mit dir gnädiger sein.

Meine Meinung ist, dass man sich das dann auch mal gönnen muss ohne Vorwürfe.
Und dann die Kunst der Balance, rechtzeitig wieder die Kurve zu bekommen, wenn dann doch
mehr Anforderungen da sind.
Wenn zuwenig Zeit und zuviele Sachen sind, dann muss auch manches auf der Strecke bleiben,
das ist glaub ich auch normal. Da meckert aber dann der Perfektionismus je nachdem.
Ich finde es sehr wertvoll, dass es bei dir nicht die Kinder sind, die auf der Strecke bleiben,
sondern dass du ihnen ganz viel Zeit und Aufmerksamkeit widmest.