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Hallo,

ich bin ziemlich verzweifelt. Ich bin seit über 7 Jahren in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft und seit 5 Jahren mit ihr "verheiratet".
Sie hat eine ziemlich besch.... Vergangenheit (Missbrauch durch Vater, Alk. der Mutter). Wir hatten auch in den 7 Jahren nicht wirklich die einfachsten Zeiten (Großeltern - waren ihre Hauptbezugspersonen- sind kurz hintereinander gestorben, .....)
Ich habe mich automatisch immer zurückgestellt, damit ich ihr nicht auch noch Probleme bereite.
Dies hatte aber zur Folge, das Sie das Gefühl hatte, das ich "nicht mehr da bin". Wir hatten diese Diskussionen darüber - auch das sie das nicht mehr lange aushält - schon öfter.
Ich habe aber bis gestern nie erkannt, was wirklich mein Problem ist. Und zwar habe ich ziemliche Verlustängste (Mein Vater hat sich von meiner Mutter getrennt, als diese mit mir schwanger war) und habe das aber nie erkannt. Ich bin der Typ Mensch, der sich dann einfach nicht traut, auch mal die Meinung zu sagen und evtl. auf den "Tisch zu hauen".
Gestern kam es dann zum absoluten Eklat. Sie will sich auf Grund dessen jetzt von mir scheiden lassen, weil sie das nicht mehr aushält. Sie liebt mich zwar noch, ist aber todunglücklich, weil sie das Gefühl hat, das ich nicht da bin und ich mich verändert habe (das habe ich wirklich).
Ich wünsche mir aber nichts anderes mehr, als das sie mir jetzt, wo ich es endlich weiß, was mein Problem ist, uns noch eine Chance zu geben, da ich jetzt auch endlich daran arbeiten kann.
Kann mir vielleicht jemand einen Tipp geben, was ich machen kann, um ihr zu beweisen, das ich wieder die "alte" sein kann ? Die ich auch wohlbemerkt wieder sein möchte. Vielleicht hat auch jemand mal eine ähnliche Situation gehabt ?

Liebe Grüße

Freddy

19.08.2017 15:47 • 16.10.2017 #1


9 Antworten ↓


"Sie hat eine ziemlich besch.... Vergangenheit (Missbrauch durch Vater, Alk. der Mutter). "

Das ( und der Tod der Großeltern) klingt gar nicht gut .
Möglicherweise kann das nur eine Therapie klären . Und nicht du alleine .

19.08.2017 16:23 • #2



Verlustangst zu spät erkannt ?

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Hallo Rosalie,

danke für Deine Antwort.
Es geht aber nicht um die Vergangenheit von meiner Frau. Sie kommt damit inzwischen relativ gut klar (mal besser, mal schlechter). Und das ich das bei ihr nicht therapieren kann, weiß ich.
Inzwischen geht es um mich. Ich habe die Vergangenheit von ihr nur erwähnt, damit man weiß, das ich mich aus diesem Grund zurückgestellt habe. Jetzt ist aber das Problem, das ich mich so extrem in den letzten paar Jahren zurückgestellt habe, das ich nicht mehr ich selber bin. Früher waren meine Verlustängste nicht so groß. Klar hat man die auch in einer Beziehung, aber das jetzt ist kein Zustand mehr.
Ich würde halt gerne wissen, wie man aus dieser Spirale rauskommen kann. Momentan sind wir auf dem Stand, das wir jetzt erst mal eine Auszeit haben, damit ich mich wieder finden kann. Ob wir es dann wieder miteinander versuchen, ist noch nicht klar. Wir sprechen seitdem ich das weiß gottseidank sehr viel über meine Verlustängste, aber ich fühle mich trotzdem gerade wie als wenn man mir den Boden unter den Füßen weggezogen hätte.

20.08.2017 08:00 • #3


Hallo und guten Tag ,

ich muss zugeben , ich bin da gerade etwas irritiert und weiß so Manches nicht einzuordnen .
Sie hat ihr Päckchen zu tragen , du hast dein Päckchen zu tragen .
Sich zurückzustellen , damit man dem Anderen nicht zur Last fällt , weil der seine eigene Problematik hat , ist sowieso nicht besonders ratsam .
Weil dieses Zurückstellen ja auch mit Selbstverleugnung verbunden ist .
Umgangssprachlich nennt man das auch "Verbiegen" .
Meiner Meinung nach eh keine gute Basis für eine Beziehung . Früher oder später fällt einem dieses Opfer wieder auf die Füße , und der Andere wundert sich , dass alles plötzlich anders ist . Vielleicht bist du ja endlich du selbst und weißt es nur noch nicht . Eine Trennung ist fast immer mit Verlustängsten verbunden . Man verliert ja schließlich was Wichtiges . Ich kenne diese Verlustängste auch . Bei mir war es halt so , dass ich mit der Zeit festgestellt habe , dass es auch ohne geht . Und dass ich auch ohne klar komme . "Alles verändert sich und endet irgendwann" oder "Nichts bleibt , wie es mal war". Dessen war ich mir immer bewusst . So bin jedenfalls ich aus dieser "Spirale" herausgekommen .
Aber ich kann dich gut verstehen .

20.08.2017 09:50 • #4


Hallo nochmal

"ich muss zugeben , ich bin da gerade etwas irritiert und weiß so Manches nicht einzuordnen ."

Versteh ich vollkommen. Ist auch nicht so einfach zu erklären. Genauso wie meine Frau - und das ist nicht böse gemeint - auch kein sehr einfacher Mensch ist.
Kurz gefasst: Ich habe mich verloren, weil ich mich komplett ihren Problemen hingegeben habe und diese dann auch zu meinen gemacht habe.

"Sich zurückzustellen , damit man dem Anderen nicht zur Last fällt , weil der seine eigene Problematik hat , ist sowieso nicht besonders ratsam .
Weil dieses Zurückstellen ja auch mit Selbstverleugnung verbunden ist .
Umgangssprachlich nennt man das auch "Verbiegen" ."

Das habe ich leider auch jetzt erst festgestellt. Anderen hätte ich genau den Ratschlag gegeben, den Du mir gegeben hast, auch gegeben. Das ist immer das Problem, wenn man logischerweise sich nicht objektiv beurteilen kann, weil man zu nah dran ist.

Kannst Du mir sagen, ob es möglich das Ruder noch rumzureißen und die Beziehung zu retten ?

20.08.2017 10:54 • #5


"Kannst Du mir sagen, ob es möglich das Ruder noch rumzureißen und die Beziehung zu retten ?"

Leider nein .

20.08.2017 11:00 • #6


Danke für Deine ehrlichen Worte.

20.08.2017 11:25 • #7


leitzordner
Hallo Freddy74,

Zitat von Freddy74:
Und zwar habe ich ziemliche Verlustängste

Ich auch.

Zitat von Freddy74:
Ich bin der Typ Mensch, der sich dann einfach nicht traut, auch mal die Meinung zu sagen und evtl. auf den "Tisch zu hauen".

Ich ebenfalls.

Ich bin also in einer ähnlichen Situation, bin männlich und seit ca. 6 Jahren mit meiner Freundin zusammen. Habe mich sehr meiner Freundin angepasst und mein "eigenes" Leben vernachlässigt. Ich will auch wieder "der Alte" sein und nicht derjenige, der aus Verlustangst klammert. Was unterscheidet denn dein altes Ich von deinem neuen? Bei mir ist es relativ offensichtlich, dass ich wieder lernen muss auch alleine glücklich und fröhlich zu sein. Das habe ich in den letzten Jahren verlernt, die Beziehung war so ziemlich alles in meinem Leben.

09.10.2017 16:44 • #8


Hallo Leitzordner,

mein altes Ich ( das ich durch eine Worst-Case-Situation wiederhabe) war /ist eher temperamentvoll, nicht auf den Mund gefallen, hatte keine Angst vor Konfrontationen (mit meiner Frau), ...
Das Ich das sich schleichend mein altes Ich genommen hat, war dann absolut harmoniesüchtig, konfliktscheu, hat immer alles getan das es meiner Frau gutgeht und jeglichen Ärger und Frust versucht von ihr fernzuhalten. Hat -auch wenn sie mal nicht nett zu mir war-sich nicht getraut ihr die Meinung zu sagen,...
Also das fast komplette Gegenteil.
Ich habe es geschafft da wieder rauszukommen,als meine Frau sich deshalb von mir trennen wollte, weil es ihr mit dem neuen Ich nicht gut ging.
Bin auch in Therapie um das zu festigen was ich jetzt wieder an Leben (-squalität) erlangt habe.
Seitdem haben wir auch wieder ein sehr gutes Verhältnis miteinander.
Merk Dir: Der wichtigste Mensch in Deinem Leben bist Du
LG

16.10.2017 13:36 • x 1 #9


Hallo Freddy du sagst über dich das du unter verlustangsten leidest . Einbisschen davon trägt jeder Mensch oder Lebewesen in sich . Es wird unerträglich wenn man einen verlust wie durch eine trennung oder tod nicht alleine bearbeiten kannst. Mir hat eine verhaltens Therapie sehr geholfen. Es hängt sehr viel von unserem minderwertigen Selbstwertgefühl ab wenn wir uns nicht durchsetzen können auch da heist es bei leiden eine Therapie zumachen. Ich habe meine seele dadurch bis jetzt gesünder bekommen und ich denke ea wird no h besser bei mir. Vielleicht tut dir sowas auch mal gut

16.10.2017 16:29 • x 1 #10



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