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AndromedaGalaxy
Hallo,

seitdem mein Arzt von der Selbstverletzung weiß, will er das ich Skills benutze. Aber ich glaube ich bin noch nicht so weit einzusehen, dass es mir schadet. Ich unterdrücke es jetzt schon seit 6 Monaten, aber ich will langsam nicht mehr unterdrücken. Was man mir vorgeschlagen hat als Skills scheint mir nicht lange zu helfen bzw gar nicht dann kommt der Drang viel stärker zurück, bzw langfristig ist der Druck immer da und dann muss ich jedes mal kraft aufwenden es zu lassen. DIe habe ich aber nicht immer und irgendwie macht mich das ganze wütend, dass der Arzt sagt ich soll es lassen und was anderes suchen. das klingt irgendwie viel zu einfach.

Was fehlt denn oder was hat euch dazu gebracht euer denken zu ändern es zu lassen? Ich habe den Eindruck alleine, wenn von außen kommt lass es und mach stattdessen was anderes bringt es nichts. Eigentlich weiß ich das ja schon, dass es nicht gut ist, aber es fühlt sich so gut an und erleichtert mich total. Vielleicht mag mir jemand seine Geschichte dazu erzählen oder Anregungen geben?
Ich hatte es ihm übrigens freiwillig irgendwann erzählt, eigentlich sieht man die Wunden nicht, weil sie an der Hüfte sind.

LG Andromeda

16.01.2021 21:24 • 17.01.2021 x 1 #1


8 Antworten ↓


Lottaluft
Zitat von AndromedaGalaxy:
Hallo, seitdem mein Arzt von der Selbstverletzung weiß, will er das ich Skills benutze. Aber ich glaube ich bin noch nicht so weit einzusehen, dass es mir schadet. Ich unterdrücke es jetzt schon seit 6 Monaten, aber ich will langsam nicht mehr unterdrücken. Was man mir vorgeschlagen hat als Skills scheint mir nicht lange zu helfen bzw gar nicht dann kommt der Drang viel stärker zurück, bzw langfristig ist der Druck immer da und dann muss ich jedes mal kraft aufwenden es zu lassen. DIe habe ich aber nicht immer und irgendwie macht mich das ganze ...



Meine Wunden hat man anfangs auch nicht gesehen als ich damit angefangen habe als ich 14 war
Heute habe ich einen komplett und stark vernarbten Arm und beide Oberschenkel komplett entstellt und bin gerade mal 30.
Wenn du keinen skill gefunden hast bis jetzt musst du weiter suchen und gerade bei svv empfehle ich dir eine stationäre Therapie die mit der dpd arbeitet
Du kannst dich im Internet ja mal darüber einreden
Ich habe wegen dem sch. Stunden in Notaufnahmen verbracht,unzählige Bettbezüge und Klamotten verdorben,mich für meinen Körper geschämt und tue es im Sommer teilweise immer noch und mehr als eine wirklich schlimme Entzündung gehabt

16.01.2021 21:29 • x 5 #2



Ich komme mit den Skills für SVV nicht zurecht

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AndromedaGalaxy
Danke für deine Erfahrung @Lottaluft . Ich verstehe, dass du dich dafür schämst das geht mir auch oft so. Zeigen möchte ich das auch niemandem. Im Sommer verkrieche ich mich aber mittlerweile nicht mehr und da sieht man die Narben auch, wenn ich schwimmen gehe.

Man hat mich leider gezwungen in das DBT Training zu gehen und Skills anzuwenden. Deshalb habe ich dagegen immer noch eine ablehnende Haltung innerlich irgendwie. Ich kenne das alles, aber trotzdem reicht mir das nicht. Die Qual es auszuhalten ist für mich viel zu groß und dann lasse ich es lieber ab und zu auch zu es zu tun. Deshalb weiß ich, dass sich erstmal mein Denken ändern muss und ich begreifen muss, warum es besser ist es zu lassen. Dadurch das der Arzt mich in diese Programme reingezwungen hat und nur sagt ich soll aufhören wird es nicht besser. Der Grund, der es auslöst wird nicht angegangen

16.01.2021 23:17 • x 1 #3


Lottaluft
Zitat von AndromedaGalaxy:
Danke für deine Erfahrung @Lottaluft . Ich verstehe, dass du dich dafür schämst das geht mir auch oft so. Zeigen möchte ich das auch niemandem. Im Sommer verkrieche ich mich aber mittlerweile nicht mehr und da sieht man die Narben auch, wenn ich schwimmen gehe. Man hat mich leider gezwungen in das DBT Training zu gehen und Skills anzuwenden. Deshalb habe ich dagegen immer noch eine ablehnende Haltung innerlich irgendwie. Ich kenne das alles, aber trotzdem reicht mir das nicht. Die Qual es auszuhalten ist für mich viel zu groß und dann lasse ich es lieber ab und zu auch zu es zu tun. Deshalb weiß ich, dass sich erstmal mein Denken ändern muss und ich begreifen muss, warum es besser ist es zu lassen. Dadurch das der Arzt mich in diese Programme reingezwungen hat und nur sagt ich soll aufhören wird es nicht besser. Der Grund, der es auslöst wird nicht angegangen



In einer ambulanten Therapie bist du aber oder ?

16.01.2021 23:23 • #4


AndromedaGalaxy
Ja, er ist auch gleichzeitig mein ambulanter Psychotherapeut

16.01.2021 23:26 • #5


Lottaluft
Zitat von AndromedaGalaxy:
Ja, er ist auch gleichzeitig mein ambulanter Psychotherapeut



Welche Therapieform machst du denn?
Ich fand wegen svv nur eine Verhaltenstherapie nützlich

16.01.2021 23:44 • #6


AndromedaGalaxy
Derzeit eine tiefenpsychologische Therapie. Ich warte aber gerade auf einen Platz bei der Traumatherapie nur das dauert halt leider echt lange

17.01.2021 12:22 • #7


Lottaluft
Zitat von AndromedaGalaxy:
Derzeit eine tiefenpsychologische Therapie. Ich warte aber gerade auf einen Platz bei der Traumatherapie nur das dauert halt leider echt lange


Schau mal ob du einen Platz in der Verhaltenstherapie findest denn da lernst du einen besseren Umgang damit
Der Auslöser ist dir nehme ich mal an ja bekannt oder ?

17.01.2021 12:27 • x 1 #8


cube_melon
Ich stelle mir das persönlich auch herausfordernd vor zu einer Therapie gewzungen zu werden. Auch wenn ich die Motivation eines Arztes verstehen kann.

SVV ist ein Mechanismus, der aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt sein kann. Damit meine ich das die Grundlage warum es dazu kommt bei den einzelnen Personen unterschiedlich ist.
Grob gesagt gibt zwei häufige - innere Leere/Depersonilisation oder Selbstbestrafung.

Was nur wenige Wissen, bzw. was ihnen oft nicht bewusst ist - SVV dient zum schnellen Abbau des inneren Stresspegels beim Überschreiten der Stresstoleranzgrenze. Und in dem Moment des SVV ist das Schmerzempfinden oft reduziert bis komplett abgeschaltet.

Man könnte es quasi als eine Art Ventil und schnelle Lösung für zu hohe innere Anspannung sehen.
Nun kommt ein Doc daher und sagt das dies schädlich ist. Das kann dann auf den einen oder die andere so wirken, als würde einem das letzte Mittel zur Wahl um eigene Qualen zu beenden, ersatzlos wegnehmen. Wenn Du den Begriff SET-Technik kennst, weißt Du vielleicht was ich meine.

So ein Mechanismus, so ungünstig er auch sein mag, stellt für den Betroffenen eine absolut immer verfügbare Lösung dar um sich von Leiden zu befreien. Daher geht keiner her, bzw. sollte keiner hergehen und das zwingend wegnehmen. Ausnahme - die Gesundheit ist erheblich gefährdet.

Es entsteht eine gewisee Routine und Übung, wenn man auf diesen Mechanismus zugreift. Entsprechend wird er zu einem persönlichem, inneren und imaginärem Sicherheitsnetz. Der Gedanke das man das wegnimmt, kann schwerste Ängste auslösen.
Das Ziel im Behandeln von SVV im Rahmen einer dialektisch bohevialen Therapie ist die SVV so weit zu kappen das eine erhebliche gefährdung der Gesundheit vermieden wird. Parallel dazu baut man mit dem Patienten einen Ersatzmechanismus auf, welcher dann das SVV so weit wie möglich ersetzt.

Und das ist für den Patienten eine Reise. Die Etappen haben das Ziel die SVV nach und nach gegen den neuen Mechanismus auszutauschen.
Es kann dabei immer mal wieder zu SVV kommen. Was aber völlig ok ist. Scham, das Gefühl versagt zu haben, Hoffnungslosigkeit können hochkommen. Aber hier gilt sich gut mit einem selbst umzugehen und sich bewusst zu machen, das jedes einzelne mal wo man SVV vermeiden konnte ein echter Erfolg ist. Und nein, es ist kein sich selbst belügen. Es ist fakt.

Es gibt neben der DBT auch eine neue Form, welche bei PTBS/kPTBS eingetzt wird. Die DBT-PTBS. Es gibt Kliniken die das anbieten und dauch daran Forschen. Darunter das ZfP Mannheim und die Psychiatrische Uniklinik Heidelberg. Beide führend in der Erforschung von Themen wie BPS, kPTBS, PTBS und anderen Traumafolgestörungen.

Des Weiteren gibt es PITT um Traumata aufzulösen und so Dinge wie Neuro- und Biofeedback um die Selbstregulierung zu lernen und das innere Gleichgewicht zu verbessern.

Nur zu dem allem benötigt man den Willen, die Motivation und das Vertrauen sich auf neue Wege einzulassen.

17.01.2021 13:39 • x 1 #9




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Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser