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201724.07




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Liebe Forenmitglieder,
in diesem Teil des Forums veröffentliche ich nun meinen ersten Beitrag.
Vor etwa genau vier Monaten fing es damit an, dass ich nicht mehr richtig essen konnte. Ich stand ziemlich unter Stress wegen des bevorstehenden Abiturs. Während dieser Zeit entwickelte ich schließlich eine Angst vor Krankheiten. Ich weiß, dass Ihr Euch nun die Frage stellt, warum ich dies nicht in das dafür vorgesehene Forum schreibe: Dies tue ich aber nicht, weil ich mich mittlerweile frage, beziehungsweise die Sorge habe, in die depressive Schiene zu rutschen.
Meine Essprobleme habe ich nämlich so weit wieder in den Griff bekommen, wie ich denke. Dennoch fühle ich mich nicht sonderlich gut.
Dadurch, dass die Schule nun vorbei ist, habe ich keinen strukturierten Tagesablauf mehr. ich stehe etwa jeden Tag um 11 Uhr auf & weiß dann an manchen Tagen einfach nichts mit mir anzufangen. Das macht mir schon etwas Angst - wenn dann die Gedanken kommen "Was machst du eigentlich hier?" Kann es sein, dass der Bruch meiner Zeitstruktur depressive Verstimmungen hervorgerufen hat?
Ich habe noch nicht ohne Grund geweint, wie es depressive Menschen oft tun {kenne ich von meiner Mutter}, jedoch habe ich eben das Problem mit dem Aufstehen & dem Unnützfühlen. Außerdem verspüre ich zur Zeit ständig den Drang, nicht ins Bett gehen zu wollen. Ich bin jeden Tag bis 2-3 Uhr auf, bis ich mich dann endlich dazu zwinge, mich hinzulegen. Gestern Nacht habe ich gar nicht richtig schlafen können..
Mein allerliebstes Hobby, das Klavier spielen, habe ich während der Abiturzeit auch schleifen lassen & jetzt kann ich mich irgendwie gar nicht richtig dazu aufraffen, wieder regelmäßig zu gehen. Ich sollte eigentlich auch für den Ham-Nat {Ein Test, um es mir zu ermöglichen, Medizin zu studieren} lernen, doch ich kann mich jeden Tag nicht dazu aufraffen, die Bücher in die Hand zu nehmen & die Fächer zu büffeln.
Die einzige Sache, in die ich mich zur Zeit vertiefe, sind Lektüren: Ich lese sehr gerne eine ausgewählte Anzahl an Hamburger Leseheften & fasse sie dann - für mich, weil ich das will - auf dem Mac zusammen. Das ist die einzige Sache, die ich noch wirklich tue - & natürlich bis in die Nacht hinein vor meinem Pc zu sitzen, irgendwelche Serien zu schauen oder in anderweitigen Foren herumstöbern. Meine aufgeführten "Symptome" tragen natürlich nicht positiv zu dem jetzt aufgeführten Problem bei, da sich dieses dadurch anscheinend nur noch verstärkt:
Vor etwa einem Monat war ich wegen der Angst vor Krankheiten - ich habe einen tastbaren Lymphknoten am Hals; natürlich sofort während der ganzen Abi-Zeit Krebsangst gehabt, Panikattacken etc. - bei meiner Vertrauensärztin, die sagte der sei ganz unbedenklich. Wegen meiner Berufsunfähigkeitsversicherung musste ich ein Universal-Blutbild machen: Alle Werte sind in Ordnung. Sie hat mir eine Überweisung zu einer Psychotherapeutin wegen Angstörungen gegeben, doch bei dieser ist anscheinend erst wieder ein Termin im neuen Jahr verfügbar. Ich weiß nicht, ob ich noch so lange warten kann. :/ Ich hab die ganze Krankheit-Angst besser im Griff, als noch vor etwa einem Monat, denke jedoch trotzdem noch sehr häufig daran, dass mir niemand mehr helfen kann & ich sterben muss. Ich denke oft über den Tod nach & dass ich meine Familie & Freunde nicht zurück lassen will.. Auf die Waage stellen traue ich mich zum Beispiel immer noch nicht, weil ich nicht wissen will, ob ich weiterhin abnehme {Während der Abi-Zeit habe ich abgenommen, doch in letzter Zeit, laufe ich wegen dem heißen Wetter immer im T-Shirt herum & niemand sagt mir, dass ich abgemagert oder dergleichen aussehe}.
Ich hoffe jemand von Euch kann mir eventuell einen Rat beziehungsweise Unterstützung geben, wie ich damit umgehen soll. Sollte ich mich weiter umschauen & einen früheren Termin annehmen? Diese Psychotherapeutin arbeitet halt eng mit meiner Ärztin zusammen & soll sehr gut sein.
Ich bin gerade erst 17, bald 18 & will nicht, dass mein Leben jetzt schon so aus dem Ruder läuft.
Einen schönen & entspannten Tag wünsche ich Euch,
Stefan

Auf das Thema antworten


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Ostsee
3237
  24.07.2017 11:56  
Zitat:
Wegen meiner Berufsunfähigkeitsversicherung musste ich ein Universal-Blutbild machen: Alle Werte sind in Ordnung. Sie hat mir eine Überweisung zu einer Psychotherapeutin wegen Angstörungen gegeben, doch bei dieser ist anscheinend erst wieder ein Termin im neuen Jahr verfügbar. I

Ist der Vertrag für die Berufsunfähigkeitsversicherung schon unterschrieben und rechtskräftig? Wenn du vorher zur einem Psychologen/Psychiater/.... gehst oder die Hausärztin dir eine F-Diagnose gestellt hat, kannst du es vergessen. Dann nimmt dich kein Berufsunfähigkeitsversicherung mehr (oder höchstens zu miserablen Kondiditionen).
Frag deine Hausärztin unbedingt mal, ob sie dir schon offiziell eine F-Diagnose verpasst hat (wegen der Krebsangst und Überweisung zum Psychologen).

Zitat:
Ich sollte eigentlich auch für den Ham-Nat {Ein Test, um es mir zu ermöglichen, Medizin zu studieren} lernen

Sind deine Noten und Fähigkeiten in diesem Ham-Nat voraussichtlich gut genug um ein Medizinstudienplatz zu bekommen? Könnte mir vorstellen, dass du hier gewaltige Sorgen hast.
Gibt es einen Plan B zum Medizinstudium oder ist es dein einziger Traum?

Das muss keine Depression sein, erst recht nicht, wenn du zu Schulzeiten keine Symptome in die Richtung hattest.
Vermutlich liegt es eher an der radikalen Umstellung, von xx Stunden täglichem Lernen fürs Abitur und enormem Stress, hin zu vollkommener Freiheit am Tag nach der letzten Abiprüfung. Du hast doch sicher Freunde in deinem Alter, die jetzt genau die gleiche Situation haben. Trefft euch doch einfach zum Grillen&Chillen, Kanufahren, Fußball spielen, ....... oder reist etwas in Deutschland/Europa umher. Mit nem Zelt im Gepäck und Flixbus ist das alles auch nicht teuer.





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  24.07.2017 12:14  
Erst einmal ein Danke für deine Antwort!

Ja, an dem Tag, an dem diese Ärztin {Sie ist Endokrinologin} die Überweisung ausgestellt hat, ist meine Mutter sofort in die Praxis hinaufgeeilt & hat diese aus der Akte nehmen lassen. Die BU ist schon unterschrieben & weiß anscheinend nichts davon. Da liegt auch schon das nächste Problem: Ich weiß wirklich nicht, ob ich meinen Zustand noch drei Monate aushalte, weil man anscheinend drei Monate warten muss, bis etwas mit der Psyche "sein darf".. Ich muss abwägen, ob ich die Versicherung wichtiger finde, als meine psychische Verfassung.

Voraussichtlich eben nicht. In diesem Test werden 80 Fragen zu den beriechen Biologie, Mathe, Physik & Chemie gefragt: Ich war in der Schule in Biologie & Chemie zwar nicht schlecht, doch das Ausmaß des Lerninhalts hat mich quasi förmlich erdrückt. Ich weiß, dass man im Medizinstudium auch viel lernen muss, aber darauf würde ich mich irgendwie freuen & es muss nicht alles zeitgleich gelernt werden. Der Test findet am 11. August statt & ich kenne mich in Physik einfach kein bisschen mehr aus.. die zwei letzten Halbjahre Chemie sind auch so halb an mir vorbeigerauscht (ich schiebe die Schuld leider eindeutig auf den schrecklichen Lehrerwechsel).
Ich möchte eigentlich tatsächlich unbedingt Mediziner werden, was ich aber zwecks meiner Krankheitsangststörung hinterfragen sollte.. Das ist das nächste: ich wüsste nicht, was mich sonst interessiert -> Was soll ich mit mir anfangen?

Aber wäre die Umstellung von Stress auf Freiheit nicht eher positiv zu bewerten?

Ich habe schon Freunde, aber ich bin ein Mensch wie meine Schwester - welche auch schon eine Verhaltenstherapie & Magersucht hinter sich hat - & bin total schnell von diesen genervt & möchte sie nicht so oft sehen, zur Zeit. ich könnte mir derzeit gar nicht vorstellen, mit ihnen in den Urlaub zu fahren, weil ich dann aus meiner gewohnten Umgebung gerissen werde, ich irgendwie ein Stück weit die Kontrolle abgeben müsste {das denke ich mir wirklich, wenn es um Ausflüge & Reisen geht} & ich mich ständig mit ihnen abgeben müsste - so gemein das auch klingen mag.



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Ostsee
3237
  24.07.2017 12:41  
Zitat:
Zustand noch drei Monate aushalte, weil man anscheinend drei Monate warten muss, bis etwas mit der Psyche "sein darf"..

Viel schneller wirst du wahrscheinlich auch keinen Termin bei einem Psychologen finden. Dann lieber nochmal 10-15 Tage den Termin nach hinten verschieben, wenn es sonst mit der 3 Monatsregel nicht hinhaut. Unbedingt mal von einem Profi beraten lassen - Fachanwalt für Versicherungsrecht. Kostet vielleicht 100-200€ bei der Erstberatung und er muss alles, was er erfährt mit ins Grab nehmen. Das Geld ist sehr gut angelegt, weil die BU Versicherung im Schadesnfall die Abrechnungen von deiner Krankenkasse (mind. 10 Jahre gespeichert) haben will und im schlimmsten Falle 0€ zahlt, wenn du irgendwas nicht angegeben hast, was du hättest angeben müssen. Dann sind die Monatsbeiträge bis dahin ausm Fenster geschmissen.


Zitat:
Ich möchte eigentlich tatsächlich unbedingt Mediziner werden, was ich aber zwecks meiner Krankheitsangststörung hinterfragen sollte.. Das ist das nächste: ich wüsste nicht, was mich sonst interessiert -> Was soll ich mit mir anfangen?

Klingt eher nach Zukunftsangst als nach Depression. Da kann dich ein Therapeut höchstens unterstützen oder du kannst mal im Rahmen der Schweigepflicht deine Seele öffnen. Das eigentliche Problem kannst nur du lösen. Schmiede einfach schonmal Plan B und C, was du machen könntest, wenn es mit Medizin nicht klappt. Wie wärs mit einer Ausbildung im medizinischen Bereich und dann über Wartesemester in 6-7 Jahren Medizin studieren - dann kannst du auch mit 4,0 im Abi ohne irgendwelche Tests anfangen.

Zitat:
Aber wäre die Umstellung von Stress auf Freiheit nicht eher positiv zu bewerten?

Radikale Veränderungen führen fast immer zu Problemen. Sei es der Tod eines nahen Angehörigen, ein Jobverlust oder von 10h+ Schulstress pro Tag hin zur Ahnungslosigkeit, was aus dir werden soll.

Zitat:
ich mich ständig mit ihnen abgeben müsste - so gemein das auch klingen mag.

Wenn du eher der Einzelgänger bist, kannst du auch alleine das Haus verlassen. Man kann auch alleine Reisen oder irgendwas unternehmen, wie am Strand liegen, etc.



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser

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