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Liebe Leute,

ich habe mich hier im Forum angemeldet um Tipps und Ratschläge zu bekommen und vllt auch von den Erfahrungen anderer zu partizipieren.

Ich bin männlich, 27.

Als Baby wurde ich von meiner leiblichen Mutter ausgesetzt (vor einem Hotel am Müll). War dann im Heim und wurde später adoptiert. Laut Ärzten ist dies der Beginn meiner psychischen Erkrankungen.

Meine leiblichen Eltern wurden polizeilich ausfindig gemacht daher folgende Infos:
Man muss bedenken, dass ich vermutlich genetisch vorbelastet bin, dies hat sich erst vor ein paar Jahren herausgestellt, meine leibliche Mutter und mein leiblicher Vater waren beide stark psychisch krank. (Mutter Paranoide Schizophrenie, Tablettensucht, Vater starker Alk., schwerst depressiv). Kann natürlich noch deutlich mehr sein, aber das ist das was ich definitiv weiß.

Ich leide unter Agoraphobie, die leider immer stärker wird und mir einen normalen Alltag unmöglich macht. Ich kann nicht mal mehr einen Supermarkt betreten o.Ä.
Mein Auto steht seit einem halben Jahr still, ausser in den Garten gehe ich eigtl. garnicht mehr raus. Es ist diese Angst vor der Angst. Diese Panikattacken und alles was dazugehört haben mich völlig im Griff.

Durch eine Anamnese beim Psychologen stellte sich heraus dass ich diese Störung schon mein Leben lang habe, aber sie unterschiedlich stark war. So das mir früher noch Dinge gelungen sind, die heute unmöglich sind .... Jetzt ist sie so stark dass nichts mehr geht.

Leider kamen dann noch die Diagnosen ADHS ( jetzt erst erkannt worden ) und Depressionen dazu.

Die Panikattacken und meine chronische Schlafstörung betäube ich dann auch noch mit B. . Psychisch abhängig bin ich davon leider schon .

Arbeitslos bin ich nun schon seit 3 Jahren , weil es mir einfach nicht möglich ist irgendwas auf die Reihe zu bekommen. Wie auch mit Agoraphobie und ADHS ....
Ich bin einfach am Ende mit meinen Kräften.

Ich habe nun nach langem Single Dasein eine wundervolle Partnerin gefunden, für die mir jeder Schritt recht ist um uns eine gesunde gemeinsame Zukunft zu ermöglichen. Sie gibt mir den Sinn und den Willen, der mir vorher in den Depressionen verloren ging.


Ich könnte jetzt noch ganz viel schreiben, aber ich denke die Kernfrage ist folgende:

Kennt ihr euch mit Behandlung aus ? Ich würde mich gern stationär aufnehmen lassen. ( ich habe panische Angst davor , aber ich sehe es quasi wie eine letzte Chance um aus dieser Hölle und diesem Teufelskreis heraus zu kommen. )

Therapien blieben bis jetzt ohne Erfolg. 2 Psychotherapien einmal mit 16 für 2 Jahre und einmal als ich 26 war für ein halbes Jahr.

Kennt jemand eine gute Klinik, kann mir jemand Ratschläge geben ?

Bin für alles dankbar.

Ganz liebe Grüße,

Findelkind

05.11.2014 15:09 • 05.11.2014 #1


3 Antworten ↓


Hallo lieber Findelkind,

ich finde es bewundernswert, dass du dein Leben jetzt so energisch in die Hand nimmst.

Hier Kontaktadressen, die dir sicher weiter helfen können:


Telefonseelsorge – Hotline und Chat
Die Mitarbeiter sind speziell geschult und sind rund um die Uhr für Sie erreichbar.

Hotline:
0800 – 111 0 111 (24 Stunden / kostenfrei & anonym)
0800 – 111 0 222 (24 Stunden / kostenfrei & anonym)

Chat
https://chat.telefonseelsorge.org

Diese Institutionen haben sicher weiterführende Hilfestellungen und Adressen für dich!

Angst vor einer stationären Therapie brauchst du keine zu haben, best geschultes Personal und hervorragende Medizin auf dem höchsten Niveau stehen dir zur Verfügung. Kopf hoch und Hut ab vor dir, dass du die Initiative ergreifst!

LG

Gerd

05.11.2014 18:26 • x 1 #2



Agoraphobie, ADHS, Depressionen ,Alk. - Teufelskreis

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Danke Gerd,

weißt Du, irgendwann erreicht man diesen Punkt wo man einfach nicht mehr kann. Und genau an diesem Punkt stehe ich nun. Durch die Partnerschaft erlange ich einen Willen und den Wunsch nach Genesung. Was soll ich nun machen ?
Leider wird es von allein ja nicht besser. Lust auf den ganzen Kack habe ich auch nicht, aber am Ende möchte ich dann doch noch mal irgendwas in meinem Leben genießen können, was momentan absolut in keiner Form möglich ist. Es raubt einem echt die letzte Kraft.

Hat denn jemand persönliche Erfahrungen mit einem Klinikaufenthalt ? Vllt jemand mit ähnlichem Krankheitsbild ?

05.11.2014 18:34 • #3


Zitat:
Es raubt einem echt die letzte Kraft.


Ja, aber du hast noch die Kraft, und vor allem den Willen das Ruder in die Hand zu nehmen, viele andere schaffen das nicht mehr, und deshalb habe ich Hochachtung vor dir!

Das wirklich einzige was zählt ist dein Wille, und der macht dich enorm stark, der Sieg über dein jetziges Elend ist dir gewiss!

05.11.2014 18:48 • x 1 #4




Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser