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Dörthe

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Hallo zusammen,

Ich habe akut wieder mal eine heftige Krise mit Depression und einer Menge Angst.
Hatte mich schon wieder etwas aufgerappelt und dann kamen 3 Wochen, die sehr anstrengend waren. Ich war viel allein zuhause weil mein Mann beruflich immer wieder tagsüber länger weg musste. Sonst ist er viel zuhause da selbstständig. Ich habe vorm alleine sein totale Panik im Moment. Irgendwie habe ich die Tage hingekriegt. Hauptsächlich weil ich viel reingepackt habe. Zuviel. Denn ich bin wieder abgestürzt und hab wieder vermehrt Angst und Depressionen.
Dadurch hat sich meine Angst vorm alleine sein verstärkt. Mist.
Übernächstes Wochenende muss mein Mann 3 ganze Tage und Nächte weg. Eine Veranstaltung wo ich normalerweise mitgefahren wäre, da viele unserer Freunde da sind und ich da rein privat wäre. Allerdings ist es dort laut, voll, viele Leute. Alles Sachen, womit ich nicht so gut klar komme. Ich habe totale Probleme mit Reizüberflutung und neuen Situationen. Das stresst mich. Und Stress tut mir garnicht gut.

Ich würde so gerne dabei sein, kanns mir aber kaum vorstellen. Aber alleine in unserem riesigen Haus am Ar. der Welt mit Panik und Depressionen macht mir genauso Panik. Pest oder Cholera.

Habt ihr Erfahrungen gemacht? Oder Ideen? Vor Ort hier habe ich aktuell keine Freunde, könnte meine Schwester bitten zu kommen. Wenigstens zeitweise. Aber ehrlich gesagt, geht meine Schwester mir mit ihren "guten Ratschlägen" und Gemecker über Gott und die Welt auch ziemlich auf die Nerven.

Ich weis nicht weiter und grübel mich fast um den Verstand. Das kostet mich grad die letzten Nerven, die ich noch habe.

Habt ihr irgendeine Idee, auf die ich nicht komme?

26.07.2017 20:03 • 27.07.2017 #1


18 Antworten ↓


Silent21

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Zitat von Dörthe:
Irgendwie habe ich die Tage hingekriegt. Hauptsächlich weil ich viel reingepackt habe. Zuviel. Denn ich bin wieder abgestürzt und hab wieder vermehrt Angst und Depressionen.


Kenn ich nur zu gut. Finde es sehr schwierig immer den Mittelweg zwischen "gesunder Arbeit und Ablenkung" und dem einfachen "zu viel" zu finden.

Einen wirklich guten Rat oder den Tipp, nach dem du suchst, kann ich dir leider nicht bieten.
Ich an deiner Stelle wäre mitgefahren und hätte mich, wenn es mir zu viel würde, einfach verdrückt.
Bin kein Fan davon, wenn man diese Angstsituationen meidet. Nur im Umgang lernt man das Miteinander, wenn du verstehst.

Liebe Grüße an dich und ganz viel Kraft!

26.07.2017 21:28 • x 1 #2


CapBlo

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Hallo,

ich hatte vor einigen Jahren auch extreme Angst vorm alleine sein. Sobald mein Exfreund zur Arbeit ging (vor allem bei der Nachtschicht) habe ich eine Panikattacke nach der nächsten geschoben. Einmal ist er sogar extra von der Arbeit zurück gekommen, der arme, und sofort war es besser.

Irgendwann hat sich das aber gelegt. Mittlerweile lebe ich alleine und bin diesbezüglich angstfrei.

26.07.2017 21:47 • x 1 #3


Dörthe


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Zitat von CapBlo:
Hallo,

ich hatte vor einigen Jahren auch extreme Angst vorm alleine sein. Sobald mein Exfreund zur Arbeit ging (vor allem bei der Nachtschicht) habe ich eine Panikattacke nach der nächsten geschoben. Einmal ist er sogar extra von der Arbeit zurück gekommen, der arme, und sofort war es besser.

Irgendwann hat sich das aber gelegt. Mittlerweile lebe ich alleine und bin diesbezüglich angstfrei.


Wie hat sich das gelegt? Von selber?

27.07.2017 05:59 • #4


Dörthe


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Zitat von Silent21:
Bin kein Fan davon, wenn man diese Angstsituationen meidet. Nur im Umgang lernt man das Miteinander, wenn du verstehst.

Liebe Grüße an dich und ganz viel Kraft!


Hi. Bin ich auch kein Fan von. Hab mich immer wieder neuen Situationen gestellt und hab mir so ne Menge zurückerobert. Allerdings bin ich am letzten Samstag dann zu meiner Schwester gefahren, die wohnt knapp 60 km entfernt und hatte auf dem Rückweg nur noch Angst und war dann noch allein zuhause. Oh Mann. Ich glaub das hat mir den Rest Kraft gekostet, die ich noch hatte. Denn die 2 Wochen vorher waren schon sehr Angst besetzt durch das alleine sein und diverser anderer Angstsituationen. Jetzt fang ich fast von vorne an. Und ich hab schiss, dass meine Kraft und meine Nerven für solch eine Aufgabe nicht reichen. Will mich nicht völlig überfordern. Aber beides überfordert mich grad.

Und viel schlimmer ist die Angst vor der Angst. Das ständige grübeln.... was ist, wenn. Bin gefühlt kurz vorm durchdrehen.

27.07.2017 06:08 • #5


CapBlo

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Gute Frage.
Ich hab mich dann abgelenkt und quasi die Stunden runtergezählt, bis er wieder zurück kam :,)
Ich hatte sogar Angst, alleine mit meinem Hund rauszugehen.

Am Ende ist er ausgezogen, dann MUSSTE ich ja allein sein, frag aber nicht wasfür ein Horror das war

27.07.2017 06:31 • x 1 #6


Dörthe


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Zitat von CapBlo:
Gute Frage.
Ich hab mich dann abgelenkt und quasi die Stunden runtergezählt, bis er wieder zurück kam :,)
Ich hatte sogar Angst, alleine mit meinem Hund rauszugehen.

Am Ende ist er ausgezogen, dann MUSSTE ich ja allein sein, frag aber nicht wasfür ein Horror das war


Ist er wegen deiner angststörung ausgezogen? Kann ich mir gut vorstellen, den Horror. Aber anscheinend überlebt man es ja. Unfassbar.

Hast du ADs genommen oder Therapie gehabt zu der Zeit. Ich bin mal wieder in Therapie.

Hab auch vor jeden schei. Angst zur Zeit. Kenne mich nicht wieder. Ich bin 6 Jahre neu verheiratet, davor war ich 10 Jahre allein mit Kindern und hab alle Krisen allein gemeistert. Jetzt sind die Kinder weg und ich könnte loslegen und da kommt die Krise.

Man ... im Moment seh ich keinen Ausweg mehr. Ätzend

27.07.2017 06:53 • #7


Lina111

Lina111

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Hey ich kenne deine Situation zu gut..
Im Dezember hat eine schwere depressive Episode angefangen und eine Angststörung habe ich ja sowieso und über Silvester wollten wir eigentlich wegfahren. Ich habe meine Krankheit einfach mitgenommen was heißt einfach was nicht.
Wenn wir tagsüber unterwegs waren mit Freunden ich war nur am weinen wirklich ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten, aber eben hier zu Hause ganz alleine zu bleiben über diese drei Tage konnte ich mir auch nicht vorstellen. Ich habe eben vor meinen Freunden erzählt was mit mir los ist und dass man mit mir eben nicht alles machen kann und ich mir eben Mühe gebe.. Silvesterabend hat dann so ausgesehen dass wir alle im Hotelzimmer waren und haben Karten gespielt und um 12 Uhr sind wir halt raus und danach sind wir wieder Karten spielen gegangen.. aber alles auf dem Hotelzimmer von mir und meinem Mann denn ich hätte niemals weggehen können oder unter vielen Leuten sein können geschweige denn Alk. trinken und feiern. Aber meine Freunde haben das verstanden ich meine sie haben ja gesehen wie es mir geht und dass ich mir das nicht aus Suche..
Vielleicht ich weiß ja nicht könntest du auch mit euren Freunden vielleicht reden?
Ansonsten würde ich trotzdem mitfahren und würde dann halt nicht mit auf die Veranstaltung gehen sondern würde dann halt irgendwie deinen Freunden erzählen falls Sie es nicht wissen sollen dass du gebrochen hast oder Kopfschmerzen oder so hast.
Liebe Grüße Lina

27.07.2017 07:56 • x 1 #8


CapBlo

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Ist doch oft so, dass wenn man eigentlich zur Ruhe kommt dann erst der Körper richtig loslegt.

Nein, das war aus einem anderen Grund. Im Nachhinein muss ich sagen, der hat das ziemlich gut mitgemacht. Wir waren aber auch 11 Jahre zusammen

Ich habe erst mit einer Verhaltenstherapie angefangen als er weg war. Ich hatte damals so extreme Blutdruckkrisen die das alles verschlimmerten. Hatte 1 Jahr 1 x wöchentlich Sitzungen. Meine Psychotante war aber auch super. Man konnte sie auch ausserhalb der Sprechzeiten immer erreichen und sie hat geduldig auf einen eingeredet

27.07.2017 08:39 • x 1 #9


tona4711

Hallo Dörte, wie kann ich das verstehen, du kannst nicht mehr und du weißt keinen Ausweg mehr?
Du bist doch hoffentlich nicht dabei, deinen "Abgang" zu planen?

27.07.2017 13:04 • #10


Dörthe


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Zitat von tona4711:
Hallo Dörte, wie kann ich das verstehen, du kannst nicht mehr und du weißt keinen Ausweg mehr?
Du bist doch hoffentlich nicht dabei, deinen "Abgang" zu planen?


Um Himmels Willen NEIN ! Würde ich niemals meiner Familie antun. Und wäre ich auch zu feige für.
Ich weiß nur einfach keine Lösung, keinen gangbaren Weg für diverse Probleme. Wie das WE zum Beispiel. Und manchmal kann ich einfach nicht mehr.

27.07.2017 14:50 • #11


Dörthe


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Zitat von Lina111:
Hey ich kenne deine Situation zu gut..
Im Dezember hat eine schwere depressive Episode angefangen und eine Angststörung habe ich ja sowieso und über Silvester wollten wir eigentlich wegfahren. Ich habe meine Krankheit einfach mitgenommen was heißt einfach was nicht.
Wenn wir tagsüber unterwegs waren mit Freunden ich war nur am weinen wirklich ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten, aber eben hier zu Hause ganz alleine zu bleiben über diese drei Tage konnte ich mir auch nicht vorstellen. Ich habe eben vor meinen Freunden erzählt was mit mir los ist und dass man mit mir eben nicht alles machen kann und ich mir eben Mühe gebe.. Silvesterabend hat dann so ausgesehen dass wir alle im Hotelzimmer waren und haben Karten gespielt und um 12 Uhr sind wir halt raus und danach sind wir wieder Karten spielen gegangen.. aber alles auf dem Hotelzimmer von mir und meinem Mann denn ich hätte niemals weggehen können oder unter vielen Leuten sein können geschweige denn Alk. trinken und feiern. Aber meine Freunde haben das verstanden ich meine sie haben ja gesehen wie es mir geht und dass ich mir das nicht aus Suche..
Vielleicht ich weiß ja nicht könntest du auch mit euren Freunden vielleicht reden?
Ansonsten würde ich trotzdem mitfahren und würde dann halt nicht mit auf die Veranstaltung gehen sondern würde dann halt irgendwie deinen Freunden erzählen falls Sie es nicht wissen sollen dass du gebrochen hast oder Kopfschmerzen oder so hast.
Liebe Grüße Lina


Die Freunde und Bekannten, die da sein werden wissen alle Bescheid. Ich mach da kein Geheimnis draus. Kann ich auch nicht, da vor 2 Monaten eine Freundin aus dem Bekanntenkreis gestorben ist und ich nicht zur beerdigung könnte. Da war das schon Thema und alle haben Verständnis.
Ich weiß nur nicht, wie viel Stress ich im Moment noch aushalten kann. Und das könnte stressig werden. Hotel, schlechtes schlafen, immer wieder Angst und Unruhe. Wenn ich mich zurückziehen will, muss ich 10 km zum Hotel fahren und bin dann dort alleine. Klingt für mich nicht besonders reizvoll. Vielleicht komm ich bis dahin noch ein wenig zu Kräften.

27.07.2017 14:56 • #12


tuffie

Hallo Dörthe,

Du kommst wie du es hier niederschreibst nicht alleine mit deiner Sitoation zu Recht vondaher ist unterstützung sinnvoll .
Mir fiel früher auch der Mut eigenständig zu sein und klammerte mich an meiner Familie und vorallem .
Mir hat in der Tat eine VerhaltensTherapie meinen Weg erleichtert um ein Panikarmes Leben und vorallem ein Selbstbestimmtes Leben zu führen.

27.07.2017 14:59 • #13


Dörthe


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Ich mache Therapie. Seit 2 Monaten wieder regelmäßig. Und ich bin therapieerfahren. Ist nicht die erste. Aber die haben alle leider keinen Zauberstab

Hab das erst seit dem es mit der Angst schlimmer geworden ist und dann noch die Depression dazu gekommen ist. An dem einen Tag krieg ich es super bin und dann krieg ich an anderen Tagen die Krise.. je nachdem in welchem Zustand ich mich befinde. Ist echt seltsam. Hab alles überstanden. Manchmal völlig problemlos, manchmal nur mit viel Angst. Aber ich habs immer überstanden. Das will aber seltsamerweise nicht in meinen Kopf. In Erinnerung bleiben nur die Situationen, die voll Angst waren und nicht die, wo ichs gut gemeistert habe. Das ist dann wohl die Depression, die alles negativ sieht.

27.07.2017 15:08 • #14


tuffie

Ja klar hat auch niemand erwartet das jemand den Zauberstab hat:)

27.07.2017 15:12 • #15


Dörthe


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Zitat von tuffie:
Ja klar hat auch niemand erwartet das jemand den Zauberstab hat:)


Ich wünschte es wäre so, hab keine Geduld.

27.07.2017 15:16 • #16


tuffie

das ist ein Symptom des ganzen. Durch Achtsamkeitübungen kann Geduld erlernt werden.

27.07.2017 15:19 • #17


Lina111

Lina111

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Zitat von Dörthe:

Die Freunde und Bekannten, die da sein werden wissen alle Bescheid. Ich mach da kein Geheimnis draus. Kann ich auch nicht, da vor 2 Monaten eine Freundin aus dem Bekanntenkreis gestorben ist und ich nicht zur beerdigung könnte. Da war das schon Thema und alle haben Verständnis.
Ich weiß nur nicht, wie viel Stress ich im Moment noch aushalten kann. Und das könnte stressig werden. Hotel, schlechtes schlafen, immer wieder Angst und Unruhe. Wenn ich mich zurückziehen will, muss ich 10 km zum Hotel fahren und bin dann dort alleine. Klingt für mich nicht besonders reizvoll. Vielleicht komm ich bis dahin noch ein wenig zu Kräften.


das ist ja schon mal schön ,dass die alle Bescheid wissen.
Ja für mich war das auch total stressig.. wie gesagt ich war zu dem Zeitpunkt so depressiv dass ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte selbst wenn wir brunchen waren oder sonst was ich habe geheult immer wieder muss ich auf Toilette meine Tränen abwischen,also es war für mich auch verdammt hart.
Naja Schlafstörung hatte ich auch ohne Ende bzw die habe ich bis jetzt noch.
Das halt auch eine blöde Situation.. natürlich wäre es besser wenn du zu Hause bleiben würdest ,aber es halt auch blöd, dass da niemand bei dir ist und du ganz alleine sein musst.
Ich weiß nicht vielleicht wäre es irgendwie möglich dass du vielleicht mitkommst aber doch irgendwie im Hotel bleibst oder so ach ich weiß nicht genau das ist echt eine doofe Situation.

27.07.2017 15:47 • #18


Schlaflose

Schlaflose

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Wenn es um mich ginge, würde ich für diese drei Tage zuhause beiben und Beruhigungsmittel nehmen.

27.07.2017 16:08 • #19



Univ.-Prof. Dr. med. Isabella Heuser


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