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Hallo Adler83, hallo Beobachter, hallo GastB.
Ich bin über Google auf diesen Thread gestoßen und musste mich gleich mal anmelden, da ich beim Lesen das Gefühl hatte, ich würde meine eigene Geschichte des letzten Jahres lesen.
Ich habe _exakt_ dieselben Gefühle und Gedanken und Probleme für knapp 11 Monate mit mir herumgeschleppt. Mit dem kleinen Unterschied, dass ich öfter probiert habe, sie mit ihr zu besprechen. Doch anstatt Desinteresse ist mir pure Aggression entgegen geschlagen, manchmal sogar wortwörtlich, weil sie in Streits (in die sich unsere Diskussionen leider immer entwickelten) handgreiflich wurde.
Vor zwei Wochen knallte es so heftig, dass sie sich 2 Wochen Beziehungspause erbat, um sich darüber klar zu werden, ob es mit uns überhaupt noch Sinn macht. Ich brauche so lange Zeit nicht, bin auch sehr ungeduldig und möchte wie du gerne Lösungen für die Probleme finden. Diesmal war die Lösung allerdings recht naheliegend: nach nur 3 Tagen Pause machte ich in einem Anfall von Selbstbefreiung mit ihr Schluss.
Ihre Reaktion war das komplette Gegenteil dessen, was sie mir je an Emotionen in unserer Beziehung entgegen gebracht hatte. Sie hat geweint, meinte ich wäre der einzige Freund, für den sie je echte Liebe empfunden hätte etc. Es war sehr hart für mich, aber ich blieb stark.
Eine Woche später kontaktierte sie mich, um mir mitzuteilen, dass jetzt eine große Anspannung von ihr gewichen sei. Sie vermisse mich zwar, nicht aber den Druck, den ich auf sie ausgeübt hatte. Dabei habe ich eigentlich nie wirklich etwas von ihr verlangt, sie merkte nur insgeheim, dass ich mir mehr Nähe und Emotionen von ihrer Seite wünschen würde. Dinge, die sie zu liefern schlicht nicht in der Lage gewesen ist.
Tja und jetzt sitz ich hier und ringe mit meinen Gedanken. Ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war, weil ich nicht glücklich mit der Beziehung gewesen bin. Sie war so sprunghaft, selbstbezogen und unstet, dass ich quasi jeden Tag befürchten musste, sie wacht auf und entscheidet aus einer Laune heraus, dass es das jetzt mit uns gewesen sei. Dieses Gefühl hätte ich nicht für den Rest meines Lebens mit mir herumschleppen können, weil es das Vertrauen zerstört.
Ich neige wie du dazu, mich in der Beziehung unterzuordnen und die eigenen Bedürfnisse zurückzustellen, um die Frau nicht zu verlieren oder unter Druck zu setzen. Aber ich bin dann nicht mehr ich selbst und fühle mich nicht wohl. Und sollte eine Beziehung nicht genau der Ort sein, an dem man sich Energie und Freude für den durchaus fordernden Alltag holen kann? Was macht es für einen Sinn, wenn man den ganzen Tag nur noch damit beschäftigt ist, über die Beziehung nachzudenken, zu grübeln und sich unwohl zu fühlen?
Ich möchte dir, lieber Adler83, nur raten: hör auf deinen Verstand. Du weißt, dass du diese Situation nicht ein Leben lang aushalten kannst. Manchmal muss man das Herz einfach mal ausklammern, so hart das auch ist. Du vertraust ihr doch nicht und wirst es auch nie können. Wie auch? Sie kann dir das Sicherheitsgefühl nicht geben, das du suchst.
Meine Ex war meine absolute Traumfrau, sehr hübsch, extrovertiert, vielseitig interessiert, ständig auf Achse.. und doch war sie wohl nur ein Traum. Ich lasse sie ziehen, um die Realität zu leben. Und die sagt mir nunmal: es passt einfach nicht.