App im Playstore
Pfeil rechts
51

cats49
Ich weis nicht ob ich in diesem Thread schreiben darf,schreiben sollte
oder wieder mal komplett OT bin.
Mein Vater ist Weihnachten 31 Jahre tot,bei meiner Mutter sind es
nächstes Jahr 20 Jahre.
Körperlich haben sie mir nichts getan,mich weder
Trigger

misshandelt noch missbraucht.
Emotionaler Missbrauch den sehe ich schon.


Sie haben mich benutzt.
Befreien habe ich mich nie können,habe immer zuhause gelebt.
Materiell hat es mir an nichts gefehlt,da wurde ich verwöhnt.
Liebe gab es keine.
Von beiden nicht.
Meine Mutter ist bis heute der wichtigste Mensch in meinem Leben.
Ich verzehre mich immer noch nach ihrer Liebe und Annahme.
Will es ihr immer noch recht machen,ihr gefallen.
Sie ist bis heute Gott für mich und gleichzeitig der Mensch den
ich am glühendsten hasse.
Das Bild von der Mutter wie man sie sich gewünscht hätte,ja,passt
auch in meinem Fall.
Bei meiner Mutter weis ich was sie zu der gemacht hat die sie war,
bei meinem Vater kann ich es nur vermuten.
Vergessen,vergeben/verzeihen,weiter gehen ich kann es nicht,
sehe in meiner Mutter die Alleinschuldige für mein verpfuschtes
Leben.
War es ein Fehler nie einen Befreiungsversuch zu unternehmen.
Ja,höchstwahrscheinlich schon.
Meine Schwester ist geflüchtet frei wurde sie dadurch nicht.
Schwieriges Thema,immer noch.
Richtig,falsch,eine Patentlösung gibt es da wohl nicht.
Habe ich um meine Eltern getrauert als sie starben ?
Nein,in beiden Fällen nicht.

• x 3 #21


Minime
Zitat von Lichtblick92:
Und wenn ich darüber nachdenke, glaube ich sogar, dass sie mich wahrscheinlich noch genauso behandeln würde wie früher, wenn sie heute noch dieselbe Macht über mich hätte.

Das klingt für mich wie eine traurige, aber entscheidende Erkenntnis. Vielleicht, und das macht es für dich nicht leichter, kann sie sich und dir jetzt ihre Fehler aus der Vergangenheit auch nicht mehr eingestehen, weil es zu weh tun würde, es sich nicht mehr rückgängig machen lässt.

Ich habe auch lange darauf gewartet, dass meine Eltern verstehen und zugeben, was passiert ist und was sie damit angerichtet haben. Ich habe bei beiden vergeblich gewartet.

Ich hab mit diesem "verzeihen" immer ein kleines Problem. Klar, wenn jemand das kann und möchte und es ihm gut tut, soll er es tun. Es gibt mehr als einen Weg mit belastenden Ereignissen umzugehen. Aber häufig hat man als Betroffener das Gefühl man müsse verzeihen. Ich habe nie verziehen, denn das hätte geheißt ihn wieder in mein Leben zu lassen und ihn genau so weitermachen zu lassen wie vorher. Ich habe meinen Frieden damit gemacht, habe um das Leben getrauert was ich ohne diese Leute und ohne meine Erkrankung hätte haben können (und tute das heute noch gelegentlich) aber ich versuche jetzt das Beste aus meinem Leben zu machen.

Es ist wirklich schwer, da zu einer Entscheidung zu kommen. Hast du einen Therapeuten mit dem du darüber sprechen kannst?


Darf mein innerer Zyniker dich etwas fragen? Musst selbstverständlich nicht antworten, wenn es dir zu persönlich ist. Und ich entschuldige mich schon mal, falls ich dir zu nahe getreten bin.
Zitat von Lichtblick92:
Wenn ich ihre Hilfe brauche, ist sie da.

Ist das bewiesen, oder sind das ihre Worte und Versprechungen? Ich habe das so oft gehört, wie mir das versprochen wurde, um mich an meine Eltern zu binden und sich das gleiche zu sichern. Aber als ich ihn genau einmal gebraucht hätte, und er hätte helfen können....tja, dumm gelaufen, war mir eine Lehre.

• #22


A


Sind meine Eltern wirklich an allem Schuld?

x 3


B
@Lichtblick92 , da scheint es ein Muster zu geben, das bei vielen vorkommt.

Für deine Eltern war ihr Verhalten OK, da sie die Probleme auf ihre Art und Weise lösten, die für sie die besten waren, weil sie nicht wußten wie sie es anders machen sollten. Also war für sie alles OK, was dann auch auf dich zutreffen soll: Wir haben es nur gut gemeint mit dir. Ihre Heile Welt, in der Probleme mit Gewalt gelöst wurden, soll nicht durch deinen Widerspruch zerstört werden. Du sollst weiter mitspielen.

Da aber Widerspruch an der Heilen Welt geäußert wird, soll dieser nichtig gemacht werden. Am besten durch ignorieren. Es kann ja gar nicht so schlimm für dich gewesen sein, wenn es für uns die beste Lösung war, also auch für dich die beste Lösung war. Weil was hätten wir sonst tun sollen? Anders konnten wir nicht. Wir konnten nur so und das war für uns OK. Problem gelöst, egal wie, also OK.

Da besteht die Frage, ob deine Eltern noch andere Gedanken hatten, eventuell dich in ein Heim zu geben, weil sie mit dir (nicht dir persönlich) überfordert waren?

Bei mir war es so, dass ich schon als Kind gesundheitliche Probleme hatte, gegen die es keine Medizin gab. Auch blieb ich nicht unverschont und musste operiert werden. So ein krankes Kind ist kein perfektes Kind und es wird ungesagt bemängelt, weil ihr Kind das beste und größte in ihrer Welt ist. Als Kompensation schiebt sich dann eine aufgesetzte Liebe ein, dass sie ihr Kind lieben, weil es ihr Kind ist, egal was ist. Diese Liebe soll das Kind stetig zulassen und annehmen. Das Kind ist aber nicht dumm, und weiß dass es eine aufgesetzte Liebe ist, und will diese nicht. Die Eltern verlangen aber stetig, dass ihr Kind diese Liebe annehmen soll.

Hinzu kommt, dass diese Situation ausgenutzt wird. Sobald Nähe zugelassen wird, verfallen sie wieder in ihre alten Verhaltensmuster. Das kranke Kind ... wir wissen nicht was wir tun sollen, damit es ein gesundes Vorzeige-Kind ist, weil unser Kind soll gesund sein ... also tun wir so, als wenn wir es trotzdem lieben, dann sind wir gute Eltern, weil Eltern ihre Kinder auch mit Krankheit lieben. Aber im Grunde hätten wir dann doch lieber ein gesundes Kind. Also zeigen wir dem Kind, dass wir es lieben, allein weil es unser Kind ist. Ein missratenes Kind.

Andererseits Abstoßung, absolute keine Liebe, da ein missratenes Kind, eine missratene Ehe, die eben auch allein deswegen aufrechterhalten wird, weil es eine gute Ehe sein soll, aber nicht ist. Was bleibt ist die aufgesetzte falsche Liebe. Sowohl zwischen den Eltern als auch zum Kind.

Dann geht es los, und es wird alles mögliche bis unmögliche für das Kind getan, bishin zu Lügen. Nicht nur die eigene Liebe ist Lüge, sondern es wird gelogen, dass einen Andere auch lieben würden. Dass man das liebste Kind, der liebste Mensch auf der Welt sei. Das schlimmste was passieren kann ist, auf diese Lügen hereinzufallen, weil die Realität sieht ganz anders aus.

Es ist eine verlogene Welt und mit solchen verlogenen Menschen will ich nichts zu tun haben. Sie können nicht anders als lügen, weil sonst ihre falsche Heile Welt zusammenbricht. Ich habe nicht vor sie zu ändern, weil sie nicht meine Patienten sind, sondern nur meine Eltern. Es bestehen keinerlei Verpflichtungen. Ich habe mich emotional von ihnen emanzipiert. Abstand ist das Beste. Kontaktsperre ist am besten. Es ist nicht meine Ehe und ich bin nicht mehr ihr Kind. Ich werde es auch nicht mehr ihretwegen sein. Das ist vorbei. Für mich sind das emotional fremde Menschen, die mir emotional nahe kommen wollen und dies ausnutzen und mich schädigen wollen, nur weil sie eines ihrer Bedürfnisse nach einem gesunden und erfolgreichen Kind befriedigen wollen.

Ich bin allein schon deswegen nicht mehr ihr Kind, weil ich ihren Vorstellungen nach ihrem Kind nicht entspreche, sondern entsprechen soll. Ein liebes, gesundes, erfolgreiches Kind, dass sich dann eben zurechtgeliebt/zurechtgelogen wird. Da mache ich nicht mit. Dafür bin ich nicht zu haben.

PS: Mich widert es schon an über solche Personen nur zu schreiben.

• x 2 #23


Gaulin
Zitat von beside:
Mich widert es schon an über solche Personen nur zu schreiben.

Weil du es grad erwähnst... selbst generell solche Arten von Verhalten auszuhalten oder akzeptieren zu müssen fällt extrem schwer... sowas triggert enorm. Egal wer es ist. Es erinnert einfach daran. Man wird es nie ganz los. Es verfolgt einen. Selbst Fragen über die Familie sind lästig. Egal wo man hinkommt, man wird damit konfrontiert.
Aber erstmal diesen "Missbrauch" unterbrechen und womöglich nicht weitergeben, an die eigenen Kinder (was oft leichter gesagt ist als getan, dazu gehört auch diese Co-Abhängigkeit).
Eigentlich ein sehr großes und komplexes Thema.

• #24






Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore