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Liebe Leute,

ich lese hier viel über Beziehungsangst - ich selbst habe einen darunter leidenden Partner, der jetzt seit 3 Wochen in der "akuten" Rückzugsphase ist.
Nun liest und hört man hier und da, dass es fatal waere, dem Partner hinterher zu rennen, ihn zu verfolgen und ihn mit jammervollen SMS zu bombardieren. Er wuerde sich dann belaestigt fuehlen und sich immer weiter entfernen.
Das erscheint mir logisch - ich wuerde es auch nicht wollen, dass man mich verfolgt und volljammert, bettelt und um Rückkehr fleht.

Was passiert nun aber, wenn ich ihn NICHT verfolge, ihn NICHT mit jammernden SMS belagern, ihm KEINE Vorwürfe mache, ihn NICHT um Rückkehr anbettle sondern ihn einfach in Ruhe lasse ?

Dieses heulende Hinterherrennen soll ja bei einem Großteil der Verlassenen sehr verbreitet sein - rechnet der Beziehungsängstliche in irgendeiner Weise schon damit - und ist womöglich irritiert, wenn es NICHT passiert ?

Mich interessiert Eure Meinung - evtl. sogar persönliche Erfahrungen ?

Liebe Grüße

Hilmar G.

25.10.2015 11:38 • 25.10.2015 #1


4 Antworten ↓


Hallo!
Also verstehe ich es richtig, dass er derjenige ist, der sich zurück zieht?
Warum ist das bei Euch so? Leidet er an einer manischen Depression und hat diese typischen Phasen?
Nun, hin oder her, die Frage ist nicht , was ER will, sondern was DU willst. Eine Beziehung und die darin enthaltenen Gefühle haben nichts mit einem Spiel zu tun. Wo ist da die Ehrlichkeit?
Er verkriecht sich und Du hast keine Ahnung, am wie vielten Tag Du Wie viele Nachrichten um welche Uhrzeit mit welchem Inhalt schreiben darfst , damit Du ja nicht dies oder das in ihm auslöst?!
Was will er denn? Aufmerksamkeit? Hat er ein geringes Selbstwertgefühl?
Mir kommt das, sollte es sich nicht um eine psychische Erkrankungen handeln, dann wäre das was anderes, eher wie eine ziemlich gemeine Köderei vor. Sowas tut man nicht.
Und ganz ehrlich, ich würde da im Leben nicht hinterher laufen.
Wie Oma schon wusste, "mach Dich rar, mein Kind". Wenn er der Meinung ist, sich dann nicht zu melden oder Dir mal zu erklären, was sein Verhalten soll, dann sollte Dir aber auch klar werden, dass Du einer sinnlosen Sache hinterherläufst und Dir das anscheinend gar nicht gut tut. Sonst würdest Du hier wohl nicht um Rat suchen.
Sorry, will Dir keinen reinwürgen, aber für mich sieht das ganz klar nach nem Katz und Maus Spiel aus!
Würde mich über ne Antwort freuen!
Liebe Grüße

25.10.2015 15:52 • #2



Klammern und Festhalten

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Also,
ich unterstelle nicht, dass er ein Spiel spielt, den Eindruck habe ich auch in keinster Weise.
Ich nehme an, dass es mit seiner Beziehungsangst zu tun hat, die er selbst schon thematisiert hat - auch sprach er schon über psych. Behandlung.

Ich weiß eben nicht wirklich damit umzugehen ...

Vielleicht hat jemand einen Rat zu meiner ursprünglichen Frage ? Ich freue mich über jeden Tip und Ratschlag - vielleicht aus eigener Erfahrung ?

Lieben Dank

Hilmar G.

25.10.2015 16:24 • #3


Icefalki
Eine Angst, egal welche, ist dann problematisch, wenn der oder die Betroffenen darunter leiden.

So, und kein anderer Mensch kann sie da rausholen, wenn sie selbst nicht da raus wollen.

Wenn ich meine Angst (keine bindungsangst) so im Rückblick betrachte, könnte ich dir nicht mal richtig selbst sagen, was ich von anderen erwartet habe. Zu Beginn Verständnis, aber seien wir doch mal ehrlich, was hätte sich geändert.

Dann ist es auch noch die eigenen Persönlichkeit, der andere braucht wirklich jemanden um sich rum, der andere leidet lieber alleine..

D.h. Bei Bindungsangst hat er Angst vor zuviel Nähe? Also wieviel Freiraum kannst du ihm geben, dass er damit klar kommt..

Und kommt er nicht mit klar, überhaupt nicht, was bleibt dir anders übrig, als zu gehen.

Und wenn Angst einem das Leben zerstört, weil man was nicht kann, was man möchte, dann sollte man wirklich versuchen, das zu ändern.

Das könnte man erwarten, dass der Erkrankte es versucht. Er daran arbeitet. Dann kann man als Partner auch die Rücksicht nehmen, die dann eben angebracht ist.

Einseitigkeit klappt da nicht. In keiner Beziehung, selbst wenn keine bindungsangst vorhanden ist.

Man kann doch auch verbunden sein, wenn man getrennte Wohnungen hat. Also viel Freiraum für den anderen. Oder will er nur Oberflächlichkeit?

Dann liegt es an dir, was du willst.

Ich ging trotz PAs mit meinem Mann fort. Saß eben dann im Fluchtbereich, oder hinter der Menschenmasse. Irgendwie so, dass ich trotz meiner Angst sein Leben nicht zu sehr eingeschränkt habe.

Sowas muss es doch auch für Menschen mit Bindungsangst geben. Schlupflöcher.

25.10.2015 17:38 • #4


Ja, sehe ich ähnlich. Wenn man sich seiner Situation bewusst wird und darunter leidet, sich dies eingesteht und sich therapeutische Hilfe sucht, dann ist das super! Dann kann man seinem Partner zuliebe auch versuchen, Rücksicht zu nehmen, evtl auch mal eine Zeit lang zurück stecken usw. Eine Zeit lang!
Normalerweise sollte eine Beziehung (möglichst ) immer ausgeglichen sein.
Was ich Dir sagen wollte, war, dass es leider leider NICHT um Deinen Freund geht, sondern um DICH!
Frag Dich nicht, wie Du es IHM recht machen kannst, sondern wie es für DICH am besten ist.
Frag ihn einfach mal, wie er von Dir in der jetzigen Situation behandelt werden möchte.
Und wovor hat er denn "Angst"? Fühlt er sich eingeengt? Kann er seinen Hobbys nicht nachgehen?
Wie auch immer, eine Beziehung, in der der eine sich nur aufopfert und nur nach dem anderen schaut, statt auf sich selbst zu achten, hat wohl kaum Zukunftschancen

25.10.2015 18:06 • #5




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