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-juli

-juli
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Guten Tag euch,

ich möchte an dieser Stelle ein Thema aufmachen, mit dem ich mich oft alleine fühle und vielleicht geht's anderen Personen ähnlich.

Ich habe als Kind/ Jugendliche diverse, schlechte Erfahrungen mit Hilfssystemen gemacht. Sei es mit Strukturen, die mich hätten auffangen sollen (z. B. Jugendamt, im späteren Verlauf die Jugendhilfe oder auch ärztliches Personal/ Menschen im Kontext Psychotherapie).

Nun bin ich heute als erwachsene Person in einer deutlich besseren Situation.

Bei mir besteht beispielsweise seit einer Weile der Verdacht auf eine CED, der leider noch nicht abschließend bestätigt werden konnte, aber die Symptome und das Ansprechen auf die jeweiligen Medis sprechen dafür. Nur leider war die erste Darmspieglung nicht eindeutig und die zweite unter Cortisoneinfluss o. B., was an sich gut klingt. Leichte Verläufe können am Anfang schwer zu diagnostizieren sein, wurde mir diesbezüglich gesagt. Ich werde aber von ärztlicher Seite zu 100% ernst genommen. Nur kommt bei mir dann sofort die Angst wieder auf, in Notfällen nicht mehr ernst genommen zu werden und keine Behandlung zu erfahren, weil's noch nicht eindeutig war. Das ist mir in der Vergangenheit aufgrund von meinen psychischen Vorerkrankungen passiert. Ich wurde ohne Untersuchung mir selbst überlassen & habe z. B. keine Medikamente erhalten, um Symptome zu lindern & es wurde trotz Calprotectin-Erhöhung, blutigen Durchfällen und Eisenmangel erstmal "Reizdarm" diagnostiziert.

Ich habe auch mit anderen körperlichen Symptomen ähnliche Erfahrungen gemacht und dahinter stand dann oft eine körperliche Erklärung. Ich bin grundsätzlich auch dazu in der Lage, auch anzuerkennen, dass es bis zu einem gewissen Art auch Symptome gibt, die durch psychische Faktoren getriggert werden können. Aber die Schmerzen z. B. durch Weisheitszähne, die operativ entfernt werden mussten, kamen nun mal nicht vom Stress oder der PTBS an sich. Ich gehe in jeden Arzttermin mit Herzrasen und großen Angstgefühlen, weil da immer dieses "Was wenn ich wieder nicht ernst genommen werde?" für mich persönlich im Raum steht. Das waren nur kleine Beispiele, ich will nicht sämtliche Situationen ausführen.

Ich habe durch das Angezweifeltwerden im körperlichen Bereich keinen bleibenden körperlichen Schaden erlitten, aber emotional hat es mich enorm verunsichert.

In dieser Frage geht es mir in erster Linie um den medizinischen Bereich, die anderen Faktoren sind eventuell nur relevant, um es als lesende Person besser nachvollziehen zu können.

Ich versuche, solche Ängste auch mitzuteilen, falls es relevant ist. Nur habe ich oft das Gefühl, dass mein Gegenüber dies nicht vollständig nachvollziehen kann oder gar persönlich nimmt.

Ich mache mir an sich keine Sorgen im Bezug auf die Symptome und habe auch keine Angst, dass es was dramatisches ist. Es geht einfach um die Rückversicherung, in Notfällen Hilfe zu erhalten, weil ich das aus der Vergangenheit nicht gewohnt bin.

So ist das auch in vielen anderen Bereichen, die mir helfen sollten. Ich habe inzwischen sehr viele Hilfsressourcen, einen Therapieplatz, wo ich mich wohlfühle, aber das Vertrauen ist selbst nach einer Weile immer noch so schwer. Dann sind da so Gedanken wie "Ist noch eine Untersuchung im Bezug auf den Darm nicht unwirtschaftlich?" oder "Ne Freundin von mir hat subjektiv noch viel schlimmere Symptome und bekommt nicht mal ne zweite Darmspieglung."

Ich suche mir z. B. Beratung zu Themen, mit denen ich mich nicht auskenne und habe das Gefühl, dass ich es ja auch alleine hinbekommen sollte, usw.

Kennt eine Person hier ähnliche Gedankengänge?

15.12.2025 #1


8 Antworten ↓


E
Das ist halt so ein Problem bei vielen Hausärzten, sie haben kaum Zeit so habe ich das Erfahren, richtige Diagnosen bekam ich immer erst viel zu spät, das ging oft über viele Jahren. Mein Vertrauen ist so wie so schon angeknackst und ich habe auch schon Ärzte erlebt die kaum auf meine Symptome eingegangen sind in dem Sinne, dass ich selten zu Fachärzte oder Kliniken überwiesen wurde. Nun hatte ich wenigstens in diesem Jahr mehr Glück und wurde für Abklärungen überwiesen und das hat mir schon neue Erkenntnisse gebracht.

Ich habe leider allgemein auch wenig Vertrauen in verschiedensten Situationen oder Hilfestellungen von aussen, das wird bei mir immer schwierig bleiben und ja ich denke oft die und der und alle andern sind viel schlimmer dran oder haben vieles viel mehr nötig, oder viel mehr verdient, oder die passen weil es ihnen zusteht, ich spreche mir sehr viel ab und reduziere mich in sehr vielem.

x 1 #2


A


Angst vor Menschen in Hilfssystemen

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-juli
@Elemente

Ja, das ist leider ein riesiges Thema, ich hatte teilweise den Eindruck, dass oft viel zu lange gewartet wurde, bis eine Überweisung ausgestellt wird und das, obwohl es oft dauert, bis überhaupt irgendwas abgeklärt werden kann. Wobei ich auch schon äußerst kompetente Personen getroffen habe, die mir helfen konnten, ist immer sehr unterschiedlich.

Es tut auf jeden gut zu lesen, dass es anderen Personen auch ähnlich geht, auch wenn das natürlich nicht schön für uns alle Betroffene ist.

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E
Was mich dann halt manch mal auch etwa enttäuschte ist, das ich Ander Personen kannten die einfach immer das volle Programm von ihren Ärzten bekommen haben und schnell alles abgeklärt worden ist, und ich mehrheitlich schauen konnte wo ich bleibe, das hat mich manch mal auch runtergezogen, oder ich habe mich dann auch gefragt warum ich diese Aufmerksamkeit und schnelle Lösungen nicht bekomme und andere schon.

Manch mal denke ich die einen haben einfach mehr Glück. Ich habe meinen Hausarzt gewechselt und bin dann zu einer Ärztin gelandet die mich zu den richtigen Stellen überwiesen hatte, das ging ganz schnell, da dachte ich mir schon, es geht ja auch anders.

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F
Du hast damals keine "Liebe" bekommen von den Menschen, die dir geholfen haben. Du hattest das erhofft, aber hätten sie sie dir geben müssen, denn es war doch nur ihr Beruf und keine persönliche Beziehung? Auch heute ist niemand durch Zeitmangel dazu in der Lage. Ich finde, dass du sehr selbstreflektierend da herangehst, auch wenn es im "Bauch", also gefühlsmäßig, nicht stimmt. Vielleicht kannst du dich mehr darauf einlassen, dass alles nur funktional abläuft, dass es genug Professionalität im medizinischen Bereich gibt. Stell dir vor, die machen alles richtig. Dass man trotzdem Angst hat, ist normal.

x 1 #5


Fravely
In der nächsten Kreisstadt gab es neulich eine Demo gegen das örtliche Jugendamt. Die Berichterstattung verfolge ich schon seit Jahren, bundesweit liest man von schwerwiegenden Vorwürfen.

x 1 #6


-juli
@Elemente

Ja, das ist auch etwas, was mich ziemlich verwirrt. Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen, welche Untersuchung bei welcher Person gerechtfertigt ist und inwieweit eine Person unter Symptomen leidet, sodass eine Wiederholung gegeben ist, aber ich habe teilweise von Leuten gehört, die sehr, sehr viel untersucht wurden, was sicherlich hilfreich zur Beruhigung sein kann und Vorsicht ist immer besser als Nachsicht, aber dann habe ich meinen Vergangenheitserfahrungswert als Kontrast...

Es war auch nur eine Person, mit der ich so negative Erfahrungen gemacht habe. Alle anderen haben dann immer im Rahmen ihrer Möglichkeiten geholfen und wenn das nicht funktioniert hat, weiterüberwiesen.

#7


-juli
@Ferrum danke für deine Antwort!

Ich denke auch, dass es mit der Zeit leichter und besser werden wird. Ich weiß rational ja auch, dass die Ängste unbegründet sind. Manche Dinge aus der Vergangenheit trägt man wohl noch eine Weile mit sich herum...

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-juli
@Fravely das ist leider ein sehr schwieriges Thema. Grundsätzlich bin ich dankbar für die Hilfe, die ich in der Vergangenheit bekommen habe, aber leider gibt es viele Missstände im System und einen großen Personalmangel, wie überall...

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Dr. Reinhard Pichler
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