Also bei mir war es wirklich vorher nur die Angst ob wir jemals gemeinsame Freunde finden würden, weil ihn das nicht interessiert. Und er hat das damals angesprochen. Er sagte zu mir: Ich mache mir einfach Sorgen, dass wir zu Unterschiedlich sind. Weil seine Cousine fragte ob wir mit ihr und ihrem Freund plus Schwester und Freund in den Urlaub fahren wollen. Mein Freund wurde direkt ganz panisch und meinte; Nein, dann müssen wir ja die ganze Zeit nur reden. Im dem Moment hab ich mich etwas komisch gefühlt und dann sprach er das halt an. Und dann hab ich aber gesagt: Ganz ehrlich, wir mögen zwar unterschiedlich sein. Aber solange man sich liebt ist das egal. Dann wird man einen Weg finden. Aber irgendwie hat mich das Thema nicht so ganz in Ruhe gelassen. Vorallem nachdem er das ausgesprochen hatte, ob ich denke das die Beziehung so funktioneren kann bin ich erstmal aufs Klo gegangen und habe das erste mal gegooglt wieso Menschen keine Freunde haben wollen. Ich wollte das ganz dringend verstehen weil ich Angst hatte. Hab dann auch geweint.
Aber dann blieb der Gedanke. Immer wieder kam so ein: Können wir das wohl später auch machen? ( Mit 8 Leuten an einem Tisch sitzen und nur reden, oder mag er das nicht und ich muss sowas immer alleine machen?)
Man muss dazu sagen, dass er aus einer englischen Familie kommt. Sie reden zuhause nur englisch und seine Eltern haben keine Freunde. Er hat nur einen guten Freund. Sonst trifft er sich mit niemandem. Er hat aber drei Brüder. Mit denen macht er auch was. Aber selbst mit seinen Brüdern hat er noch nie Probleme besprochen oder sonst irgendwas. Er hat keine Ahnung ob sein Bruder und seine Freundin endlich heiraten wollen oder nicht. Weil es keinen von denen interessiert. Er hat also nie gelernt sich für andere Menschen zu interessieren und auch nicht sich in großen Gruppen zu unterhalten. Das heißt, eig ist ja Hopfen und Malz noch nicht verloren. Er würde wahrscheinlich mit der Zeit auch lernen, dass es schön ist bekannte zu haben. Aber mein Kopf will ihm diese Zeit nicht geben.
Wir machen eig sehr viel miteinander. Klettern, Kino, Urlaub, Essen, Inliner Fahren. Wir gehn auch mit freunden Bowlen oder Karten spielen. Das ist ja auch alles kein Problem. Nur mit reinem reden hat er probleme. Ansonsten hat mich echt nichts gestört. Ich habe mir nur manchmal Sorgen gemacht, dass er wenn er zu mir zieht dann keine Freunde findet weil er die ja nicht unbedingt braucht und ich dann quasi eingeschränkt bin, weil er nur zuhaus sitzen würde. Diese Gedanken kamen plötzlich. Also, kannst du noch alleine weg gehen? Kannst du mit ihm weggehen, und wenn ja, hat er dann auch spaß?
Wird er bei dir Zuhause in deiner Stadt glücklich sein? Ist er dann abhängig von mir? Was ist wenn wir Kinder bekommen und ich mich von ihm trenne weil sich heut zu tage 80 % der Menschen trennen. Das kann ich ihm doch nicht antun.....bla bla bla. So fing das an....
Und was ist dann, wenn ihr euch getrennt habt. Die Kinder würden ja dann bei dir bleiben und was is dann mit ihm? Dann wäre er ganz alleine. Würde wahrscheinlich zurückziehen und wäre zurück bei seinem Freund und seinen Geschwistern. Dann hätten wir aber eine 2 Stunden distanz. und was ist dann mit en Kindern?
Oder er würde hier bleiben und total unglücklich werden, aber weil seine Kinder ja hier sind. Fragen über fragen.........
Das hat mir eine riesen Angst gemacht. Dann hab ich ihm extra geschrieben wie sehr ich ihn liebe und so weiter.
Und dann ging es los.... Tausend gedanken, jeden Tag neue.....
Jetzt auch sowas wie: Mag ich seine Art? Er war schon komisch letztens....usw.
Und ich hab so Zweifel ob das doch echt ist, weil ich mir ja vorher auch schon ein paar Gedanken gemacht habe ob das mit uns funktionieren kann. Ich will eig keinen anderen. Ich will einfach wieder in seinen Armen liegen und glücklich sein. Aber momentan bin ich so fertig das ich manchmal einfach weg will. Oder mir wünsche das er Schluss macht. Einfach um Entlastung zu haben. Manchmal weine ich dann. Manchmal fühle ich gar nichts. Und manchmal fühle ich nur Angst. Ich weiß einfach nicht wie man das aushalten soll und wenn ich jetzt kämpfe und dann herausfinde das wir echt nicht zusammenpassen und mich das wirlich stört mit dem weggehen ( obwohl sich so Gruppen ja auch erst mit der Zeit entwickeln. Man hat ja nicht direkt gemeinsame Freunde), dann werde ich daran kaputt gehen. Ich weiß nicht mehr weiter. Diese Angst lässt mich ertarren. Ich weiß nichts mehr. Keine Ahnung.
Ich weiß dass ich ihn über alles geliebt habe. Das weiß ich sicher. Und ich weiß, das mich das alles eig nicht sehr gestört hat. Bis ich angefangen habe über die Zukunft nachzudenken. Das hat mir einfach nur Angst gemacht. Aber eig ist an ihm ja nichts schlecht, sondern ich sollte ihn akzeptieren können wie er ist. Aber mein Perfektionismus meint wir müssten alles gemeinsam machen und wenn er sich langweilt ist es meine Schuld......
Wir haben uns dann auch Partnerringe geholt. Ich dachte, damit kann ich ihn für immer an mich binden..... Fehlanzeige.
Und ich kann einfach nicht bei ihm sein. Das Gefühl ist eh schon schlimm genug und wenn er dann bei mir ist kann ich der Situation ja nicht entfliehen und ich ich fange an traurig zu gucken. Und weine. Und er findet es ganz schwer und will dann auch lieber fahren weil er es nicht erträgt mich so zu sehen. Das finde ich in dem Moment dann auch gut weil der Druck erstmal nachlässt.
Aber das löst das Problem nicht. Immer wenn es grade gut ist gucke ich ihn an und mir wird sofort schlecht weil ich ja weiß das ich diese Gedanken habe. Also so ein schlechtes Gewissen das mir dann nicht erlaubt glücklich zu sein. Immerhin mache ich ihm damit Hoffnungen die ich vielleicht nicht erfüllen kann und das tötet mich. Immer diese ungewissheit.

((
Man weiß nicht mehr was Realität ist und was nicht. Und waren die Gedanken die ich vorher hatte vielleicht auch schon Zwänge? Weil ich habe da dann immer sehr genau drüber nachgedacht. Hab sehr viel geweint.
Auch einmal weil ich im Urlaub dachte das so ein kleines Kanguru hässlich ist. Das war nicht ich, das war mein Zwang! Ich musste das denken. Aber es hat mich wochenlang fertig gemacht. So etwas über so ein kleines Geschöpf zu denken

Je mehr ich dachte, desto mehr Angst bekam ich und wusste plötzlich selbst nicht mehr was mir wichtig ist. Alles hatte das gleiche Gewicht.
Will ich party machen, will ich kinder? was will ich?
Ich habe keine Ahnung mehr von gar nichts.....gar nichts......
Ich bin seit ein paar Tagen in einer Tagesklinik. Seit dem geht es mir aber eig schlechter weil ich so viel Zeit habe zum nachdenken. Weine nur noch und kann nichts mehr machen. Meine Wohnung schimmelt vor sich hin und ich sitze hier und grübel und grübel und grübel.
Meint ihr das ist schon eine Depression? Ich kann an nichts anderes denken. Wenn ich mich ablenken will kann ich das nicht, weil ich dann glaube das es echt ist und ich mich selbst verasche. Ich kann ihm sowas nicht antun. Was wenn ich mich irre und ihm nur was vorspiele............
Ich will so nicht weiter leben......
Tut mir leid für den langen Text. Musste mir das mal von der Seele schreiben....