Wie du's am Ende handhabst, musst du ganz allein für dich entscheiden. Ich musste mir damals sagen "KEIN Absichern mehr. Das hat ab sofort ein Ende. Egal wie schwer es fällt." ... hätte ich mir direkt von Anfang an wieder Ausnahmen 'eingeplant', wäre ich vermutlich noch viel länger so rumgeeiert.
Ist irgendwie wie mit 'ner Diät. Wenn ich sage 'Es gibt bis auf weiteres keinen Zucker mehr!' dann GIBT es auch bis auf weiteres keinen Zucker mehr. Nix mit 'Nur jeden zweiten Tag.' Ich kann sowas nicht anders. Wenn ich DANN irgendwann doch mal 'nen Schokoriegel verputze, kann ich's mir leichter verzeihen und häng' nicht wieder gleich so drin.
Bin allerdings auch recht radikal in mancher Hinsicht. Sprich: Das was ich gerade geschrieben habe, ist nicht DER Weg. Nur meiner. Muss nicht für euch gelten.
Ich denke unter "absichern" fällt all das, was man fragt, weil man selber einfach keine (eindeutige) Antwort mehr drauf findet. Wenn man einfach erzählt, was in einem so vorgeht, ist das vielleicht kein Absichern im eigentlichen Sinn - ich halte es dennoch manchmal für problematisch. Indem man sich selber immer wieder so sehr auf die Krankheit konzentriert, bleibt man in dem Strudel drin. Es lässt einem so wenig Abstand. Noch dazu bedient man sich irgendwie immer wieder an der fröhlichen sich selbst erfüllenden Prophezeiung.
Natürlich kann und soll man sich mal auskotzen. Ist ja nur menschlich. Ein Satz bzw einen Satzanfang, den ich hier aber gefühlt JEDEN Tag mehrmals lese (sinngemäß), ist:
"Ich bin heute wieder voll drin.

"
Wer sich so stark auf die Gedanken konzentriert, fühlt sich automatisch schlecht, geht automatisch vom Schlimmsten aus und lässt sich selber gar keinen Raum für positive Empfindungen. Die sich selbst erfüllende Prophezeihung eben. In den meisten Fällen hilft einem so ein 'Lagebericht' ja wirklich nicht weiter und besser fühlt man sich ja auch nur für einen ganz kurzen Moment, wenn überhaupt. Womit wir wieder beim Trösten/'lieben Zuspruch' wären: Hin und wieder mal nett, aber auf lange Sicht eben null produktiv.
Also selbst wenn's kein Absichern im eigentlichen Sinn ist - die Krankheit hält es mMn dennoch am Leben.