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jan95

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Liebes Forum,
ich leide seit einigen Jahren an einer Angst und Panikstörung mit Agoraphobie.
Die Agoraphobie ist trotz VT weiterhin schwer ausgeprägt so dass ich nur in Begleitung die Wohnung verlassen kann.

Ich habe bei meiner Krankenkasse einen Pflegegrad beantragt weil die Menschen, die täglich 1-2 Stunden ihrer Freizeit für mich opfern und mich auf eigene Kosten zum einkaufen fahren, zu Ärzten usw. nicht mehr bereit sind es umsonst zu machen. Ich habe nur den Pflegegrad 1 erhalten der mir in meiner Position absolut nichts bringt. Mit dem Pflegegrad 2 wäre es möglich, dass die "Pfleger" eine Vergütung bekommen für die Zeit die sie für mich aufwenden. Die Krankenkasse samt MDK ist der Meinung, dass Einkäufe etc. nicht berücksichtig werden und dementsprechend keine Auswirkung auf den Pflegegrad haben. Ich sitze jetzt seit einem Jahr zu Hause fest und bin nur durch die Hilfe bekannter in der Lage an Lebensmittel, zu Arztterminen usw. zu kommen.

Für mich ist das unbegreiflich, ich kann aufgrund meiner Krankheit ohne Begleitung (Vertrauensperson) das Haus nicht verlassen, kann mir dementsprechend selbst keine Lebensmittel und Getränke beschaffen und ich wäre praktisch spätestens nach ein paar Wochen verhungert. Es ist doch offensichtlich das ich auf Hilfe angewiesen bin - Wie kann sowas dann nicht berücksichtigt werden?

Für mich ist das ganze nur schwer nachzuvollziehen, wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrung mit eurer Krankenkasse machen müssen?

15.04.2019 20:49 • 23.04.2019 #1


8 Antworten ↓


Safira

Safira


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Es gibt die Alltagsbegleitung. Betreuungskraft nach paragraph 53c. Diese werden dann von der Pflegekasse abgerechnet wenn du einen Pflegegrad hast. Das müssten ungefähr zwei bis drei Stunden die Woche. Hier lies das mal. Aber erschrecke nicht. In der Regel werden diese Betreuungskräfte im Altenheim oder Pflegeheim eingesetzt. Sie kommen aber auch in der häuslichen Pflege zum Einsatz. Dazu gehört auch einkaufen.
https://www.pflege.de/leben-im-alter/di ... assistent/

Es gibt viele die sich darauf selbstständig gemacht haben. Da musst du dich mal informieren. Es steht dir auf jeden Fall zu

Man kann sich mittlerweile bei den großen Lebensmittelketten auch die Lebensmittel liefern lassen. Für einen kleinen Aufpreis. Wenn man das gut strukturiert organisiert dann wäre das eine Möglichkeit, zumindest für das Einkaufen

15.04.2019 20:57 • #2


tuffie 01


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Hallo,

Diese Erkrankung ist heilbar.
Ich denke das die Pflegestufen dich von einer Heilung blockieren können.
Ich selber bin an dieser Störung erkrankt .
Eine Verhaltenstherapie hat mir gezeigt daß man sein Leben leben sollte und man sich seine Ängste stellen sollte und nicht vermeiden ,die Vermeidung erhält die Stornierung am Leben.
Dieser Kreis muss gebrochen werden .
Mut gehört zum Leben. Von daher solltest du dein Selbstwertgefühl steigern um dein Lebensgefühl wieder herzustellen.
Anfangs bin ich zur ambulanten Therapie nicht alleine hingehen können . Mit der Zeit ,wo ich die Schritte in der richtige Richtung gemacht habe verbesserte sich mein Zustand.
Heute kann ich alleine das haus verlassen in baldiger Zeit habe ich vor arbeiten zu gehen vor 40jahren ,ja solange litt ich an dieser Störung , hätte ich es mir nicht zugetraut.

15.04.2019 21:07 • x 3 #3


petrus57

petrus57


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@jan95

Hast du es mal mit Benzos versucht? Ich muss auch immer meist 1 mg Tavor nehmen, wenn ich irgendwo hin muss. Hast du nicht die Möglichkeit dir die Lebensmittel zu bestellen?

16.04.2019 07:53 • #4


waage

waage


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Hallo Jan,

bist du in Therapie? Du brauchst Hilfe um wieder selbständig leben zu können...warst du schon in einer Klinik? Denn der Weg ist doch aus dieser Situation wieder rauszukommen.


L.G. Waage

16.04.2019 08:04 • #5


juuliet

juuliet


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Ich sehe das wie meine Vorredner, auch wenn es derzeit nicht möglich ist musst du wieder selbstständig werden und das möchte die Krankenkasse nicht mit einem höherem pflegegrad unterdrücken .
Lebensmittel im Internet bestellen ist eine Alternative oder langsam hoch steigern .
Einmal alle 2 Wochen groß einkaufen, danach 1 x die Woche selbstständig ..

16.04.2019 08:15 • #6


dont_panic

dont_panic


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Moin Jan,

das ist bestimmt nicht die Antwort, die du hören möchtest, aber ich bin der gleichen Meinung wie die Krankenkasse. Wobei ich selbst Pflegegrad 1 nicht unterschreiben würde. Ziel muss sein, daß du wieder mit bzw. trotz deiner Erkrankung leben kannst. Und nicht, daß du es dir mit der Krankheit so gemütlich wie möglich einrichtest. Erst recht nicht mit 25 Jahren, da kannst du doch noch nicht aufgeben !

Kurz eingeworfen: ich kenne das selbst, bin nach ein paar akuten Panikattacken stundenlang um den nächsten Supermarkt geschlichen und habe mich einfach nicht rein getraut. Bin immer wieder unverrichteter Dinge nach Hause geschlichen und war nur noch sauer und enttäuscht und deprimiert, weil ich wieder eine Niederlage erlitten habe. Ich wollte nach draußen und konnte noch nicht einmal 2 Meter vor die Tür. Konnte auf dem Weg zur Arbeit eine Straße nicht überqueren und umdrehen. Und so weiter...

Du musst gegen die Krankheit kämpfen, nicht gegen die Krankenkasse.
Ein Patentrezept dafür kann ich dir natürlich auch nicht liefern (leider !) - aber ich weiß aus eigener Erfahrung, daß es geht. Und daß es sich lohnt.

16.04.2019 14:42 • x 3 #7


dont_panic

dont_panic


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Solche Leute habe ich ja echt gefressen:
anmelden, einen Beitrag in's Forum rotzen und sich nie wieder melden

22.04.2019 10:53 • x 1 #8


Schlaflose

Schlaflose


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Zitat von dont_panic:
Solche Leute habe ich ja echt gefressen:
anmelden, einen Beitrag in's Forum rotzen und sich nie wieder melden


Wahrscheinlich haben ihm einige Antworten nicht zugesagt

23.04.2019 13:19 • x 1 #9




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