Pfeil rechts
6

Bellona
Hallo zusammen,

die Rentenversicherung fordert eine ärztliche Untersuchung von mir. Nachdem ich bereits 2 Termine abgesagt habe, da bei der ersten Vorladung einfach gar kein Arzt und bei der zweiten Vorladung dann einer, der lediglich als Internist und nirgends als Facharzt angegeben war, einen richtigen Psychiater / Neurologen als Gutachter zugewiesen bekommen.

Zwei Dinge beschäftigen mich nun:

1. Aktuell befinde ich mich in einem massiven Loch / einer Angstspirale und weiß nicht einmal ob ich den Termin bei meinem Hausarzt am 13., der im selben Dorf ist, packe. Sowohl die Rentenstelle, als auch die bisher vorgeschlagenen Ärzte befinden sich ca. 20-30 min Autofahrt entfernt. Besteht die Möglichkeit sich im Notfall attestieren zu lassen, dass man gesundheitlich nicht in der Lage ist zum Gutachter hin zu fahren, einem dann ggf. sogar jemand nach Hause geschickt wird, o.Ä.?

2. Der mir zugeteilte Arzt hat massivst viele, zu 90% schlechte Bewertungen. Und ich meine damit nicht bloß 3 oder 4. Ich spreche hier eher von zwei bis dreistelligen Zahlen auf verschiedensten Plattformen. Die meisten Leute schreiben, dass er sich für die Gutachten nur 5-10 min Zeit nimmt, einen nicht einmal anschaut, geschweigedenn richtig zuhört, sehr unfreundlich und beleidigend ist - sogar Sprüche über das Übergewicht seiner Patienten macht und sie nicht als krank, sondern zu faul zum arbeiten bezeichnet hätte.
Klar sind Gutachter wahrscheinlich gerne mal die A-löcher. Bei ein paar wenigen solcher Rezensionen hätte ich auch abgewunken. Aber die schiere Anzahl aus unterschiedlichen Jahren und verschiedenen Plattformen finde ich dann doch erschreckend.

Ich frage mich also ob ich das Recht hätte ihn deswegen abzulehnen?
Es hängt schließlich schon ein Bisschen was davon ab und leider spielt es mir auch absolut nicht in die Karten, dass ich aktuell keine Atteste von einem Facharzt erbringen kann, da ich mich seit Jahren nur noch von meinem Hausarzt behandeln lasse (Erklärung würde zu lange dauern, verschiedenste Angst und Vertrauensprobleme).
Ich will mir auch gar nicht ausmalen wie furchtbar es sein muss als Hilfesuchender, sowieso schon angeschlagen, an so jemanden zu geraten. In meiner jetzigen Situation wäre es auch echt Horror für mich grob behandelt zu werden, wenns um meine Leiden geht. Zumal ich generell schon große Probleme mit fremden Ärzten habe.

Vielleicht weiß ja jemand Rat.

Liebe Grüße

05.12.2021 02:41 • 06.12.2021 #1


5 Antworten ↓


Hedwig
Du hast bei so Terminen das Recht auf einen Beistand. Ich nehme immer jemanden vom sozialpsychiatrischen Dienst mit. Da trauen die sich bei der RV nicht so schnell zu besch.rn. Mein Gutachter war sehr nett. Und wusste da schaut ne andere offizielle Stelle mit drauf.

05.12.2021 08:09 • x 1 #2



Rentenversicherung - Gutachter ablehnen?

x 3


Abendschein
Ich mußte einmal zu einem medizinischen Dienst, weil ich Arbeitslos war, also auch ein Gutachter.
Mir war gar nicht gut bei dem Gedanken, weil ja immer viele davon reden, das es eben A.Löcher sind.

Mein medizinischer Dienst, war eine Frau. Ojeh noch schlimmer.
Sie war sehr nett und hat mich untersucht, um dann festzustellen, das ich den Beruf, indem ich
jetzt bin, nicht mehr ausüben brauche, auf Grund meiner körperlichen Beschwerden.

Ich würde Dir empfehlen, hinzugehen. vielleicht ist er bei Dir ganz anders.
Nur Mut!

05.12.2021 09:02 • x 3 #3


Hatte auch gerade wieder so einen Pseudo-Psychiater als Gutachter, der von vornherein misstrauisch erschien.

Ich schätze, dass die Rentenkasse auch gerne vorsätzlich solche Ärzte beauftragt, die gerne ablehnen.

Der Antrag muss aber noch durch andere Stellen und Du kannst genau dieses dreiste Verhalten anprangern und direkt schonmal auf einen Anwalt verweisen, wenn das so laufen soll.

Aber warte erstmal ab. Ein bisschen machen die wahrscheinlich auch Druck, um einen aus der Reserve zu locken.

06.12.2021 13:25 • #4


boomerine
Ich weis nicht ob das so eine gute Idee ist, den Gutachter abzulehnen ?

Ich würde Dir raten, du willst etwas, von der Rentenversicherung,

bist aber erst 32 Jahre alt und kannst nichts vorlegen.

Da wirst du durch müssen, ob A.... oder nicht.

Ohne Unterlagen und Gutachten und sonstigen ?

06.12.2021 17:10 • x 1 #5


Ich würde folgendes tun: den Gutachter aus vollem Herzen annehmen. Ihm glaubhaft und nachvollziehbar aufzeigen, dass ich gekämpft habe und arbeiten wollte, aber die Krankheit immer wieder so zuschlug, dass nichts mehr ging. Medikamente nachweisen, Arztbesuche, Therapien, Klinikaufenthalte. Er muss sehen, dass Du wolltest, aber von deiner psychischen/körperlichen erkrankung daran zu einhundertzweiunddreißig Prozent gehindert wurdest. Alle Hintenherum-Recherchen und Beurteilungen sind völlig belanglos. Sei echt!

06.12.2021 18:15 • x 1 #6




Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag