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M
Hallo zusammen,
ich bin jetzt schon seit einigen Jahren mit meiner Partnerin zusammen und liebe sie sehr.
Sie hatte vor Jahren schonmal den ein oder anderen Unfall - sicher eine größere Belastung als bei vielen anderen, da sie auch lange in einem KKH gelegen hat.
Nun ist sie aber Ende dreißig und hat permanent irgendwas. Das ging letztes Jahr soweit, dass ich sie nachts ins Krankenhaus gefahren habe, weil sie total panisch wurde. Die Symptome die hier in den Foren aufgeführt werden, kenne ich auch schon alle. Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Einschlafende Gliedmase, Kribbeln im Gesicht, Taubheit, Stechen hier und stechen da, Herzstolpern - ich höre mir nur noch Krankheitsgeschichten an. Medizinisch ist sie aber gesund.
Je nachdem , je mehr Streß sie hat um so schlimmer wird es.
Da es aktuell wieder ganz schlimm ist und sie schwanger ist, weiß ich mir bald nicht mehr zu helfen. Soll ich sie knallhart drauf ansprechen, dass sie sich vieles einbildet oder was nützt ihr am meisten, dass sie nicht so extrem sensibilisiert ist und permanent die Panik kriegt und morgen schon wieder zum Arzt will ...... ?

19.05.2009 15:13 • 19.05.2009 #1


5 Antworten ↓


C
Hallo....
herzlichen Glückwunsch...zum bald Papa werden. .
Hat deine Freundin schon mal eine Therapie gemacht?.

lg.

19.05.2009 15:41 • #2


A


Wie gehe ich als Partner damit um ?

x 3


M
ja, in einer generellen Therapie - nichts spezifisches!

19.05.2009 16:16 • #3


X
Hallo Mik!
Mir geht es wie deiner Freundin.Bin Schwanger und habe seit letzden Jahr,Herzrassen und auch mir würde gesagt das ich gesund bin.Es ist nicht einfach da mit um zu gehn für denn der das hatt und denn Patner,das merge ich bei mein freund.Sei einfach für deine Freundin da und sag ihr was du denkst darüber. Kannst deiner Freundin auch sagen das du dir sogen um sie machst,und das alles auch nicht einfach für dich ist.Liebe Grüße Sunshine

19.05.2009 16:58 • #4


W
Hi Mik!

ich bin zwar kein Partner, aber ich hab einen. Und ich kann dir mal aus meiner Sicht schildern, was mir gut täte und was mir gar nicht bekommt. Mein Mann bemüht sich sehr selten um mich. Es wäre schon schön, wenn er einfach mal einen Arm um mich legen würde und sagen könnte: Komm, mach dir keine Sorgen, alles ist gut! Da er selbst, wie du, sehr unter der Situation leidet, ist er aber aus seiner Sicht nicht dazu in der Lage (wobei ich allerdings denke, dass er vom Typ her generell nicht in der Lage ist, sensibel auf andere zuzugehen). Stattdessen nimmt er mich entweder auf den Arm (wenn ich sage, hier oder da tuts weh, dann antwortete er z.B. Ach, haben wir mal wieder Augenkrebs? oder Na, das ist bestimmt ein fieser Tumor). Das ist natürlich ganz übel für mich. Oder er regt sich furchtbar auf und schreibt rum, er könne das nicht mehr aushalten, ich solle endlich eine Therapie machen, sonst dreht er durch und blablabla...

Also, nicht so,dass er diese Ausraster immer hat, aber wenn es mal wieder eskaliert (also wenn ich UND er besonders viel Stress im Beruf etc. haben), dann entgleitet die Situation gänzlich. Beide Reaktionen von ihm sind für mich wie Gift und machen mich immer fix und fertig. Auch wenn ich ansatzweise verstehe, dass ihr Nichtängstler alles nur doof und blöd und bescheuert findet. Aber ich glaube auch, dass ihr nur Teilgeschädigte seid. Die Hauptlast tragen wir. Die permanente Angst, das Angespanntsein, das Bangen, die Unsicherheit, Panikattacken und so weiter - das ist sooooo schrecklich anstrengend und belastend und an manchen Tagen einfach nur schlimm. Das alles schränkt unser Leben massiv ein. Klar, wenn Partner oder Kinder da sind, dann müssen die das Päckchen mittragen. Aber den schwereren PArt haben wir, die Angstpatienten.

Ich empfehle euch: Geht GEMEINSAM zu einem Psychologen oder einem Nervenarzt. Wenn deine PArtnerin eine Therapie macht (und zwar eine richtige in Bezug auf ihre Krankheitsangst), dann begleite sie, falls das erforderlich ist. Den ersten Schritt würde ich aber an eurer STelle gemeinsam tun. Das tut ihr gut, und gleichzeitig bekommst du vielleicht einen besseren Einblick auf das Gefühlsleben deiner Partnerin. Grade jetzt, wo ein Baby unterwegs ist, solltet ihr zusammenhalten.

Also nicht falsch verstehen: Du sollst dich nicht einfach mit der Situation abfinden und sagen, dass du nichts tun kannst. Du musst aber auch verdammt viel Energie und Spürsinn aufwenden, damit du auf dem schmalen Grad gut entlang balancieren kannst zwischen unterstützen und dich selbst nicht kaputt machen lassen. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine.

Ich wünsche dir / euch viel Glück, vor allem eine gute Schwangerschaft weiterhin und ich hoffe, euch gelingt es besser, die Angst deiner Partnerin GEMEINSAM anzugehen.

Wonnie

19.05.2009 19:46 • #5


M
Hallo Mik, Hallo Wonnie

Mik, Wonnie hat vollkommen recht. Das einzige was ein Angstpatient NICHT braucht, ist das der Partner sich drüber lustig macht! Das ist ganz schlimm für den ANgsthase...
Mein Freund war am Anfang aber auch so ähnlich.
Er hat einfach nicht verstanden, was mit mir los ist.
ER konnte das nicht verstehen, schlecht nachvoll ziehen..
Irgendwann habe ich Ihn dann mit zum meinem damaligen Therapeut mitgenommen, und ich glaube das war der Moment, wo bei ihm ein Schalter umgeklappt ist.
Er ist wirklich sehr lieb.
Du musst deine Freundin auch fragen, viel mit ihr reden, welche Zuneigung sie gern wieviel hätte, ob sie mal allein sein will oder ob da bei ihr sein sollst...usw..
Immer sehr wichtig: mit ihr reden!
Irgendwann kommst du dahinter, in welchen Situationen du mit ihr wie umgehn musst/könntest.
Wenn ich eine schlimme Attacke habe oder es mir einfach mal nen ganzen Tag beschissen geht, versucht mein Freund viel bei mir zu sein, mir zuzureden und VOR ALLEM ganz viel kuscheln und in Arm nehmen..so etwas brauche ich dann...


Ich würde auch vorschlagen das sich deine Freundin einen richtigen Therapeut in bezug auf Krankheitsängste suchst und du da mitgehst, wenn SIE das möchte.. und ansonsten, wie gesagt, ganz vieel mit ihr reden.. Wie´s ihr geht, was du für sie tun kannst!!



Ich hoffe ich konnte dir auch ein bisschen helfen!

LG
Mia

19.05.2009 20:34 • #6






Prof. Dr. Heuser-Collier