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Hi an alle,

ich lese hier schon sehr lange mit, immer mal wieder, je nach Zustand. Nun ist es so schlimm, dass ich mich angemeldet habe. Irgendwie komme ich alleine mit der Sache nicht mehr klar und mein Umfeld nimmt mich nicht so wirklich Ernst.

Angefangen hat der ganze Horror vor gut 7 Wochen. Da habe ich eine tote Fledermaus unter meinem Bett gefunden. Ich habe es nur deshalb bemerkt, weil sie verwest ist und es entsprechend gerochen hat. Wir haben die Fledermaus entsorgt. Reingekommen ist die Fledermaus durch unsere Katze, die sie in irgendeiner Form auf dem eingenetzten Balkon aufgegabelt haben muss. September/Oktober ist die Zeit der Wanderschaft, die Fledermäuse verlassen ihre Quartiere und können schon mal ins Haus kommen. Meine Katze hat mit der Fledermaus gespielt und ich erinnere aus der Nacht noch, dass meine Katze etwas wild war. Von der Fledermaus habe ich nichts mitbekommen.

Nach zwei Tagen kam mir dann der Gedanke, dass diese Tiere ja Tollwut übertragen können. Seitdem ist mein Leben die Hölle. An unseren Körpern fand ich jeweils einen Kratzer. Bei mir am Bein, 5 cm lang und kräftig, bei meinem Kleinkind ähnlich an der Hand. Nun haben Kinder immer mal solche Kratzer. Ich habe an der Stelle am Bein schon ein paar Narben, irgendwie scheint da immer mal was zu passieren. Aber diesen Kratzer kann ich nicht zuordnen. Bei meinem Kind gehe ich mal davon aus, dass mein hypochondrischer Angstkopf diesen Kratzer am Morgen schon entdeckt hätte, gesehen habe ich ihn erst mittags nach der Kita und da sah der sehr frisch aus.

Kinderärztin: "auf Tollwut wäre ich gar nicht gekommen"
NABU: "die Art, die in Häuser kommen kann, ist nicht von Tollwut betroffen. Sache vergessen."
Veterinäramt: "seit zwei Jahren wurde keine Fledermaus mehr mit Tollwut hier entdeckt, Eingeschickte waren negativ"
Amtsärztin: " eine Impfung bei Ihnen aufgrund dieser Sache wäre ein Kunstfehler, bei Ihrem Kind Körperverletzung"
Fledermausspezialist:" Fledermäuse können haben so kleine Krallen, es ist fraglich, ob sie überhaupt die Haut verletzen könnten".

Mein Kopf denkt sich immer neue Szenarien aus. Dass uns die Fledermaus im Todeskampf angegriffen hat. Dass meine Katze Soff von der an den Krallen hatte und mich oder den Kleinen danach gekratzt und infiziert hat.

Nachts schlafe ich kaum, ich ekel mich vor meinem Schlafzimmer, vor meiner Katze und vor meiner Wohnung. Mein Bein kribbelt und schmerzt ohne Ende an der Stelle, wo der Kratzer war. Ich denke jeden Abend, morgen ist es vorbei und zwar auf die schlimmste und qualvollste Art und Weise. Dann sehe ich mein Kind nicht mehr aufwachsen und er hat keine Mama mehr. Oder andersrum, er stirbt an Tollwut.

Ich kann mich zu nichts mehr aufraffen. Uni ist egal, ich sterbe eh bald. Einkaufen...wozu? Es ist echt die schlimmste Qual, die ich jemals durchgemacht habe. Eine Impfung könnte mich beruhigen, aber dann denke ich auch wieder- 5 Impfungen in mein Kleinkind reinjagen, obwohl alle sagen, es sei Quatsch? Dazu kommt, dass ich erst mal jemanden finden müsste, der uns impft. Seitdem das "passiert" ist, bewege ich mich echt in einer permanenten Panikattacke durchs Leben.

Ich weiß auch gar nicht, was Ihr dazu sagen sollt. Aber danke fürs Lesen.

24.10.2018 16:34 • 26.10.2018 #1


23 Antworten ↓


Safira
Ja also wenn ich so eine Panik hätte. Würde mir einfallen auch mal nach der Inkubationszeit zu fragen. Und wenn ich danach keine Symptome bekomme also Schaum vorm Mund, dann würde ich mich beruhigen. So extrem lange kann doch diese Inkubationszeit von Tollwut nicht sein oder?

24.10.2018 16:41 • x 1 #2



Tote Fledermaus unter dem Bett, Angst vor Tollwut

x 3


Die Inkubationszeit kann Monate bis Jahre betragen.

24.10.2018 16:44 • #3


Rastaman
Tollwut ist in Deutschland praktisch ausgerottet. Die sich die Krankheit einfangen, waren im Ausland, z.B. Indien(dort ist es wirklich noch ein grosses Problem).
Ich würde mir also keine Sorgen machen. Du hast Dir doch nicht selbst Wunden beigebracht und diese mit der Fledermaus eingerieben?

24.10.2018 17:26 • #4


Mach Dich doch nicht verrückt, @Chogue .
Die Einschätzungen von Kinder - und Amtsärztin, Nabu und Veterinäramt sind eindeutig! Dem entgegen stehen nur Deine Katastrophengedanken, die (pardon) aberwitzig sind.
Ein Restrisiko bleibt im Leben immer, so banal das klingen mag.
Man muss lernen, damit klarzukommen.

24.10.2018 18:13 • #5


Natürlich habe ich das nicht gemacht.

Wer eine Angststörung hat weiß, wie schlecht man sich fühlt und dass das Leben kaum noch lebenswert ist... auch wenn es nicht unbedingt rational nachvollziehbar ist. Ich komme halt nicht raus aus den Angstgedanken.

Die katze könnte Blut oder Speichel an den Krallen gehabt haben.

24.10.2018 18:14 • #6


Safira
Zitat von Chingachgook:
Mach Dich doch nicht verrückt, @Chogue .
Die Einschätzungen von Kinder - und Amtsärztin, Nabu und Veterinäramt sind eindeutig! Dem entgegen stehen nur Deine Katastrophengedanken, die (pardon) aberwitzig sind.
Ein Restrisiko bleibt im Leben immer, so banal das klingen mag.
Man muss lernen, damit klarzukommen.

Aber genau das ist doch der punkt. Wenn die Angst einen Krankheitswert erreicht hat kann man nicht mehr rational denken. Das ist ja das schlimme. Da bringen die Sprüche "mach Dich nicht verrückt" gar nichts, oder "versuch mal damit klarzukommen das ein Restrisiko bleibt"
Es kommt auch immer darauf an wie man es sagt.

@Chogue hast Du während Deiner Angstkarriere schon ein paar Methoden erfolgreich praktizieren können um Dich selbst zu beruhigen?

24.10.2018 18:26 • #7


Zitat von Safira:
Da bringen die Sprüche "mach Dich nicht verrückt" gar nichts, oder "versuch mal damit klarzukommen das ein Restrisiko bleibt"

Das kann man so pauschal nicht sagen.
Mir z.B. hat einmal die schlichte Aussage :"Wird alles nicht so heiss gegessen, wie gekocht.....!" in einer bestimmten Situation sehr geholfen.
Vielleicht sogar zu meinem eigenen Erstaunen.

24.10.2018 18:34 • #8


Safira
Zitat von Chingachgook:
Das kann man so pauschal nicht sagen.
Mir z.B. hat einmal die schlichte Aussage :"Wird alles nicht so heiss gegessen, wie gekocht.....!" in einer bestimmten Situation sehr geholfen.
Vielleicht sogar zu meinem eigenen Erstaunen.

ich versteh Dich schon, nur es klang etwas flacksig vorhin

24.10.2018 18:37 • #9


Zitat von Safira:
ich versteh Dich schon, nur es klang etwas flacksig vorhin


Kein Problem. Soll sich @Chogue halt rauspicken, was ihr hilft!

24.10.2018 18:41 • #10


Hotin
Hallo Chogue,

schön, dass Du Dich hier angemeldet hast.

Das und wie Du Dich in Deine Angst hineinsteigerst, ist ziemlich einfach zu verstehen.
Mit etwas Übung schafft das jeder Mensch, wenn er es will. Du scheinst es schon viele
Jahre geübt zu haben.
Bitte mach Dir keine Gedanken mehr darüber, was alles wegen einer toten Fledermaus
passieren könnte.
Du hast Ärzte gefragt und kannst daher sicher sein, dass für euch keinerlei Gefahr besteht.
Bitte versuche ruhig zu bleiben und Deinen normalen Alltag weiter zu leben, ohne Dir ständig
darüber Gedanken zu machen, was alles passieren könnte.

Zitat:
Ich kann mich zu nichts mehr aufraffen. Uni ist egal, ich sterbe eh bald.


Diese Aussage ist falsch. Du denkst Dir etwas aus, was nicht eintreten wird.

Zitat:
Seitdem das "passiert" ist, bewege ich mich echt in einer permanenten Panikattacke durchs Leben.


Was ist das, was Du hier beschreibst? Ist das für die anderen eine Beschreibung, dass
Panikattacken häufig dann entstehen, wenn man sich in die Angst selbst hineinsteigert?

Zitat:
Irgendwie komme ich alleine mit der Sache nicht mehr klar.


Wenn Du das Gefühl hast, mit Deinen Ängsten nicht mehr klar zu kommen, dann
bitte ich Dich, sprich am besten morgen mit Deinem Hausarzt darüber.
Bestimmt kann er Dir weiterhelfen.

Gute Besserung

Bernhard

24.10.2018 19:05 • x 1 #11


Ich habe es nie wirklich gelernt, meine Ängste in den Griff zu bekommen. Also ich habe keine speziellen Skills dafür in der Therapie erlernt oder so. Ich habe die Ängste einfach ignoriert, hab mich nicht kleinkriegen lassen. Das Reisen hat mir sehr viel geholfen.

2011 dachte ich mal ein paar Monate lang, ich würde verrückt werden. Das ging irgendwann wieder weg. Ich versuche halt, mein Ding zu machen und die Dinge zu tun, die ich mag.

In letzter Zeit klappt das kaum noch. Und ein Kind macht noch ängstlicher. Die Fledermaus war halt ein schöner Trigger und nun ist es schlimmer als je zuvor.

24.10.2018 21:53 • x 2 #12


Hotin
Zitat:
Ich habe es nie wirklich gelernt, meine Ängste in den Griff zu bekommen.


Du könntest doch nun mal damit beginnen.
Zitat:
Und ein Kind macht noch ängstlicher.


Das kann gut sein.
Zitat:
Die Fledermaus war halt ein schöner Trigger und nun ist es schlimmer als je zuvor.


Wunderbar, wenn Du es nur als Trigger siehst.
Dann versuche nun Deiner Angst einen sachlichen "Stopp" zu setzen und kehre in den Alltag zurück.

24.10.2018 22:22 • #13


Safira
Zitat von Chingachgook:

Kein Problem. Soll sich @Chogue halt rauspicken, was ihr hilft!

Genau

24.10.2018 22:24 • #14


Heute war es wieder so schlimm, dass ich noch mal beim Arzt war. Sie ruft nun morgen bei einem Spezialisten an, weil sie selber dazu nichts sagen kann.

Mein Bein schmerzt und kribbelt und ich heule nur. Sitze wie gelähmt herum und kann mich um nichts wirklich kümmern. So ein Leben ist nicht lebenswert. Dass es auf eine so schlimme Art und weise wie der Tollwut beendet wird, möchte ich aber auch nicht. Wäre das bloß nie passiert.

25.10.2018 19:02 • #15


Hotin
Zitat von Chogue:
Mein Bein schmerzt und kribbelt und ich heule nur. Sitze wie gelähmt herum... Wäre das bloß nie passiert.


Liebe Chogue,

dann wäre etwas anderes passiert, was Dir Panik gemacht hätte.

Dir wird gar nichts geschehen.
Alles geht gut weiter.

Bernhard

25.10.2018 19:17 • x 1 #16


Safira
Gibt es denn kein Tollwut Test

25.10.2018 19:22 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Rastaman
Lass Dein Blut auf Tollwut testen. Wenn es sein muss, auch auf eigene Kosten. Ansonsten drehst Du wohl weiterhin am Rad.

26.10.2018 01:11 • #18


Hi.

es wäre traumhaft, wenn das ginge. Geht aber nicht.

26.10.2018 10:59 • #19


Rastaman
warum nicht?

26.10.2018 13:12 • #20



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