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Bella1988
Zitat von Mave:
Hallo, ich bin 39 Jahre, Mutter eines 16 Monate alten Sohnes, und leider geht es hier mal wieder um die Angst bzw zum Teil schon Vermutung, ALS zu haben. Ich schreibe hier sehr sachlich, jedoch ist mein Leidensdruck und meine Angst, derart hoch, dasd ich zum Teil kaum noch mein Kind anschauen kann, ohne in Tränen auszubrechen, aus Panik, es müsse bald ohne mich aufwachsen.Bereits seit über 2 Jahren leide ich an Muskelzuckungen am ganzen Körper, die in der Schwangerschaft ihren Höhepunkt erreicht hatten mit starken Zuckungen im Gesicht und zuckelnden Zehen und Fingern. Während der ...



Hallo liebes,
Ich bin 32 und Mama
Einer 2 jährigen Tochter. Ich bin alleinerziehend. Dadurch bedingt habe ich natürlich einen Schlafmangel, viele Sorgen und Ängste und bin einfach wirklich am
Limit. Vor 6 Wochen gingen bei mir die Zuckungen los... es ging am Auge los, einen ganzen Tag und am Tag darauf war es plötzlich überall. Seitdem zuckt es - mal mehr, mal weniger. Mal gefühlt einen halben Tag gar nicht und dann geht es plötzlich wieder richtig los. Es macht mich wahnsinnig - ich habe wirklich unendlich große Angst. Wenn ich meine kleine Tochter ins Bett bringe und sie eingeschlafen ist, laufen mir die Tränen über die Wangen, aus Angst das ich sie irgendwo abgeben muss und nicht mehr für sie sorgen kann.
Ich verstehe dich einfach so sehr. Aber ich denke bei all deinen Untersuchungen kannst du wirklich den Ärzten glauben und vertrauen. Nimmst du Magnesium? Wandern die Zuckungen (Wade, arm, Bauch, po etc ) immer kurz oder verweilen sie an einem Ort ?
Warst du bei der Hypnose ?

Ganz liebe Grüße
Bella

23.05.2020 21:04 • #301


Lemon
Liebe @Bella1988 + @Mave

ich kann mir das gut vorstellen - wenn man ein Kind hat, hat man noch mehr Ängste wahrscheinlich, weil man noch für einen anderen Menschen mit verantwortlich ist.

Ich glaube, dass ihr beide extrem unter Stress steht und diese Anspannung der Muskeln, die ihr da unbewusst aufrechterhaltet, sich dann in solche Zuckungen entlädt. Guckt mal, es ist doch nicht wahrscheinlich, dass von einem Tag auf den anderen an ganz vielen Muskeln gleichzeitig eine "Zerstörung" der Muskeln beginnt. Und dann hättest ihr bestimmt inzwischen auch mal irgendwo im Alltag gemerkt, dass für irgendwas die Kraft fehlt.

Ich zum Beispiel mach mich ja auch momentan verrückt wegen dem zuckenden Muskel in meiner Hand. Gestern Abend war ich so angespannt deshalb, dass dann plötzlich auch Muskeln in meinen Beinen anfingen zu zucken, dann im Fuß, im Oberarm, der Kopf... Aber bei diesen habe ich mir dann selbst gesagt: Nein, das ist jetzt so plötzlich und überall verteilt - dieser Teil ist jetzt definitiv durch meine Angst selbst bedingt.

Stress, Schlafmangel, Angst... das entlädt sich so.

23.05.2020 21:55 • x 1 #302



Muskelzucken und die Angst vor ALS

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Bella1988
Danke du liebe,
Ja das ist wirklich sehr plausibel ... man hört halt mal hier mal da, dass es manchmal auch ein Symptom der ALS ist. Diffuse fazikulationen! Jedoch mit Schwäche... die man ja auch anfängt sich einzubilden. Wenn man erst mal in dem Kreis drin ist ... ich wünsche mir einfach nur für meine Tochter da sein zu können. Das ist das aller wichtigste. Manchmal ist es so schlimm, dass ich denke : naja was solls, wir sterben alle, wenigstens kann man noch ein wenig planen etc ... super gestört. Dann sage ich aber auch jetzt reicht es mal ! Naja ... so ist das. An Vatertag sind wir 30 km Fahrrad gefahren. Das ging super, bis zu dem Zeitpunkt als ich wieder Angst bekam und dachte ich habe eigl gar keine Kraft mehr etc. Naja und dann war Pause und die Beinen haben gezuckt wie nichts gutes ..... am 1.7. habe ich nochmal einen neuro Termin. Habe so große Angst davor ..

23.05.2020 22:05 • x 1 #303


Lemon
Ja Schwäche kann man sich auch echt gut einbilden. Das hatte ich letztes Jahr länger mit meinen Beinen, monatelang. Ich erinnere mich, dass ich vor 10 Jahren, als ich auch schon Angst vor ALS hatte, das Gefühl hatte, ich kann nicht mehr meine Haare kämmen, weil mein Arm so schwach ist.

Ich drück die Daumen für den Termin beim Neurologen! Aber es ist bestimmt beruhigend dann!

24.05.2020 00:03 • x 1 #304


13.09.2020 11:55 • #305


Icefalki
Hypochonder zu beruhigen, geht nicht. Du solltest an deiner Hypochondrie arbeiten, denn du wirst immer etwas feststellen, das deiner Problematik Nahrung gibt. Ergo, bekämpfe die Ursache und nicht die Symtome der Ursache.

13.09.2020 13:57 • x 1 #306


Vielen dank für deine netten Worte. Wie bekämpft man die Ursache. Leider kenne ich diese Ursache nicht mal. Es fühlt sich so echt/real an diese Angst. Man könnte nur heule und das als erwachsener Mann.

13.09.2020 14:13 • #307


Icefalki
Wie sieht es mit Kontrolle, mit Selbstbewusstsein, mit Abgrenzung, mit Funktionieren und Vertrauen aus?

13.09.2020 16:55 • #308


Kontrolle wird bei mir groß geschrieben, ich würde gerne alles Kontrollieren. Selbstbewusstsein wenig vorhanden. Abgrenzung stimmt weil ich denke tot krank zu sein. Vertrauen kann ich nicht wirklich daher auch mein Kontrollieren.
Aber ich habe keine Kontrolle über das Zucken und kein Vertrauen über meinen Körper

13.09.2020 19:19 • #309


Magnesium hast du sicher schon probiert?
Ich kenne diese Ängste nur zu gut. Aber wenn es passiert, dass du krank wirst, dann ist das so. Es kann jede/n treffen. Falls du irgendwann Krebs oder sonstwas bekommst, möchtest du auf ein Leben voller Ängste zurückblicken? Auf manche Dinge hat man keinen Einfluss, egal, wie viel Kontrolle man versucht auszuüben. Vielleicht hilft es, die Vorstellung loszulassen, dass du im Leben alles festhalten kannst, wenn du nur wachsam und aufmerksam genug bist. Versuch dir zu denken: Ok, dann sterbe ich halt. Dich mit dem Worst Case auseinanderzusetzenden, dich mit dem Gedanken zu konfrontieren und die Eventualität zu akzeptieren. Dass nichts im Leben garantiert ist, haben wir alle gemeinsam.

Habe letztens ein Hörbuch gehört zu Buddhistischer Psychologie. Möchte hier keine Werbung machen, aber du kannst ja mal googeln. Ein anderer Ansatz als der ganze VT-Einheitsbrei. Targetiert eher die fundamentale Wahrnehmung und das Verständnis von sich selbst und der Welt. Die ersten Kapitel waren super hilfreich! Irgendwann habe ich dann aber abgebrochen.

13.09.2020 19:30 • #310


Sabarina86
Zitat von bunnygucker:
Keine Angst, in diesem Forum wirst du nicht ausgelacht wenn du dich vor etwas fürchtest. Wie alt bist du? Das mittlere Ausbruchstalter für ALS ist 56. Bengine Faszikulationen hatte ich auch am ganzen Körper - so wie du beschreibst, als ich meine Stiefmama betreut habe die tasächlich an ALS gestorben ist. Daher weiß ich auch ganz sicher dass die Anfangssymptome die Schwächegefühle in Fingern, Zehen und folgend dann in Armen und Beinen sind. Z.B. hättest du Probleme die Zehen zusammen zu ziehen, die Faust zu ballen. Weiters einen Stecker aus der Dose zu ziehen, den Schlüssel im Schloß zu drehen usw. Die Zuckungen bei ALS-Patienten treten auf weil die Nerven die Muskeln durch die absterbenden Verbindungsstücke (Motoneuronen) nicht mehr ansprechen können und praktisch "ins Leere" feuern. Das hat man aber nicht am ganzen Körper und immer irgendwo anders, sondern in den Regionen wo es anfängt also Unterarm, Finger usw. Das springt nicht über den ganzen Körper. Viele GrüßeBunny



Hallo bist du noch aktiv

29.11.2020 16:21 • #311



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Dr. Matthias Nagel