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Hi zusammen,

ich suche Rat.

Ich war schon immer hypochondrisch veranlagt. Hatte in meiner Jugend (nach meiner ersten PA) schon gefühlt alle Krebsarten etc. durch, hab mich in alles reingesteigert. Ihr kennt das ja…

Auf alle Fälle gesellt sich zurzeit Agoraphobie oder irgendwie sowas dazu. Auch Depression, denke ich?

Folgendes.
Ich war in einer psychosomatischen Klinik, bin relativ stabil da rein. Konnte zwar nicht mehr arbeiten, dafür alles andere.
Naja, raus bin ich am 7.12. und bin ein Häufchen Elend, es wird immer schlimmer.
Die ganzen Patienten da drinnen haben mich dermaßen getriggert mit ihren Symptomen, dass es ganz aus war.
Sind dissoziiert, zusammengebrochen usw. Diese ganzen Gefühlsausbrüche, dieses ständig weinende Menschen sehen. Das hat mich völlig verrückt gemacht.
Zudem wurde mir einfach hingeworfen ich hätte eine Depression, ohne überhaupt mit einem Therapeuten gesprochen zu haben. Nur ein Fragebogen wurde ausgefüllt. Hab eigentlich nie an Depressionen gedacht! Und seitdem gehts bergab und ich hab Angst vor Suizid und allem möglichen! Davor war absolut nichts. Ich war fröhlich, konnte alle Gefühle spüren, hatte Antrieb…
Mir wurde gesagt ich soll in eine geschlossene Psychiatrie usw. obwohl ich denen ganz genau erklärt habe, dass mich die anderen Patienten einfach nur massivst triggern. Dass ich dieses Leid nicht mit ansehen kann, ohne dass sich Symptome auf mich übertragen.
Die haben mich völlig gaga gemacht da drin… Hatte auch nur zwei Einzelgespräche bei zwei verschiedenen Psychologen dort, mehr nicht.

Seitdem ist die Derealisation, die ich eigentlich immer ganz gut fand, ziemlich stark geworden.
Ich habe Angst verrückt zu werden, zu dissoziieren, genau wie die Patienten.
Hab richtige Panik wenn ich außer Haus muss. Auch zuhause drehen sich meine Gedanken nur um Dissoziation, Psychosen, Depressionen. Ganz übel. Und das seit Wochen. Das hatte ich davor NIE!
Ich habe extreme Panik, dass alles nie wieder besser wird. Ich steiger mich da so sehr rein, dass mir wirklich übel wird.

Meine Familie macht sich sorgen um mich, das macht die Ängste nochmal 10 mal schlimmer weil ich denke dass ich unheilbar psychisch krank bin.

Ich bin nur in die Klinik rein, weil ich jahrelang schon Probleme mit unterzucker hatte und eine Phobie davor entwickelt habe (und eine Mobbingzeit hinter mir habe).
Da Ärzte dazu nichts gefunden haben, sind sie von Psychosomatik ausgegangen.

Ich bin schlimmer raus, als ich reingegangen bin.

Sprechen meine Symptome für eine Hypochondrie?

Liebe Grüße

02.02.2022 15:28 • 02.02.2022 #1


2 Antworten ↓


TheViper
Zitat von JMina:
Hi zusammen, ich suche Rat. Ich war schon immer hypochondrisch veranlagt. Hatte in meiner Jugend (nach meiner ersten PA) schon gefühlt alle ...

Du wirst nicht verrückt, du hast riesen Angst. Es ist normal das es Menschen gibt, denen es dann schlechter geht. Wichtig ist erstmal das du versuchst ruhig zubleiben. Nicht jede Klinik hat einen guten Ruf, oder machen gute Arbeit. Du hast freie Auswahl, und in die geschlossene musst du nur, wenn du eine gefahr für dich und andere Menschen bist sonst nicht. Du musst versuchen deine Angst weg zubekommen, und versuch zureden nur so kann man dir helfen.

02.02.2022 15:49 • x 1 #2


GoodFriend
Mich hat mein damaliger Aufenthalt in der Psychosomatik auch an den Rand des Wahnsinns getrieben. Mitten in der Nacht kommen Pfleger ins Zimmer, dann morgens rückt ein ganzer Trupp an um Blutdruck zu messen, der zu Beginn noch völlig normal war und eine Woche später wundern sie sich über erhöhte Werte und verordnen 24h Messungen, die einen Nachts gar nicht mehr zur Ruhe kommen lassen. Einmal pro Woche kam der Oberarzt mit 10 Studenten zur Visite und man wird als Studienobjekt begutachtet, usw. Dort haben irgendwie alle einen an der Waffel. Die Ärzte schieben eh alles auf die Psyche und spätestens wenn man raus kommt, hat man ganz sicher psychische Probleme und nimmt 1-2 Psychopharmaka mehr.

Sicher gibts da auch bessere Erfahrungen, aber ich wollte da nicht mehr hin

02.02.2022 17:30 • x 5 #3




Dr. Matthias Nagel