Zitat von Fiora:Sind die Antikörper, die ein Impfling gegen den Vektorvirus bilden kann der potentielle Ausgangspunkt für die Blutgerinnung und damit für Hirnvenenthrombosen?
Das weiß ich nicht. Das Problem der Antikörper liegt aber eigentlich auf einer anderen Ebene. Wenn ein Mensch schon mal Kontakt mit einem Virus hatte, bildet er im Normalfall Antikörper dagegen. Das ist eine normale und ja auch grundsätzlich erwünschte Reaktion des Immunsystems.
Verwendet ein Vektorimpfstoff nun dieses, dem Körper bekannte und mit Antikörpern beantwortete Virus als Trägervirus, kann es passieren, dass im einfachsten Fall die Impfung deutlich schlechter oder gar nicht wirkt. Im schlechtesten Fall führt es zu Reaktionen, die auch schlimme Folgen haben kann, wie z.B. bei der Impfung gegen Denguefieber auf den Philippinen passiert oder wie sie im Zusammenhang mit HIV aufgetreten sind - eine Zielgruppe, die bei Vektorimpfstoffen ohnehin besondere Vorsicht walten lassen sollte. In diesem Zusammenhang ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum man nicht auf Antikörper getestet wird, bevor man mit einem Vektorimpfstoff geimpft wird. Ich kann nur vermuten, dass das Risiko als vernachlässigbar eingestuft wird, und die schnelle Durchimpfung als höheres Ziel gilt.
Das Ärzteblatt formuliert das so: "Aufgrund der anzunehmenden Immunität nach durchgemachter Infektion,
zur Vermeidung überschießender Nebenwirkungen und in Anbetracht des aktuell bestehenden Impfstoffmangels" sollten ehemals an COVID-19 erkrankte Personen aber im Regelfall etwa sechs Monate nach Genesung eine Impfung erhalten, unter Berücksichtigung der Priorisierung" (Hervorhebung durch mich, Quelle:
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/...utzimpfung)
Vereinfacht ausgedrückt sind Vektorimpfstoffe am vielversprechendsten bei Pandemien mit Erregern, die vorher den Menschen nicht betroffen haben. Gab es keine Kontaktmöglichkeit mit dem Virus, gibt es auch keine Antikörper und demzufolge keine entsprechenden Reaktionen.