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Hallo. ich leide jetzt seit ca. 8 Monaten wieder unter Panikattacken und ständiger Angst vor Krankheiten. Hatte das ganze vor 5 Jahren schonmal (für ein halbes Jahr), es ging mir da aber relativ schnell wieder besser und ich war die 5 Jahre so gut wie symptomfrei. Meine hauptsächlichen körperlichen Symptome sind Schwindel (in die Richtung Benommenheit, als würde ich umkippen), innere Unruhe und ich habe das Gefühl mein Herz ist schwach (habe öfter einen erhöhten Ruhepuls, aber nicht so ein "Aufregungs-Herzklopfen" , sondern eher kleine, schwache Schläge. Mein anderes Problem ist das ich auch extrem Angst vor Ärzten hab und ich deshalb keine Untersuchungen hab machen lassen wie z. B. Blutabnahme oder EKG. Mein Arzt war ich aber zum reden und der meinte es wäre wohl eine Angststörung wobei auch ich selbst direkt meinte ich hab wieder Panikattacken. Außerdem meinte der Arzt auch, dass meine Symptome wohl psychosomatisch sind und er es verantworten könnte, mich nicht weiter zu untersuchen.

Vor 5 Jahren wurde EKG gemacht, Blut abgenommen und auch Lungenfunktion war gut. Meint ihr es könnte sich etwas geändert haben? Diese Ungewissheit macht mich schon fertig aber die Angst vor den Untersuchungen ist halt auch riesig. Ich habe auch Angst, es könnte eine Schilddrüsenüberfunktion sein und das diese jetzt schon das Herz geschwächt hat. Wie lange braucht es, damit sich sowas entwickelt? Zu meinen Hauptsyptomen kommen außerdem noch viele andere zu die immer wechseln und jedes mal denke ich es ist eine Krankheit. Zu der ganzen Sache kommt, das ich das Haus fast nicht mehr verlasse. Ich hab ein Pferd und schaff es schon nicht es zu bewegen aber eigentlich hatte ich es wenigstens noch geschafft täglich für kurze Zeit hinzufahren aber ich hab das Gefühl, in letzter Zeit wird alles nur noch schlimmer und ich bin langsam echt am durchdrehen. Vielleicht könnt ihr ja mal eure Sicht der Lage schildern oder mir Tipps geben wie ich wieder zurück in ein glückliche(re)s Leben finde.

22.06.2020 20:11 • 16.11.2020 x 1 #1


18 Antworten ↓


Ina2509
Wie hast du es vor 5 Jahren geschafft das es dir schnell besser wird? Ich denke du solltest dich trotz allem mal untersuchen lassen und es wird es dich beruhigen wenn mit dir körperlich alles in Ordnung ist

22.06.2020 20:14 • x 1 #2



Extreme Angst vor Krankheiten - Rückfall nach 5 Jahren

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@Ina2509 vor 5 Jahren war ich noch nicht für mich selbst verantwortlich und meine Eltern haben ziemlich Druck von der Schule bekommen und mein derzeitiger Arzt hat mich nicht krankgeschrieben, deshalb musste ich irgendwann zur Schule und wurde so gesehen ins kalte Wasser geworfen. Es war wirklich die Hölle und ich hab die Stunden gezählt bis der nächste Schultag anfing aber ich hab irgendwann den Entschluss gefasst, dass wenn ich eh da sein muss, ich es mir selber ja nicht no schwerer machen muss. Ich glaub ich hab es irgendwann einfach akzeptiert und andere Sachen (Freizeitmäßig) wurden dann auch mit der Zeit wieder einfacher.
Und ich glaub ich muss mich wohl wirklich durchchecken lassen vorallem vom Blut her, sonst komm ich wohl nie zur Ruhe. Die Ungewissheit macht mich auch wirklich fertig auch wenn ich richtig Schiss vor der Untersuchung hab....

24.06.2020 14:46 • #3


Ina2509
Zitat von lucie2016:
@Ina2509 vor 5 Jahren war ich noch nicht für mich selbst verantwortlich und meine Eltern haben ziemlich Druck von der Schule bekommen und mein derzeitiger Arzt hat mich nicht krankgeschrieben, deshalb musste ich irgendwann zur Schule und wurde so gesehen ins kalte Wasser geworfen. Es war wirklich die Hölle und ich hab die Stunden gezählt bis der nächste Schultag anfing aber ich hab irgendwann den Entschluss gefasst, dass wenn ich eh da sein muss, ich es mir selber ja nicht no schwerer machen muss. Ich glaub ich hab es irgendwann einfach akzeptiert und andere Sachen (Freizeitmäßig) wurden dann auch mit der Zeit wieder einfacher.Und ich glaub ich muss mich wohl wirklich durchchecken lassen vorallem vom Blut her, sonst komm ich wohl nie zur Ruhe. Die Ungewissheit macht mich auch wirklich fertig auch wenn ich richtig Schiss vor der Untersuchung hab....



Das kann ich dir wirklich nur empfehlen auch wenn es schwer ist, diese Ungewissheit wird dich jeden Tag beschäftigen. Selbst wenn die was finden sollten ist es doch besser wenn dir geholfen werden kann?!

24.06.2020 16:16 • #4


Calima
Zitat von lucie2016:
Vielleicht könnt ihr ja mal eure Sicht der Lage schildern oder mir Tipps geben wie ich wieder zurück in ein glückliche(re)s Leben finde.


Das Beste, was du tun kannst ist, zu wiederholen, was dir damals geholfen hat: Einfach weitermachen, auch wenn es sich erstmal beschissen anfühlt. Die Wahrscheinlichkeit, dass du was am Herzen hast, ist minimal. Und kein Checkup wird dich vor einem Herzinfarkt bewahren, wenn das deine Angst ist.

Je mehr du meidest, desto schlechter wird es dir gehen.Du bist verantwortlich für dein Pferd, also kümmere dich. Das wird auch dir helfen.

24.06.2020 16:27 • x 1 #5


@Ina2509 ja ich glaube ich muss einmal über meinen Schatten springen...danke für deine Antworten.

24.06.2020 16:30 • #6


Ina2509
Zitat von lucie2016:
@Ina2509 ja ich glaube ich muss einmal über meinen Schatten springen...danke für deine Antworten.



Nichts zu danken, wir habens ja alle nicht leicht. Hast du schon mal über eine Therapie nachgedacht? Ich denke auch je mehr du dich zurück ziehst desto schwieriger wird es.
Ich habe mir irgendwann mal gesagt ich mache einfach was ich machen muss und wenn ich tot umfalle dann ist das so.

24.06.2020 16:39 • #7


@Calima vielen Dankfür die ermutigenden Worte. ja das Ding ist halt auch, natürlich könnte man z. B. Blut abnehmen (ich denke das muss ich auch wirklich in Angriff nehmen) aber ich habe halt auch neben den "Hauptsymptomen" immer noch diverse, die immer wechseln. Das geht los mit Müdigkeit über Halsschmerzen bis hin zu Sehstörungen. Da wüsste ich garnicht wo man anfangen und aufhören sollte mit untersuchen. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass der Schwindel der gleiche ist wie vor 5 Jahren und da war ja körperlich alles gut.
Im Endeffekt weiß ich das es gut wäre, weiterzumachen da man so ja auch Erfolgserlebnisse hat und sich das Selbstvertrauen wieder steigert.

24.06.2020 16:42 • #8


@Ina2509 ich hab vor einem halben Jahr eine Therapie bekommen bis März aber dann fiel es mir immer schwerer dahinzufahren und es hat zwar mit der Therapeutin vom Menschlichen her gepasst, aber irgentwie hat mir ihr Ansatz nicht geholfen. Ich hab jetzt aber nächste Woche wieder einen Termin bei jemand anderem den ich auch wahrnehmen "muss", da ich noch berufsschulpflichtig bin und die Schule eine Diagnose brauch.
Ich hab außerdem Zuhause die Bernhardt-Methode angefangen und bin jetzt bei Woche 5 und noch ändert sich irgentwie nicht wirklich was..

24.06.2020 16:49 • #9


Calima
Zitat von lucie2016:
Im Endeffekt weiß ich das es gut wäre, weiterzumachen da man so ja auch Erfolgserlebnisse hat und sich das Selbstvertrauen wieder steigert.

Dann mach das. Alles andere macht dich nur unglücklich.

24.06.2020 17:19 • #10


15.11.2020 19:48 • x 1 #11


Es ist immer schwierig ,die rein körperlichen Symptome von den psychosomatischen Symptomen zu unterscheiden.
Psyche wirkt auf Körper und umgekehrt.

Die körperlichen Symptome sind unangenehm und das zieht einen dann runter.
Hatte ich auch die ganze Woche.

Wenn man angespannt ist,atmet man nicht entspannt und Anspannung zeigt sich auch bei mir als erstes im Bauchbereich.
Wenn dann noch etwas Stress hinzu kommt ,hat man den Salat und Stress kann niemand zu hundert Prozent vermeiden.

Mein Tip:
Erlaube Dir,dass es Dir im Moment gerade nicht so gut geht.
Das ist nichts krankhaftes,das haben alle Menschen von Zeit zu Zeit.
Es ist nicht schön aber es vergeht auch wieder.

Versuch,den Fokus darauf zu legen,dass es Dir jetzt über einen längeren Zeitraum schonmal gut ging,das ist doch eine deutlich positive Tendenz.

Statt Dich dafür zu verurteilen,dass es Dir gerade nicht gut geht,versuche,für Dich da zu sein.(Selbstfürsorge).
Das wird Dir Dein Körper und Deine Seele danken.
Vielleicht brauchst Du einfach ein paar Tage Ruhe.
Mach Dir keinen Druck.

Kamillentee und/oder Melissentee helfen dem Körper und der Seele zu entspannen.
Immer zwischendurch in kleinen Schlucken trinken.

15.11.2020 22:57 • x 3 #12


@Flame danke für deine Antwort.
Wahrscheinlich möchte ich zurzeit auch einfach zuviel und mache mir etwas Stress, ich hatte halt auch gerade "allen" erzählt, dass es mir besser geht und jetzt war ich die letzten Tage außer Gefecht gesetzt.
Ich hoffe das geht schnell vorbei. Das mit dem Tee probier ich mal

15.11.2020 23:15 • #13


Tröste Dich,mir geht es auch nicht viel anders.

Lange ging alles recht gut aber dann plötzlich Durchfall,geblähter Bauch,Erschöpfung...

Ist meist einfach nur ein Zeichen dafür,dass man sich ein wenig übernommen hat.
Und besonders wir "Ängstler" dürfen lernen,unsere Grenzen rechtzeitig zu spüren.
Denn im "sich-selber-Druck-machen" sind wir Meister.

Gerne vergleicht man sich obendrein noch mit anderen Menschen,die scheinbar besser klarkommen und zack geht´s einem noch übler.

Gönn Dir die Ruhe,es dauert,solange es dauert.
Und danach startest Du wieder durch.

15.11.2020 23:35 • x 1 #14


@Flame
Das Problem bei mir ist, wenn ich zu wenig mache geht es mir ebenso schlecht bzw. oft ist es so, dass wenn ich in Schwung komme, mir vieles leichter fällt. Ich hab das die letzten Tage auch versucht, aber es wurde nicht besser. Ich hab einfach echt Angst, dass ich jetzt schon wieder längere Zeit nicht aus dem Haus kommen werde und all die Fortschritte verloren gehen.

15.11.2020 23:48 • #15


Na das ist aber doch nun wirklich Quatsch.

Mir fällt auch vieles leicht,wenn ich in Schwung bin/komme.

Und ich kann es genauso schlecht vertragen,wenn das dann mal nicht geht.
Dann ist man halt wieder auf sich selbst zurück geworfen und erstmal wieder kurzzeitig ausgeknockt.

Kein Mensch findet sowas schön denn man gerät an seine Grenzen.

Gleichtzeitig ist das aber auch eine grosse Chance zu lernen,wann diese Grenzen erreicht sind.
Das ist keine Strafe sondern eine Lernaufgabe,die Dich langfristig voranbringt,wenn Du auf die Körpersignale hörst.

Und je eher Du die zukünftig wahrnimmst,desto eher kannst Du gegensteuern.

Ist Übungssache.
Ich muss das auch permanent üben.

16.11.2020 00:41 • x 1 #16


cliffy
mach dir einfach keinen Kopf darüber. Setz dich einfach mal nur hin, schalte ab, schließe die Augen und hören dir deine Lieblingsmusik an. Mir hilft das immer wenn ich mal so richtig down bin. Und vor allen Dingen, setze dich nie unter Druck. alles ist so gut wie du es machst.

Ist nur ein lieb gemeinter Rat von mir

Cliffy

16.11.2020 01:00 • x 1 #17

Sponsor-Mitgliedschaft

@Flame vielen Dank für deine lieben Worte, ich hoffe, das ist bei mir auch so und das ich bald besser einschätzen kann, wo meine Grenze liegt.

16.11.2020 01:32 • #18


@cliffy danke, das mache ich auch oft, aber sobald ich etwas anfange, schaffe ich es in den letzten Tagen nicht es zuende zu bringen z. B. musste ich mein Pferd heute vorzeitig zurück in die Box bringen, weil ich einfach keine Energie hatte usw. obwohl ich eigentlich noch nicht fertig war. Sowas nervt mich halt einerseits und andererseits ist es ka meine Aufgabe, bei der ich so gesehen dann versage.

16.11.2020 01:37 • #19



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Dr. Matthias Nagel