Zitat von Herbst35: Ich denke, ich werde auch immer mit Ängsten zu kämpfen haben.
Das darfst Du Dir so nicht einreden.
Ich habe das so vor einiger Zeit auch mal gesagt.
Es ist fast wie ein innerliches, kleines Aufgeben oder (vielleicht auch freundlicher gesagt) Akzeptieren, dass wir nie wieder ganz gesund werden. Vielleicht mag das auch der Wahrheit entsprechen, aber trotzdem rede ich solche Sätze nicht mehr. Ich bewerte möglichst gar nicht mehr.
"Gesunde" haben auch mal schlechte Tage (Kopfschmerzen, schlechte Laune, Traurigkeit, Wut, Pech usw), dann mal wieder gute Tage. Es können auch längere Phasen kommen, die nicht so toll sind. Das Leben ist für jeden nicht immer gleich, aber eben auf verschiedenen Ebenen und Arten.
Mit unseren Ängsten ist es ähnlich, wenn auch etwas extremer.
Ich habe es zumindest geschafft, mittlerweile sehr viele (!) super Tage zu haben. Wenn das so bleibt wie jetzt (und ich glaube, da geht noch mehr), dann wäre ich schon einigermaßen zufrieden.
Ein "ganz gesund" strebe ich gar nicht mehr an. Wenn ich mir nämlich die ganzen Menschen um mich herum ansehe (Freunde, Verwandte usw), dann erkenne ich (seit ich selbst krank bin) viel mehr, dass keiner von denen, wirklich keiner, psychisch komplett "gesund" oder ausgeglichen und glücklich ist. Jeder zweite könnte auch eine Therapie vertragen und wenn sie ihm nur beibringt, das Leben insgesamt anders zu betrachten und weniger fremdgesteuert durchs Leben zu laufen.