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Hallo ihr Lieben,

Ich dachte ich eröffne diesen Thread damit wir alle geschlossen teilen können was uns hilft und ob es uns schon besser geht. Einen positiven Thread indem wir teilen was uns hilft, was wir versuchen zu ändern und ein paar positiven Nachrichten teilen können.

Ich hoffe er wird von euch positiv angenommen und sicherlich hilft und der so ein oder anderer Ratschlag.

Ich fange mal an, ich versuche gerade meine Lebensweise sehr gesund zu gestalten, damit ich mir wenigstens immer sagen kann du lebst doch gesund und man kann gleich ein paar Risikofaktoren sofort streichen =).

Also ich trinke ca 1.5-2 l am Tag (Wasser und Kräutertee) und bewege mich regelmäßig, habe einen Schrittzähler und das hilft mir sehr. Habe auch wieder mit dem Ausdauersport angefangen und steigere mich sehr langsam. Ausserdem versuche ich gesund zu essen und wenig Alk. zu trinken und geraucht habe ich ausser ein paar Ausnahmen noch nie.
Ich versuche auch viel zu machen und rauszukommen auch wenn es nur ein Spaziergang ist wenn ich das Gefühl habe es bahnt sich was an.

So, nun bin ich auf euch gespannt =)

LG

24.02.2015 17:26 • 15.05.2015 #1


5 Antworten ↓


shg-admos
Hallo London,

sehr gut, das ist prima, was Du machst
Ich hab gelernt mit meiner 'Angst zu leben indem ich folgendes mache:
Ich übte nun also verstärkt, in panikartige Situationen zu kommen. So
brutal es auch ist, ich wusste: Nur so kann es gehen. Ich hoffte
richtiggehend, dass Anspannung und Panik kommen. Ich wünschte mir
die Krähe herbei, ich lud sie ein, um ihr direkt danach eine Knarre an den
Kopf zu halten und ohne zu zögern abzudrücken. Jedes Mal flogen die
Federn in alle Himmelsrichtungen und es dauerte bis ein neues Viech
herbeiflog. Der Schrecken wurde von Mal zu Mal kleiner. Oft war ich
noch brutal angespannt, und dann sagte ich mir: „Los jetzt! Überwältige
mich mit dem Gefühl von Angst, Panik und Scham, denn dann arbeite
ich an Dir!“ War die Welle über mich hinübergerollt, hatte ich sie einmal
mehr überstanden, noch völlig zitterig, dann begann ich sofort mit der
Selbstwertarbeit. Du bist ok, Du hast schon so viel geschafft. Ich zählte
dann innerlich alle meine Stärken auf, lobte mich, dass ich der Fratze
mutig ins Gesicht schaute und von Mal zu Mal dem Blick länger
standhielt. Es fühlte sich absolut gut an. Und das nächste Mal surfe ich
auf der Welle.
Ich hatte oft den Eindruck, dass tief in meinem Inneren Flummibälle wie
Wut, Scham, Angst und Ärger einen Veitstanz aufführten. Die Flummis
sprangen auf und ab und hin und her. Sie prallten immer wieder von
unten an der Maske aus Stahl in meinem Gesicht ab. Lockerte ich die
Maske ein wenig, schob ich sie ein bisschen zur Seite, dann sprang mal
ein Flummi hervor. Ich musste mir dann nicht die „volle Dröhnung“
geben, es war eine Konfrontation mit den Gefühlen in Maßen. Ich sagte
mir: „Ah, ein Flummi Angst springt hervor. Das ist aber ein schöner
Batzen. Ich merke wie auch Scham dabei ist, zudem Wut und Ärger und
ein wenig Trauer. In Ordnung, Ihr seid voll ok. Ihr gehört zu mir wie
alles, was ich an mir schätze. Ich halte es jetzt aus. Es ist gleich vorbei.

Ich schaue, wie andere Personen darauf reagieren. Oh, da ist jemand
irritiert, ach, da kommt vielleicht jemand mit diesen Emotionen gerade
nicht so gut zu Rande. Das ist schade. Wenn ich deswegen jetzt
abgelehnt werde, dann ist das bedauerlich, ich kann es jetzt aber nicht
ändern. Muss ich es der anderen Person Recht machen, zum Preis der
emotionalen Verstümmelung? Ich denke nicht! Ich habe auch viele
andere Eigenschaften an mir. Ich bin liebenswert und in Ordnung, ohne
Maske bin ich echt und authentisch. Ein echter Typ. Außerdem verspürt
jeder Mensch auch mal Angst und Scham, das ist völlig normal.“
Auch wenn ich dem Krähenviech die Federn stutze: Es gehört auch zu
mir, es hat seinen Platz bei mir, aber nicht mehr so mächtig und
unkontrolliert, es kriegt fortan ein kleines Nest. Und da kann es flattern
und brüten wie es will. Ich gebe ihm Raum.

Angstfrei zu leben geht nicht. Ich bin noch immer manchmal unsicher,
fühlte mich zuweilen eingeengt und bin manchmal sehr angespannt, aber
es frisst mich nicht mehr auf. Angst, Scham und Wut rasen nicht mehr so
massiv in mir und überrollen mich. Ich bin bereit, mich auch mal auf die
„Bämm-Ebene“ zu begeben, wenn es sein muss. Und es ist nicht mehr so
schlimm. Souveränität und Unsicherheit sind sich viel näher gekommen,
stellen fast schon eine Einheit dar. Für den Rest meines Lebens werde
ich mit verschiedenen Elementen der sozialen Phobie leben, aber wenn
es ein Zustand ist wie jetzt, dann bin ich einer der glücklichsten
Menschen der Welt. Die Maske trage ich nur noch selten, es ist nicht
mehr notwendig. Ich kann mich nun annehmen und bin echt.
An dieser Stelle möchte ich allen Menschen, die an einer sozialen
Angststörung (+ Depression + Suchterkrankung + Persönlichkeitsstörung)
leiden, Mut zusprechen. Die lange Nacht kann aufhören. Ihr selber
könnt, mit etwas Hilfe, Euren individuellen Schlüssel finden. Es lohnt
sich niemals aufzugeben. Der Weg kann manchmal steil und hart sein,
aber wenn Ihr am Ziel seid, dann habt Ihr gigantischen Mut bewiesen. Ihr
habt die Pyramiden gebaut und wart als erster Mensch auf dem Mond.
Ihr habt die Wüste Gobi durchschritten und den Pazifik durchschwommen.
Das Penicillin habt Ihr erfunden und den ersten Mikrochip.
Und der Pest habt ihr getrotzt. Real Madrid habt Ihr ganz alleine im
Finale der Champions League 5:1 an die Wand gespielt. Dreht Euch nun
um und schaut auf das, was Ihr durchstanden und erreicht hat. Schaut
genau hin und seid stolz! Seid stolz auf Euch selbst! Es fühlt sich
fantastisch an!

25.02.2015 09:08 • #2



Die Angst zu Kontrollieren und Lebensqualität schaffen

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Carcass
Tach,

ich begegne der Angst mit Gegenfeuer. Spiele aktuell ein sehr brutales und düsteres Spiel auf der PS4 und da bekommt man richtig Angst und es schüttet einem das Adrenalin um die Ohren und eine Gänsehaut ist garantiert. Aber nicht vergleichbar mit Panik und der Angst bei der Krankheit die wir haben.

Also wenn ich mal wieder schlechte Gedanken bekomme, lade ich das Spiel und scheiter zwar aktuell an einem Endgegner, aber dann muss ich den eben verbrennen , das wird schon!

Schönen Tag^^

25.02.2015 12:18 • #3


Ja ich finde auch immer Konfrontation hilft irgendwie, hört sich blöd an aber man muss seinem Körper ja langsam wieder vertrauen. Irgendwie Motivation schaffen =)

27.02.2015 12:34 • #4


Hallo ihr Lieben, ich wollte dieses Thread nochmal aufleben lassen und werde ihn auch weiter füllen. Ich weiss es ist ein langer Weg und man wird wahrscheinlich nie 100% normal aber ich glaube es hilft wenn man sich gegenseitig Tipps gibt was einem hilft. Gerade auch für Leute, die neu hinzustoßen.

Hier ein Buch, dass ich sehr empfehlen kann. Es heisst Mindfulness von Gill Hasson, ich fand es sehr gut und versuche auch so gut es geht die Technik im Alltag anzuwenden, mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg.

12.05.2015 14:06 • #5


Carcass
Also es gibt Tage, da ist die Angst zu 100% da und die ist nicht kontrollierbar. Aber schön wenn von 365 Tagen im JAhr nur 10 richtig schlimm sind, ist viel viel gewonnen. Und ich fühle mich genau so! Gestern mal wieder ein Rückschlag, aber ich weiss es anzunehmen und zu bewerten und dann war es das auch irgendwann mal eben. Wenn auch in dem Moment nicht angenehm!

15.05.2015 05:56 • #6




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