Zitat von prodomo81:Hallo. Willkommen. Krankheitsängste kenne ich auch sehr gut. Bin gerade mittendrin. Nach deiner Geschichte auch nachvollziehbar. Da hast du einiges mitgemacht!

Du hast Angst vor der Wiederholung der Geschichte,vermute ich. Du hast die volle Breitseite von Verlust und Tod abbekommen, in einer Phase, in der Kinder eigentlich mit sich beschäftigt sein sollten. Wer hat dich denn begleitet? Ich habe keinen Verlust durch Tod erlebt, sondern im Kleinkindalter den herben Verlust meines Vaters einstecken müssen. Seit dem lebte und lebt die Angst, meine Mutter an den Alk. zu verlieren. Unterm Strich fehlt's bei uns beiden an Vertrauen ins Leben. Ich habe mal gelesen, wer Angst vorm Tod hat, hat im Grunde Angst vorm Leben. Wie sollte man bei so vielen "Gefahren" auch vertrauen haben, da heil durch zu kommen? Und noch wichtiger, woher Vertrauen nehmen, wenn das Urvertrauenschon fehlte?

Dein Kind wird dich ganz sicher noch lange haben. Diese Geschichte wiederholt sich nicht, weil du jetzt schon anders mit dir und deinem Nachwuchs umgehst, als deine Eltern es taten. Und krank werden, kann man tatsächlich, egal wie sehr man versucht, die Sache zu kontrollieren. Ich bin immer wieder am lernen, dass es nicht weiß und schwarz gibt...so viele Graubereiche.Schreib deine Ängste hier ins Forum, "nerv" auch, wenn es arg ist, schon das kann helfen mit dem Moment besser umzugehen. Und mindestens einer hatte hier garantiert schon mal Ähnliches oder Gleiches durchgemacht.
Angst vor der Wiederholung der Geschichte, genau das waren die Worte meiner Psychologin. Aber irgendwie scheinen die nicht bei mir anzukommen.
Meine Mutter war eigentlich jahrelang vor ihrem Tod schon krebskrank, hatte Schmerzen und hat fast täglich gebrochen (Magenkrebs) trotzdem ging sie nicht zum Arzt, 5 Jahre lang warens sicher.
Das musste ich mir mitansehen... Es war grauenhaft. Ich musste ihr ständig Ratschläge geben, sie sille doch bitte zum Arzt gehen. Oder sich aus der toxischen Beziehung mit meinem Vater befreien. Ich war sozusagen die Mutter und sie mein Kind.
Ach, es ist so lang alles und verworren, eins hat zum anderen geführt, ich im Endeffekt als Kind am meisten darunter gelitten.
Nach ihrem Tod war ich in unserem Eigentlichen Heimatland bei ihnen Schwestern. Meine Mutter ging mit mir dahin, weil sie mich bei ihren Schwestern lassen wollte. Sie war der Meinung dass mein Vater nicht für mich sorgen würde.
Eine Woche nach unserer Ankunft starb sie. Darüber gesprochen hat niemand mit mir. Ich fing an mich wunderlich zu verhalten und rebellierte. Dieser Hilferuf stieß auf großes Unverständnis und ich wurde schlecht behandelt. Die Aussage einer meiner Tanten, dass meine Mutter mich nicht mochte, denn nicht mal in ihren letzten Minuten wollte sie mich umarmen, habe ich nie wieder vergessen.
Ich ging wieder zu meinem Vater zurück nach ein paar Monaten, der mich auch nicht verstand. Darüber hinaus habe ich auch noch Schläge kassiert, weil ich rebellierte. Lauter konnte mein Hilferuf nach Liebe nicht sein damals.
Das ist nun 14 Jahre her und seitdem habe ich psychisch einiges durchgemacht.
Tja und im Moment läuft nach turbulenten Jahren alles bestens, ich bin verheiratet und habe ein Kind. Aber sterbe vor Angst, dass ich sterben könnte...