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Aber die EU Rente kann doch dann irgendwann auch länger gegeben werden oder für immer. Oder? Hat man mir neulich zumindest so gesagt.

30.05.2012 17:42 • #21


Zitat von crazy030:
Es kommt auch immer auf die Schwere an. Mit einer leichten psychischen Erkrankung geht sicher noch viel oder fast alles, bei einer mittleren kann es schon schwer werden. Bei einer, sagen wir mal schweren Depression mit Panik, ist aber keiner mehr arbeitsfähig. Oder zumindest nicht mehr lange.

Man muss hier also auch unterscheiden.


Das ist falsch, es ist eine frage wie man damit umgeht. Und wie man damit umgeht beeinflusst entscheident, wie die Einschränkung im Alltag ist. Entweder man laßt es zu oder nicht.

30.05.2012 17:46 • #22



Wie schafft ihr es arbeiten zu gehen?

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Hi Skalar,

hoffentlich kommst du ein wenig zur Ruhe. Gastritis? Voll auf den Magen geschlagen, der Stress!
So ein Mist! Hatte meine Große mal und es hat echt lange gedauert, bis sie wieder auf den Damm war! - Und das ging nur mit Stress reduzieren!

Horchst du in dich rein? - Also nicht nach Symptomen, sondern nach deinen Wünschen? Kannst du in etwa abschätzich, wieviel du dir tatsächlich zumuten darfst?

Man sollte wirklich etwas mehr Egoismuss entwickeln! Mancher macht sich für andere kaputt, ackert und ackert, kämpft sich durch den Tag!

Du schreibst, du willst aufarbeiten! Wenn das dein fester Wille ist, - du aber nicht dazu kommst, dann macht es dich zusätzlich noch fertig! Ich finde, du solltest jetzt an dich denken!

- man darf auch mal krank sein! Und wer krank ist, braucht Zeit zum genesen!

30.05.2012 17:54 • #23


Nachtrag (Vorsicht: Nicht frei von Ironie) :

Auch wenn es hoffentlich noch etwas Zeit hat, so möchte ich doch
frühzeitig meine Mitwirkungspflicht erfüllen. Daher nun meine Fragen:

Woher bekomme ich den Antrag auf sozialstaatliche Kostenübernahme
für meine spätere Feuerbestattung und Urnenlegung ?

Und welche Gutachten benötige ich dazu ? Genügt ein Nulllinien-EKG,
oder braucht es zur Genehmigung einer amtlichen Hirntodbegutachtung ?

Und, hätte es fast vergessen, muss ich dem Steinmetz, der meinen Namen
in den Stein meisselt, vorher eine notarisch beglaubigte Unterzeichnungs-
vollmacht ausstellen ?

@crazy030 (nun natürlich ironiefrei):

Nach meiner Information wird EU-Rente ab dem dritten mal dauerhaft be-
willigt. Meine Schwester sagt sogar, ich könne altersbedingt, schon nächstes
mal Dauerrente bekommen können.

30.05.2012 18:02 • #24


prinzessin22589

Zitat:
Das ist falsch, es ist eine frage wie man damit umgeht. Und wie man damit umgeht beeinflusst entscheident, wie die Einschränkung im Alltag ist. Entweder man laßt es zu oder nicht.


Bei einer schweren psychischen Erkrankung ist man oft nicht mehr in der Lage, überhaupt noch zu entscheiden, wie man womit umgeht.

Ich muss Dir das mal in aller Deutlichkeit langsam hier sagen, aber Du tust so, als wenn Du den Leuten dann sagen willst: "Reißt euch zusammen und alles ist halb so schlimm, man kann das alles ganz toll selber steuern". So kommst Du jedenfalls rüber!

Dann erklär mir mal, warum Menschen in psychiatrischen Kliniken sind. Oder warum sich tausende (!) Depressive bei uns jährlich das Leben nehmen, trotz Pillen und Therapie. Trotz Job, Familie, Freunde etc. Weil sie NICHT mehr in der Lage sind, klar zu entscheiden und weil sie sich nicht mehr aussuchen können, denn so stellst Du es dar, ob sie damit nun so der so umgehen.

30.05.2012 18:24 • #25


Huhu

Ich möchte das (war ja mit den "Volksmeinungen" auch mal konfrontiert)
einmal so vergleichen:

Bei einem geprellten Bein kann man gut weiterlaufen. Etwas Zähne zu-
sammenbeissen genügt, und weiterer Schaden kann nicht entstehen.

Bei einem verstauchten Bein kann man auch die Zähne zusammenbeissen
und einfach weitergehen, aber der Schaden kann sich dadurch vergrössern.

Bei einem gebrochenen Bein wird man aber auch bei allem Wollen und allem
Zähnezusammenbeisen nicht weitergehen KÖNNEN.

Und genau so wie man diese unterschiedlichen Beinverletzungen unterscheiden
sollte (eigentlich muss), genau so sind auch bei psychischen Erkrankungen Unter-
scheidungen und Differenzierungen nötig.

PS:
Wer es schafft, sich ein neues (anderes) Gehirn zu denken, der möge die Finger
heben und diese Kunst der Welt verkünden, um alle Psychiater, Psychologen, Th-
erapeuten, Psychokliniken und Krankenkassen, dauerhaft und nachhaltig zu ent-
lasten.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

30.05.2012 18:50 • #26


Vielleicht nicht alle, aber einige psychische Erkrankungen sind, gerade wenn sie in einer schweren Form vorliegen, Störungen in den Bereichen Wahrnehmung, denken, fühlen, handeln. Und hier können die Betroffenen nicht mehr zwischen A und B entscheiden oder unterscheiden. Ansonsten würde sich eine junge Frau mit 2 kleinen Kindern nicht das Leben nehmen in einer Phase schwerster Depression. Weil im Normalfall kann das KEINER wollen und es ist völlig entgegen jeder normalen menschlichen Mutterrolle.

30.05.2012 19:14 • #27


... Freiwillige Selbsterlösung ist NIE eine Entscheidung des nicht wollens,
sondern IMMER eine Entscheidung des nicht könnens, nicht nur bei Müttern.

Denn hierzu müssen die grössten Hürden der Natur überwunden werden, die
Hürde der Selbsterhaltung und die Hürde vor der Todesangst, und über diese
Hürden kommt niemand nur durch einfaches nebenbei mal nicht wollen.

30.05.2012 19:33 • #28


Am Rande: Depression und Angststörungen sind die häufigsten Gründe für Frühberentung.

http://www.focus.de/finanzen/versicheru ... 75301.html

30.05.2012 21:32 • #29


Huhu

Den Ratschlag EU-Rente zu beantragen hatten mir Bekannte und auch
das Arbeitsamt bereits vor etwa 8 Jahren gegeben.

Ich hatte das aber anfangs absolut abgelehnt.
Noch heute halte ich mich eigentlich fachlich (habe 3 abgeschlosene Aus-
bildungen: Elektriker/Werkzeugmacher und Zusatzausbildung Erzieher)
und rein körperlich für absolut arbeitsfähig.
Die sozialen und menschlichen Umstände haben letztendlich die Rente be-
wirkt. Die letzten drei Kündigungen waren Mobbingkündigungen (zwei da-
von gerichtlich bestätigt, die letzte war ein 1 Euro Job ohne rechtliche Mög-
lichkeiten, Strafanzeige gegen den Täter wurde von der Staatsanwaltschaft
eingestellt).

Die Rente erlebe ich heute auch nicht als Almosen, sondern als ein Mix aus
Versicherungsanspruch und "Schmerzensgeld", auf das ich ein absolutes
Recht habe.

PS (etwas schwarzer Humor):

Laut dem Focus Artikel lag ich ja mit meinem Renteneintrittsalter von 52
Jahren ausnahmsweise einmal genau im normativen Mittelfeld, also von
wegen nicht anpassungs- und sozialfähig ...

Liebe Grüsse, Der Beobachter

31.05.2012 08:17 • #30


Ich hab in Kliniken Leute getroffen, da waren welche mit Anfang 30 Rentner, z.T. seit der Jugend schwere Depression, etliche Suizidversuche. Und da kann ich nur ganz ehrlich sagen, da ging wirklich kaum was und an Thesen, wie "Das ist falsch, es ist eine frage wie man damit umgeht. Und wie man damit umgeht beeinflusst entscheident, wie die Einschränkung im Alltag ist. Entweder man laßt es zu oder nicht", Zitat von prinzessin22589, war da definitiv nicht zu denken.

Oder an einen anderen Fall erinnere ich mich, eine Frau um die 40. Der Sohn nahm sich in der Badewanne mit Strom das Leben und legte einen Brief mit lauter Vorwürfen an die Mutter daneben. Sie fand Sohn und Brief. Die ist daran zerbrochen und war seit Jahren nur noch eine wie tote Hülle, etliche Therapien, Klinikaufenthalte. Da wäre man mit irgendwelchen klugen Sprüchen auch nicht weiter gekommen.

Es gibt Fälle, da kann man die Leute nur noch berenten und um es noch mal ganz deutlich zu sagen, dafür ist die EU Rente auch da.

31.05.2012 09:40 • #31


Eine von Vielen
Skalar war 4 Jahre symptomfrei und hatte nun wieder eine einmalige PA.
Ich denke nicht, dass man dabei direkt an EU - Rente etc. denken muss.

Beständen die Symptome durchgängig und hätte Skalar sie nicht schon mal in den Griff bekommen, so würde ich das sicher auch anders sehen.

Aber doch nicht bei einem "Rückfall" nach 4 Jahren!

Bei Ängsten / PA´s hat man immer das Gefühl von Machtlosigkeit, Kontrollverlust, das Gefühl es nicht zu schaffen aber in den aller aller meisten Fällen ist das völliger Blödsinn!
Wenn man sich mal überwunden hat, sieht man die Dinge wieder etwas "realistischer".

Ich bleibe dabei und würde nach einem Rückfall nach 4 Jahren definitv dazu raten schnell wieder Arbeiten zu gehen und nicht den Teufel an die Wand zu malen!
Halten sich die Symptome hartnäckig oder werden schlimmer, kann man weiter schauen!

Grüße!

31.05.2012 21:40 • #32


Zitat von Gina68:
Horchst du in dich rein? - Also nicht nach Symptomen, sondern nach deinen Wünschen? Kannst du in etwa abschätzich, wieviel du dir tatsächlich zumuten darfst?

Du schreibst, du willst aufarbeiten! Wenn das dein fester Wille ist, - du aber nicht dazu kommst, dann macht es dich zusätzlich noch fertig! Ich finde, du solltest jetzt an dich denken!

- man darf auch mal krank sein! Und wer krank ist, braucht Zeit zum genesen!



Hey Gina!
Ich versuche in mich rein zu horchen aber irgendwie komm ich nicht so wirklich weiter. Ich kann gar nimmer sagen was wirklich meine Wünsche sind und was nur mein Verstand für richtig hält... Ist irgendwie komisch.

Stimmt, man darf auch mal krank sein. Ich sehs jetzt eh schon lockerer.
Und es ist wie mit der Musik:
Auch die Pause gehört zum Rhythmus.

Gestern hat jemand ganz belanglos zu mir gesagt: "Man hat nur ein Leben." Darüber hab ich dann wirklich bewusst nachgedacht. Und ich möchte mein Leben nicht in Angst und Panik verbringen. Und das werde ich auch nicht tun.

@Mary: ich beziehe die Diskussion über die EU Rente nicht auf mich...
Ich gehe auf jeden Fall wieder arbeiten. Ich brauche das. Daheim werd ich bloß depressiv. Wenns einem so schlecht geht, dass man nicht arbeiten gehen kann dann ist eine Pause auf jeden Fall angebracht. Aber für mich wäre nicht mehr arbeiten gehen keine Lösung und ich hoffe ich werde nie so krank sein.

Ich hab heute wieder richtig Mut. Vielleicht ist er morgen schon wieder verschwunden, aber das macht nichts. Ich genieße den Moment.

01.06.2012 19:22 • #33


Eine von Vielen
Zitat von Skalar:
@Mary: ich beziehe die Diskussion über die EU Rente nicht auf mich...
Ich gehe auf jeden Fall wieder arbeiten. Ich brauche das. Daheim werd ich bloß depressiv. Wenns einem so schlecht geht, dass man nicht arbeiten gehen kann dann ist eine Pause auf jeden Fall angebracht. Aber für mich wäre nicht mehr arbeiten gehen keine Lösung und ich hoffe ich werde nie so krank sein.

Ich hab heute wieder richtig Mut. Vielleicht ist er morgen schon wieder verschwunden, aber das macht nichts. Ich genieße den Moment.


Hallo Skalar,

das hoffe ich doch sehr, dass du das nicht auf dich beziehst..
Ich weiß wie schlimm PA´s sein können aber so lange es sich im Rahmen hält, ist es wie du selbst sagst, das Beste sich nicht noch mehr abzukapseln.

Grüße

04.06.2012 11:45 • #34


Es kommt immer auf das Störungsbild an. Abkapseln ist daher nicht immer gleich abkapseln. Wie schon mehrfach gesagt, die Wichtigkeit von Arbeit, sozialen Kontakten und generell Beschäftigung hat z.B. bei Depression einen völlig anderen Stellenwert, als bei z.B. Autisten, Menschen mit Asperger Syndrom oder bestimmten Persönlichkeitsstörungen, wie z.B. einer schizoiden.

Da bekommt man dann nämlich mitunter von den Therapeuten gesagt: "Gehen Sie nicht arbeiten oder wirklich nur was passendes mit wenigen Stunden pro Woche. Überlasten Sie sich nicht mit anderen Menschen und vielen sozialen Kontakten". Das ist kein Scherz.

04.06.2012 11:56 • #35


Eine von Vielen
Zitat von crazy030:
Es kommt immer auf das Störungsbild an. Abkapseln ist daher nicht immer gleich abkapseln. Wie schon mehrfach gesagt, die Wichtigkeit von Arbeit, sozialen Kontakten und generell Beschäftigung hat z.B. bei Depression einen völlig anderen Stellenwert, als bei z.B. Autisten, Menschen mit Asperger Syndrom oder bestimmten Persönlichkeitsstörungen, wie z.B. einer schizoiden.

Da bekommt man dann nämlich mitunter von den Therapeuten gesagt: "Gehen Sie nicht arbeiten oder wirklich nur was passendes mit wenigen Stunden pro Woche. Überlasten Sie sich nicht mit anderen Menschen und vielen sozialen Kontakten". Das ist kein Scherz.


Crazy,
da widerspricht dir doch auch keiner. ( Also ich zumindest nicht ).
Es geht hier aber nicht um die verschiedenen Störungsbilder und was bei ihnen das "Beste" ist.
Es ging hier um die eine PA von Skalar und einzig und allein darauf war der Rat bezogen Arbeiten zu gehen.

Grüße

04.06.2012 12:19 • #36


Richtig.

04.06.2012 12:27 • #37

Sponsor-Mitgliedschaft

Kurzes Huhu und Senfgabe

Ich persönlich finde es komisch und oft wenig konstruktiv, dass die
Arbeits- und Leistungsfähigkeit immer nur an der fachlichen Qualifik-
ation und der Arbeitszeit (Wochen- oder Tagesstunden) festgemacht
wird.

Oft, wie auch in meine "Erwerbslebensversuchsvergangenheit" sind
sowohl Qualifikation als auch tägliche Leistungen von 8 Stunden durch-
aus vorhanden. Es sind ganz andere Rahmenbedingungen, die dann
aber letztendlich eine Teilnahme am Erwerbsleben verhindern.

Diese "menschlich/sozialen Negativrahmenbedingungen" betreffen heute
auch nicht nur noch psychisch angeschlagene Menschen, sondern auch
eine zunehmend grösser werdende Gruppe sogenannter "gesunder Er-
werbslebensteilnehmer".

Liebe Grüsse, Der Beobachter

04.06.2012 12:39 • #38


Genau darum geht es. Und zu dem Thema kann jeder selbst google bemühen, man findet genug Fachartikel.

Die Sache ist nämlich die, diese explosionsartige Steigerung der psychischen Erkrankungen, bei AU, aber auch EU Rente, hat laut Experten den veränderten Arbeitsmark als Grund. Als ein Grund. Und da geht es nicht um Arbeit an sich, sondern um die Rahmenbedingungen, also das Betriebsklima, Arbeitszeit, Verdienst, Befristungen etc. Eine Verkäuferin ist heute genau so eine Verkäuferin, wie vor 30 Jahren, nur sind heute die Bedingungen völlig anders.

Und darum ist das im Sinne von psychischen Erkrankungen mit der EU Rente und der Beurteilung durch die DRV in meinen Augen auch oft der totale Unsinn. Weil es dann eben um, sagen wie mal, Arbeit 5 Stunden möglich geht und Punkt. Das reicht aber nicht, weil an diesen 5 Stunden noch etliche Sachen hängen, die aber bei psychischen Krankheiten wichtig sein können. Z.B., wenn jemand eine Panikstörung hat und kaum Bus oder Bahn fahren kann, dann aber 2,5 Stunden täglich genau so durch Berlin muss. Natürlich kommt es auch immer auf die Schwere an.

Aber eben genau diese Randpunkte, die an dem Job mit dranhängen, können dann die Stressfaktoren sein, die dann letztlich immer wieder zur AU führen.

Und nein, sehr oft ist es mit Therapie nicht getan, manche machen mehrere über Jahre, Kliniken etc. und trotzdem hilft es nicht gut. Auch nichts vermeiden hilft nicht immer. Manchmal muss man eben dann dauerhaft alles Stressfaktoren fern halten.

04.06.2012 13:01 • #39


Huhu

Ich sage es nun einmal, trotz der Ernsthaftigkeit die nun meine ganze weitere
Zukunft und Existens betrifft, mit etwas schwarzem Humor:

Hätte bei meinem letzten Arbeitsversuch (hohe Qualifikationsansprüche im Elektro-
technischen Bereich und 8 Stunden Vollzeit) mein Vorgesetzter eine Therapie gemacht,
dann hätte ich diesen Arbeitsplatz mit grosser Wahrscheinlichkeit noch heute und wäre
nicht in Rente.

Liebe Grüsse, Der Beobachter

04.06.2012 14:21 • #40



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