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W

william44
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Hallo an alle,

ich habe alles durchgeschaut und nichts direktes zum Thema gefunden. Bei mir ist es nach einer Woche Urlaub auf einmal wieder soweit. Ich habe seit 4 Jahren nichts von meiner Angst gehört, lebte glücklich, habe mich beruflich weiter entwickelt, es ging mir lange gut! Und auf einmal ist die wieder da, die panische Angst mein Haus zu verlassen, auf Arbeit zu gehen, Angst vor den neun Stunden abseits der "sicheren 4 Wände".

Ich habe gelernt dass mir nichts passieren kann, ich nehme seit 2 Jahren keine medis mehr und ich stelle mich der Sache, war Gestern wieder auf Arbeit und es war ein harter Kampf, aber ich habe es geschafft. Heute wieder das gleiche, ich schaffe das. Aber ich frage mich wie andere damit umgehen?! Kennt/hättet ihr nach länger Zeit Rückfälle? Wie geht ihr damit um?

Liebe Grüsse!

29.06.2023 #1


41 Antworten ↓
E

eddie
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Danke erhalten:
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hallo,
mein Umgang mit der Sache, auch wenn das manchmal ziemlich schwierig ist, sieht so aus, dass ich es
einfach nehme wie es ist. Der Fehler, den man gerne macht ist, dass man zu sehr mit seinen Ängsten
diskutieren, sich einreden will, dass sie eigentlich gar nicht da sind. Oder, dass man sich an wacklige,
einsturzgefährdete Brücken klammert. Bei mir z.B. ist die größte Angst gewesen, dass ich wieder meine
Schlafstörungen wie im letzten Sommer bekomme. Und natürlich kamen sie immer mal wieder. Irgendwie
habe ich aber doch jede Nacht ein bißchen Schlaf gefunden, mal 2 Stunden, mal drei, dann mal wieder 8.
Und so ging es lange gut, weil ich mich immer damit beruhigt habe, dass ja immer ein bißchen was geht.
Im Dezember dann kam plötzlich die Angst auf, dass mich die Fast-Schlaflosigkeit irgendwann umbringen
wird und ich war bei 2 Ärzten, 2 Psychologen und jedesmal kam die klare Ansage, dass das nicht möglich
ist. Der Körper holt sich wieder was er braucht. Ausserdem wären gelegentlich nur 2 oder 3 Stunden ganz
normal. Ich war erstmal beruhigt, zumal ich tatsächlich immer mal wieder auch richtig lange durchgepennt
habe. Aber ich habe nicht aufgehört, darüber nachzudenken, und natürlich sucht sich die Angst neue Wege.
Jeden Abend kam die bange Frage auf, ob meine Serie wohl halten wird, wonach ich immer wenigstens ein
bißchen schlafe. Richtig entspannen konnte ich dabei immer erst, wenn ich wenigstens mal die ersten 30
Minuten weg war. und schliesslich kam es wie es kommen musste: Letzte Woche kam eine Nacht mit absolut
Null Schlaf! Und danach war ich erst mal völlig durch. Meine Psychologin meinte tags darauf, das wäre
therapeutisch sehr wertvoll, menschlich täte es ihr wahnsinnig leid, aber: Es wird mich auch diesmal nicht
umbringen. Selbst den Unwahrscheinlichen Fall, ich würde nur noch jede zweite Nacht schlafen, würde ich
locker bewältigen. Sobald ich mal gemerkt habe, dass ich damit gut leben kann- und das geht wohl tatsäch-
lich, denn momentan schlafe ich wirklich nur noch jede zweite Nacht- hören wenigstens die Gedanken daran
auf, der Schlafbedarf wird immer weniger, ich bin topfit. Jetzt war ich auch noch bei einem Schlafmediziner
gehe bald ins Schlaflabor und jedesmal die gleiche Aussage: Es kann nichts passieren, spätestens in der
dritten Nacht, sofern man nicht durch ein organisches Leiden oder Medikamentenmissbrauch, bzw. div.
Psychopharmaka schlaflos ist, wird man schlafen, ob man will oder nicht, selbst gegen die Angst.
Davor hatte ich mal einen Albtraum, der mich verstört hat, einmal wurde ich durch eine PA aus dem Schlaf
gerissen, und jedesmal habe ich krampfhaft versucht, mir zu sagen, das wird bestimmt nicht mehr passieren,
aber ich konnte es mir selbst nicht glauben, habe Schweissausbrüche und Atemnot vor Angst bekommen, was
ich aber alles schon kannte. Natürlich ging es wieder vorbei, aber nun war ich im absoluten Dilemma: Ich hatte
Angst davor, nicht mehr schlafen zu können und Angst davor, einzuschlafen und dann Albträume zu haben. Was
half es? Ich musste ins Bett, mal mit Angst, mal ohne. Denn eins weiss man irgendwann aus der Erfahrung:
Gefühle verändern sich, Angst kommmt und geht, Gedanken kommen und gehen. Ich hatte zwei Nächte später
nochmal einen Albtraum, einmal wurde ich durch eine Pa geweckt und ich hatte viele Nächte mit wenig bis Null
Schlaf und viele mit viel Schlaf. Und das ist das einzige, was man bei Rückfällen tun kann: Sich erinnern, dass
man schon oft an dem Punkt war an dem man keinen Ausweg mehr gesehen hat und doch ging es dann wieder
aufwärts. Es wird uns immer wieder einholen, aber irgendwann auch immer weniger belasten. Hätte ich mal
gleich gesagt, na und, dann schlaf ich halt mal nicht, sondern ruhe mich nur aus, werde morgen trotzdem fit
sein, wäre mir wohl einiges erspart geblieben. Aber es ist halt auch nicht leicht, solche Dinge so einfach zu
akzeptieren. Wir brauchen Zeit und dürfen uns auch nicht überfordern. Ich war mehrfach kurz davor, nun doch
zur Psychopille zu greifen, bzw. zweimal habe ich mir eine Valdoxan als Einschlafhilfe eingeworfen. Bis auf einen
Kurzschlaf von knapp 2 Stunden hat es mir zwar nicht geholfen, doch eine gewisse Erleichterung habe ich doch
gespürt und musste bestätigen, was mein Psychiater gesagt hat, der die Dinger selbst seit 5 Jahren nimmt:
Sie sind insofern angenehm, dass sie nur kurz wirken, man am nächsten Tag keinen Überhang hat. Trotzdem
versuche ich es nun weiterhin ohne. Wenn ich nachts nicht schlafen kann, stehe ich auf, lese im Nebenzimmer,
schreibe was, glotze zum Fenster am Waldrand und gehe erst ins Bett zurück, wenn meine Gedanken still-
stehen, oder ich sie passiv kreisen lassen kann. Und dann ruhe ich aus, denn dadurch regeneriert der Körper
auch, bis ich irgendwann mal wieder ein bißchen Schlaf nachhole. Mein Trost ist: Ich werde überleben.
Schliesslich kenne ich Menschen, die durch Tinnitus, ehemals Krebs, Allergien u.a. zum Teil noch weniger
schlafen als ich und das seit Jahren und Jahrzehnten. Man kann sich an vieles gewöhnen, wenn der Lebenswille
da ist. Und das ist er, also: Akzeptieren, auch wenn es schwerfällt, lg

20.02.2013 14:06 • #16


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Wer hat Rückfälle und wie geht ihr damit um?

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E

eddie
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guten Morgen,
gleich nochmal ein neuer Beitrag zum Thema wie man mit Rückfällen umgeht. Ich hoffe, damit Mut machen
zu können. Letzte Nacht bin ich wohl so gegen 23 Uhr 30 eingeschlafen und um 5 in der Früh topfit aufgewacht.
Es geht also doch, womit man wieder einmal sieht, dass all unsere schlimmsten Befürchtungen nie wahr
werden. Und das ist der wichtige Ansatz: Natürlich wird es mir immer wieder passieren, dass ich mich durch
meine Angst und meine Gedanken selbst am Schlafen hindere, aber es wird nicht passieren, dass ich nie
wieder schlafe. Und ich habe festgestellt, dass ich nach einer schlaflosen Nacht sehr viel mehr Energie habe,
als man das vermuten würde. Alles nur eine Frage, wie man es annimmt. Und genauso ist es mit den
Rückfällen und der Angst an sich: Versucht man, es zu verdrängen und Gründe zu finden, warum es nicht
pasieren wird, dann passiert es garantiert. Besser ist, auch wenn das abfangs sehr schwer ist und einen
schier verzweifeln lässt, es zu akzeptieren. Glaubt mir, ich rede nicht leichtfertig daher, ich hatte auch schon
den Gedanken, wie erlösend es doch wäre, dem Ganzen ein Ende zu setzen, vielleicht noch einmal in Urlaub zu
fahren, sonne, Strand, Meer und gutes Essen zu geniessen und dann am Ende des letzten Tages einen
Giftcocktail....naja, der Gedanke an meine trauernden Liebsten hat mich dann schier zur Verzweiflung
gebracht, ich fühlte mich so auswegslos gefangen, habe mehrfach gedacht ich drehe durch. Aber wie hat
mir mal ein Mitarbeiter der Telefonseelsorge gesagt: "und dann haben sie doch wieder zur Ruhe gefunden,
auch mal wieder geschlafen und festgestellt, sie sind nicht durchgedreht, nicht wahnsinnig geworden und
sie leben immer noch. Und dann hatte ich plötzlich auch wieder gute Momente. Ein letztes kleines Beispiel:
Im Dezember hatte ich schon eine kurze schwere Phase von 2 Wochen. Da gab es einen ganz üblen Freitag,
sehr trübes Wetter, dichter Schneefall, Saukälte-äußerlich wie innerlich. Meine Frau und ich stiegen zu
meinem Bruder und dessen Freundin ins Auto, eine 30minütige Fahrt nach Tübingen auf den
Schokoladenmarkt. Während der Fahrt jagte bei mir eine PA die andere, alles schien auswegslos. Fast
wünschte ich mir, mein Bruder würde auf der schneeglatten Straße aus der Spur kommen und in einen
entgegenkommenden LKW rasen, was für ein Gefühl der Erlösung! Dann wieder der Gedanke an unsere Eltern
und ich hatte wieder dieses unsägliche Gefühl der absoluten Auswegslosigkeit. Niemand merkte, was in mir
vorging, nur meine Frau, die mir die Hand auf der Rückbank drückte. Dann im Parkhaus in TÜ, liess es
plötzlich nach, ich atmete durch. Wir liefen in die festlich erleuchtete Altstadt, ich bekam Hunger, wir
waren was essen und dann 2 Stunden an den unzähligen Schokoladenständen und es war kein Gedanke
mehr an irgendwas Negatives. In der kommenden Nacht war ich dann so müde, dass es mir einfach
egal war, ob ich nun schlafe oder nicht, Hauptsache ein bißchen ausruhen und gemütlich liegen und
schon schlief ich. Fast 10 Stunden am Stück. Der Körper holt sich also immer wieder was er braucht,
also keine Panik. Ausruhen reicht auch, der Schlaf kommt von alleine. Irgendwann. Und so ist es auch
mit der Angst, sie hört dann auf, wenn man ihr keine Beachtung mehr schenkt, die Gedanken, die einen
durchdrehen lassen, gehen vorbei, wenn man sie erstmal zulässt, statt sie zu versuchen zu verdrängen.
Das ist ein langer Prozess, noch länger als meiin Text, aber die erste Soforthilfe ist die, dass man sich
daran aufrichtet, dass nichts für ewig ist. Angst kommt, Angst geht, Gefühle ändern sich.
Ich könnte eine Panikattacke bekommen, ja. Aber sie wird auch wieder vergehen. Es könnte sein, dass
ich heute Nacht nicht schlafe, ja. Aber ich werde auch mal wieder schlafen. Und wenn ich müde bin,
dann bleibe ich trotzdem gemütlich im Bett liegen, höre ganz leise Musik oder ein Hörbuch und chille.
Alles wird gut, aber nun genug von mir, das soll euch nur zeigen, dass man es sehr wohl annehmen und das Beste
draus machen kann, alles Gute euch allen lg

22.02.2013 09:36 • #34


Zum Beitrag im Thema ↓


H
Hallo und herzlich Willkommen Smile

Ja ich kenne das!Hatte vor 3 Jahren nach ca. 5 Jahren, weitestgehend, "Angstfreierzeit" einen Rückfall.

Es geht vielen hier genauso! Du bist also nicht allein!

Liebe Grüße!

#2


W
Hey Smile

Also dass ich damit nicht allein bin habe ich schon erwartet. Mir ging's eigentlich darum wie ihr euch verhalten habt, wieder zum Therapeuten gegangen? Es alleine durchgestanden, wie lange hat es bei euch gedauert usw. Smile
Einfach ein paar Erfahrungen zum Thema.

Vielen Dank für deine Antwort!

#3


W
Hallo William, bei mir ging es vor ca. 1 Jahr nach 18 Jahren wieder los. In den 18 Jahren spielte die Angst in meinem Leben nur eine kleine Nebenrolle. Seit einem Jahr aber dominiert sie wieder den Tagesablauf. Wie ich damit umgehe?....Mal mehr, mal weniger gut. Ich versuche, trotz Unruhe und zittrigen Beinen, alle vorgesehen Aktivitäten mit zu machen. Auch das klappt mal mehr, mal weniger gut. Alles was ich vor Jahren gelernt habe, versuche ich anzuwenden, aber trotzdem komme ich im Moment aus dieser Angstspirale nicht raus. Eine Therapie mache ich nicht, weil ich meine das alle meine Probleme bis ins kleinste schon aufgebröselt wurden. Ich sage mir immer, das ich mir einfach die Zeit geben muss, ich versuchen muss die Ruhe zu bewahren, dann wird es schon wieder. Ist nicht immer einfach und auch kräftezehrend aber für mich im Moment die einzige Möglichkeit damit um zu gehen. Ach so, habe auch im kleinen Stil angefangen etwas Sport zu treiben. Es heißt ja immer das das auch helfen soll, kann ich so noch nicht bestätigen. Aber abwarten und vor allen Dingen die Hoffnung nicht aufgeben. Liebe Grüße

#4


A
Ich hatte von 2004 - 2011 gar nichts. Dann kam es schleichend zurück. Ärzte konnten mir damals und heute nicht helfen. Psychotherapie habe ich damals einmal und diesmal einmal probiert und beide Therapeuten waren ein Reinfall. Anderswo habe ich keinen Platz bekommen. Medikamente nehme ich nur pflanzlicher Art. Ich habe mich damals daraus befreit (war damals aber noch ungebunden und ohne Familie) und versuche es diesmal halt wieder. Was soll man denn sonst auch tun? Diesmal ist es aber wegen der vielen Arbeit und der Verantwortung ungleich schwerer, da wieder raus zu finden.

#5


H
Nunja seit 3 Jahren schleppe ich die Angst und diverse andere psychische Probleme mit mir rum. 1 1/2 Jahre war ich krank geschrieben, seit einem halben Jahr studiere ich jetzt.
Seit 2 Jahren gehe ich zur ambulanten Therapie, und ich war vor 1 Jahr 9 Wochen in der Tagesklinik.Medikamente habe ich versucht, aber meine Leberwerte sind zu schlecht geworden, deshalb musste ich absetzen.

Eine Paradelösung gibt es leider nicht. Dem einen hilft Konfrontation, bei dem anderen ist es damit nicht getan.

Bei mir liegt der ganzen Problematik eine Persönlickeitsstörung zu Grunde das macht de Therapie noch schwieriger.

Ich habe seit meiner frühen Kindheit Ängste, das wird man leider nicht mal eben los!

Und dennoch verzweifel ich oft daran und denke "Der Mist war doch schon mal weg,warum gehts jetzt nicht weg?!"

#6


W
wow, ok. wenn schon eine persönlichkeitstörung vorliegt ist es natürlich nochmal eine ganz andere Nummer. Ich werde erstmal weiter versuchen mit Konfrontation ranzugehen. Hilft dir denn das Studium? mir hilft es halt so enorm wenn ich meine Konzentration auf etwas lenken kann, nicht direkt ablenken, aber halt einfach diese Angst in den Alltag einbeziehen und versuchen sie zu integrieren... so das sie vllt. wieder ein normales Maß erreicht?! (ich weiß, das Wort "normal" ist bei unsereins ein bisschen deplatziert)

#7


W
und an Aladin: ich habe das selbe Problem, seit zwei Jahren einen Job mit Personal-& Umsatzverantwortung und einem gewissen Druck, aber ich liebe den Job und versuche aus ihm kraft zu ziehen, auch wenn ich gerade Angst davor habe, ich denke es klappt trotzdem. hast du denn starke Einschränkungen im Beruf durch die Angst?

#8


A
Ich gehe zur Zeit nicht arbeiten. Weiß auch nicht, ob ich es schaffen würde. Habe einen Büroberuf und da wäre es ja nicht ganz so schlimm, wenn man da mit Panikattacken sitzt wie in einem anderen Beruf. 2003 konnte ich nicht mehr arbeiten gehen. Da ging gar nichts mehr. Wahrscheinlich eine Art Burn out.

#9


O
Ich bin die ganze Sache ohne Therapie los geworden, hab dann aber bereits nach gut einem Monat nen Rückfall gekriegt, das kam aber ziemlich schleichend, so nach 2 Monaten war es wieder voll da. Ich bin damals total falsch damit umgangen und habe mir sofort gesagt, dass ich DOCH krank bin und mir der Körper den einen perfekten Monat nur was vorgegaukelt hat. Ich bin es damals überwiegend mit Konfrontation und Ignorieren los geworden, außerdem war ich unimäßig gut ausgelastet, was sich als vorteilhaft erwiesen hat (ich werde immer in den Semesterferien stark rückfällig). Meine Erfahrung ist: Nicht arbeiten macht die ganze Sache schlimmer und festigt die PS.

#10


W
genau so sehe ich das auch, bin heute den zweiten Tag wieder arbeiten und wesentlich ruhiger als gestern. solange man sich stark genug fühlt und den mit aufbringen kann sollte man es angehen. danke Olli

#11


H
Naja, Persönlichkeitsstörung hört sich immer so dramatisch an, dass ist es eigentlich gar nicht.Abean muss halt die Muster und Schemaa die damit zusammenhängen erkennen und versuchen zu ändern.

Du wirst das schon schaffen!Immer fleißig weiter arbeiten gehen und der Angst keinen Nährboden bieten in dem du vermeidest!

Bei mir ist es meist nach 1-2 Tagen, an denen ich mal nicht draussen war (nach einem gemütlichen Wochenende z.B.)schon wieder schwieriger rauszugehen.

Ja das Studium hilft mir auf der einen Seite.Auf der anderen Seite habe ich mit starken Versagensängsten zu kämpfem

#12


H
Sorry für den fehlerhaften Text.Übers Handy ist das irgendwie blöd

#13


W
kein Problem. Ja ich geh auch abreiten, musste gestern auch mitarbeitergespräche führen und all sowas, ging auch alles gut, abends war ich dann auch noch unterwegs, obwohl ich mich schon sehr nach Ruhe und meinem Bett gesehnt habe. aber ging alles gut, nur dieses ständige "daran denken" nervt, das ist das unangenehmste, dass einen dieser Gedanke an die eigene Psyche immer so gefangen hält. Ich hoffe das geht mit der Zeit auch noch weg...

#14


H
Das hört sich doch schon gut an!Versuche immer die positiven Gedanken weiter auszubauen u nd die Angstgedanken zu ignorieren!

#15


E
hallo,
mein Umgang mit der Sache, auch wenn das manchmal ziemlich schwierig ist, sieht so aus, dass ich es
einfach nehme wie es ist. Der Fehler, den man gerne macht ist, dass man zu sehr mit seinen Ängsten
diskutieren, sich einreden will, dass sie eigentlich gar nicht da sind. Oder, dass man sich an wacklige,
einsturzgefährdete Brücken klammert. Bei mir z.B. ist die größte Angst gewesen, dass ich wieder meine
Schlafstörungen wie im letzten Sommer bekomme. Und natürlich kamen sie immer mal wieder. Irgendwie
habe ich aber doch jede Nacht ein bißchen Schlaf gefunden, mal 2 Stunden, mal drei, dann mal wieder 8.
Und so ging es lange gut, weil ich mich immer damit beruhigt habe, dass ja immer ein bißchen was geht.
Im Dezember dann kam plötzlich die Angst auf, dass mich die Fast-Schlaflosigkeit irgendwann umbringen
wird und ich war bei 2 Ärzten, 2 Psychologen und jedesmal kam die klare Ansage, dass das nicht möglich
ist. Der Körper holt sich wieder was er braucht. Ausserdem wären gelegentlich nur 2 oder 3 Stunden ganz
normal. Ich war erstmal beruhigt, zumal ich tatsächlich immer mal wieder auch richtig lange durchgepennt
habe. Aber ich habe nicht aufgehört, darüber nachzudenken, und natürlich sucht sich die Angst neue Wege.
Jeden Abend kam die bange Frage auf, ob meine Serie wohl halten wird, wonach ich immer wenigstens ein
bißchen schlafe. Richtig entspannen konnte ich dabei immer erst, wenn ich wenigstens mal die ersten 30
Minuten weg war. und schliesslich kam es wie es kommen musste: Letzte Woche kam eine Nacht mit absolut
Null Schlaf! Und danach war ich erst mal völlig durch. Meine Psychologin meinte tags darauf, das wäre
therapeutisch sehr wertvoll, menschlich täte es ihr wahnsinnig leid, aber: Es wird mich auch diesmal nicht
umbringen. Selbst den Unwahrscheinlichen Fall, ich würde nur noch jede zweite Nacht schlafen, würde ich
locker bewältigen. Sobald ich mal gemerkt habe, dass ich damit gut leben kann- und das geht wohl tatsäch-
lich, denn momentan schlafe ich wirklich nur noch jede zweite Nacht- hören wenigstens die Gedanken daran
auf, der Schlafbedarf wird immer weniger, ich bin topfit. Jetzt war ich auch noch bei einem Schlafmediziner
gehe bald ins Schlaflabor und jedesmal die gleiche Aussage: Es kann nichts passieren, spätestens in der
dritten Nacht, sofern man nicht durch ein organisches Leiden oder Medikamentenmissbrauch, bzw. div.
Psychopharmaka schlaflos ist, wird man schlafen, ob man will oder nicht, selbst gegen die Angst.
Davor hatte ich mal einen Albtraum, der mich verstört hat, einmal wurde ich durch eine PA aus dem Schlaf
gerissen, und jedesmal habe ich krampfhaft versucht, mir zu sagen, das wird bestimmt nicht mehr passieren,
aber ich konnte es mir selbst nicht glauben, habe Schweissausbrüche und Atemnot vor Angst bekommen, was
ich aber alles schon kannte. Natürlich ging es wieder vorbei, aber nun war ich im absoluten Dilemma: Ich hatte
Angst davor, nicht mehr schlafen zu können und Angst davor, einzuschlafen und dann Albträume zu haben. Was
half es? Ich musste ins Bett, mal mit Angst, mal ohne. Denn eins weiss man irgendwann aus der Erfahrung:
Gefühle verändern sich, Angst kommmt und geht, Gedanken kommen und gehen. Ich hatte zwei Nächte später
nochmal einen Albtraum, einmal wurde ich durch eine Pa geweckt und ich hatte viele Nächte mit wenig bis Null
Schlaf und viele mit viel Schlaf. Und das ist das einzige, was man bei Rückfällen tun kann: Sich erinnern, dass
man schon oft an dem Punkt war an dem man keinen Ausweg mehr gesehen hat und doch ging es dann wieder
aufwärts. Es wird uns immer wieder einholen, aber irgendwann auch immer weniger belasten. Hätte ich mal
gleich gesagt, na und, dann schlaf ich halt mal nicht, sondern ruhe mich nur aus, werde morgen trotzdem fit
sein, wäre mir wohl einiges erspart geblieben. Aber es ist halt auch nicht leicht, solche Dinge so einfach zu
akzeptieren. Wir brauchen Zeit und dürfen uns auch nicht überfordern. Ich war mehrfach kurz davor, nun doch
zur Psychopille zu greifen, bzw. zweimal habe ich mir eine Valdoxan als Einschlafhilfe eingeworfen. Bis auf einen
Kurzschlaf von knapp 2 Stunden hat es mir zwar nicht geholfen, doch eine gewisse Erleichterung habe ich doch
gespürt und musste bestätigen, was mein Psychiater gesagt hat, der die Dinger selbst seit 5 Jahren nimmt:
Sie sind insofern angenehm, dass sie nur kurz wirken, man am nächsten Tag keinen Überhang hat. Trotzdem
versuche ich es nun weiterhin ohne. Wenn ich nachts nicht schlafen kann, stehe ich auf, lese im Nebenzimmer,
schreibe was, glotze zum Fenster am Waldrand und gehe erst ins Bett zurück, wenn meine Gedanken still-
stehen, oder ich sie passiv kreisen lassen kann. Und dann ruhe ich aus, denn dadurch regeneriert der Körper
auch, bis ich irgendwann mal wieder ein bißchen Schlaf nachhole. Mein Trost ist: Ich werde überleben.
Schliesslich kenne ich Menschen, die durch Tinnitus, ehemals Krebs, Allergien u.a. zum Teil noch weniger
schlafen als ich und das seit Jahren und Jahrzehnten. Man kann sich an vieles gewöhnen, wenn der Lebenswille
da ist. Und das ist er, also: Akzeptieren, auch wenn es schwerfällt, lg

#16


A
@ Olli: Bei mir war es genau anders. Mir ging es wieder richtig gut, nachdem ich lange nicht gearbeitet habe und mich mal so richtig erholen konnte. Das war wie eine Kur. Hat wahrscheinlich deshalb geklappt, weil der größte Teil meiner Probleme IN der Arbeit an sich lagen.

#17

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W
wow Eddie, das kann ich erst Zuhause in Ruhe lesen Smile aber danke für den ausführlichen Beitrag!

an Hoffnungsschimmer: ich bin auch recht zufrieden und mein gedankenkarussel hört langsam auf.nur das "ignorieren" ist für mich persönlich kein guter weg, wenn ich mich mit auseinandersetze (zumindest anfangs) kann ich viel besser mit ihr arbeiten. da hat wohl jeder seine eigenen Wege. aber beim ignorieren nehme ich mich ihr nicht an. dementsprechend ändert sich nichts an ihr

#18


novemberrain
William, geh weiter arbeiten, auch wenn´s manchmal mega schwer ist.
Die Angst wird natürlich versuchen Dir einzureden, dass es auch zu Hause schön ist Wink und man da keine Symptome bekommt...
Hör nicht auf sie! Geh arbeiten!

Kein Therapeut würde einem Angstpatienten raten, zu Hause zu bleiben.

Du wirst wieder der Alte.

Viel Glück

#19


W
genau das mache ich ja auch, vorbildlich wie in der Therapie gelernt. es klappt auch. Smile ich versuche nur zum schlafen nach Hause zu kommen und sonst unter Menschen zu sein und die sicher Hochburg Wohnung zu meiden Smile

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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