william44

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Hallo an alle,

ich habe alles durchgeschaut und nichts direktes zum Thema gefunden. Bei mir ist es nach einer Woche Urlaub auf einmal wieder soweit. Ich habe seit 4 Jahren nichts von meiner Angst gehört, lebte glücklich, habe mich beruflich weiter entwickelt, es ging mir lange gut! Und auf einmal ist die wieder da, die panische Angst mein Haus zu verlassen, auf Arbeit zu gehen, Angst vor den neun Stunden abseits der "sicheren 4 Wände".

Ich habe gelernt dass mir nichts passieren kann, ich nehme seit 2 Jahren keine medis mehr und ich stelle mich der Sache, war Gestern wieder auf Arbeit und es war ein harter Kampf, aber ich habe es geschafft. Heute wieder das gleiche, ich schaffe das. Aber ich frage mich wie andere damit umgehen?! Kennt/hättet ihr nach länger Zeit Rückfälle? Wie geht ihr damit um?

Liebe Grüsse!

19.02.2013 09:08 • 23.02.2013 #1


40 Antworten ↓


Hoffnungsschimm.


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Hallo und herzlich Willkommen

Ja ich kenne das!Hatte vor 3 Jahren nach ca. 5 Jahren, weitestgehend, "Angstfreierzeit" einen Rückfall.

Es geht vielen hier genauso! Du bist also nicht allein!

Liebe Grüße!

19.02.2013 10:30 • #2


william44


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Hey

Also dass ich damit nicht allein bin habe ich schon erwartet. Mir ging's eigentlich darum wie ihr euch verhalten habt, wieder zum Therapeuten gegangen? Es alleine durchgestanden, wie lange hat es bei euch gedauert usw.
Einfach ein paar Erfahrungen zum Thema.

Vielen Dank für deine Antwort!

19.02.2013 10:40 • #3


wandelbar


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Hallo William, bei mir ging es vor ca. 1 Jahr nach 18 Jahren wieder los. In den 18 Jahren spielte die Angst in meinem Leben nur eine kleine Nebenrolle. Seit einem Jahr aber dominiert sie wieder den Tagesablauf. Wie ich damit umgehe?....Mal mehr, mal weniger gut. Ich versuche, trotz Unruhe und zittrigen Beinen, alle vorgesehen Aktivitäten mit zu machen. Auch das klappt mal mehr, mal weniger gut. Alles was ich vor Jahren gelernt habe, versuche ich anzuwenden, aber trotzdem komme ich im Moment aus dieser Angstspirale nicht raus. Eine Therapie mache ich nicht, weil ich meine das alle meine Probleme bis ins kleinste schon aufgebröselt wurden. Ich sage mir immer, das ich mir einfach die Zeit geben muss, ich versuchen muss die Ruhe zu bewahren, dann wird es schon wieder. Ist nicht immer einfach und auch kräftezehrend aber für mich im Moment die einzige Möglichkeit damit um zu gehen. Ach so, habe auch im kleinen Stil angefangen etwas Sport zu treiben. Es heißt ja immer das das auch helfen soll, kann ich so noch nicht bestätigen. Aber abwarten und vor allen Dingen die Hoffnung nicht aufgeben. Liebe Grüße

19.02.2013 10:47 • #4


Aladin


Ich hatte von 2004 - 2011 gar nichts. Dann kam es schleichend zurück. Ärzte konnten mir damals und heute nicht helfen. Psychotherapie habe ich damals einmal und diesmal einmal probiert und beide Therapeuten waren ein Reinfall. Anderswo habe ich keinen Platz bekommen. Medikamente nehme ich nur pflanzlicher Art. Ich habe mich damals daraus befreit (war damals aber noch ungebunden und ohne Familie) und versuche es diesmal halt wieder. Was soll man denn sonst auch tun? Diesmal ist es aber wegen der vielen Arbeit und der Verantwortung ungleich schwerer, da wieder raus zu finden.

19.02.2013 11:21 • #5


Hoffnungsschimm.


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Nunja seit 3 Jahren schleppe ich die Angst und diverse andere psychische Probleme mit mir rum. 1 1/2 Jahre war ich krank geschrieben, seit einem halben Jahr studiere ich jetzt.
Seit 2 Jahren gehe ich zur ambulanten Therapie, und ich war vor 1 Jahr 9 Wochen in der Tagesklinik.Medikamente habe ich versucht, aber meine Leberwerte sind zu schlecht geworden, deshalb musste ich absetzen.

Eine Paradelösung gibt es leider nicht. Dem einen hilft Konfrontation, bei dem anderen ist es damit nicht getan.

Bei mir liegt der ganzen Problematik eine Persönlickeitsstörung zu Grunde das macht de Therapie noch schwieriger.

Ich habe seit meiner frühen Kindheit Ängste, das wird man leider nicht mal eben los!

Und dennoch verzweifel ich oft daran und denke "Der Mist war doch schon mal weg,warum gehts jetzt nicht weg?!"

19.02.2013 11:46 • #6


william44


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wow, ok. wenn schon eine persönlichkeitstörung vorliegt ist es natürlich nochmal eine ganz andere Nummer. Ich werde erstmal weiter versuchen mit Konfrontation ranzugehen. Hilft dir denn das Studium? mir hilft es halt so enorm wenn ich meine Konzentration auf etwas lenken kann, nicht direkt ablenken, aber halt einfach diese Angst in den Alltag einbeziehen und versuchen sie zu integrieren... so das sie vllt. wieder ein normales Maß erreicht?! (ich weiß, das Wort "normal" ist bei unsereins ein bisschen deplatziert)

19.02.2013 12:18 • #7


william44


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und an Aladin: ich habe das selbe Problem, seit zwei Jahren einen Job mit Personal-& Umsatzverantwortung und einem gewissen Druck, aber ich liebe den Job und versuche aus ihm kraft zu ziehen, auch wenn ich gerade Angst davor habe, ich denke es klappt trotzdem. hast du denn starke Einschränkungen im Beruf durch die Angst?

19.02.2013 13:13 • #8


Aladin


Ich gehe zur Zeit nicht arbeiten. Weiß auch nicht, ob ich es schaffen würde. Habe einen Büroberuf und da wäre es ja nicht ganz so schlimm, wenn man da mit Panikattacken sitzt wie in einem anderen Beruf. 2003 konnte ich nicht mehr arbeiten gehen. Da ging gar nichts mehr. Wahrscheinlich eine Art Burn out.

19.02.2013 13:59 • #9


Olli


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Ich bin die ganze Sache ohne Therapie los geworden, hab dann aber bereits nach gut einem Monat nen Rückfall gekriegt, das kam aber ziemlich schleichend, so nach 2 Monaten war es wieder voll da. Ich bin damals total falsch damit umgangen und habe mir sofort gesagt, dass ich DOCH krank bin und mir der Körper den einen perfekten Monat nur was vorgegaukelt hat. Ich bin es damals überwiegend mit Konfrontation und Ignorieren los geworden, außerdem war ich unimäßig gut ausgelastet, was sich als vorteilhaft erwiesen hat (ich werde immer in den Semesterferien stark rückfällig). Meine Erfahrung ist: Nicht arbeiten macht die ganze Sache schlimmer und festigt die PS.

19.02.2013 15:11 • #10


william44


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genau so sehe ich das auch, bin heute den zweiten Tag wieder arbeiten und wesentlich ruhiger als gestern. solange man sich stark genug fühlt und den mit aufbringen kann sollte man es angehen. danke Olli

19.02.2013 15:37 • #11


Hoffnungsschimm.


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Naja, Persönlichkeitsstörung hört sich immer so dramatisch an, dass ist es eigentlich gar nicht.Abean muss halt die Muster und Schemaa die damit zusammenhängen erkennen und versuchen zu ändern.

Du wirst das schon schaffen!Immer fleißig weiter arbeiten gehen und der Angst keinen Nährboden bieten in dem du vermeidest!

Bei mir ist es meist nach 1-2 Tagen, an denen ich mal nicht draussen war (nach einem gemütlichen Wochenende z.B.)schon wieder schwieriger rauszugehen.

Ja das Studium hilft mir auf der einen Seite.Auf der anderen Seite habe ich mit starken Versagensängsten zu kämpfem

20.02.2013 05:49 • #12


Hoffnungsschimm.


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Sorry für den fehlerhaften Text.Übers Handy ist das irgendwie blöd

20.02.2013 05:50 • #13


william44


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kein Problem. Ja ich geh auch abreiten, musste gestern auch mitarbeitergespräche führen und all sowas, ging auch alles gut, abends war ich dann auch noch unterwegs, obwohl ich mich schon sehr nach Ruhe und meinem Bett gesehnt habe. aber ging alles gut, nur dieses ständige "daran denken" nervt, das ist das unangenehmste, dass einen dieser Gedanke an die eigene Psyche immer so gefangen hält. Ich hoffe das geht mit der Zeit auch noch weg...

20.02.2013 11:52 • #14


Hoffnungsschimm.


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Das hört sich doch schon gut an!Versuche immer die positiven Gedanken weiter auszubauen u nd die Angstgedanken zu ignorieren!

20.02.2013 12:40 • #15


eddie


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hallo,
mein Umgang mit der Sache, auch wenn das manchmal ziemlich schwierig ist, sieht so aus, dass ich es
einfach nehme wie es ist. Der Fehler, den man gerne macht ist, dass man zu sehr mit seinen Ängsten
diskutieren, sich einreden will, dass sie eigentlich gar nicht da sind. Oder, dass man sich an wacklige,
einsturzgefährdete Brücken klammert. Bei mir z.B. ist die größte Angst gewesen, dass ich wieder meine
Schlafstörungen wie im letzten Sommer bekomme. Und natürlich kamen sie immer mal wieder. Irgendwie
habe ich aber doch jede Nacht ein bißchen Schlaf gefunden, mal 2 Stunden, mal drei, dann mal wieder 8.
Und so ging es lange gut, weil ich mich immer damit beruhigt habe, dass ja immer ein bißchen was geht.
Im Dezember dann kam plötzlich die Angst auf, dass mich die Fast-Schlaflosigkeit irgendwann umbringen
wird und ich war bei 2 Ärzten, 2 Psychologen und jedesmal kam die klare Ansage, dass das nicht möglich
ist. Der Körper holt sich wieder was er braucht. Ausserdem wären gelegentlich nur 2 oder 3 Stunden ganz
normal. Ich war erstmal beruhigt, zumal ich tatsächlich immer mal wieder auch richtig lange durchgepennt
habe. Aber ich habe nicht aufgehört, darüber nachzudenken, und natürlich sucht sich die Angst neue Wege.
Jeden Abend kam die bange Frage auf, ob meine Serie wohl halten wird, wonach ich immer wenigstens ein
bißchen schlafe. Richtig entspannen konnte ich dabei immer erst, wenn ich wenigstens mal die ersten 30
Minuten weg war. und schliesslich kam es wie es kommen musste: Letzte Woche kam eine Nacht mit absolut
Null Schlaf! Und danach war ich erst mal völlig durch. Meine Psychologin meinte tags darauf, das wäre
therapeutisch sehr wertvoll, menschlich täte es ihr wahnsinnig leid, aber: Es wird mich auch diesmal nicht
umbringen. Selbst den Unwahrscheinlichen Fall, ich würde nur noch jede zweite Nacht schlafen, würde ich
locker bewältigen. Sobald ich mal gemerkt habe, dass ich damit gut leben kann- und das geht wohl tatsäch-
lich, denn momentan schlafe ich wirklich nur noch jede zweite Nacht- hören wenigstens die Gedanken daran
auf, der Schlafbedarf wird immer weniger, ich bin topfit. Jetzt war ich auch noch bei einem Schlafmediziner
gehe bald ins Schlaflabor und jedesmal die gleiche Aussage: Es kann nichts passieren, spätestens in der
dritten Nacht, sofern man nicht durch ein organisches Leiden oder Medikamentenmissbrauch, bzw. div.
Psychopharmaka schlaflos ist, wird man schlafen, ob man will oder nicht, selbst gegen die Angst.
Davor hatte ich mal einen Albtraum, der mich verstört hat, einmal wurde ich durch eine PA aus dem Schlaf
gerissen, und jedesmal habe ich krampfhaft versucht, mir zu sagen, das wird bestimmt nicht mehr passieren,
aber ich konnte es mir selbst nicht glauben, habe Schweissausbrüche und Atemnot vor Angst bekommen, was
ich aber alles schon kannte. Natürlich ging es wieder vorbei, aber nun war ich im absoluten Dilemma: Ich hatte
Angst davor, nicht mehr schlafen zu können und Angst davor, einzuschlafen und dann Albträume zu haben. Was
half es? Ich musste ins Bett, mal mit Angst, mal ohne. Denn eins weiss man irgendwann aus der Erfahrung:
Gefühle verändern sich, Angst kommmt und geht, Gedanken kommen und gehen. Ich hatte zwei Nächte später
nochmal einen Albtraum, einmal wurde ich durch eine Pa geweckt und ich hatte viele Nächte mit wenig bis Null
Schlaf und viele mit viel Schlaf. Und das ist das einzige, was man bei Rückfällen tun kann: Sich erinnern, dass
man schon oft an dem Punkt war an dem man keinen Ausweg mehr gesehen hat und doch ging es dann wieder
aufwärts. Es wird uns immer wieder einholen, aber irgendwann auch immer weniger belasten. Hätte ich mal
gleich gesagt, na und, dann schlaf ich halt mal nicht, sondern ruhe mich nur aus, werde morgen trotzdem fit
sein, wäre mir wohl einiges erspart geblieben. Aber es ist halt auch nicht leicht, solche Dinge so einfach zu
akzeptieren. Wir brauchen Zeit und dürfen uns auch nicht überfordern. Ich war mehrfach kurz davor, nun doch
zur Psychopille zu greifen, bzw. zweimal habe ich mir eine Valdoxan als Einschlafhilfe eingeworfen. Bis auf einen
Kurzschlaf von knapp 2 Stunden hat es mir zwar nicht geholfen, doch eine gewisse Erleichterung habe ich doch
gespürt und musste bestätigen, was mein Psychiater gesagt hat, der die Dinger selbst seit 5 Jahren nimmt:
Sie sind insofern angenehm, dass sie nur kurz wirken, man am nächsten Tag keinen Überhang hat. Trotzdem
versuche ich es nun weiterhin ohne. Wenn ich nachts nicht schlafen kann, stehe ich auf, lese im Nebenzimmer,
schreibe was, glotze zum Fenster am Waldrand und gehe erst ins Bett zurück, wenn meine Gedanken still-
stehen, oder ich sie passiv kreisen lassen kann. Und dann ruhe ich aus, denn dadurch regeneriert der Körper
auch, bis ich irgendwann mal wieder ein bißchen Schlaf nachhole. Mein Trost ist: Ich werde überleben.
Schliesslich kenne ich Menschen, die durch Tinnitus, ehemals Krebs, Allergien u.a. zum Teil noch weniger
schlafen als ich und das seit Jahren und Jahrzehnten. Man kann sich an vieles gewöhnen, wenn der Lebenswille
da ist. Und das ist er, also: Akzeptieren, auch wenn es schwerfällt, lg

20.02.2013 13:06 • #16


Aladin


@ Olli: Bei mir war es genau anders. Mir ging es wieder richtig gut, nachdem ich lange nicht gearbeitet habe und mich mal so richtig erholen konnte. Das war wie eine Kur. Hat wahrscheinlich deshalb geklappt, weil der größte Teil meiner Probleme IN der Arbeit an sich lagen.

20.02.2013 13:57 • #17


william44


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wow Eddie, das kann ich erst Zuhause in Ruhe lesen aber danke für den ausführlichen Beitrag!

an Hoffnungsschimmer: ich bin auch recht zufrieden und mein gedankenkarussel hört langsam auf.nur das "ignorieren" ist für mich persönlich kein guter weg, wenn ich mich mit auseinandersetze (zumindest anfangs) kann ich viel besser mit ihr arbeiten. da hat wohl jeder seine eigenen Wege. aber beim ignorieren nehme ich mich ihr nicht an. dementsprechend ändert sich nichts an ihr

20.02.2013 16:37 • #18


novemberrain


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William, geh weiter arbeiten, auch wenn´s manchmal mega schwer ist.
Die Angst wird natürlich versuchen Dir einzureden, dass es auch zu Hause schön ist und man da keine Symptome bekommt...
Hör nicht auf sie! Geh arbeiten!

Kein Therapeut würde einem Angstpatienten raten, zu Hause zu bleiben.

Du wirst wieder der Alte.

Viel Glück

20.02.2013 17:21 • #19


william44


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genau das mache ich ja auch, vorbildlich wie in der Therapie gelernt. es klappt auch. ich versuche nur zum schlafen nach Hause zu kommen und sonst unter Menschen zu sein und die sicher Hochburg Wohnung zu meiden

20.02.2013 17:31 • #20




Dr. Reinhard Pichler