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Das ist ein generelles Problem im deutschen Gesundheitssystem. Die Ärzte lernen im Studium diverse Krankheitsbilder - wenn die Symptome in keines so richtig reinpassen, sind viele Ärzte überfordert. Dann werden die Patienten ihren Symptomen entsprechend zu den einzelnen Fachärzten geschickt, die meist Scheuklappen aufhaben und nur in ihrem Fachbereich die Diagnostik betreiben.
Und wenn ein paar Fachärzte zum Ergebnis kommen, dass es nicht in ihrem Bereich liegt, wird der Patient zum Psychiater geschickt. Der wiederum hat nicht endlos Zeit sich mit dem Patienten zu beschäftigen. Der prüft dann halt ob irgendeine psychische Erkrankung vorliegt (Depression, Angststörung, etc. pp.). Depression passt fast immer. Und sonst wird es halt als Hypochondrie oder Somatisierungsstörung eingeordnet - eins von beidem passt immer, schließlich haben ein paar (Fach)Ärzte schon vergeblich die Ursache gesucht. Die meisten greifen dann sofort zum Rezept und verschreiben irgendwelche Pillen. Wenn die nicht wirken, gibts halt andere. Selbst wenn 5-6 Medikamente nicht gewirkt haben, wird kaum ein Psychiater auf die Idee kommen, dass es eine organische Ursache geben muss.
Dann beginnt für den Patienten der Spaß: Wer ungeschickter Weise den Psychiater von der Schweigepflicht entbunden hat und wie es im System vorgesehen ist seine Akte und Diagnosen mitschleppt, hat verloren. Wenn auf Überweisungsscheinen irgendeine F-Diagnose steht, wird nicht mehr gründlich untersucht. Schließlich hat ein Facharzt (Psychiater) es als psychisch eingeordnet. Und damit ist kein Arzt mehr verantwortlich dafür, dass die Ursache gefunden wird. Stattdessen ist der Patient "Schuld" und muss mit Hilfe von Gesprächstherapie, Verhaltensänderung, etc. das Problem in den Griff bekommen. Deutschland hat mehr Betten im Bereich psychosomatik, als der Rest der Welt zusammen.
Einziger Ausweg: In Deutschland ist die Schweigepflicht ein hohes Gut. Selbst die Tatsache, dass du Patient bei einem Arzt warst, darf dieser NIEMANDEM mitteilen - noch nichtmal einem anderen Arzt. (nur der Krankenkasse zu Abrechnungszwecken, die jedoch wiederum NIEMANDEM etwas darüber mitteilen darf). Nur wenn du einen Überweisungsschein abgibst und/oder dem Arzt erlaubst, dass er einen Bericht an einen anderen Arzt schicken darf, ist eine Kommunikation zwischen Ärzten erlaubt. Dann müssen halt ein paar Untersuchungen mehrfach durchgeführt werden.
Du kannst alle Diagnosen/Arztkontakte/etc. verschweigen - es kann dir dadurch kein Nachteil entstehen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen es zu nennenswerten Konsequenzen kommen kann: private Krankenversicherung, Verbeamtung und Berufsunfähigkeitsversicherung. Sonst ist die Aussage "Ich hatte nur mal ne Erkältung und das übliche" ohne Konsequenzen möglich.