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anna-violetta

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Hallo an alle, die das hier lesen.
Zu dem Thema Derealisation gibt es sicher schon den ein oder anderen Bericht hier. Aber in meiner Verzweiflung, schreibe ich hier trotzdem mal nochmal.
Gibt es jemand, der mir sagen kann, was ihm/ ihr denn gegen das Gefühl der Derealisation geholfen hat?
Bei mir taucht dieses Gefühl oft völlig willkürlich auf. Erst merke ich, dass ich irgendwie "neben der Spur" bin, dann steigere ich mich oft so rein, dass das alles in einer Panikattacke endet.
Und diese Panik dauert wirklich oft lange an.
Das Problem ist bei mir auch, dass ich nach solch einer Panikattacke immer völlig fertig bin und mir so allgemein wieder total die Sorgen um mein Leben mache oder über das Leben allgemein...

Wer kennt das auch so? Und hat vielleicht jemand einen Tip, was wirklich gegen das Derealisations- und anschließendes Panikgefühl hilft?

Bin ein wenig am Verzweifeln...

Liebe Grüße, Anna

19.09.2020 x 1 #1


79 Antworten ↓
fourofour

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Zitat von Theoriepraxis1:
Eine Panikattacke ist eine intensive Form von Angst.

Ja und nein. Eine Panikattacke ist eine Reaktionskette ausgelöst vom einem inneren Stresspegel der die Angstgrenze überschritten hat.

Eine Derealitation ist eine verfremdetes wahrnemen unserer Umgebung. Es kann sein das man sich wie in Watte gepackt vorkommt oder mit dem Kopf unter Wasser. Gegenstände können ihre dreidimensionalität verlieren. Weiter entfernt oder näher dran wirken.

Eine Depersonaliation ist eine Wahrnehmungsstörung/Entfremdungsgefühl des eigenen Körpers. Körperteile werden nicht wahrgenommen, Man fühlt sich manchmal nur als ein Körperteil wie z.b. die Augen. Glie.dmaßen können sich verfremdet - zu groß, zu klein oder verzerrt anfühlen. Auch kann man sich ausserhalb des Körpers und ihm nicht zugehörig fühlen.

Beides sind Schutzmechanismen die aktiviert werden wenn eine emotionale Überlastung der Psyche droht.
Sie stehen aber eben nicht direkt mit dem fight-or-flight in Verbindung.

Gründe warum eine DR/DP Störung entsteht können Traumata sein und aufgestaute/nicht abgebaute Energie die der Körper für Flucht oder Kampf bereitgestellt hat, die aber letztendlich nicht benötigt wurde.

Es ist ein Mechanismus, aber kein Autopilot.

Zitat von Theoriepraxis1:
Ich habe mich wirklich sehr ausführlich mit den Sachen auseinander gesetzt. Es bringt aber nicht viel , außer Klarheit....

Hättest Du es, wüsstest Du das alles was ich dir gesagt habe. Und die Klarheit ist nicht nur unabdingbar, sondern auch emelentar wichtig. Wie auch sonst willst Du die Realität herstellen in solchen Momenten?

Zitat von Theoriepraxis1:
die Momente sind trotzdem unerträglich und ekelhaft!. Auch wenn wir es 1000 mal erleben , würden wir es am liebsten ganz weg haben wollen.

In der ersten Zeit, ohne Therapie - bin ich voll bei dir.

Bei meiner Diagnose sind DP und DR an der Tagesordnung. Das mache ich nun seit mehr als 40 Jahren mit. Wenn ich jede so auf einen Sockel stellen würde, es wäre vermutlich sehr dunkel in meiner Welt.
So lange Du du dich da so reinsteigerst und da wären wir wieder bei dem Thema Ausrufezeichen, kann es nur kaum besser werden. Zumindest nehme ich dich so wahr.

Für mich sind diese Zustände weder eine Bedrohung noch unangenehm. Und das ist so, weil ich sehr lange und sehr intensiv mich positiv programmiert habe - über Jahre.

In aller erster Linie braucht deine Psyche von dir Zuspruch und keine Ablehnung. Führsorge anstelle von runter machen.
Das ist nicht nur eine Einstellungssache - es ist in erster Linie eine Entscheidung.

Ich nehme ausser so einmal alle 4 Monate ein Notfallmedikament, keinerlei Antidepressiva. Alles was ich an Gleichgewicht und Reslilienz habe ist das Resultat einer angepassten Lebensweise mit einer Reihe von Therapieformen die ich wie ein Patchwork zusammengesetzt habe.

26.04.2020 19:34 • x 2 #55


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Was tun gegen Derealisation?

x 3


fourofour

fourofour
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Wegen dem was ich erreicht habe bin ich nicht mehr oder weniger wert als jeder andere Mensch.
Nur habe ich meinen Leidensdruck halt senken und einen gewissen Grad an Lebensqualität erreichen können. Und dafür bin ich stolz auf mich.

Das alles was Du schreibst verstehe ich voll und ganz - ehrlich. Und wenn bei dir ein Trauma vorliegt, dann hat das alles eine ganz andere Qualität. Denn dann sage ich dir aus Erfahrung - je früher Du beginnst, desto kürzer wird die Gesamtbehandlungszeit.
Gute Traumatherapeuten findet man je nach Region nur wenige. Ebenso Kliniken mit Traumastation und angepassten Therapien.

Das alles ist ein Weg, ein Lernprozess und eine Chance. Nur benötigt man in sich selber eine Entscheidung. Damit meine ich ob man den Weg nun beginnen will zu laufen oder ob man weiterhin Spielball seines Unterbewusstseins sein will.

Der Anfang, ja, der kann eine Herausforderung sein.
Wenn man die erste Zeit durchgestanden hat, wird es in der Regel leichter. Energie die nun nicht mehr in der Form aufgewendet wird um Ängste im Zaum zu halten, steht nun der Therapie zur Verfügung.
Ähnlich wie bei einem Kredit, wo man anffangs fast nur Zinsen zahlt und mit der Zeit die Tilgung immer größer wird.

Ich bin mir sicher, dass Du irgendwann an unsere Worte denkst und dann die Tiefe und die Vernetzung von all dem verstehen wirst.

26.04.2020 22:26 • x 2 #57


Zum Beitrag im Thema ↓


Black-Sheep
Hallo Anna Violetta

Derealisation, bedeutet ja eigentlich nur das du zu sehr in dir bist, du beschäftigst dich so derartig mit dir selbst das die Umwelt verschwimmt, du nimmst sie einfach nicht mehr wahr, was mir dagegen sehr gut hilft ist mit aller Macht die mir zur Verfügung steht, die Aufmerksamkeit auf das "Außen", also auf meine Umwelt zu lenken, wenn das in der Wohnung nicht gelingt, geh raus und sieh dir Menschen an, oder Blumen, Fahr Fahrrad, egal was halt immer dich interessiert, komm aus dir raus sieh die Welt die dich umgibt, und das ganz bewusst.

#2


anna-violetta
Danke für deine Antwort.

Das Problem ist bei mir, dass ich mich da immer so herrlich reinsteigere... Ich habe solche Derealisationsgefühle auch als, wenn ich draußen irgendwo bin. Dann versuche ich mich eben auf mein Gegenüber oder eben auf das zu konzentrieren, was so in meiner Umgebung passiert... Manchmal gelingt mir das gut, manchmal eben nicht.

Aber kennst du selbst auch das Gefühl, dass sich einfach alles "komisch" anfühlt?

Liebe Grüße, Anna

#3


Black-Sheep
Ja, kenn ich, alles fühlt sich Sureal an, und man hat das Gefühl alle anderen hätten ein Leben, nur man selbst nicht, die gute Nachricht ist, das ist nur ein Gefühl, und auch wenn es sich anders anfühlt, es geht vorbei.

#4


anna-violetta
... für deine Worte.
Gerne kannst du mir eine PN schreiben.

Vielen Dank schonmal, Anna

#5


martin170de
Huhu, Anna-Violetta!
Sicher wurde das, was ich hier nun kurz schreibe, bereits häufiger in ähnlicher Art formuliert.
Ich kenn das leider auch extrem gut. . .
Soweit ich es hinbekam/hinbekomme, hat mir immer ein wenig geholfen, die Derealisation "anzunehmen" - sich zu sagen "ok - das ist jetzt so, genau so fühle ich mich nun gerade - schade, aber ich finde mich damit ab"; in dem Moment wird es erträglicher und nimmt ab - wie auch bei der Angst. . .(jede Kraft erzeugt nun einmal eine entsprechende Gegenkraft).
Das ist natürlich "graue Theorie" - ich weiß, wie schwer das sein kann. . .
Viele Grüße, viel Erfolg,
Martin

x 2 #6


filigrantechniker
So komisch es klingt, für mich ist diese Derealisation auch irgendwie beruhigend, denn in so einem Moment "weiss" ich dann, dass es psychisch ist. Bei mir entsteht Angst durch Überbewertung körperlicher Symptome (schnellerer Herzschlag, schnellere Atmung etc.). Setzt die Derealisation ein, beruhigt sich das ganze dann irgendwie wieder.

x 1 #7


anna-violetta
danke auch für deine Worte.

Ich habe das auch schon versucht, also, eben NICHT gegen die Angst und / oder gegen die Derealisation anzukämpfen, sondern es eben anzunehmen...
Ich bin aber so unsicher, weil man ja doch so verschieden Sachen liest, was helfen könnte.
Manche sagen, man soll nicht dagegen ankämpfen, wieder Andere sagen, man soll sich ablenken... Ich weiß langsam nicht mehr, an was ich mich halten soll...

Kennt ihr das auch, dass man manchmal tagelang wie neben sich steht?
Das ist doch auch kein Zustand, finde ich.. dann finde ich mein Leben ehrlichgesagt echt traurig... und denke mir so Sachen wie "Wieso kommen alle klar, nur ich nicht?"
Usw...

Darf ich euch mal fragen: Wissen eure Freunde, Verwandte, Freund/ Freundin,Mann/Frau von euren Zuständen?
Und wenn ja, können die euch da manchmal auch raushelfen?

Freue mich über eure Antworten.
Liebe Grüße, Anna

#8


martin170de
Hihu, Anna-Violetta!
Klar, über Tage/Wochen, kenne ich!
Einige enge Freunde/Verwandte "wissen" es - aber ich bin recht sicher, dass sie es sich nicht angemessen vorstellen können, auch, wenn sie sich bemühen.
Helfen tut es zumindest mir nicht, ob/wenn "jemand dabei ist". Außerdem ist es fraglich, ob es eher erleichtert, wenn man z.B. drüber spricht - oder der Derealisation damit wieder mehr Raum gibt und man sich fokussiert.
Viele Grüße!
Martin

#9


Black-Sheep
Also zu deiner ersten Frage, ja Menschen die sich für mich interessieren wissen davon, außer meine Tochter, und ihr gegenüber werde ich das auch niemals zeigen.

Zur zweiten Frage, nein ich kann mir da nur alleine raushelfen, meistens nervt es mich sogar darüber zu reden wenn es mir schlecht geht, und Mitleid kann ich erst recht nicht ertragen.

Wenn es Sachen gibt die du nicht so öffentlich aufschreiben möchtest, kannst du mir auch gerne eine PN schicken.

#10


anna-violetta
Für all eure Mitteilungen.
Bei mir wissen es auch nur die engsten Leute... aber ich denke immer, ich falle vor allem meinem Mann zur Last...
Mein Mann hat zwei Kinder. Bei denen lasse ich mir natürlich auch nie etwas anmerken. Aber an manchen Tagen wache ich schon so zittrig auf und merke, dass irgendwas schon wieder ganz komisch läuft...
Und ich empfinde diese Zustände als sehr belastend. Mir fällt es so schnwer, mich so anzunehmen, wie ich bin.
An manchen Tagen wünsche ich mir, dass all die "ekligen", schlimmen Emotionen einfach weg sind. So wie sie mehr und mehr gekommen sind, so sollen sie auch wieder verschwunden.

Ist halt auch als anstrengend, immer kämpfen zu müssen, dass es einem selbst gut geht...

Wer kennt das?


Liebe Grüße, Anna

#11


HeikoEN
So einfach es klingt, in Momenten der Derealisation muss man dem eigenen vegetativen Nervensystem helfen, wieder in die Realität zurück zu finden.

Das geht z.B. so, in dem man etwas trinkt. Man "zwingt" damit das Nervensystem sich um den Schluckmechanismus zu kümmern und diesen auch wahrzunehmen.

Hilft auch bei Panikattacken bzw. kurz vorher.

Weitere Tipps sind z.B. feste Gegenstände anfassen (Heizung) oder kalt/warm Empfindungen provozieren (z.B. mit *beep* Füßen über den Fliesenboden laufen).

Mit solchen Dingen "holt man das Nervensystem zurück".

Dauerhaft kann man sich auch in Achtsamkeit üben, was effizient ist, aber man es ein wenig trainieren muss.

Dazu hier ein Arbeitsblatt:

http://ratgeber-panik.de/manahmen-gegen ... aining.php

x 4 #12


Pienimusta
Derealisation tritt bei mir auf, wenn ich mich ziemlich lange in so einen Angstzustand reingesteigert habe. Wie die anderen schon sagten, dadurch verliert man dann den Kontakt zur Außenwelt. Als Symptom selber macht es mir nicht so viel Angst, weil ich es mir recht gut erklären kann und auch nicht wüsste, was davon Schlimmes passieren sollte. Es ist eben nur nicht besonders angenehm. Was bei mir hilft, ist Bewegung. So lange spazieren gehen, bis es besser wird. Das können schon mal 1,5 bis 2 Stunden werden, aber es hat bisher immer geholfen. Die erste Stunde ist anstrengend, weil sich alles komisch anfühlt und alles komisch aussieht, die Beine sind weich und man läuft wie auf Gurken. Aber dann wird es besser. Und zum Schluss fühlt man sich (oder ich mich) gut durchblutet und vor allem auch im Kopf wieder "da".

Ich glaube, das Schlimmste, was man machen kann, wenn man früh aufwacht und sich schon so komisch zittrig fühlt, ist in so einer gelähmten Angststarre zu verharren. Mir fällt das selber schwer, ich will mich dann eigentlich am liebsten wo hinlegen statt mich zu bewegen. Aber davon wird es eher schlimmer. Notfalls fang ich klein an... ein bisschen mit dem Fuß kreisen und mit den Zehen wackeln. Oder leichte Dehnübungen. Und dann langsam steigern.

Vielleicht magst du das mal ausprobieren knuddeln

x 2 #13


anna-violetta
... DANKE auch für deinen Beitrag.

Ich mache und tue ja, dass ich nicht in der Panik verharre...
Gerade wenn die Kinder meines Mannes da sind, bin ich aber schon morgens derart nervös... total hibbelig... innerlich so angespannt, voll neben mir... das dauert dann immer sehr lange, bis ich wieder runter gekommen bin.
Ich denke immer, dass die mir nicht anmerken sollen, wie es mir gerade geht.
Mein Mann tut mir auch schon leid...

Ach je...

Viele Liebe Grüße, Anna

#14


Pienimusta
Diese Angst, andere könnten es einem anmerken, kenne ich auch - hab dazu vor kurzem auch mal einen Thread eröffnet Embarassed . Aber, was ich auch durch die Antworten gelernt habe, ist, dass man auch nervös sein darf und dass die anderen das auch merken dürfen. Davon geht es auch schneller wieder weg. Und die Kinder deines Mannes lernen dadurch das Leben in all seinen Facetten kennen und nicht nur den schönen, aber falschen Schein. Verbindest du irgendwelche konkreten Ängste damit, wenn die Kinder was merken?

Und dein Mann muss dir nicht leid tun, der ist ja schließlich erwachsen und kann sich hoffentlich um sich selbst kümmern Smile Mir hat immer geholfen, mir klar zu machen, dass ich nicht meine Angst bin, sondern dass diese nur ein Teil von mir ist. Du hast ja sicherlich auch noch eine Menge anderer Seiten an dir. Natürlich belastet das auch, wenn es dem Partner nicht gut geht, weil man ja will, dass es ihm gut geht. Aber ich bin mir sicher, dass euer Tag auch noch aus viel mehr Dingen besteht als nur der Angst. Vielleicht magst du ja mal darauf achten, was du ohnehin schon tust, das deinem Mann gut tut? Hat er denn irgendetwas geäußert, dass dazu führt, dass du denkst, du würdest ihn NUR belasten? Oder ist das mehr so eine Befürchtung?

Ich habe schon sehr lange immer mal wieder mit Ängsten und Depressionen und solchem Quatsch zu tun. Mein Mann hat mich schon so kennengelernt und wir sind jetzt seit über 10 Jahren zusammen. Es ist nicht immer leicht, aber es ist jetzt auch nicht so, dass er auf dem letzten Loch pfeifen würde und sein Leben nicht leben kann. Am besten ist es, wenn man viel Verantwortung für seine Ängste übernimmt, also sich auch mal beim Mann ausheult, aber nicht nur und ihm seine Freiräume gewährt (und währenddessen zu einer Freundin geht o.Ä.). Dann ist die Belastung zwar nicht weg, aber tragbar.

x 1 #15


anna-violetta
Hi Pienmuster,

danke für deine Antwort!

Also, es ist so, dass ich erstens den Kids gegenüber ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich mal nicht so kann, wie ich "sollte"... Ich denke halt immer, dass ich bei den beiden funktionieren "muss", damit sie eben nicht merken, dass was mit mir nicht stimmt.
Außerdem habe ich Angst, dass sie dann der Mutter (Ex Frau meines Mannes) erzählen, dass ich mich z.b. ab und an hinlegen muss oder so... Und dass die Ex Frau dann wieder Ärger macht, von wegen ich sei nicht gut für die Kinder usw...
Da haben wir aktuell eh schon viel mit Anschuldigungen und so zu tun...

Mein Mann hat mich ja auch schon so kennen gelernt, von dem her beruhigt er mich immer wieder, dass ich nicht denken soll, er würde mich weniger lieb haben, wenn es mir mal schlecht gehe...
Aber das ständige Auf und Ab macht mir zu schaffen, denn die schlechten Tage "wiegen" bei mir sehr viel mehr, als die guten Tage... verstehst du, was ich meine?
Ich habe ja auch als gute, angstfreie Tage, aber an die erinnere ich mich nicht mehr, wenn es mir akut schlecht geht, so wie heute... dann bin ich eben nur "die Panik"... und ich denke an meinen Mann und daran, was ich doch für eine Belastung sein muss usw...
Habe einfach so Angst, ihn durch meine Krankheit zu verlieren, auch wenn er mir immer wieder versichert, dass er mich doch deswegen nicht verlässt.
Ich rede ja schon oft mit ihm, brauche aber, vom Gefühl her, immer mal wieder die "Bestätigung", ob er denn noch zufrieden ist mit mir usw...

Das macht mich echt fertig grad alles.
Auf Stress mit den Kids reagiere ich auch extrem schlimm zur Zeit...

Denke dann immer daran, dass ich null belastbar bin und dass ich niemals klar kommen werde...

Hach ja... heute ist irgendwie einfach kein guter Tag...

Liebe Grüße, Anna

#16


I

Neu hier! - Vorstellung - Derealisation? Depression?

Guten Tag liebe Forum-Mitglieder,

da ich mich gerade erst angemeldet habe, versuche ich mal, euch ein Bild von mir zu verschaffen. Vielleicht könnt ihr ja so schon etwas zu meiner Lebenslage verschaffen.


- ich bin 22 Jahre alt, männlich

- habe eine Ausbildung im Büro gemacht (die mir absolut nicht gefallen hat)

- seit dem Abschluss der Ausbilung, hatte ich immer nur ein paar vorrünergehende Stellen, die ich nie lange durchgehalten habe.

- ich tue mich sehr schwer mit der Arbeitssuche

- ich bin in Psychotherapie

- in meinem Umfeld gibt es viele die an Depressionen leiden

- ich bin ein sehr großer Familienmensch

- ich stehe auf Männer

- ich hatte noch nie eine Beziehung


Das würde ich erstmal so stehen lassen, für den ersten Eindruck zu meiner Person.

Die erste "Panik"-Attacke hatte ich, als ich 2014 mit meiner Schwester unterwegs war. Wir liefen mit meiner Nichte durch die Stadt, alles war grau, bewölkt und leer. Tage zuvor hatte ich Probearbeiten bei einem "to-go"-Laden. Sie sagten, sie melden sich. Der Gedanke an die Stelle machte mir innerlich ein bisschen Sorgen, da man dort auch backen musste und ich sowas nie gemacht hatte.

Auf jeden Fall lief ich mit meiner Schwester und meiner Nichte durch die Gegend und wir haben über alles mögliche gesprochen. Ich redete mir alles schlecht. Irgendwann sind meine Eltern nicht mehr da, meine Schwester hat ihren Freund, ihr Kind.

Sie hörte mir aufmerksam zu und wir setzen uns in ein Kaffee. Plötzlich merkte ich eine sehr starke Unruhe, die ich nicht von mir kannte. Mein ganzer Körper kribbelte und ich musste aufstehen und zur Toilette gehen. Als ich wieder kam, war das Gefühl immer noch. Ich sagte meiner Schwester, dass ich kurz um den Block gehe, da es mir schlecht ging. Sie machte sich Sorgen, weil unser Vater an starken Depressionen leidet und wir vielen mitbekommen haben.

Schließlich mussten wir aus dem Kaffee gehen, da ich den Drang hatte zu laufen. (Vielleicht von den Gedanken weg zu laufen?)
Es war wirklich schlimm. Ich fühle mich wie in einer Blase. Die Außenwelt zog an mir vorbei und ich sah das ganze Leben sinnlos und grau.

Irgendwann hörte es auf und ich war die Tage danach sehr geschwächt. Der Arbeitgeber entschied sich gegen mich, was für mich irgendwie gut war.

Lange lange Zeit war das dann vorbei mit der Panik, jedoch habe ich in manchen Situationen noch dran gedacht.

2015 habe ich versucht das Abitur nachzumachen. 1 Monat war ich da und dann habe ich das auch wieder abgebrochen. Der letzte Tag vor dem Unterrichtsanfang, war auch in der Art so. Mein Vater, meiner Schwester und ich waren frühstücken und plötzlich nahm ich alles so unrealistisch wahr. Ich ging auf Toilette und zählte von 1000 in 7er Schritten runter, danach ging es wieder.

Im April diesen Jahres wurde ich am Knie operiert. Das erste mal Vollnarkose. Ich hatte sehr viel Angst. Nicht, dass ich nicht mehr wach werde, sondern, dass ich während der OP wach werde.

Die OP verlief super gut und als ich aufwachte musste ich sogar lachen, weil ich so glücklich war, dass ich nichts gemerkt habe.

Naja ich musste auf Krücken gehen und konnte schlecht schlafen, da ich immer auf dem Bauch schlafe und es halt nicht ging mit dem Verband.

Sonntags morgens dann schlug mein Herz so komisch. Ich ging auf Toilette und nahm die Stimmen meiner Eltern wahr, aber sehr komisch. So fremd und unreal, sinnlos und so.

Ich kam wieder ins Wohnzimmer und sagte meiner Mutter, dass ich gleich mal etwas raus gehen muss, da ich kaputt gehe, wenn ich nur zuhause rum hänge.

Es war dann erstmal in Ordnung.

Abends war dann auch etwas merkwürdig. Mein Vater und ich haben Fernsehen geguckt, ich ging mir die Zähne putzen und mein Vater rief, dass er schon mal ins Bett gehe. Alles war in Ordnung, dann legte ich mich ins Wohnzimmer auf die Couch und machte den Fernseher aus. Diese Dunkelheit und Stille war so unheimlich für mich. Meine Gedanken kreisten nur darum, ob der Tod genauso ist wie eine Vollnarkose. Ich fragte mich plötzlich, was wäre, wenn ich nicht mehr leben will? Ich sah meinen Neffen und meine Nichte vor Augen und dachte, wie doof muss es für sie und meine ganze Familie sein, wenn ich mich unbringe? Ich fand das alles so komisch! Ich musste mich hinsetzen, ging auf die Toilette und hatte Durchfall. Danach legte ich mich hin und schlief.

Am Morgen danach: meine Mutter war arbeiten und ich stand schon auf mit so einer depressiven Laune. Ich ging ins Bad, schaute in den Spiegel und dachte "warum kann ich nicht Türgriffen sein?"

Ich sagte meinem Vater, dass ich mir Hilfe hole ich habe Angst, dass was nicht stimmt. Dann musste ich weinen und mein Vater tröstete mich.

Die folgenden Tage waren so vernebelt irgendwie... Aus diesem Grund habe ich nie Dro. probiert, weil ich vor genau solchen Situationen Angst habe.

Die ganzen Tage waren wirklich so schlimm. Ich war ständig auf der Lauer um zu gucken, ob die Panik und diese "unheimliche" Weltansicht wiederkehrte.

Am Abend dann war ich auch mit meinem Vater alleine und ich hatte Gänsehaut. Ich hatte so starke Angst, dass ich da nicht mehr raus komme. Fühlte mich, als ob ich in einem dunkeln Loch sitze und oben stehen Leute, die auf mich runter gucken und ich komme da nicht raus. Ich sagte meinem Vater, dass ich in die Psychiatrie fahren will und so fuhr ich mit dem Freund meiner Schwester dorthin.

Sie teilten mir mit, dass ich mir einen Therapeuten suchen sollte. Das tat ich und ich bin nun bei ihr in Behandlung.

Sie macht mit mir aktuell Bewerbungen, da sie sagte ich muss arbeiten, denn rumhängen macht krank. Da hat sie aber mehr als 1000% recht.

Ich weiß nicht, was ich arbeiten will. Habe Angst davor. Ich vermisse dann sofort mein Zuhause. Meine Eltern, meine Schwester, alle einfach.

Die letze Zeit war sehr gut. Ich fühle mich einigermaßen normal.

Vor ein paar Tagen hatte ich in meiner Wohnung geschlafen und war den Tag danach nur bei mir zuhause ohne raus zu gehen. Ich schlief lange und war den ganzen Tag alleine. Am Abend fing es an, dass ich mich komisch fühlte. Hatte auch ein schlechtes Gefühl, als ich ins Bett ging.

Aktuell habe ich wieder diese Angst, dass es wieder kommt. Ich bin zusätzlich bei einem Psychiater, der aber nichts verschreibt. Find ich auch gut, denn das macht mir auch Angst, wenn ich Anti-Depressiva nehmen müsste. Die Therapeutin hat Derealisation ausgeschlossen.

Meine Hausärztin sagte, dass ich einen Vitamin D3 Mangel habe. Kann es daran liegen, dass ich manchmal soviel grübel?

Es ist echt schwer zu beschreiben: ich blicke dann manchmal auf mein Leben und empfinde Trauer, obwohl ich tolle Leute um mich rum habe. Habe manchmal Angst vor dem Tod und grübel über den Sinn des Lebens. Mir schießen so Gedanken in den Kopf "was ist der Sinn?" "Was ist, wenn ich mich im Urlaub nicht erfreuen kann an Dingen?"

Ich bin jeden dankbar, der sich Zeit genommen hat, das zu lesen.

#17

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I
Bitte kann mir jemand dazu etwas schreiben? Mir geht es wirklich nicht sehr gut damit. Fühle mich sehr allein gelassen.

#18


L
Hallo Iwannabeahippy,
es tut mir Leid, dass es dir nicht gut geht. Gut ist, dass du bereits in psychotherapeutischer Behandlung bist und auch ein Psychiater Bescheid weiß. Meinst du, dir fehlt der Antrieb eine Arbeitsstelle anzutreten? Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass eine regelmäßige Arbeit Struktur gibt und das wirkt sich positiv auf die Depression aus. Du hast geschrieben, dass du immer nur kurz bei verschiedenen Stellen gearbeitet hast. Okay, egal, dann war es nicht das richtige. Du hast mehrere Möglichkeiten:
- du könntest in deinem Ausbildungsberuf Arbeiten
- du könntest tatsächlich nochmals das Abitur versuchen oder Etwas Vergleichbares wie z.B. Fachoberschule (es gibt mehrere Fachrichtungen)
- Zur Orientierung könntest du dich auch in unterschiedlichen Praktika versuchen, z.B. im Altenheim, Kindergarten, halt ne ganz andere Richtung
- Weiterbildung in deinem Ausbildungsberuf
-jobben

Schau doch einfach mal, erkundige dich

Dass du keine Medikamente nehmen möchtest,
akzeptiere ich, jedoch sollte man darüber nochmal nachdenken, wenn der Leidensdruck so groß ist.

Ja, ansonsten würde ich deine Ängste mit deiner Therapeutin besprechen. Machst du ne VT oder Etwas Anderes?

VG Lala

x 1 #19


I
Danke sehr liebe Lala,

mein Problem ist, dass ich in keinen Beruf positiv blicken kann. Das ist komisch und ich verstehe es selber nicht. Ich gehe mal davon aus, dass bis jetzt wirklich nicht das Richtige dabei war. Wird halt von Zeit zu Zeit schwerer.

Mein Psychiater sagte mir, dass ich Sport machen soll, Arbeit suchen soll und einfach generell Struktur in den Alltag bringen soll, deshalb kann ich dich verstehen, mit der Aussage, dass Struktur im Alltag sehr sinnvoll ist.

Ich mache eine Verhaltenstherapie. Mir tut das soweit auch ganz gut und ich kann mich echt glücklich schätzen, dass ich so schnell jemanden gefunden habe.

Ich habe Phasen, da fehlt mir einfach total die Lebensfreude. Meine negativen Gedanken schießen dann blitzartig durch den Kopf. Es hört sich komisch an, aber ich sehe dann keinen Sinn im Leben.

Wirklich sehr unheimlich und unbeschreiblich.

Vielleicht sollte ich nochmal über Tabletten vom Psychiater nachdenken, aber ich bin total ängstlich, weil ich immer an so Nebenwirkungen und das Absetzen der Medikamente denke.

Der Psychiter und ich haben jetzt erstmal angemacht, dass ich mit der Hausärztin Termine zum EEG bzw. MRT mache. So kann man vielleicht Sachen ausschließen.

Man man man ich will so garnicht denken, ich hoffe immer, dass es von irgendwelchen Faktoren kommt, aber ich rauche nicht, trinke keinen Alk. und habe wirklich noch nie Dro. genommen. Mein Umfed ist toll ich habe so tolle Menschen um mich rum und mir ist noch nie etwas sehr sehr sehr schlimmes passiert.

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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