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R
Huhu,

mich würde mal interessieren, was sich, seit ihr unter Angststörung/PA's leidet, alles in eurem täglichen Leben verändert hat?! Was ihr noch (oder wieder) machen könnt, nicht mehr machen könnt, wovor ihr Angst habt, etc.

Ich fang' einfach mal an...

Habe meine Angststörung jetzt fast 2 Jahre. Angefangen mit Schwindel hatte ich zu Beginn nur Angst, es könnte wieder kommen. Bin gar nicht mehr raus gegangen, wegen dieser Unsicherheit. Zu Hause ging es eigentlich.

Inzwischen hat sich Vieles verändert. Ich leide unter einer ständigen Grundnervosität, bin angespannt, etc., PA's habe ich aber nur ganz selten. Ich gehe auch wieder unter Leute, lieber in Begleitung, wobei ich das Gefühl habe, gerade das macht es schlimmer. Bin ich allein unterwegs, gehts mir eigentlich gut, weil ich mich zusammenreißen MUSS.

Aber ich vermeide Risiken. Ich kann zb. gar nicht mehr baden, weil ich Angst habe, es könnte mir plötzlich schlecht gehen. Und das Duschen genieße ich auch nicht mehr. Da geht alles ganz schnell, nur, um schnell wieder angezogen und bereit zu sein, FALLS mal ein Notfall eintritt ?

Ich sag' mal... die konkrete, bewusste Angst vor der Angst habe ich nicht mehr so extrem... dafür hat sich eine ziemlich ausgeprägte Angst vor Krankheiten entwickelt. Ich habe oft Angst, die Symptome könnten was Schlimmes bedeuten und gehe deswegen häufig zum Arzt, bin dann aber auch beruhigt, wenn sich meine Befürchtungen als überflüssig herausstellen.

So, das wars... und wie sieht das bei euch aus? Würde mich über ein paar Berichte freuen

23.01.2011 19:02 • 31.01.2011 #1


15 Antworten ↓


M
du dieb!! du hast meinen beitrag hier rein kopiert
bei mir ist 100% genauso.alles wie bei dir!! zusammengefasst verändert seit PA:
- ich habe alle möglichen körperlichen beschwerden und schmerzen und angst vor krankheiten
- ich kann duschen nicht genießen
- ich schlafe in klamotten
- ich hab angst beim kochen
- ich hab freunde verloren
- weil ich die wohnung nicht mehr verlasse
- keine lebensfreude,da nur in der wohnung
- arbeit verloren
- tag- nacht rhytmus vertausch
- keine energie mehr
- krankenhausbesuche,da ich immer meine was schlimmes zu haben
etc

23.01.2011 21:27 • #2


A


Was hat sich in eurem Leben seit den PA's verändert?

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R
Inwiefern hast du Angst beim Kochen? Ich hab jetzt nicht direkt Angst, aber ich werde bei allem, worauf ich mich konzentrieren muss, unglaublich nervös.

Mein Rhythmus ist auch völlig vertauscht, abends kann ich nicht einschlafen, bin dann die ganze Nacht wach und morgens schlafe ich dann total übermüdet ein. Manchmal kann ich mich dazu zwingen, bis abends wachzubleiben und dann geht es für ein paar Tage gut, aber irgendwann ist wieder alles beim Alten. Arbeite momentan auch nur ein Mal die Woche, deswegen gibt es nicht wirklich viel, womit ich mich ablenken und wachhalten kann.
Ich bin teilweise schon nach einer kleinen Sache wie einkaufen, so erledigt, als hätte ich den ganzen Tag gearbeitet.

In der Notaufnahme war ich am Anfang öfter, aber jetzt schon lange nicht mehr. Es bringt eh nichts. Bin da immer im Zwiespalt... einerseits hab ich totale Angst und will Sicherheit, andererseits hab ich gar keine Lust, da stundenlang zu warten, weil ich eigentlich eh weiß, dass ich nichts habe. Deswegen quäle ich mich lieber zu Hause, bis es besser ist.

24.01.2011 16:58 • #3


M
ich hab angst beim kochen und backen, das ich umkippen könnte und mir dann die wohnung abbrennt,weil ja der herd an ist... m ein wirrer kopf denkt nicht mehr logisch
in der notaufnahme bin ich auch nur noch selten.nie war was ernsthaftes und das warten nervt echt. einmal wurde ich sofort aufgenommen und hab ein zimmer bekommen.die haben mich zu ernst genommen.wollt nur schnell untersucht werden,nicht aufgenommen.bin aus angst auf eigene gefahr abgehauen.daher versuch ich mich jetzt auch zu beruhigen und mich nicht so ernst zu nehmen

24.01.2011 17:26 • #4


D
Hallo,

mein Leben hat sich auch verändert.
-meide Menschenmassen
-keine Freunde
-Therapien hinter mir
-meide engere Kontakte zu anderen Menschen, hab das vertrauen in das gute im Mensch verloren
- job verloren


Aber dank der Therapien kann ich schon viel mehr als früher.
-einkaufen
- paar stunden am Tag in einer Bildungsmassnahme für Psychisch Kranke arbeiten
-kann wieder mit Fremden reden und Arbeitskollegen
-bin Selbstbewusster geworden
-habe wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft

Nur gibts auch immer wieder nach den Höhen auch Tiefen bzw. Rückfälle.
Gehts mir schlechter is das ein Signal das ich wieder was an meinem leben ändern muss.

25.01.2011 21:56 • #5


D
hallo ihr zwei ... wir haben uns bestimmt schon in anderen ecken hier gelesen.... ich habe es seit einem jahr und was sich für mich geändert hat ohweh.... ok, dann mal los ..

schlafe trotz schlaftablette 3 bis 4 stunden nachts , seit einem jahr
fühle mich andauernd schlaff und ausgelaugt,morgens die ersten 3 stunden geht es und dann kompletter abbau
nur schwindel und beklemmungen in einem durch
die pa´s sind etwas weniger geworden ...
wenn ich tagsüber mal einschlafe schrecke ich mit herzrasen nach ein paar minuten hoch als wenn der körper nicht schlafen will...
tagsüber schaffe ich aber schon langsam ein paar stunden allein zu sein....
die pa´s kommen meistens wenn ich ruhe habe oder nichts zum ablenken da ist und der kopf anfängt zu grübeln...
meinen mann versuche ich es schon zu überspielen weil er mittlerweile davon die nerven blank hat( naja ich ja nicht grins)...
kann nicht vor die türe gehen ... weil ich schiss habe mir passiert was ...
wenn nur in begleitung und mit viel ablenkung und das auch keine weiten wege...
3 mal habe ich geschafft aus der stadt mit bus nach hause zu fahren ..man war ich stolz ..ok beim runterkommen ging es dann wieder richtig los...seit weihnachten die menschenmasse auf dem weihnachtsmarkt ist wieder ganz aus....

haushalt schaffe ich nicht ganz aber am anfang ging gar nichts also bin ich froh das ich da wieder bissl was tun kann..

baden nur wenn ich nichts an beklemmung merke bzw. nur sehr wenig habe aber geniessen ist nicht drinne

kochen ja wenns mir gut geht ,habe schon abgebrochen weil ich dachte ich kippe und ohweh was ist wenn dann das essen auf volle pulle steht ..

freunde habe ich keine mehr.... komme mir vor wie in einem goldenen käfig...

durch die psychotherapie lerne ich nun mit meinen gefühlen umzugehen ..das finde ich auch horror weil manchmal kann ich nur in ner ecke und heulen... ich hoffe das dies villt dieses oder nächstes jahr alles etwas besser wird ,das ist das einzige was mich hochhält ... ich komme mit den pa´s im moment einigermassen zurecht aber die kraftlosigkeit und der immer drehende kopf , da weiss ich manchmal nicht wie das weggeht und ob überhaupt... so das wäre es erstmal ... hoffe ist nicht zulange ..liebe grüße doris

25.01.2011 22:21 • #6


R
Hallo Doris,

komischerweise geht es bei mir morgens auch die erste Zeit. Ich bin zwar nicht wirklich fit und ausgeruht, aber ich fühle mich eigentlich relativ normal. Oft kann ich dann sogar einkaufen oder so. Aber im Laufe des Tages werde ich immer unruhiger, nervöser, dann kommen die ganzen Begleitsymptome usw. Und um den Mittag herum wars das wieder.
Ich frage mich, wieso das so ist. Ob man vielleicht direkt nach dem Aufstehen noch nicht soviel über sich nachdenkt? Ich glaube, das ist auch ein Grund dafür, dass ich relativ viel schlafe, weil ich insgeheim die Hoffnung habe, die Angst einfach wegschlafen zu können . Manchmal liege ich im Bett, bin eigentlich gar nicht mehr müde, aber WILL einfach nicht aufstehen, damit die Angst nicht kommt. Bis ich dann wieder einschlafe. Wohl auch ein Grund für meinen verdrehten Rhythmus.

26.01.2011 01:30 • #7


K
angefangen hats vor knapp 3 jahren..

-ausbildung verloren
-freunde verloren
-abgeschottet von der aussenwelt
-schulden ohne ende (weil ich ja nicht rausgehen kann, einzukaufen)
-schlafstoerungen ohne ende (liegt wahrscheinlich auch am Dro., an der angst vor der angst nen alptraum zu bekommen, usw)
-haushalt usw schaff ich eigtl wenn mir in den h!ntern getreten wird
-angst, vorm arzt
-und halt die verdammte angst vor der angst vor allem moeglichem.. meist unbegruendet

26.01.2011 03:02 • #8


D
hi rockinrose.... ja denke liegt am schlaf ..kriege ich viel zu wenig ist es mirgens auch schon so ...mein arzt meinte das der körper sich ja nachts schlaf holz um bissl abzuschalten und energie zu tanken ..je weniger schlaf desto weniger kommt man durch den tag...allerdings ist bei mir jeder nachmittag wenn die dämmerung kommt noch beklemmender... der arzt will bei mir mal schauen wie ich nachts zur ruhe komme...allerdings darf ich mich tagsüber nicht hinlegen zum schlafen ..entspannung ja schlaf nein ..und da wir ja tagsüber kaum in der lage sind was zu machen meinte er ist der körper allein vom rumsitzen so ausgeruht ...es ist keine natürliche müdigkeit abends mehr da... habe aber auch nachts viel erlebt in klinik und auch zuhause kann villt auch daran liegen... ich selber weiss es nicht .. lieben gruss doris

26.01.2011 07:28 • #9


Q
Ich habe dadurch verloren:
-Freunde
-Gute Laune, die ich sonst immer hatte!
-Freude, Spaß an etwas
-Arbeitsstelle
-Selbstbewusstsein
-Geld
-das vertrauen in mich u meinem Körper

26.01.2011 12:40 • #10


Djete
Huhu!

Mich erstaunt es immer wieder, dass ich mich in vielen Postings eigentlich wieder erkenne.
Da gibt es so viele Ähnlichkeiten, zum Beispiel mit dem Baden, denn eigentlich sollte es ja eine beruhigende Wirkung haben, aber seit meiner Angsterkrankung kann ich es auch nicht mehr genießen.
Seit meiner ersten PA im Juli:
- Mich zwickt und zwackts an allen möglichen Stellen meines Körpers, (Rücken, Bauch, etc) glaub natürlich immer an was Schlimmes! Mittlerweile komm ich aber etwas besser damit klar und mach mir nicht soo viel Angst
- Migräne mit Aura, außerdem Wetterfühligkeit
- träge Verdauung, die mangelnde Bewegung trägt dazu bei
- Meine Laune ist eher grantig als sonst irgendwas^^
- mein Leben ist einfach eingeschränkt, kann spontan selten etwas machen, längere Ausflüge oder Unternehmungen sowieso nicht, kein Ausgehen mehr
- hab mein Studium nicht gestartet, obwohl mir eine gewisse Beschäftigung jetzt schon sehr abgeht
- bin nicht mehr so energievoll wie früher
- mittlerweile generell Angst vor allem Möglichen -.-
- ich fühl mich sehr widerstandslos und zerbrechlich, mir fehlt irgendwie die Kraft von früher und die positive Einstellung
- und das Vertrauen in mich und meinen Körper hab ich auch verloren

Aber was erzähl ich euch

LG, Lisa

26.01.2011 16:58 • #11


Q
Lisa....Du beschreibst echt das wie es mir geht;-) Man ist das schrecklich wievielten es hier schlecht geht u wieviele dadurch eingeschränkt sind UND Freunde verloren haben! Schade das jeder hier scheinbar einsam und alleine ist. Würdet ihr nicht alle soweit weg wohnen könnte man zusammen was machen und hätte wenigsten welche die ein verstehen....

26.01.2011 17:15 • #12


R
Hey ihr,
so schlimm es auch ist, irgendwie ist es doch auch beruhigend wenn man sieht, dass es sooo Vielen ganz ähnlich geht, oder? Besonders diese Angst, irgendwelche Symptome könnten was Schlimmes bedeuten vergeht bei mir etwas, wenn ich lese, dass Andere genau das gleiche Problem haben.

Ich hab seit einiger Zeit auch mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen. Hatte schon immer einen eher empfindlichen Magen, aber ich hab das Gefühl, die ganze Situation macht es noch schlimmer. Irgendwie kommt alles zusammen... ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich meine, es liegt allgemein am veränderten Lebens- und Ernährungsstil. Z.B. esse ich nicht regelmäßig, weil ich oft einfach zu nervös bin, um Appetit zu haben, habe dann aber nachts, wenn ich etwas ruhiger bin, totalen Heißhunger. Andererseits trinke ich den Tag über unheimlich viel Kaffee mit viel Milch und das scheint (besonders auf nüchternem Magen) bei mir zu regelmäßigen Blähungen und/oder Magenschmerzen zu führen. Hab schonmal versucht, auf Tee umzusteigen und da geht es auch einigermaßen, aber ich bin so ein Kaffee-Junkie, dass ich nicht so ganz darauf verzichten kann .

27.01.2011 19:07 • #13


J
Hallo,

bei mir hat sich auch einiges geändert.. Habe diese Angst- und Panikzustände jetzt bald vier Jahre..

Ich meide es in die Stadt zu gehen und wenn ich da rein muss dann schaue ich dass ich so schnell wie möglich wieder draußen bin.

Ich war seit vier Jahren nicht mehr im Kino

Gehe selten weg.. Wenn ich dann weg gehe dann nehme ich eine Beruhigungstablette

Nehme seit nem knappen Jahr jetzt Psychopharmaka und es ist schon besser geworden...

grüßle

28.01.2011 21:04 • #14


B
Hmm in meiner schlimmen Zeit war es ähnlich wie bei vielen:

-Ich habe das Haus nicht ohne meine Sicherheitsgegenstände verlassen
-Ich war immer nervös und angespannt
-Schlafstörungen
-Panikattakten nachts schweißgebadet
-Haus immer seltener verlassen
-kein fahren von Bus,Bahn,Auto,Zug
-kein Betreten von Kinos und Fahrstühlen

und so weiter....

vieles davon ist inzwischen vorbei...

31.01.2011 11:10 • #15


B
Bei mir hat sich so ziemlich alles verändert.

-ich gehe kaum noch raus (nur meinen Kindern zuliebe oder aber in Begleitung)
-ich rauche nicht mehr (hab ständig PA's beim rauchen bekommen)
-ich gehe nicht mehr einkaufen oder shoppen
-keine Frisörbesuche mehr seid der PA's
-duschen und baden sind nun der blanke Horror und alles muss ganz schnell gehen
-ich bin ständig nervös und habe Angst in Ohnmacht zu fallen (noch nie passiert)
-Angst um mein Herz (Herzneurose)
-Angst vor Krankheiten
-bin kaum noch belastbar (sowohl im Haushalt als auch sonst)
-ständiger Schwindel
-oft traurig und depressiv
-Schlafstörungen
-Bus,Bahn und Zug vermeide ich
-Arztbesuche sind schlimm für mich

...

31.01.2011 11:42 • #16


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