Liebe @Panikade ,
ein paar Gedanken zu Deinen Schilderungen:
Zitat von Panikade: ich verspüre den Drang einfach zu Rennen. Einfach weg.
Hast Du es eigentlich mal probiert? Streiche im Geist das Wort "weg" und
renne einfach mal ein paar (hundert) Meter. Du liest Dich eigentlich recht am Leben interessiert und eine gewisse Lebensfreude "lauert" m. E. da unter der Betrübnis. Das ist doch eigentlich schön?
Zitat von Panikade: Ist es überhaupt möglich die Angst loszuwerden oder muss ich irgendwie lernen diese zu kontrollieren?
Du hast es selber gesagt - der Hansi "darf" erst mal bleiben. Aber ich würde das mit dieser (weit verbreiteten) Namensgebung mittelfristig in Frage stellen. Ich kenne die therapeutische Idee dahinter bzgl. Anfreunden, Annehmen etc., doch einer äußerst flüchtigen Emotion einen Namen zu geben, ist letztlich dermaßen unrealistisch, dass der Geist idR nur selten "drauf reinfällt". Ein Name dient nicht nur der "Verniedlichung", sondern schlechterdings der
Manifestation von etwas letztlich Unmanifesten.
Zitat von Panikade: mein Mantra: "Ich bin stark und schaffe alles"
Weder dieses Mantra noch das (dadurch zu kompensierende) Gegenstück ("Ich bin schwach und schaffe nichts") ergeben Sinn. Es ist wie die o. g. Vermenschlichung einer Emotion ein unhaltbares Wunschdenken. Statt "stark/schwach" würde ich eher das Augenmerk auf dieses "Ich" lenken.
Zitat von Panikade: Immer wieder bin ich echt hilflos und weiß nicht so richtig wie ich aus dieser Abwärtsspirale der letzten Tage wieder rauskomme.
Nenne es vielleicht etwas realistischer "Spirale" und lass die Richtung weg. Es geht nicht abwärts mit Dir sondern zu gewissen Zeiten ist der Geist lediglich unruhig, ängstlich.
Zitat von Panikade: Ich versuche es auch mit Meditation. Das klappt oft gut aber manchmal ist meine innere Unruhe einfach zu groß um mich in die Meditation fallen zu lassen.
Genau dann, bei unruhigem Geist kann Meditation sehr mächtig werden. Du musst lediglich dabei die Absicht "Dich fallen zu lassen" ersetzen durch eine nüchterne Betrachtung der Unruhe. Das klappt auch bei Ängsten und:
Zitat von Panikade: Oft bekomme ich abends im bett Panikattacken
Dann setz Dich auf Dein Medikissen und betrachte in Ruhe Deine Panikattacke. Du kannst hierfür Deine Attribute aus dem Tagebuch verwenden. So kannst Du den körperlichen Empfindungen eine klarere Sicht zuteil werden lassen.
Es geht nicht um Kontrolle - nur um Einsicht. Dies nennt man Einsichtsmeditation im Gegensatz zur Ruhekonzentration.