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Dadurch, dass ich wieder mal eine schlaflose Nacht habe und wieder sehr verzweifelt bin, möchte ich mein Problem mit euch teilen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter und es macht keinen Spaß mehr.

Ich bin 22 Jahre alt, studiere und leide seit letztem Jahr an einer Angststörung. Ich kriege Panikattacken, die sich bis jetzt durch verschiedene "Sensationen" wie Herzrasen, Beklemmungsgefühle in der Brust, flacher Atem und zittern geäußert haben. Insbesondere diese Derealisation bzw. dieses "Unwirklicheitsgefühl" hat mir sehr zu schaffen gemacht.
Jetzt weiß ich aber, dass diese Panikattacke immerhin besser war als das, was ich momentan erlebe. Seit paar Tagen geht es mir DERMAßEN schlecht, da ich ungelogen nicht mehr rausgehen kann. Ich kriege Angst, keine Luft aber dennoch sind Puls und Blutdruck im normalen Bereich. Aus dem Grund zweifel ich daran, dass es eine Panikattacke sein könnte. Es unterscheidet sich sehr von einer Panikattacke, da ich LEDIGLICH eine sehr starke innere Unruhe spüre und negative Gedanken habe wie zB, dass ich sterben werde oder dass alles unrealistisch ist. Ich habe dennoch gestern versucht rauszugehen. Es war so schlimm, wie ein Kreislaufkollaps hat es sich angefühlt. Die Welt schien sehr unreal, als würd ich aus einer Scheibe rausschauen oder in einem Traum leben. Ich bin so davon überzeugt, dass es was gesundheitliches ist, obwohl alle Ärzte mir bestätigen, dass ich gesund bin. Ich weiß zwar, dass ich an einer Angst- und psychosomatischer Störung leide, dennoch habe ich seit einem Jahr NIE so schwerwiegende "Symptome" gehabt. Diese innere Unruhe macht mich fertig, ich bin weder aufnahmefähig sobald dies losgeht, noch geht's mir gut dabei.
Meine Frage an euch, kann das echt daher kommen und wie geht ihr damit um, wenn ihr eine innere Unruhe spürt? Ich bin sehr verzweifelt und weiß einfach nicht mehr weiter.  Ich kriege andauernd an verschiedenen Bereichen Schmerzen und habe echt hart zu kämpfen, damit ich überhaupt aus dem Bett komme. Ich habe das Gefühl, dass ich jeden Tag darauf warte, gesund zu werden, aber mein Kopf "sagt" mir, dass ich in die Psychiatrie gehöre oder nicht mehr normal bin. Das alles macht mir sehr sehr viel Angst, deswegen bin ich um jede Rückmeldung oder um jeden kleinen Tipp dankbar und bedanke mich jetzt bereits im Voraus!

25.07.2020 02:24 • 16.12.2020 x 1 #1


10 Antworten ↓


Hi das hört sich bei mir so an,sls ob du eine Agoraphobie entwickelt hast,oder gerade dabei bist.
Ich habe das selbe.Mit Panikatacken fing es an .Dann konnte ich von heute auf morgen nicht mehr raus,sobald ich daran dachte beksm ich Unruhe ,Herzrasen und Schwindel.
Und die Angst umzukippen.
Ich hab dann eine Therapie angefangen.
Du solltest trotzdem langsam wieder raus und dich deiner Angst stellen.Sonst wird alles nur noch schlimmer.Fang mit kleinen Sachen an.Z.B stell dich ein bisschen von der Haustür weg und warte bis dieses unangenehme Gefühl vergeht.Dir wird nichts passieren.Glaube mir.Ich lebe seit 1,5 Jahren mit Agoraphobie und Panik und lebe noch ,obwohl es mir manchmal immer noch so vorkommt,dass ich gleich umfalle,keine Luft bekomme oder sterbe.
LG

25.07.2020 06:37 • x 3 #2



Verzweifelt- Angst vor dem Rausgehen & innere Unruhe

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Ina2509
Machst du den etwas dagegen? Therapie? Tabletten?

25.07.2020 08:32 • #3


Zitat von Ina2509:
Machst du den etwas dagegen? Therapie? Tabletten?


Ja, bin seit einem halben Jahr in einer Therapie. Es hatte sich gebessert, aber dennoch bekomme ich Rückfälle. Und dann ist es aber auch besonders schlimm wie diese Phase. Ich habe echt Angst rauszugehen und fühle mich echt nicht mehr normal. Ich kriege solche Angstzustände.

27.07.2020 21:09 • x 1 #4


Zitat von Mom4:
Hi das hört sich bei mir so an,sls ob du eine Agoraphobie entwickelt hast,oder gerade dabei bist.Ich habe das selbe.Mit Panikatacken fing es an .Dann konnte ich von heute auf morgen nicht mehr raus,sobald ich daran dachte beksm ich Unruhe ,Herzrasen und Schwindel.Und die Angst umzukippen.Ich hab dann eine Therapie angefangen.Du solltest trotzdem langsam wieder raus und dich deiner Angst stellen.Sonst wird alles nur noch schlimmer.Fang mit kleinen Sachen an.Z.B stell dich ein bisschen von der Haustür weg und warte bis dieses unangenehme Gefühl vergeht.Dir wird nichts passieren.Glaube mir.Ich lebe seit 1,5 Jahren mit Agoraphobie und Panik und lebe noch ,obwohl es mir manchmal immer noch so vorkommt,dass ich gleich umfalle,keine Luft bekomme oder sterbe.LG


Ja, das ist sehr schlimm. Ich hab keine Kraft mehr. Ich hab das Gefühl, dass ich keine Luft kriege. Danach geht's mir auch schlechter, was ja klar ist - wegen dem Gedankengang. Obwohl ich mir alles bewusst bin, traue ich mich trotzdem nicht. Das macht mir echt zu schaffen. Was ich aber komisch finde ist, dass mein Puls nicht mehr dermaßen hoch ist, lediglich dieses Gefühl, dass ich gleich sterbe oder keine Luft kriege ist vorhanden (diese innere Unruhe). Deswegen kann ich nicht direkt von einer Panikattacke ausgehen bzw. von einer Angststörung.

27.07.2020 21:12 • x 1 #5


Calima
Zitat von Julia21571:
Deswegen kann ich nicht direkt von einer Panikattacke ausgehen bzw. von einer Angststörung.

Was vermutest du denn stattdessen?

27.07.2020 21:14 • #6


Zitat von Calima:
Was vermutest du denn stattdessen?


Dass irgendetwas im Körper nicht stimmt. Sowas wie Hormonstörungen, Vitaminmangel oder Nerven-/Gehirnzellen. Weil ich mich so fühle, als wäre meine Wahrnehmung falsch und nicht okay.

27.07.2020 21:36 • #7


Zitat von Julia21571:
Was ich aber komisch finde ist, dass mein Puls nicht mehr dermaßen hoch ist, lediglich dieses Gefühl, dass ich gleich sterbe oder keine Luft kriege ist vorhanden (diese innere Unruhe). Deswegen kann ich nicht direkt von einer Panikattacke

Das ist aber bei manchen so.Mein Puls ist zu Hause 60-80 .
Wenn ich mich bewegen so 100.
Als ich vor kurzen Einkaufen wsr,dachte ich auch bohr gleich fall ich um .
Hab so ein Schrittzähler.Der Puls zeigte 112.Und ich dachte mindestens 180.

29.07.2020 11:32 • #8


Zitat von Mom4:
Das ist aber bei manchen so.Mein Puls ist zu Hause 60-80 .Wenn ich mich bewegen so 100.Als ich vor kurzen Einkaufen wsr,dachte ich auch bohr gleich fall ich um .Hab so ein Schrittzähler.Der Puls zeigte 112.Und ich dachte mindestens 180.


Mein Puls war beim Gehen sogar auf 150, da ich Panik schiebe. Manchmal jedoch ist nur dieses Gefühl da, dass die Panik aufsteigt. Dann ist mein Puls meistens auf 90-100..

29.07.2020 15:05 • #9


Hi

Ich habe mich (leider!) zu 100% in deinem Text wiederfinden können. Angefangen hat es bei mir mit Panikattacken, die vermutlich durch Canna. Konsum ausgelöst worden sind. Nach einer Weile ging es mir relativ gut, bis ich nicht mehr Auto fahren konnte, da ich jedes Mal wenn ich Auto fuhr Panikattacken bekam und meine innere Unruhen bei dieser Tätigkeit vom Gefühl her am stärksten war. Mein Leben lief trotzdem ganz in Ordnung, ich ging öfters mal raus, auch wenn ich eher ein Stubenhocker bin, ist halt gemütlicher. Seitdem der Coronavirus ausgebrochen ist und auch uns in Europa erreicht hat, traue ich mich kaum noch raus. Gehe in der Woche 1-2 mal zum Kiosk um die Ecke und das wars dann aber auch. Leider habe ich auch keine Beschäftigung, die mit dem rausgehen erledigt werden muss, da meine uni zurzeit geschlossen hat. Habe nur noch online Vorlesungen und bin sozusagen isoliert von der Welt.
Ich habe jeden Tag das Gefühl alles surreal wahrzunehmen. An einigen Tagen ist es stärker als an anderen. Es nervt aber tierisch. Ich habe das Verlangen rauszugehen und wieder was zu machen. Seit 7-8 Monaten läuft das schon so. Ich traue mir einfach selber nicht zu etwas dagegen zu unternehmen. Ich hoffe alles hat bald ein Ende. Ich gehe stark davon aus, dass es einfach nur eine Phase ist, da wir Menschen, die etwas labiler als andere sind, von der Umstellung und den ganzen Veränderungen einfach stärker beeinflusst werden. Lass den Kopf nicht hängen. Es ist "nur" eine Phase. Wir schaffen es alle aus diesem Loch!

16.12.2020 20:25 • #10


Zitat von HGO:
HiIch habe mich (leider!) zu 100% in deinem Text wiederfinden können. Angefangen hat es bei mir mit Panikattacken, die vermutlich durch Canna.. Konsum ausgelöst worden sind. Nach einer Weile ging es mir relativ gut, bis ich nicht mehr Auto fahren konnte, da ich jedes Mal wenn ich Auto fuhr Panikattacken bekam und meine innere Unruhen bei dieser Tätigkeit vom Gefühl her am stärksten war. Mein Leben lief trotzdem ganz in Ordnung, ich ging öfters mal raus, auch wenn ich eher ein Stubenhocker bin, ist halt gemütlicher. Seitdem der Coronavirus ausgebrochen ist und auch uns ...


Oh man, das tut mir echt Leid.
Ich hoffe auch, dass bessere Phasen kommen!
Das Paradoxe an der ganzen Sache ist, die innere Unruhe sowie die Angst anzunehmen und Dinge, die man tun möchte, trotzdem zu machen. Mit der Zeit wird die Angst weniger, weil der Kopf in jeder Situation die Erkenntnis gewinnt, dass das Ereignis "ungefährlich" war.
Nichtsdestotrotz will ich hier nicht einen auf Besserwisser tun, da ich selbst ab und an wieder in einer Panikattacke stecke und dort sehr schwer wieder rauskomme. Ich steigere mich gerne sehr stark rein und am Ende führt es lediglich zu starken Schmerzen.

17.12.2020 00:03 • #11



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