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dont_panic
Moin !

Wie kann man eigentlich Vermeidung und den freien Willen auseinanderhalten ?
Will ich etwas nicht ? Oder rede ich mir nur ein, daß ich es nicht will ?

Ein Beispiel : ich war mit einigen Freunden und Bekannten zu einer Großveranstaltung verabredet. Aber ich wollte einfach nicht. Oder konnte ich aufgrund meiner Angststörung nicht ? Ich habe versucht, meine Gefühle zu ergründen, kam aber nicht weiter. Ich wußte nur, daß ich einfach nicht will, aber der Grund blieb mir verborgen. Ich habe versucht mir auszumalen, wie ich reagieren würde, wenn ich keine Angststörung hätte und es blieb dabei : ich wollte einfach nicht. Aber vielleicht konnte ich mir die Situation ohne Angst auch nicht ausreichend vorstellen ?
Oder ist es sogar umgekehrt und ich will nicht, fühle mich aber gezwungen, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen, weil es der Norm entspricht ?
Wie haltet ihr das auseinander ?

LG, dont_panic

22.02.2015 20:49 • 22.02.2015 #1


5 Antworten ↓


Joji
Moin Moin..

das ist aber für ein Sonntagabend ein schweres Thema
mhm also ich kann das für mich persönlich recht schnell abklären, ob ich aufgrund einer angst etwas nicht will, oder weil mir einfach nicht danach ist.. selbst wenn ich manchmal keine lust habe, abends noch etwas zu unternehmen, zwinge ich mich hinzugehen, selbst wenn es nicht angst bedingt ist.. weil es dann doch wieder lustig wird und spaß macht unterwegs zu sein (auch wenn ich total müde bin)..

Bei deiner situation hätte ich mich wohl gefragt war ich schonmal auf so einer Großveranstaltung und hatte dort angst... oder eher so etwas wie was will ich lieber mit der freien zeit anstellen, die ich dann habe? wenn es nur rumhängen ist, könnte das ja auch ein Anzeichen sein für angst/antriebslosigkeit/sich gehen lassen..
Wenn man es nicht auseinander halten kann wie in dem fall bei dir hilft vielleicht auch erstmal eins:
aufhören nachzudenken - und auf das gute alte Bauchgefühl hören?! Das kann befreiend wirken..

Liebe Grüße,

Joji

22.02.2015 21:08 • #2


A


Vermeidung oder freier Wille ?

x 3


J
Sehr gute Frage. Ich konnte das nie auseinander halten, zumindest im Vorhinein nicht, sondern nur durch Ausprobieren. Die Angst und die Depression haben meine Intuition total verwaschen; ich wusste nie, ob ich nur kneife oder ob ich auch ohne Sozialphobie und Depris keine Lust auf den jeweiligen Event hätte. Mittlerweile bekomme ich schon seit Jahren keine Gelegenheit mehr, mit anderen was zu unternehmen, und wünschte mir, ich hätte früher nicht so oft gekniffen und dadurch meine Freunde und Bekannten verärgert. Ich hätte mich immer überwinden und alles einfach ausprobieren sollen. Dann hätte ich jetzt noch Freunde.

22.02.2015 21:09 • #3


H
Hallo
Gutes Thema, denn die Frage stell ich mir auch manchmal. Gestern erst, meine Freundin fragt ob wir ins Kino fahren. Puh, da hatte ich gar keine Lust drauf. Oder doch Lust, ich wollte nur nicht in diesen vollen Saal, zu laut, zu eng. Da war dann wieder dieses zweifeln, rede ich mir selbst ein dass ich keine Lust habe, aus Eigenschutz? Oder habe ich wirklich keine Lust? Wenn dann einmal dieser Gedanke da war, dass ich jetzt gerade in die Vermeidung gehe, kann ich ganz schlecht absagen.
Ich habe beschlossen nicht zu fahren, habe aber für nächste Woche zugesagt.
Das auseinander zu halten finde ich ziemlich schwierig.

Ich halte es so, dass ich die Gründe warum ich etwas nicht mache auch vor mir verantworten kann. Also nicht einfach keine Lust. In diesem Fall wäre es mir wirklich zu spät geworden.

LG Hola

22.02.2015 21:12 • #4


Hotin
Hallo dont_panic,

Zitat:
Wie kann man eigentlich Vermeidung und den freien Willen auseinanderhalten ?


Ich vermute gar nicht.
Auch wenn Du etwas vermeidest ist das Ergebnis Dein freier Wille.
Entscheidungen werden aufgrund einer Gruppe von Gefühlen getroffen, die etwa
gleichzeitig auftreten.

Solche Gefühle können sein:
- Heute bin ich etwas müde
- Letztes mal was das ehern langweilig
- Ohne Herbert wird es nicht so lustig sein
- In der Gruppe wird das wieder viel Geld kosten
- Könnte sein, das ich wieder eine Panikattacke bekomme
- Zwei Stunden dorthin wäre ja ganz lustig, aber den halben Tag?
- Meine Freunde wollen meistens etwas anderes machen als ich.
- Ich bin aber heute unentschlossen.
- Eigentlich hatte ich meiner Freundin versprochen mit ihr ins Kino zu gehen.

Vermeidungsangst ist da ein Gefühl von vielen.

Außerdem, von außen kann jemand das kaum herausfinden. Man kann niemandem
so genau in den Kopf sehen, um das herauszufinden.

Die genaue Lösung liegt nur in Dir.

Vermutlich scheitern daher auch viele bei ihren Therapien. Sie erklären den
Psychologen nicht genau genug, was sie fühlen und als Ergebnis entschieden haben und warum.
Dadurch kommt keine vernünftige Gesprächsbasis auf. Es wird gelegentlich zum
Ratespiel. Da wird oft gesagt. Der Psychologe wusste das auch nicht.


Viele Grüße

Hotin

22.02.2015 21:56 • #5


saragossa
Interessante Frage, diesselbe stelle ich mir auch oft. Zb wenn ich mit meinen Arbeitskollegen mittags essen gehen soll...ist meist total überfüllt und ich fühle mich einfach nicht wohl. das geht soweit, dass ich schon Stunden davor nervös bin und mir so Vermeidungsgedanken in den Sinn kommen. Meistens zwing ich mich halt trotzdem...aber in letzter Zeit hab ich öfters gesagt ich hätte keinen Hunger. Oder hab ich mich da bloß so psychisch reingesteigert, dass ich mich nur davor drücken wollte? Ich denk mir halt: wieso sollte ich was tun was ich nicht will? Oder denkt ihr es ist immer besser in die Konfrontation zu gehen?

22.02.2015 22:07 • #6





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