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M

MADMAN
Gast

So, ick neugieriges Kind hab da mal wieder ne Frage an euch, oder auch zwei....

Wenn ihr zu 100% wissen würdet das sich all eure Probleme, Schmerzen und sonstigen Symptome, in Luft auflösen würden, wenn ihr euer gewohntes Leben, (Partner, Kinder, Job, Eltern, einfach alles) hinter euch lasst, einfach ins Auto, und weg von alledem, ein komplett neues Leben anfangen.

Würdet ihr es tun?

Sollte die Antwort "nein ich würde es nicht tun" lauten, gleich die nächste Frage....

Fehlt euch dann nicht der Wille gesund zu werden, und das beste für euch zu tun?

02.09.2014 #1


85 Antworten ↓
F

Flocke_79
Gast

Hallo Madman.
Habe nur deinen Eingangspost gelesen und würde dir gerne darauf antworten :

Also, ich habe mindestens 2 Mal alles hinter mich gelassen.
Einmal 1995, als ich mit 16 Jahren nach 4 Jahren bitten & betteln beim Jugendamt endlich von meiner Mutter endgültig weg durfte. Ich habe auch mit der ganzen Familie damals gebrochen, denn die haben nichts unternommen. Mehr noch, die haben mich gebeten still zu sein. Und ich hab ne große Familie.

Ich bin gegangen ohne zu wissen was kommt. Ohne Sicherheiten. Mit sehr viel Trauer. Aber tief in mir wusste ich, das dies, und nur dies meine einzige Chance ist.

Daa zweite Mal war 2004, im Mai.
Ich war 20 Jahre eine Zeugin Jehovas, davon 4 Jahre getauft. Im Mai 2004 bin ich freiwillig und mit einem Paukenschlag offiziell ausgetreten. Habe das von langer Hand geplant und 75 Abschiedsbriefe mit einer klaren Ansage an alle geschrieben.

Ihr wisst vllt, das ein ZJ, wenn er sich von der Glaubensgemeinschaft ausschließen lässt, von allen anderen ZJ noch nicht einmal mehr gegrüßt werden darf. Ich habe in diesem Moment all meine sozialen Kontakte verloren. Ich hatte keine Freunde mehr, auch keine Bekannte. Und wusste das vorher das es so kommt. Bin trotzdem gegangen. Die Gründe will ich hier nicht näher ausführen. Auch nicht die Machenschaften der Zeugen Jehovas.
Ich hatte dort eine Art Ziehmutter. Wir standen uns sehr nahe. Und auch das war kein Grund zu bleiben. Ich habe bei null anfangen müssen, war sehr alleine, auf dem Zenit meiner Angst und Panikstörung und habe diesen Schritt bis heute nicht bereut.

Zu meiner Familie habe ich nur Kontakt, wenn der Zufall es passieren lässt. Ich könnte es anders haben. Bräuchte nur das Telefon in die Hand nehmen... Aber es täte mir auf Dauer nicht gut. Wie kann ich mit Menschen an einem Tisch sitzen, die zugeschaut haben, als ein kleines Mädchen misshandelt wurde.

Ich zähle mich zu den Menschen, die aus einem besonderen Holz geschnitzt sind Wink
Eigenlob stinkt, ich weiß.
Aber wenn ich was kann, dann mich abgrenzen und für mich einstehen. Mit allen Konsequenzen.
Lg

27.08.2014 07:08 • x 1 #61


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A


Der Wille gesund zu werden

x 3


Celestine

Celestine
Mitglied

Beiträge:
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39
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172
Mitglied seit:
Zitat von Dubist:
Celestine, die Angst darf bleiben.
Denkst du nicht das dies der schlechteste Ansatz ist, sich ganz doll gegen die Angst zu wehren.
Dann doch lieber die Angst umarmen und gnädig mit ihr sein.
Sie nicht abwehren oder schuldzuweisen.

Diesen Denkansatz kenne ich zu genüge und mag sein, dass es ein guter Weg ist. Wenn die Panikattacken einen aber wieder einmal massiv heimsuchen und quälen...funktioniert das mit dem Annehmen und Umarmen nicht wirklich-zumindest nicht bei mir.
Zitat von MADMAN:
Zitat von Celestine:
eine große Leere, die erst mal wieder gefüllt werden möchte?


Zitat von madman:
Irgendwie steckt in diesen beiden Sätzen die du da geschrieben hast, ein Stück des Puzzles, das es zu lösen gilt, habe mir die gesamten Sätze eine weile angesehen, um mal herauszufinden, welche Teile der Sätze mich so aufmerksam gemacht haben, und ich glaube das es das ist was ich da zitiert habe, irgendwie widerspricht sich das, anderseits passt es zusammen, es ist so widersprüchlich wie das Gefühlschaos in dem wir gefangen sind.


Ja madman, da hast Du Recht, Irgendwie widerspricht es sich. Ich habe z.zt. das Gefühl kurz vor einem wichtigen Schritt in Richtung "Leben ohne Panikattacken" zu sein, stecke aber irgendwie fest. Nach so langer Zeit nimmt die Angst natürlich auch einen nicht unerheblichen Platz in meinem Leben ein, ist vertraut und gibt Sicherheit, so paradox dies auf dem ersten Blick aussehen mag. Die Angst ist beständig und zuverlässig

Kennt Ihr diese unerklärliche Verhalten: im Kopf ist alles ruhig, es geht einem gut und man "testet" sich sebst "Na, ist da vllt doch irgendwo noch Panik, geht es mir wirklich gut? Mit ein Grund warum ich gerade wieder so in einer handfesten Krise feststecke: Therapeutin für 4 Wochen weg, nicht verfügbar, ich bin alleine und wenn ich sie jetzt brauche, ist sie nicht da...der Situation hilflos ausgeliefert, keine Kontrolle..das sind so die Gedankengänge, auf die ich gerade sehr gut anspringe, die eine nette Panik auslösen. Warum drückt man selbst immer die geeigneten Knöpfe, um diesen Automatismus auszulösen? Ist es die Gewohnheit, so wie der Raucher sich eine Zig. anzündet? Fast 28 Jahre Angst und ich kapiere es immer noch nicht! Frustrierend!

26.08.2014 18:16 • #54


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M
Hi!

Nein! und Nein!
Ich will hier nicht weg, ich will hier gesund werden. Mit den Menschen um mich die mir bis jetzt zur Seite gestanden haben!
Und ich bin auf dem besten Weg!

Gruß
Mettwurst

x 1 #2


M
Hallo Mettwurst,

Danke für deine Antwort, du kämpfst ja schon sehr lange, und hast tolle Erfolge erzielt, du hast erkannt das nur du dich heilen kannst, aber wäre deine Antwort vor 15 Jahren dieselbe gewesen?

#3


Schlaflose
Zitat von MADMAN:
Wenn ihr zu 100% wissen würdet das sich all eure Probleme, Schmerzen und sonstigen Symptome, in Luft auflösen würden, wenn ihr euer gewohntes Leben, (Partner, Kinder, Job, Eltern, einfach alles) hinter euch lasst, einfach ins Auto, und weg von alledem, ein komplett neues Leben anfangen.


Das ist doch völlig unrealistisch, dass so etwas passieren kann. Genauso gut könnte man auf die gute Fee warten, die einem drei Wünsche erfüllt. Deshalb ist es völlig müßig, sich darüber Gedanken zu machen. Abgesehen davon kann man nicht so einfach irgendwo völlig neu anfangen, vielleicht wenn man noch sehr jung ist, aber in meinem Alter geht das nicht mehr. Das wäre von vornherein zum Scheitern verurteilt und man würde aufgrund der neuen Umstände wieder genauso krank wie vorher.

#4


M
Hallo Schlaflose,

Ich bin der Meinung, das sehr viele hier, wenn nicht die meisten, mich eingeschlossen, durch ihre derzeitigen Lebensumstände krank geworden sind, also halte ich dieses Szenario, nicht für total unrealistisch, und ist es müßig, Menschen die sich Tagtäglich damit beschäftigen sich das Szenario einer tödlichen Krankheit zu erdenken, mal dazu anzuhalten, ihr denken in eine neue Richtung zu lenken?

Von vornherein zum scheitern verurteilt sind nur die Sachen die wir von vornherein zum scheitern verurteilen...

#5


Schlaflose
Zitat von MADMAN:
Ich bin der Meinung, das sehr viele hier, wenn nicht die meisten, mich eingeschlossen, durch ihre derzeitigen Lebensumstände krank geworden sind, also halte ich dieses Szenario, nicht für total unrealistisch,


Wo gibt es denn andere Lebensumstände? Egal, wo man hingeht, wird man mit den gleichen Dingen konfrontiert, die man bisher auch hatte. Überall muss man arbeiten, es gibt finanziellen Druck, man muss sich durchsetzen, man hat egal, wo man ist, auch Menschen zu tun, die einem nicht wohlgesonnen sind, überall gibt es Regeln und Normen, die man einhalten muss etc. In meinen Augen ist es nicht realistisch, dass man an einem Ort völlig neu anfangen kann und man dadurch auf einen Schlag komplett gesund wird.
Vielmehr geht es darum, herauszufinden, was genau im gegenwärtigen Leben einen krank macht und nur diese Umstände ändern. Dafür muss man nicht sein ganzes Leben komplett hinter sich lassen. Mich würde das nämlich erst recht krank machen, denn vieles in meinem jetzigen Leben finde ich gut.

#6


M
Du reduzierst das alles ein bisschen aufs überleben, schon eine neue Beziehung ändert die Lebensumstände einschneidend, das ist aber gar nicht das worauf ich hinauswollte, ich will hier keinen dazu ermutigen alles hinter sich zu lassen, sondern eher mal darüber nachzudenken, "was wäre wenn" und vielleicht zu erkennen warum es einem schlecht geht, und man es doch erträgt, um die Sachen die man liebt zu schützen und zu behalten, es geht mir darum Kompromisse zu finden wie man glücklich wird und die eigenen Lebensumstände daran anpassen kann, und das klappt leider nur in dem man mal darüber nachdenkt.

Ich habe als Antwort kein "Ja ich würde es tun" erwartet, mich hat eher die Erklärung interessiert warum man es nicht tun würde.

#7


M
Das wäre ein weglaufen und das habe ich immer gemacht. Diesmal stelle ich mich der Sache, bin dabei und habe meine Erfolge. War das nicht auch dein Denken?

#8


Schlaflose
Ich weiß genau, was mich krank gemacht hat, und ich habe es auch weitgehend geändert. Mich hat mein Beruf als Lehrerin krank gemacht und ich habe nach 20 qualvollen Jahren aufgehört und mache jetzt etwas anderes und es geht mir viel besser. Aber damit ich vollkommen geheilt werde, müsste ich ganz aufhören zu arbeiten, aber das geht nicht, weil ich alleinstehend und finanziell auf mich gestellt bin. Daran würde sich nichts ändern, auch wenn ich hier alles hinter mich lassen würde. Da müsste schon eine gute Fee kommen und mir so viel Geld herzaubern, dass ich bis an mein Lebensende nicht mehr arbeiten müsste Wink

#9


kyra96
Ich würde auch nicht weglaufen.
Ich würde immer bleiben. Dafür hab ich zuviel durchgemacht und meine Familie Freunde Partnerschaft etc auch.
Ich würde es feige finden und auch undankbar den eben genannten Personen finden.
Man kann hier auch gesund werden. Man muss nur dran glauben auch wenn es mir auch Grad sehr schwer fällt.

#10


M
Zitat von mattes:
Das wäre ein weglaufen und das habe ich immer gemacht. Diesmal stelle ich mich der Sache, bin dabei und habe meine Erfolge. War das nicht auch dein Denken?


Lies doch das Thema mal aufmerksam durch, dann weißt du was ich denke...

#11


M
Alles klar, sons wärse ja och nich mehr in Berlin

#12


Z
Zitat von Schlaflose:
Ich weiß genau, was mich krank gemacht hat, und ich habe es auch weitgehend geändert. Mich hat mein Beruf als Lehrerin krank gemacht und ich habe nach 20 qualvollen Jahren aufgehört und mache jetzt etwas anderes und es geht mir viel besser. Aber damit ich vollkommen geheilt werde, müsste ich ganz aufhören zu arbeiten, aber das geht nicht, weil ich alleinstehend und finanziell auf mich gestellt bin. Daran würde sich nichts ändern, auch wenn ich hier alles hinter mich lassen würde. Da müsste schon eine gute Fee kommen und mir so viel Geld herzaubern, dass ich bis an mein Lebensende nicht mehr arbeiten müsste Wink


interessant dass es ganz oft lehrer trifft. ich hab meine probleme seit ich als dozentin an einer schule arbeite. es war mein traumjob, aber ich schau mich nun nach was neuem um. was genau mich daran krank gemacht hat weiß ich nicht. tapfer dass du das 20 jahre durchgezogen hast! darf ich fragen was du heute machst?

#13


Schlaflose
Für mich war es nicht mein Traumjob. Mir ging es nur ums Studium ( Anglistik und Romanistik), damit kann sonst nichts machen außer Lehrer werden. Ich hatte schon vom ersten Tag des Studiums Angst vor dem Moment, mal vor einer Klasse stehen zu müssen. Wie sich später herausgestellt hat, leide ich an einer sozialen Phobie und einer ängstlichen vermeidenden Persönlichkeitsstörung. Ich hatte vom ersten Tag an extremen Schlafstörungen, die mich dann nervlich völlig zermürbt haben.
Seit drei Jahren bin ich im Bildungsministerium in der Verwaltung.

#14


renasia
Klar wurde ich gern wider gesund sein aber ich wurde dafür nicht alles aufgeben, meine Tochter Sv gibt mir unheimlich kraft.
Aber ich habe mich zb nicht wider auf eine beendete Beziehung eingelassen ( vorher bin ich ihm immer hinter her gelaufen) er hat Schluss gemacht u nun versucht er mir ein schlechtes gewissen zu machen aber ich geh trotzdem nicht zurück, den auch er gehörte zu den Leuten die viel druck auf mich ausgeübt haben, auch wenn er es abstreitet .bin jetzt in der Psychiatrie mal sehen was sich jetzt noch alles So ändert.

#15


S
Bei mir auch nein und nein. Wenn ich einfach abhaue, hinterlasse ich viele todtraurige Menschen. Und ich würde sie vermissen. Ich bin lieber mit Symptomen bei ihnen als symptomfrei irgendwo weit weg von ihnen.

#16


K
@Madman, ich fand die Frage sehr erquickend und es hat keiner wirklich darauf geantwortet. Jeder hat sofort angefangen drum herum zu reden. Ich habe die Frage so verstanden: Gäbe es eine Fee und die würde uns sagen. Hey deine Angststörung ist weg, wenn du sofort in eine neue Stadt ziehst, deine Familie verlässt, deine Freunde zurücklässt und in dieser neuen Stadt ein neues Leben mit neuen Freunden beginnst.

Und lustiger weise wäre ich so gerne von diesem Mist befreit, aber auch nicht bereit meine Partnerin zu verlassen. Ich habe lange hin und her überlegt. Ist total schwierig Smile

#17

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M
Ja, du hast es schon im Sinn richtig erfasst was ich meinte, halt bloß ohne Fee, ich denke das meine Beschwerden wohl über kurz oder lang wirklich verschwinden würden wenn ich das mache, aber ich würde auch hier bleiben, und das zeigt mir das es ja wohl doch nicht so schlimm sein kann, sonst wäre ich ja bereit alles zu tun, damit es weggeht.

#18


boomerine
Ja warum nicht, wenn es diese gut Fee wirklich gäbe und ich hätte drei Wünsche frei, meine Gesundheit, ein paar Jahre jünger und weggehen. Wäre alles super und schön, ist nur leider nicht die Realität. Nur die sieht leider anders aus, das würde heißen du gehst, aber wohin ? Du nimmst deine Probleme automatisch mit, also was ändert sich, nichts. Außer das du eventuell, gute alte Freunde / Familie zurück lässt. Kannst du deinen alten Ballast auch hinter dir lassen ? Leider nein. Ich gehe in diesem Thema, von uns aus, die in diesem Forum schreiben, bitte richtig verstehen, irgendwie sind wir krank mit Problemen, ich will nicht sagen das es nur gesunde gibt die aussteigen. Nur wir wollen ja wenn wir gehen, alles hinter uns lassen, und das ist leider nicht möglich. LEIDER.

#19


M
Zitat von MADMAN:
Wenn ihr zu 100% wissen würdet das sich all eure Probleme, Schmerzen und sonstigen Symptome, in Luft auflösen würden, wenn ihr euer gewohntes Leben, (Partner, Kinder, Job, Eltern, einfach alles) hinter euch lasst, einfach ins Auto, und weg von alledem, ein komplett neues Leben anfangen.

Würdet ihr es tun?

Sollte die Antwort "nein ich würde es nicht tun" lauten, gleich die nächste Frage....

Fehlt euch dann nicht der Wille gesund zu werden, und das beste für euch zu tun?


Wo habt ihr denn nur die Fee aufgetrieben, das war die Frage, und das es vielen , eingeschlossen mir dann wohl deutlich besser gehen würde ist sehr wohl Realität, das Interessante ist halt nur warum man es dann nicht tut.

Also nochmal ganz deutlich: keine Fee!

#20


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Dr. Reinhard Pichler
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