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2012 begann hin und wieder meine linke Hand zu zittern, hat mich nur selten belastet,
verschlimmerte sich aber immer mehr, seit Herbst 2016 ist auch das linke Bein betroffen,
u. mein Leidensdruck immer grösser. Bald darauf wurden die Zehen starr, fühlen sich dick an, der Vorderfuss verspannt,verkampft.Man meint, immer Dreck oder ein Stein im Strumpf zu haben. Kann sowas vom zittern entstehen, hat jemand ähnliche Probleme?
Orthopädisches Problem wird ausgeschlossen.
Seit kurzem geht der Tremor z.T. auch schon auf die rechte Seite über, und ich habe Angst, dass der ganze Körper befallen wird.
War schon oft bei Neurologen, die durch zahlreiche Tests Parkinson ausschließen,
auch MRT vom Gehirn und messen der Hirnströme zeigten kein Krankheitsbild.
Von allen Medikamenten half am ehesten Tavor, 50 Tabl. die ich in 6 Monaten
einnahm, nun will es mir aber niemand mehr verschreiben(Abhängigkeit).

Das zittern zeigt sich in vielen versch. Variationen, der Arm grobschlägig,
in Ruhe im Bett, beim bewegen, fühlbare 1000te feine Stromschläge pro Stunde
im ganzen Fuss, was mich fast in den Wahnsinn treibt, starke Muskelzuckungen im Bein usw. Fühle fast immer dieses Erdbeben in mir, wie ein aufgewühlter Vulkan,
beim kleinsten Ärger, Wut, Aufregung, Erregung usw. starke Zunahme.
-------------- Manchmal bin ich auch nahe an einer Panikattacke, mit Luftnot.
Seit kurzem Gespräche beim Psychologen. Meine Lebensqualität: nahe Null.
Hat jemand ein ähnliches Krankheitsbild?

24.08.2017 21:16 • 29.08.2017 #1


8 Antworten ↓


Sofern körperlich alles ausgeschlossen wurde kann es ein gutartiger Tremor sein der bei dir stärker ausfällt. Nur zur Sicherheit deine Schilddrüse wurde geprüft?

Zitat von martino23:
Hat jemand ein ähnliches Krankheitsbild?

Ähnlich ja, ich habe auch schon gute 10 Jahre Zittern. Zu Anfang eher die Finger, dann die Arme und inzwischen ist es manchmal Ganzkörper. Ist meistens bei mir ein sehr feines und schnelles Zittern, so das in solchen Phasen selbst Geldstücke zählen etwas schwieriger wird z.B an der Kasse. Wenn man dann natürlich noch versucht nicht aufzufallen mit dem Zittern, dann wird es nicht besser. Abends im Bett verstärkt es sich auch gerne mal wenn ich auf dem Rücken liege, dann fängt gerne mal der Kiefer an zu zittern. Ist zwar nicht irgendwie schlimm, aber es behindert einen in der Ruhe, auf der Seite liegend verschwindet es wieder. Die Ursache bei mir ist wie auch bei dir unklar, kann Körperlich sein durch meine Rücken/HWS Probleme, kann aber auch Nervlich sein oder ganz normal ohne Ursache.

Was ich bei deiner Schilderung so etwas meine heraus lesen zu können ist das dein Zittern eigentlich garnicht dein Hauptproblem zu sein scheint, sondern die von dem Zittern resultierende Innere Anspannung. Du scheinst dich da wirklich optimal herein steigern zu können so das es schon fast in einer Panik endet. Das kann dann natürlich zu einer größeren Anspannung führen und Anspannung verbessert ein Zittern nicht, sondern fördert es eher noch mehr. Was ich dir aus eigener Erfahrung raten würde ist ganz einfach. Nimm dein Zittern einfach als normal an und steigere dich nicht dort rein. Wenn du zitterst dann ist es eben so und gut ist es. Das Zittern hat dich die letzten Jahre nicht umgebracht oder kollabieren lassen und wird es aller Wahrscheinlichkeit auch zukünftig nicht. Versuche ganz entspannt zu sein und lasse das Zittern einfach Zittern sein. Du darfst auch nicht Angst haben das irgendwer der das bemerkt was negatives denkt, solche Leute die einen irgendwo einteilen (Junki/Alki und so weiter) werden das eh machen, was dir aber egal sein sollte.

Medizinisch gibt es zwar das eine oder andere Mittel, alle haben aber auch wieder Nebenwirkungen wo du nutzen für dich und Nebenwirkungen abwägen musst. Oft können Betablocker helfen, aber auch Antidepressiva wie Sertralin wirken da etwas beruhigend. Ich selbst habe mich aber gegen Medikamente entschieden und habe das Zittern einfach als normalen Teil meines Lebens akzeptiert.

25.08.2017 01:41 • x 2 #2



Tremor, Muskelzittern und Psychogen? Starre Zehen / Krämpfe

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Der Facharzt für die Schilddrüse sagt, dass der Tremor nicht davon kommen kann.
Betablocker habe ich auch schon probiert, leider ohne Erfolg.
Ich leide oft sehr unter diesem zittern, selbst schlafen kann ich oft nicht mehr, bzw.
wache manchmal auf durch die Anfälle. Bei Ereignissen des täglichen Lebens wie
etwas bezahlen, Getränk an den Tisch bringen, unterschreiben beim Postboten etc.
erfordert hohe Konzentration und macht mir immer etwas Angst, dass z. B. das Geld
auf den Boden fallen könnte oder sogar der Kaffee.
Aber ich möchte mal wie Du schreibst es mehr zu akzeptieren und mich nicht immer
dagegen zu wehren. Meditation, Muskelentspannung und ähnliches wäre
vielleicht hilfreich, aber schwierig zu erlernen.

28.08.2017 19:29 • #3


Bist du noch beim Neurologen in Behandlung? Würde ihn mal ansprechen wie es mit einem EEG aussieht. Ein Bekannter hatte auch zeitweise starkes Zittern und Zuckungen beim EEG wurde dann eine Epilepsieform gefunden und durch entsprechende Behandlung ist er Beschwerdefrei. Meine vermeintliche Migräne hat sich ja auch als Epilepsie rausgestellt.

Allgemein könnte man bei einem EEG die Hirnströme recht zuverlässig auf irgendeine Auffälligkeit prüfen. Sollte bei so was auch mehr Aufschluss geben als ein MRT/CRT wo man sich ja nur das Gewebe anschaut.

28.08.2017 19:35 • x 1 #4


Gerd1965
Ergänzend wäre vielleicht eine Liquorpunktion zu überlegen.
Das wäre für mich noch eine Untersuchung, die ich für sinnvoll erachte.

Sorry wenn ich dich kurz frage @Eduard ,
wie kann eine Migräne mit einer Epilepsie verwechselt werden.
Welche Symptome ergaben das Krankheitsbild Migräne, welche mit einer Epilepsie korrelierten?
Entschuldige bitte, dass ich jetzt so dumm nachfrage, aber ich habe sehr großes Interesse, solche nicht eindeutigen Fälle der Medizin kennen zu lernen und vielleicht irgendwann mal zu verwerten.

Danke und lg

Gerd

Edit: Habe schon einen Artikel gefunden
https://www.aerzteblatt.de/archiv/20970 ... erschaetzt

28.08.2017 21:05 • x 2 #5


Zitat von Gerd52:
Sorry wenn ich dich kurz frage @Eduard ,
wie kann eine Migräne mit einer Epilepsie verwechselt werden.
Welche Symptome ergaben das Krankheitsbild Migräne, welche mit einer Epilepsie korrelierten?
Entschuldige bitte, dass ich jetzt so dumm nachfrage, aber ich habe sehr großes Interesse, solche nicht eindeutigen Fälle der Medizin kennen zu lernen und vielleicht irgendwann mal zu verwerten.


Kein Problem, wir sind ja zum Austausch hier
Bei mir war es eigentlich eher typische Migräne, bei einem Anfall etwa 1-3 mal im Jahr kam zuerst die Aura, also z.B einen Regenbogen gesehen der nach etwa 30 Minuten wieder verschwunden ist und dann setzten starke Kopfschmerzen (manchmal auch Übelkeit) ein. Dazu im Vorfeld mal mehr mal weniger Bewußtseinsstörrungen wie leichte Benommenheit oder Neurologische Ausfälle wie in der Aurophase nicht Lesen zu können weil die Buchstaben keinen Sinn ergeben.

Weiterhin habe ich auch so zwischendurch das Phänomen das ich mal leuchtende Lichter sehe die auch immer in etwa 30 Minuten da sind, Kopfschmerzen kommen dann zwar hin und wieder aber eher selten. Mehrmals im Jahr setzt auch plötzlich Schüttelfrost ähnliches zittern/zucken auf, was aber auch meist innerhalb der magischen 30 Minuten verwindet. Das alles natürlich aus besten Wohlbefinden heraus und danach ist wieder alles okay.

Mein EEG war eben beim Test auffällig und diese Symptome sind da einer Epilepsie zuzuordnen. Mein Neurologe hat so etwas wohl schon öfter gesehen da viele Symptome von Migräne und Epilepsie wohl sehr ähnlich sein können. Wobei der Verlauf bei jedem wohl unterschiedlich ist, die Epilepsie mit starken Krampfanfälle wie man sie sich so immer vorstellt scheint wohl aber doch eher die seltenere Form zu sein von den vielen Formen die es gibt. Es scheint auch bei der Diagnose sehr lässig damit umzugehen. Kommt ein Mann/Frau zum Arzt und sagt Aura gefolgt von Kopfschmerzen wird gleich eine Migräne behandelt ohne einen Neurologen zu konsultieren.

28.08.2017 21:21 • x 1 #6


petrus57
Zitat von Gerd52:
aber ich habe sehr großes Interesse, solche nicht eindeutigen Fälle der Medizin kennen zu lernen und vielleicht irgendwann mal zu verwerten.


Dann ziehst du dir auch bestimmt immer Abenteuer Diagnose im NDR rein?

29.08.2017 09:28 • x 2 #7


Gerd1965
Zitat von petrus57:

Dann ziehst du dir auch bestimmt immer Abenteuer Diagnose im NDR rein?

Kann NDR zwar durch Kabel TV empfangen, aber zum Fernsehen komme ich kaum.
Muss ich mich mal darauf konzentrieren, die Sendung nicht zu verpassen

Danke @Eduard

29.08.2017 10:50 • #8


petrus57
Kannst dir hier viele Folgen ansehen:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/ ... age-1.html

29.08.2017 13:37 • x 1 #9




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