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Hallo an alle,

es ist das erste Mal, dass ich in einem Forum speziell zu diesem, meinem groessten Problem, schreibe. Ich habe sehr grosse Angst, jedesmal wenn mein Mann physisch nicht bei mir ist, dass ihm etwas passieren koennte und ich ganz alleine ohne ihn dastehe. Ich koennte das nicht ertragen.

Kurz zur Vorgeschichte: ich hatte das schon als ich ein kleines Maedchen war, wenn meine Mutter z.B. einkaufen ging und sie nicht in einer bestimmten, von mir bestimmten, Zeit wiederkam, dass ich in absolute Panik ausbrach und Dinge tat, wie z.B. zu anderen Leuten laufen und heulen und panisch zu schreien, wo ist meine Mami? Das hat sich bis jetzt (bin fast 30) durchgezogen und es ist jetzt nicht mehr meine Mutter, sondern mein Mann, auf den sich meine Angst fokalisiert (also immer die wichtigste Bezugsperson in meinem Leben; haben noch keine Kinder). Wir machen immer alles zusammen, aber manchmal muss mein Mann reisen, und meistens nach Amerika oder Kanada und da werd ich dann immer ganz depressiv. Ich krieg enorme Angst, dass ihm was passiert wenn er weg ist von mir und da ich ihn ja nicht "beschuetzen" kann und die Situation nicht kontrollieren kann. Z.B. faehrt er am Samstag wieder auf eine Geschaeftsreise (er muss eh nur 2 - 3 Mal im Jahr weg) nach Kanada fuer 6 Tage. Ich bin schon ausser mir vor Angst.

Wenn ich dann diese Angstzustaende habe, tue ich Dinge, fuer die ich mich nachher schaeme. Z.B. war er mal in Spanien auf einem Teambuildingevent mit der ganzen Firma und am Weg zurueck zum Flughafen ist er im Bus eingeschlafen und hat sein Handy nicht gehoert. Ich war in super Panik und bin wie eine Depperte zu seiner Firma gerannt, die nicht weit von meiner damaligen Firma entfernt war, und hab dort beim Portier irgendeinen Stuss gestammelt ob er wuesste, ob es ein Problem mit der Reisegruppe der Firma meines Mannes gaebe. Der hat mich angeschaut natuerlich als ob ich spinnen wuerde. In dem Moment hab ich dann ein SMS von meinem Mann bekommen, dass er im Bus eingeschlafen ist, dass er jetzt am Flughafen sei und alles ok sei. Ich hab mich wie ein kompletter Idiot gefuehlt. Damit dann der Portier ja das nicht meinem Mann erzaehlt, wenn mein Mann wieder in die Arbeit geht nach der Geschaeftsreise, hab ich schon so quasi vorgehuetet und hab meinem Mann erzaehlt ich hatte mich mit einem Bekannten in der Naehe seiner Firma zum Mittagessen getroffen und der Portier sei heraussengestanden und haette geraucht und da mich der Portier kennt (was wahr ist weil ich manchmal meinen Mann von der Arbeit abhole), haette ich mit dem Portier gesprochen. Alles, nur um mein schreckliches Verhalten vor meinem Mann zu verheimlichen.

Mir kommt vor, es wird immer aerger und ich halte es kaum aus, ohne ihn zu sein wenn er in der Arbeit ist und ich in der Arbeit. Manchmal checke ich, ob er in der Firma gut angekommen ist. Ich schaeme mich sooooo sehr fuer all das, denn es ist schrecklich! Ich hab niemanden mit dem ich ueber das reden kann, mein Mann nimmt mich schon nicht mehr ernst und ich will ihn auch nicht belasten. Meine Eltern wuerden das nicht verstehen und ich weiss nicht was ich tun soll. Ich hab mich letztes Jahr in Therapie begeben, aber es hat nichts geholfen, auch weil ich die falsche Therapie ausgesucht hatte.

Was soll ich bitte tun? Das kann doch nicht so weitergehen?

Danke im Voraus fuer alle Eure Beitraege!

11.11.2008 12:59 • 15.11.2008 #1


10 Antworten ↓


Hi Irvy,
das klingt nach einer generalisierten Angst. In was für einer Therapie warst du denn bereits?
Hier gibt es tolle Links und auch Videos, die vorab schon einmal sehr hilfreich sein können!
Schau dich doch mal um, vielleicht findest du etwas, was dir im Moment weiter helfen kann.
Liebe Grüsse
Iris

https://www.psychic.de/generalisiert-angststoerung.php

11.11.2008 18:46 • #2



Schreckliche Angst wenn mein Mann auf Geschaeftsreise faehrt

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Hallo Irvy,

ich kann gut verstehen wie du leidest und sehe, dass dein Problem in deinen Einstellungen liegt. Kennst du das nebenstehende Buch? Wenn du zur Zeit in keiner Therapie bist, könntest du dir bisweilen mit diesem Buch selbst etwas helfen oder du schaust dich mal hier auf diesen Seiten um. Du musst deine Gedanken, die ja deine Gefühle verursachen, mal näher betrachten und mal das "Katastrophenszenario", das dir durch den Kopf geht, zu Ende denken. So nach dem Motto: Was ist das schlimmstmögliche was passieren könnte? Und wenn es passieren sollte, wie kann ich dann weiterleben? Du musst dir Lösungsmöglichkeiten parat legen, was du tun kannst, wenn wirklich etwas "ganz Schimmes" passiert, das entlastet ungemein. Außerdem solltest du dich fragen wie wahrscheinlich es ist, dass dies passiert. Diese sog. hilfreichen Fragen findest du auch in diesem Ratgeber. ich kann nur wieder sagen, dass mir das Buch wirklich sehr geholfen hat und hilft. Ich bin mir sicher, dass du es schaffst, deine Katastrophengedanken wieder unter Kontrolle zu bringen. Und wenn du es nicht alleine schaffst, dann wende dich nochmal an einen Therapeuten.

LG

11.11.2008 19:31 • #3


Hallo,

danke Euch beiden fuer Eure Antworten. Also ich war bei talk therapy. Ich lebe in London und da hab ich diese Therapeutin gefunden und ihr Konzept, dass durch reden sich die Probleme bessern koennen, hab ich sehr gemocht. Ich bin dann dort hingegangen aber es war jedesmal schrecklich. Es hat ueberhaupt nichts geholfen. Das erste Mal als ich dort war, hat sie nicht mal hallo gesagt, sondern hat sich gegenueber von mir in einen Sessel gesetzt und gewartet. Das Schweigen war so unangenehm dass ich dann zum Erzaehlen angefangen hab. Sie hat waehrend der ganzen Zeit nichts gesagt, kein Wort und dann hab ich 45 Pfund bezahlt fuer jede Session. Das mit dem Zahlen war ja auch ganz komisch, sie sagte, der Preis sei zwischen 35 und 45 Pfund und ich solle geben je nachdem was ich mir selber wert bin. Das war wirklich komisch und ich hab ihr sofort 45 Pfund gegeben. Nach 4 oder 5 Sessions hab ich das dann abgebrochen, denn sie sagte nie ein Wort, da haette ich mich selber vor den Spiegel setzen koennen und mir mir selber reden und haette mir die 45 Pfund erspart.

Ich hab immer so Phasen im Tag: in der Frueh und am Abend ist es meistens ganz schlimm und da heule ich meistens auch. Ich ertrage es v.a. nicht in der Wohnung zu sein. Sobald ich in die Arbeit gehe, ist es sehr sehr viel besser, weil ich Ablenkung hab.

Am Samstag faehrt mein Mann also auf seine Geschaeftsreise nach Kanada und Gott sei Dank kommt eine Freundin zu mir zu Besuch am Freitag und faehrt am Dienstag wieder, so bin ich nicht so allein. Trotzdem hab ich die aergsten Negativszenarios in meinem Hirn und versuche mit aller Kraft diese Gedanken nicht zuzulassen, denn jedesmal wenn ich sie zulasse, breche ich in einen Weinkrampf aus. Das komische ist, dass ich mir sicher bin, dass es etwas besser sein wird, wenn mein Mann dann in Kanada angekommen sein wird.

DANKE fuer Eure Hilfe!

12.11.2008 12:38 • #4


Danke Chaoslady auch fuer den Link. Oh mein Gott, das ist genau zutreffend auf mich! Ich werd mal versuchen etwas Literatur etc ueber mein Problem zu finden und vielleicht gelingt es mir ja, mir selbst zu helfen

12.11.2008 12:44 • #5


Hi Irvy, da kann ich dir auf " die Schnelle" wirklich nur den Link vorschlagen.
Hilfreich wäre es ja nun doch, sich mit der Angst auseinander zu setzten und was die Thera da veranstalten hat...Kein Kommentar Seeeeeeeeeeehr eigenartig...

12.11.2008 12:45 • #6


HI Irvy,

ja, Chaoslady hat recht. Ich denke auch, dass du unter Generalisierter Angststörung leidest und dich mit der Angst auseinandersetzen musst. Wie ich schon geschrieben habe, führt kein Weg dran vorbei dich mit den nagativen Gedanken zu beschäftigen und diese zu korrigieren. Dazu brauchst du aber sicher gute Literatur oder einen "Fachmann" an deiner Seite. Dann packst du das.

13.11.2008 15:48 • #7


Herzlichen Dank fuer Eure Beitraege. Morgen am fruehen Nachmittag fliegt mein Mann nun nach Kanada fuer 6 Tage. Mir geht es etwas besser im Moment. Meine Freundin ist heut frueh angekommen, die ja bis am Dienstag bei mir bleiben wird. Trotzdem bin ich aengstlich! Ich hab mir jetzt ein Buch gekauft "Stop worrying and start living". Hab noch nicht angefangen zu lesen, vielleicht hilft's ja.
Drueckt mir die Daumen, dass ich den Aufenthalt meines Mannes in Kanada halbwegs gut und mit moeglichst wenig Panik ueberstehe.

DANKE!

14.11.2008 13:17 • #8


Wo genau fliegt er denn hin?

Gut, dass deine Freundin bei dir ist. Was soll dir also passieren? Und ab Dienstag sind es dann doch nur noch 2 Tage, oder?

14.11.2008 14:01 • #9


Er fliegt nach Montreal und kommt am Freitag in der Frueh wieder.

Im Moment geht es mir gar nicht so schlecht. Ich hatte heute einen all staff day und da hatten wir eine super Praesentation, die ich sehr auf mich bezogen habe: der Redner sagte dass man Probleme als Chance sehen sollte, um Dinge zu verbessern. Das war ein super wichtiges Statement fuer mich und ich will es jetzt mal so sehen.

Danke fuer alle netten Antworten.

15.11.2008 00:47 • #10


und da hat der Redner Recht! Erstmal ist jedes Problem in irgendeiner Art und Weise zu lösen und dann wird man doch alles tun, damit dieses Problem nicht nochmal auftaucht. Also muß man etwas ändern oder verbessern und kann für einen selbst nur positiv sein ... Probleme bedeuten ja auch immer Stress ... also: kein Problem - kein Stress!

Montreal soll sehr schön sein - da er aber ja wohl geschäftlich unterwegs sein wird, wird er davon nicht viel haben

Dann mach dir mal ein gemütliches Wochenende und ich hoffe, es wird dir weiterhin gut gehen!

15.11.2008 12:13 • #11



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