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Menschen wie ich, die unter einer psychischen Erkrankung leiden, haben mit einer Menge Vorurteilen zu kämpfen. Als ob es nicht schon hart genug wäre, sich mit den tagtäglichen Nachteilen abkämpfen zu müssen, so muss man sich immer wieder vor ignoranten Leuten "rechtfertigen" , die einen als Simulant abstempeln oder das Problem "psychische Erkrankung" kleinreden. Dabei gibt es über dieses Thema unendlich viele Webseiten / Blogs / Sachbücher, die Wissenslücken füllen könnten.. Ich möchte mit meinem Blog ebenfalls informieren und "Aufklärungsarbeit" leisten und ohne großes Fachchinesisch tiefe Einblicke in meine Seele geben und mit einfachen Worten beschreiben, wie es tatsächlich ist, mit Ängsten und Depressionen leben zu müssen.

Schlagfertige Antworten auf Vorurteile und nervige Kommentare
Hier meine persönliche Auflistung von nicht tot zu kriegenden Vorurteilen und dämlichen Bemerkungen, mit denen ich (als Mensch mit einer psychischen Erkrankung) immer wieder genervt werde. "Gesunde" können hier lernen, welche Äußerungen man sich gegenüber einer psychisch kranken Person lieber verkneifen sollte und Betroffene können sich inspirieren lassen, was das Antworten auf diverse Äußerungen betrifft..

1.) Du siehst ja gar nicht krank aus!

- Willst du mir damit sagen, dass ich eine Simulantin bin, weil meine Erkrankung nach außen hin nicht sichtbar ist? Glaubst du mir erst dann, wenn ich mein Aussehen meiner desolaten Gemütslage anpasse? Ich investiere ganz bewusst die wenige Energie, die ich habe, in ein gepflegtes und attraktives Erscheinungsbild, damit mich die Leute auf der Straße eben nicht noch mehr angaffen, als sie es ohnehin schon tun. Ein gesund wirkendes Äußeres ist doch das beste Versteck für seelisches Leid. Würdest du es okay finden, wenn ich sagte, dass du wegen deines eher ungepflegten Äußeren ja auf jeden Fall krank sein müsstest?


2.) Anderen Menschen geht es noch so viel schlechter als dir

- Es ist mir durchaus bewusst, dass es Menschen gibt, die in ihrem Leben noch viel mehr Leid zu ertragen haben. Du verlangst jetzt aber nicht ernsthaft von mir, dass mich zum Beispiel der Gedanke an ein afrikanisches Kind, das bald verhungern wird, in irgendeiner Form aufheitert und mein Leid weniger schlimm macht, oder? Was würdest du davon halten, wenn ich dir sagen würde:,, Du bist glücklich? Sieh dir mal all die Millionäre an, die sich ihren Hintern quasi mit Geldscheinen abwischen könnten. Die sind viel glücklicher als du!" (In wie weit würde dich das nun weniger glücklich machen?)


3.) Wie hast du es nur "geschafft" frühverrentet zu werden? ( Was für eine gnadenlos bescheuerte Frage ! Man beachte das Wort "geschafft")

-Ach, weißt du. Leider fehlte mir das nötige Kleingeld, um die Gutachter zu bestechen und da eine Erpressung auch nicht möglich war, habe ich ganz einfach mit denen geschlafen, um an eine Frührente zu gelangen.Ach ja..mit der Sachbearbeiterin des Jobcenters, meinen verschiedenen Ärzten und Therapeuten, die mich erst zu den Gutachtern gebracht haben, habe ich natürlich auch Sex gehabt.
(Wenn du jetzt den plakativen Sarkasmus nicht erkennst, hast du wirklich ein ernst zu nehmendes Problem...)


4.) Komm, wir zwei unternehmen mal einfach etwas Schönes. Wir könnten ins Theater gehen, dann kommst du auf andere Gedanken und es wird dir gleich viel besser gehen.

- Darf ich dich daran erinnern, dass mir monatlich nicht mehr Geld als ein Hartz IV Empfänger zur Verfügung steht? Ich muss monatlich mit der Summe zurecht kommen, die du schon so manches Mal an einem einzigen Tag ausgegeben hast.


5.) Ich lade dich ein, wenn du kein Geld für Unternehmungen ausgeben kannst.

- Warte! Dann besorge ich mir nur noch schnell Dro. oder Alk., damit ich keinen freudlosen und desinteressierten Eindruck mache und dir das Gefühl geben kann, dass deine Bemühungen nicht vergebens sind. Mit dem schlechten Gewissen und den Schuldgefühlen werde ich später schon irgendwie klar kommen....


6.) Wer feiern gehen kann, kann auch arbeiten gehen!

- Schon mal daran gedacht, dass ich unter Dro. oder Alk. wohl kaum arbeiten gehen könnte? Ganz genau: Ich muss mich zudröhnen, um überhaupt einmal Spaß haben und feiern gehen zu können. Außerdem ist es so, dass ein Arbeitstag für gewöhnlich 8,5 Stunden beträgt, die man auch betrunken oder verstrahlt nicht bewältigen könnte, da man durchgehend konzentriert sein muss und Leistungen zu erbringen hat. Man hätte mit Konsequenzen zu rechnen, wenn man nach kurzer Zeit einfach wieder nach Hause fahren würde, weil man sich unwohl fühlt. In einer Disko beispielsweise kräht kein Hahn danach, wenn man nach einer Stunde schon wieder verschwindet.
Erkläre mir bitte mal, wie du so ignorant sein kannst, um feiern gehen mit arbeiten gehen gleich zu setzen!


7.) Du übertreibst doch mit deiner Depression und deinen Ängsten. In Wahrheit bist du nur zu faul zum Arbeiten und willst dir ein schönes Leben machen.

-Ja, klar. Ich bin gerne ein Sozialfall, der von der Gesellschaft schief angeguckt und als Mensch zweiter Klasse bezeichnet wird. Ich verzichte gerne auf die 2500 Euro, die ich in meinem erlernten Beruf verdienen würde, weil ich es cooler finde, von meinen knapp 800 Euro vom Amt zu leben und damit ein asozialer und nicht akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft zu sein.
Ich kann mein Leben am Existenzminimum und meiner psychischen Erkrankung ja so richtig toll genießen.


8.) Hast du schon mal an Ergotherapie gedacht?

- Natürlich. Meine Welt würde bestimmt wieder in Ordnung sein, wenn ich nicht zwei linke Hände hätte und Hampelmänner aus Holz basteln könnte oder "richtiges" atmen erlernen würde...


9.) Hast du "immer noch" Depressionen? Du musst doch endlich mal wieder aufstehen!

- Sorry, ich kenne den genauen Zeitplan meiner Erkrankung nicht und kann dir daher kein Datum nennen an dem ich wieder aufstehen kann.
Verstehe doch, dass du mich nur zusätzlich belastest, wenn du mich emotional unter Druck setzt, endlich wieder "gut drauf" sein zu müssen.


10.) Du bist doch so eine starke Frau!

- Ja klar, deswegen breche ich ja auch fast immer in Tränen aus, wenn mich jemand auch nur etwas ernster anguckt oder mit leicht erhobener Stimme mit mir spricht..! Ich mache mir tagelang übelste Gedanken, wenn mich die Kassiererin bei Penny nicht so nett wie den Kunden zuvor begrüßt....ich bin stark..genau.Im Übrigen : Eine Depression kann jeden treffen. Auch die "starken" Menschen.


11.) Mach doch mal Sport. Das wird deiner Seele gut tun

- Ich schaffe es gerade mal mittags aus dem Bett zu kommen und mich für den Tag "herzurichten"! Woher soll ich die Energie nehmen um mich noch großartig zu bewegen? Mit dieser phrasenhaften Äußerung spielst du meine Erkrankung einfach nur herunter.


12.) Du willst doch nur Aufmerksamkeit bekommen

- Sicher. Deswegen sperre ich mich ja auch manchmal tagelang in meiner Wohnung ein, weil ich da ja so viel Aufmerksamkeit bekommen kann..


13.) Du schreibst ja sogar im Internet darüber. Das würden 'echte Depressive' nie tun.

- Stell' dir vor: ich habe sogar schon mit verschiedenen Ärzten und Therapeuten über meine Gefühlswelt gesprochen und mich in Selbsthilfegruppen mit anderen Betroffenen ausgetauscht, weil auch ich meinen Kummer nicht ewig in mich hineinfressen konnte. Nun schreibe ich im Internet weil ich wegen meiner zusätzlichen Angsterkrankung Anonymität brauche, um mich uneingeschränkt mitteilen zu können.


14.) Sieh es mal positiv. Wenigstens hast du keinen Krebs

- Ja,stimmt. Zum Glück habe ich nur eine psychische Erkrankung, an der jedes Jahr Hunderttausende sterben und keine körperliche Erkrankung wie Krebs, an der jedes Jahr Hunderttausende sterben. Das beruhigt mich ungemein...


15.) Rauschmittel sind keine Lösung. Sie verkürzen dein Leben!

- Na und? Meine Lebenserwartung ist doch durch meine tägliche Einnahme von Psychopharmaka ohnehin schon verkürzt. Da käme es auf die paar Jahre, die mir durch Alk. oder Dro. flöten gehen würden , auch nicht mehr drauf an. Ich lebe lieber kurz und ab und an glücklich als durchgehend unglücklich und lange.


16.) Ich möchte meine alte x. zurück und möchte wieder etwas mit dir erleben.

-Ich weiß selbst, dass ich langweilig geworden bin. Aber danke, dass du mein negatives Selbstbild mit deiner Aussage noch einmal bestätigst.
Lass dich durch mich nicht länger ausbremsen und suche dir neue Freunde, mit denen du deine Interessen ausleben und Spaß haben kannst.


17.) Ich war auch mal schlecht drauf, ich weiß, wie du dich fühlst

- Das wage ich zu bezweifeln! Ein kurzzeitiges Stimmungstief kann man wohl kaum mit einer psychischen Erkrankung vergleichen. Du brauchst dir quasi nur ein Eis zu kaufen, um wieder "gut drauf" zu sein während mich nicht mal ein geknackter Lotto-Jackpot "aufheitern" könnte...!


18.) Mir geht es doch auch schlecht, wenn du mich so sehr belastest. Ich kriege noch mal einen Herzinfarkt vor lauter "Sorgen um dich machen"!

- Dann bin ich ja froh darüber, dass ich dir nur die "light Version" meines Kummers erzählt habe. Aber danke, dass ich jetzt weiß, dass ich die Schuldige bin, wenn du tatsächlich mal einen Herzinfarkt erleiden solltest.

19.) Nun gehst du schon zum "Seelenklempner" und trotzdem geht's dir nicht besser..!

- Äh, ein Psychotherapeut ist kein Exorzist, der eine psychische Erkrankung wie einen Dämon mal eben austreiben kann.


20.) Du solltest mal auf eine Krebsstation gehen. Dann wirst du begreifen, dass es dir im Vergleich zu den Patienten dort ganz gut geht.

- Ja ja.. anderen Leuten geht es noch viel schlechter als mir...ich weiß!
Ich habe sogar schon in einem Hospiz gearbeitet und habe Menschen gesehen, die nur noch Tage bis wenige Wochen zu leben hatten. Ich habe wahrhaftig begriffen, dass es mir ja wirklich so gut geht. Ich hatte sogar Probleme damit gehabt, mir meine Freude darüber nicht anmerken zu lassen, die ich durch den Anblick todkranker Menschen gefühlt habe. Pfeifend und breit grinsend bin ich jeden Tag durch die Weltgeschichte gegangen und bin jeden Abend mit einem Lächeln eingeschlafen ... *Ironie off*
Die harte Wahrheit: Auch heute würde ich begreifen, dass es mir eigentlich noch viel schlechter geht als ich dachte. Denn immerhin ist mein Lebensende noch nicht absehbar und ich muss mich noch viel länger quälen als todkranke Menschen.

04.05.2018 14:05 • 07.05.2018 x 3 #1


13 Antworten ↓


Ich weiß nicht recht... auf alles derart patzig bis böse zu antworten, auch auf freundliche Vorschläge und Einladungen, trägt meiner Einschätzung nach nicht wirklich dazu bei, dass psychische Erkrankungen besser verstanden werden. Im Gegenteil, das Vorurteil des schlecht gelaunten, immer schwarz denkenden Depressiven wird gestärkt. Wahrscheinlich hast du für mich auch gleich einen Giftpfeil parat, um mich zurechtzuweisen und mir klar zu machen, "ich bin die einzige Arme hier, du hast ja keine Ahnung, was ich durchmache!" Aber ich sag' meine Meinung trotzdem

04.05.2018 14:54 • x 5 #2



Schlagfertige Antworten Psychische Erkrankung

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Eas tut mir leid wenn du öfter sowas hören musst und ich finds auch traurig, dass psychische Erkrankungen so stigmatisiert werden. Aber ich denke, oft ist es auch echt nicht böse gemeint von den Leuten. Die sind zu schlecht informiert und haben einfach keine Vorstellung von einer Krankheit, die man eben nicht sieht. Die stellen sich das wirklich so vor, dass man durch die Depression einfach schlecht drauf ist und man zusammenreissen könne, so wie man das ja als gesunder Mensch auch kann, wenn man mal schlechte Laune hat. Wie krass zb eine Antriebslosigkeit werden kann, das kapieren die gar nicht, wenn sie keinen näheren Angehörigen oder Freund haben, der betroffen ist. Das wird dann gerne als Faulheit interpretiert. Aber ich frag mich halt, ob man das den Leuten echt so vorwerfen kann. Mittlerweile ist es ja zum Glück schon etwas besser, dass man in den Medien auch was hört von Depressionen. Aber hineinversetzen können sich die Leute noch lange nicht.

Die Punkte 4,5,8,11 zb sind doch ganz lieb gemeint eigentlich? Der Rat, Sport zu machen, ist doch richtig? Klar geht das nicht, wenn man grad so antriebslos ist, dass man es nicht mal ausm Bett schafft. Aber das ist ja nicht bei jedem Depressiven ständig der Fall. Sport soll doch sehr gut helfen und ähnlich wie ein Antidepressivum wirken. Und die Ergotherapie, klar, als einzige Therapie würde ich das auch nicht empfehlen aber als Ergänzung is es doch nicht schlecht. Wenn du sowas gefragt wirst, zeigt es doch immerhin, dass dein Gesprächspartner Interesse hat. Dann kann man ihm auch genauer erklären, welche Therapien besser geeignet sind. Und solange man im Dialog ist, ist es immer noch besser, als wie wenn die Leute hintenrum lästern. Dann kann man die nämlich auch mal über die Krankheit aufklären.

04.05.2018 15:08 • #3


Ist es so, dass man sich rechtfertigen sollte?
Muss man Menschen unbedingt eine Grenze zeigen oder geht es nicht auch, wenn man es einfach ignoriert oder macht denen das sogar Mut mehr von sich zu geben?


@hasetini

Ich glaube, hinter deiner Wut verbirgt sich auch sehr viel Enttäuschung und Trauer.
Möchtest du das vielleicht auch raus lassen? Ich denke, es würde dir gut tun.

04.05.2018 15:12 • x 2 #4


Angor
Schlagfertige Antworten? Sowas finde ich nicht schlagfertig sondern kommt total ausgedacht rüber.

Wenn jemand in so einer schlechten psychischen Verfassung ist und ausserdem depressiv, der würde nie so antworten, ich könnte das jedenfalls nicht, ich wäre dann froh, wenn ich meine Ruhe hätte.

Wenn es echt sein sollte, drückt es recht krass aus, dass Dir die anderen Menschen alle egal sind, so wie Du Antworten herauspatzt, selbst bei gut gemeinten Ratschlägen von Freunden, dann kannst Du nicht erwarten, dass man Dich in Watte packt.

Würde mich jemand so anblubbern würde, würde ich Dich schon nach einem Satz stehen lassen, und mir gar nicht den Rest anhören.

Übrigens ist es hier nach den Forenregeln nicht erlaubt, solche langen Texte in Fettschrift zu verfassen.

04.05.2018 15:19 • x 2 #5


Mondkatze
Ich denke, dass fast jeder es irgendwie gut meint.
Aber wenn man diese Standardsätze öfter hört, und man weiß, dass es meist die reine Hilflosigkeit ist, die aus ihnen spricht, dann fängt das irgendwann an zu nerven.

Ich wette, dass so manch einer doof gucken würde, wenn man Einladungen annehmen würde, und es einem danach aber nicht besser geht.

Allerdings muss man den meisten aber auch zugute halten, dass sie fast nichts über die verschiedenen psychischen Erkrankungen und deren Auswirkungen wissen.
Eine psychische Erkrankung war lange tabu.
Es wurde nur unter vorgehaltener Hand darüber gesprochen .
Woher sollen denn die Infos über diese Erkrankungen nun herkommen?

Ich habe Verständnis für beide Seiten.
Kann aber auch die Wut verstehen, wenn man das Gelaber immer und immer wieder hören muss.

Und am allerschlimmsten finde ich: es gibt Leute, denen es viel schlimmer geht.
Ich sage dann auch ziemlich böse: das ist mir im Moment sowas von egal, denn es geht gerade in mich.

04.05.2018 15:36 • x 2 #6


Sei mir nicht böse aber ich finde die meisten der Antworten klingen nicht schlagfertig sondern verbittert und rechtfertigend.
Davon abgesehen bin ich der Meinung es MUSS auch nicht jeder, auf Teufel komm raus verstehen wie es mir geht. Es ist ok wenn jemand nicht nachvollziehen kann wie es mir mit meiner Krankheit geht. Ich kann auch nicht nachvollziehen wie es einem HIV oder Krebskranken geht oder wie es ist wenn man einen Arm gebrochen hat. Hatte ich alles noch nicht von daher finde ich es in Ordnung wenn jemand sich nicht mit psychischen Krankheiten auskennt und vielleicht einen falsch ( wobei gibt es richtige und falsche Ratschläge überhaupt ) Rat gibt. Mein Sohn hat ADHS wenn ich ja jedesmal wenn mit jemand den Rat gibt ihn mehr Sport machen zu lassen oder ihm weniger Zucker zu geben die Erklärungskeule raus holen würde wär ich den ganzen Tag beschäftigt. Ich sage einfach Danke für den Tipp. Was ich letztendlich dann darüber denke oder draus mache bleibt ja mir selbst überlassen.

04.05.2018 15:44 • x 1 #7


Angor
Ich selber gebe mich nach Möglichkeit gar nicht mit diesen Leuten ab, ich kann nichts von Ihnen erwarten, weil sie es eh nicht verstehen, denn schnell gerät man in die Lage, sich rechtfertigen zu müssen und fühlt sich anschliessend noch schlechter wie vorher.

Wenn jemand mir einige Sprüche reindrücken würde, würde ich den einfach stehen lassen.

Übrigens hat mich diese Bekannte schon wieder eingeladen, wahrscheinlich um mich wieder zuzutexten, wie toll es ihr und ihrer Familie geht
kummerforum-f31/erklaerungsnoete-t79645.html

Die sollen mich doch einfach nur in Ruhe lassen, ich habe meine Familie und das reicht mir.

04.05.2018 16:00 • #8


Zitat von juwi:
Ich weiß nicht recht... auf alles derart patzig bis böse zu antworten, auch auf freundliche Vorschläge und Einladungen, trägt meiner Einschätzung nach nicht wirklich dazu bei, dass psychische Erkrankungen besser verstanden werden. Im Gegenteil, das Vorurteil des schlecht gelaunten, immer schwarz denkenden Depressiven wird gestärkt. Wahrscheinlich hast du für mich auch gleich einen Giftpfeil parat, um mich zurechtzuweisen und mir klar zu machen, "ich bin die einzige Arme hier, du hast ja keine Ahnung, was ich durchmache!" Aber ich sag' meine Meinung trotzdem


Stimmt. Wenn man Sätze wie z.B. " Depressive wollen doch nur Aufmerksamkeit" o.Ä. zum gefühlt 100.000 Mal hört (von Leuten, die über das Krankheitsbild aufgeklärt sein müssten), sollte man eigentlich cool bleiben und positiv darauf reagieren, evtl. sich freundlichst dafür bedanken..Depressive haben nicht verärgert zu sein und sollten sich alles an Provokationen gefallen lassen, damit ihr ohnehin schon schlechtes "Image" nicht noch bestätigt wird...

06.05.2018 11:13 • x 1 #9


Angor
Versuch das doch zu ignoriieren, Du machst es ja noch schlimmer, wenn Du so patzig reagierst.
Und Provokationen von Seiten der Leute sehe ich nicht, nur Unwissenheit und auch Unbeholfenheit, damit umzugehen.

06.05.2018 11:20 • x 2 #10


Icefalki
Zitat von hase tini:
Depressive wollen doch nur Aufmerksamkeit


Mit Dummköpfen kann man keine vernünftigen Argumente austauschen, weil ihnen schlichtweg das Verständnis fehlt. Insofern ist das verlorene Liebensmühe bzw. nutzt nix sich darüber aufregen, wenn jemand Sachverhalte nicht begreifen kann.

Evtl. liegt es auch an der Depression, dass einem das dann so nahe geht. Wär ja auch möglich.

06.05.2018 11:24 • #11


Angor
Es gibt Menschen, die können sich nicht einfühlen, und trampen wie ein Elefant auf den Gefühlen anderer rum, aber oft merken sie es selber nicht.

Ein Beispiel (hat jetzt aber nichts mit dem Thema zu tun)
Ich hatte im Aldi eine alte Bekannte getroffen, zu dem Zeitpunkt war ich tieftraurig, weil unser Hund Jack an einer Niereninsuffizienz litt, und ihm nicht mehr viel Zeit blieb laut TÄ.

Die Bekannte fragte:" Hallo, wie gehts Dir denn? "Ich antwortete:" Nicht so gut, unser Hund ist so krank."
Sie: "Der Hund interessiert mich nicht, ich wollte wissen, wie es Dir geht.

Ich habe mich einfach umgedreht und sie stehen lassen.

06.05.2018 11:30 • x 4 #12


Abendschein
Zitat von Angor:
Es gibt Menschen, die können sich nicht einfühlen, und trampen wie ein Elefant auf den Gefühlen anderer rum, aber oft merken sie es selber nicht.

Ein Beispiel (hat jetzt aber nichts mit dem Thema zu tun)
Ich hatte im Aldi eine alte Bekannte getroffen, zu dem Zeitpunkt war ich tieftraurig, weil unser Hund Jack an einer Niereninsuffizienz litt, und ihm nicht mehr viel Zeit blieb laut TÄ.

Die Bekannte fragte:" Hallo, wie gehts Dir denn? "Ich antwortete:" Nicht so gut, unser Hund ist so krank."
Sie: "Der Hund interessiert mich nicht, ich wollte wissen, wie es Dir geht.

Ich habe mich einfach umgedreht und sie stehen lassen.


Kurz nachdem meine Mama gestorben ist, hatte ich das einer Bekannten erzählt, die meine Mama auch kannte
und sie sagte, ja und? Die war doch schon alt.

07.05.2018 21:01 • #13


Angor
Ja da kann man sich manchmal echt an den Kopf fassen, ich frage mich, warum sind die so?
Warum wird die Welt immer brutaler und gefühlskälter?
@ Abendschein

07.05.2018 21:03 • x 1 #14



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