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201806.03




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Hallo ihr lieben,

ich bin ganz neu hier, und hoffe, hier überhaupt richtig zu sein ... Meine ganze Panik-Geschichte ist mir sehr peinlich, aber vielleicht gibt es hier ja Verständnis dafür, oder sogar welche, die das selber kennen.

Ich habe voll die Panik, mir in die Hose zu machen, und diese Angst strukturiert stark mein Leben und meinen Alltag. Ich muss dazu sagen, dass diese Angst einen realen Kern hat: meine Blase ist tatsächlich nicht die stärkste, ich habe ständig das Gefühl, auf Klo zu müssen, und ich muss gestehen, dass ich als erwachsene Frau auch tatsächlich schon mal in die Hose gemacht habe. Aber das passierte nur ganz selten. Die Angst aber, es könnte wieder passieren, begleitet mich ständig.

Eine zeitlang war das ganz extrem: da kreisten die Gedanken ständig um die nächste Toilette, wollte ich nichts unternehmen, wo kein Klo in der Nähe war. Folgen waren Rückzug und soziale Isolierung. Da mir das ganze total peinlich ist, konnte ich anderen nur schlecht erklären, was mit mir los ist.

Irgendwann kam ich dann auf den Gedanken, meine Angst mit entsprechend dicken Einlagen/Binden auszutricksen. Hab mir die dann besorgt, sie zu Hause ausprobiert, um zu wissen, ob man sich auf sie verlassen kann. Konnte man, und mit diesen psychologischen Hilfsmitteln konnte ich wieder etwas aktiver am Leben teilnehmen. Tatsächlich nass werden die eigentlich nie, helfen aber, nicht dauernd so in Panik zu sein. Aber es ist mir auch unangenehm, mit so was rumzulaufen.
Eigentlich könnte ich eine selbstbewusste und attraktive Frau sein, aber diese Angst schränkt mich sehr ein, und auch die dicken Einlagen drücken auf das Selbstbewusstsein.
Sie haben mir echt geholfen, aber noch viel lieber wäre ich einfach diese ganze Angst los ...

Naja, soweit in Kurzform meine Geschichte.
Gibt es hier vielleicht jemanden, der so was kennt?

Euch allen auf jeden Fall einen schönen Tag :)

L.

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Danke1xDanke


11923
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BaWü
7464
  06.03.2018 20:35  
Hallo, lindala, willkommen im Forum.

Wurde deine Blasenschwäche auch mal körperlich abgeklärt. Wie sieht es mit Beckenbodengymnastik aus?





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  06.03.2018 20:55  
Hi :)

Danke für die freundliche Begrüßung. Ja, war beim Arzt, habs mit Beckenbodentrainig etc versucht.

Ein Teil des Themas würde auch sicher in ein anderes Forum gehören (also eins zu Blasenschwäche oder so), aber eine andere Ebene ist halt diese Panik, es könnte passieren und die daraus folgenden Einschränkungen ...

Mich hat aber auch schon eine liebes Mitglied hier angeschrieben, die ähnliche Probleme hat :)

Danke1xDanke


11923
7
BaWü
7464
  06.03.2018 21:08  
Nun, eigentlich ist das ja auch eine begründete Angst, also total nachvollziehbar. Körperliche Problematiken kannst du also ruhig mit den Hilfsmitteln angehen, hilft ja alles nicht. Und für die Psyche gilt, dein Mango akzeptieren zu lernen.

Kannst doch nix dafür, deshalb bringt es ja auch nichts, dich dafür schämen zu müssen. Regel das mit den Einlagen und steh innerlich dazu.

Weisst du, es hilft nie, wenn man sich seiner Probleme schämt. Das nennt man Annahme oder Akzeptieren. Ist bei Ängsten auch so. Man hat sie eben, sich zu wünschen dass ES einfach mal so weggeht, bringt nicht viel.

Du hast eben diese Schwäche. Denk ich doch mal. Also schon körperlich bedingt, oder? Mach dann jetzt nicht den Fehler, dir da noch ne psychische Schiene dranzuhängen. Nützt dir nämlich gar nix, wird eher alles noch schlimmer.

Danke1xDanke




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  06.03.2018 21:13  
Wow, danke für diese interessante Perspektive!
Da muss ich erstmal drüber nachdenken ...



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  06.03.2018 21:20  
Ich denke nach.
Episodenweise kenne ich es andauernd auf das Klo zu müssen, bei der Zahnarzt Prophylaxe war das so peinlich, ich glaube ich ging in der Stunde dreimal. Es kamen ein paar Tröpfchen, dann wieder gar nichts.
Als ich früher den Urin untersuchen ließ, war es stets ohne Ergebnis.

Ich habe den Kreislauf durchschaut, ich bin nervös, gehe öfters als sonst, das reizt die Blase und ich muss noch öfters gehen. Je mehr ich nachgebe, desto schlimmer wird es.
Dann bin ich einmal nicht gegangen, habe einfach abgewartet, der Druck verschwand.

Bevor ich das Haus verlasse, gehe ich immer auf das Klo, wie man es eben kleinen Mädchen beigebracht hat und dann meine ich noch einen Druck zu spüren. Früher verkrampfte ich mich so, dass nichts kam und ich in der Stadt von Klo zu Klo rannte, in Panik geriet wenn immer noch nichts kam.
Das ist jetzt vorbei, seitdem ich gelassener geworden bin kann ich in Ruhe abwarten ob etwas kommt.
Das trifft dein Problem nur teilweise denn die Angst in die Hose zu machen kenne ich nicht, wohl aber die Angst nie mehr pinkeln zu können und einen Katheter zu brauchen.
Die Blase ist ein sehr sensibles Organ.

Vielleicht magst du einmal bei dir zuhause trainieren nicht zu gehen wenn du den Druck spürst.

Danke1xDanke




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  07.03.2018 09:47  
Liebe Icefalki,

vielen Dank noch mal für die klugen Worte.

Ich glaube weiterhin, dass sich bei mir, ausgehend von einer realen Erfahrung, völlig übertriebene Zwangsgedanken und Panikgefühle entwickelt haben, und ich erst dank dieser Hilfsmittel einen Umgang damit gefunden habe, der mich nicht mehr so massiv einschränkt, wobei diese Hilfsmittel tatsächlich vor allem als psychologische Krücke funktionieren (eigentlich bräuchte ich sie ja meist gar nicht).

Aber du hast bestimmt recht, was Scham und Akzeptanz angeht, und auch damit, dass ich aufpassen muss, mich nicht zu sehr in diese Psycho-Ebene reinzusteigern, und das da vermutlich Akzeptanz und rationaler Umgang mit helfen werden.

Das waren für mich wichtige Anregungen!

Danke1xDanke


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BaWü
7464
  07.03.2018 16:31  
lindala hat geschrieben:
Liebe Icefalki,

vielen Dank noch mal für die klugen Worte.

Ich glaube weiterhin, dass sich bei mir, ausgehend von einer realen Erfahrung, völlig übertriebene Zwangsgedanken und Panikgefühle entwickelt haben, und ich erst dank dieser Hilfsmittel einen Umgang damit gefunden habe, der mich nicht mehr so massiv einschränkt, wobei diese Hilfsmittel tatsächlich vor allem als psychologische Krücke funktionieren (eigentlich bräuchte ich sie ja meist gar nicht).

Aber du hast bestimmt recht, was Scham und Akzeptanz angeht, und auch damit, dass ich aufpassen muss, mich nicht zu sehr in diese Psycho-Ebene reinzusteigern, und das da vermutlich Akzeptanz und rationaler Umgang mit helfen werden.

Das waren für mich wichtige Anregungen!



Sehr gut. Übrigens kommen einem solche Gedanken auch bei Ängsten. Da man eh der Meinung ist, jetzt völlig abzudrehen, ist Tür und Tor geöffnet, sich jede Peinlichkeit vorzustellen. Dein Problem gehört da auch dazu.

Wenn man das alles mal Revue passieren lässt, sitzt ganz tief als Ursache ein Problem mit dem Selbstbewusstsein zu haben. Weisst du,so ganz versteckt unter dem Mäntelchen von Funktionieren müssen, nach aussen hin stark zu gelten, keine Schwäche zeigen zu dürfen, taff zu sein und und und.

Daher auch diese Ängste, sich zu blamieren. Und dann natürlich jedes Mal die ultimative Blamage, die man sich nur ausdenken kann. Horror.

Versteht man mal diese Zusammenhänge, wird es einfacher, sich dem Selbstbewusstsein zu widmen. Nur dem, nicht den Katastrophengedanken. Es reicht, sich einzugestehen, dass man eben nicht so supertoll ist, wie man es gerne hätte. Alleine diese Überlegung ist doch schon mal viel entspannender. Stimmt, ich habe damit ein Problem. Tief ausatmen und akzeptieren. Ist doch überhaupt nicht schlimm, sich dessen bewusst zu werden.

Hat man das verinnerlicht, lernt man sich mal richtig kennen. Wo sind die echten Stärken, und wo die Schwächen. Und was ist so schlimm daran, wenn man diese erkennt und dann ein bisschen innerlich grinsend und wohlwollend auf sich eingeht? Ist doch gar nicht mal so schwer. Oder?





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  08.03.2018 00:10  
Ja, auch damit hast du sehr recht. mich verfolgt regelrecht die angst vor der Peinlichkeit, es könne mir in der Öffentlichkeit sichtbar passieren, anderen auffallen, etc. Das würde so vollständig mit genau dem Bild der funktionierenden starken toughen und dem Anspruch nach selbstbewussten Frau brechen, dass ich auszustrahlen versuche.
Wie du es beschrieben hast.
und es kratzt aber auch an dem Bild, das ich selbst von mir haben möchte. da sind nämlich eigentlich weder Einlagen noch nasse Hosen noch diese panikartigen Ängste und darum kreisenden Gedanken vorgesehen :cry:





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  08.03.2018 00:31  
Feigina hat geschrieben:

Die Blase ist ein sehr sensibles Organ.


Ja, das kann ich nur bestätigen. Diese Blasenschwäche-Problematik habe ich besonders in Zeiten, in denen es mir schlecht geht, ich depri bin, oder sehr viel Stress habe.

Es gibt doch auch irgend so einen Spruch darüber, was Blase und Seele miteinander zu tun haben, er fällt mir nur nicht mehr ein.


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