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T
Hallo,
ich weiß nicht genau, ob ich hier richtig bin oder es solch einen Thread schon gibt, usw.

Aaaber, ok.
Ich bin 17 Jahre alt und meine Panikstörung mit Agoraphobie ist mir seit gut 2 1/2 Jahren ein treuer Begleiter.
Seit 2 Jahren hab ich Kontakt mit einer guten Psychologin und gehe wöchentlich zur Therapie.
Da ich ja noch ziemlich jung bin, war und ist das natürlich so ein Problem mit der Schule und hier meine eigentlich und größte Frage. Sind hier noch andere Leute, die sich in der gleichen Lebensphase befinden und wenn ja, wie läuft das bei denen ab.

Mehr zu mir. Ich bin anfänglich auf das Gymnasium gegangen und damals wurde das Ganze falsch eingeschätzt und auf den Schulstress geschoben, was sich dann natürlich irgendwann wiederlegt hat, mit dem Runtergang auf die Realschule und Rückversetzung, bla, bla.
Durch den ganzen Kram hab ich damals fast meinen gesamten Freundeskreis verloren, weil es auch schnell in eine depressive Phase überging und ich nicht darüber reden wollte und konnte und ich damals auch keinerlei Verständnis für mich selbst hatte. (wie sollten es dann andere haben)
Ein selbstbestimmtes Leben ist nach wie vor nicht möglich. Es gab aber auch, wie ihr hier auch sicherlich kennt, viele Hochs und Tiefs.

Wäre toll, wenn man hier Leute findet, die die Situation kennen.

Liebe Grüße

25.01.2013 18:01 • 27.01.2013 #1


4 Antworten ↓


A
Ich hatte das auch in jungen Jahren schon. Bei mir lag es aber an der Überforderung mit der Schule und dem frühen Aufstehen. Ich war als Kind schon nicht belastbar. Bin es heute nicht. Ich dachte damals schon immer, ich würde auf dem Schulweg umfallen. Ich denke, dass ich da so 13-14 war. Natürlich hat man dem keinerlei Beachtung geschenkt. In meinem Leben ging es mir immer nur gut, wenn ich keinen Streß hatte, nicht oder wenig arbeiten musste und viel Freizeit hatte. Ich bin aber kein Faulenzer. Bei Weitem nicht. Ich bin leider ein Perfektionist. Sowohl an meinen Arbeitsstellen als auch privat.
Arbeiten wachsen mir aber über den Kopf. Mit Schlafmangel kann ich nicht umgehen. Symptome machen mir Angst. Ich habe mich grundsätzlich immer übernommen. Ich wollte immer alles perfekt machen. Leide heute noch darunter. Was sagt die Psychologin dir denn?
Für mich wäre das Beste ein Beamten-Job beim Amt gewesen. Ich glaub, da hätte ich so richtig Karriere gemacht Lernstreß, Streß auf der Arbeit, Lärm, Schlafmangel. Das alles macht mich fürchterlich krank. Was mir natürlich von meiner Umwelt negativ ausgelegt wird. Aber ich kann schließlich nichts dafür, dass ich nicht belastbar sind.
Wähle deinen Beruf mit Bedacht, mute dir nicht zuviel zu. Man muss nicht immer mit anderen mithalten. Nicht alle Menschen sind darauf ausgelegt. Nur weil man jung ist, heißt das nicht, dass man belastbar sein muss. Wo steht das geschrieben? Manch 90jährige, gezeichnet von Krieg und Hunger und harter Arbeit sind quietschfidel und andere sind jung und leiden eben schon früh unter Streß. Lass dich nicht unterkriegen. Du kannst nichts dafür. Es liegt einfach im Wesen und man wird nie so belastbar sein wie andere.

26.01.2013 09:21 • #2


A


Panikstörung in jungen Jahren

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T
Hallo Aladin, danke für deine Antwort

Wie alt bist du denn heute, wenn ich fragen darf?
Mmh, ja, Belastbarkeit. Letzlich ist es ja bei fast jedem Menschen ein Problem. Viele Menschen können nicht mit Stress umgehen und da der aber heutzutage leider trauriger Alltag ist, haben dementsprechend auch viele Menschen Probleme. Bei jedem äußerst sich das jedoch anders. Ich möchte nicht damit sagen, dass die Generationen vor uns keinen oder weniger Stress gehabt haben, aber ich glaube, dass sich die Stressart und Bewertung dessen, verändert hat und mit ihr mit Sicherheit auch die Belastbarkeit. Fraglich ist nur, wie ehrlich die Menschen zu sich selbst sind.

Bei mir persönlich hat meine geliebte Panikstörung, in dem Sinne auch wirklich mit Stress zu tun, dass Wort kam mir vorher nicht so real vor, wie mir gerade auffällt.
Der größte Stress ist bei mir wahrscheinlich durch Grenzüberschreitungen entstanden. Dazu muss ich sagen, dass mir auch früh aberzogen wurde 'nein' zu sagen.
Das hatte damals viel mit der frühen Trennung meiner Eltern zutun und mit der damaligen Situation, mit meinem Vater und so weiter.

Daher steht das nach wie vor im Vordergrund der Therapie. (mit verbunden die starken Selbstzweifel)
Vor gut einem halben Jahr hatte ich die Chance auf eine Wiedereingliederung in den Unterricht, lief anfangs gut, dann kam allerdings der Schulleiter und sein Schoßhündchen, die Klassenlehrerin, und machte mir einen Strich durch die Rechnung, wollte mir das Jugendamt auf den Hals hetzen und hat sich stur gestellt. In Folge auf diese Abweisung, kann man sich denken, kam ein ziemlich krasser Rückschlag auf mich zu.

Jeder Mensch hat seine eigenen Bereiche, in denen er belastbar ist und sein eigenes Tempo für sein Leben.

Wie war das bei dir damals? Konntest du zur Schule gehen und generell rausgehen?

26.01.2013 15:17 • #3


M
hi,
ich kenne das auch in so jungen Jahren. ich hatte mit 13 meine erste Panikattacke. und bin auch heute nicht sehr belastbar. aber ich schlage mich tapfer. un dich dufte jetzt feststellen, dass gar nicht arbeiten, und keinen Druck zu haben, das ganz noch viel schlimmer macht. hätte ich nie gedacht, ist aber wirklich so. ic kann echt nur jedem empfehlen trotz allem einen geregelten Tagesablauf zu haben. das sit ganz ganz wichtig. Du bist auch nicht die einzige 17 jährige hier im forum. Ich glaube Angsterkrankgungen gibt es in jedem Alter. (ich kannte mal eine 6 jährige die Angst hatte zu essen, weil sie nicht dicker werden wollte,auch kannte ich eine 4 jährige die immer würgen musste wenn sie essen gesehen hat).
Es ist gut wenn du dein probem kennst und eine therapie machst. du bist damit auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Ich konnte durch die therapie wirklich lernen mit meinen Ängsten zu leben.

26.01.2013 17:42 • #4


A
Hi,
ich bin inzwischen 30 Jahre alt. Ich habe mich quasi seit der 7. Klasse (zeitweise viele Fehltage) mit einem Gebilde aus Lügen und Ausreden durchs Leben gehangelt.
Ein Schulwechsel nach der 8. Klasse brachte vorübergehend Besserung. Zuvor war ich an einem privaten, von Nonnen geleiteten Gymnasium, das vorwiegend reiche Kinder besuchten, deren Eltern mit dicken Spenden die Kinder zum Abi bugsierten. Das war schon damals entgegen meinem Gerechtigkeitsempfinden.
Leider war ich nur in sprachlichen Fächern gut und in naturwissenschaftlichen grottenschlecht. Meine Mutter unternahm aber nichts und fand nichts dabei, dass ich mit teilweise sehr guten und teilweisen grottenschlechten Noten durch die Schule kam. Hätte ich eine Realschule besucht, hätte ich wahrscheinlich als eine der Besten abgeschnitten. Man hat einfach nicht gemerkt, dass ich überfordert war.
Mit Ende der 10. Klasse (der Spruch meiner Mutter war: Schaff halt irgendwie die Mittlere Reife) wagte ich den ersten Ausbruch und fing eine Ausbildung an. Da es mir da aber nicht passte (und auch das zieht sich durch mein Leben), warf ich umgehend die Flinte ins Korn und kehrte an die Schule zurück. Natürlich ging es in der Oberstufe so weiter wie zuvor. Gute Noten im Gegensatz zu schlechten. Mitte der 11. Klasse habe ich mir dann erneut eine Ausbildungsstelle gesucht und 5 Monate bis dahin zu Hause verbracht, was mir sehr gut tat.
Die Ausbildung meisterte ich mit links. Ich hatte auch keine Panik. Leider war mein Chef ein Ausbeuter und das war mein Untergang und der Beginn meiner echten Panikattacken (vorher war das alles eher diffus). In der Folge war ich längere Zeit arbeitslos und hangelte mich so durch, wobei es mir aber zusehends besser ging. Ich habe eine Ausbildung und eine Weiterbildung sehr erfolgreich abgeschlossen. Dann das Gebiet lag mir und mein nächster Chef war ein Goldesel für mich. Ich deckte seine Alk., indem ich mit meinem Wissen und meinem Eifer sein Büro am Laufen hielt und er entlohnte mich gut dafür.
Wann immer es nach meinen Vorstellungen ging, ging es mir gut. Ich hatte auch keine Panikattacken mehr.
Die kehrten vor 1,5 Jahren zurück als sich meine familiäre Situation schlimm entwickelte. Heute bin ich zutiefst unglücklich über die Entscheidungen, die ich getroffen habe.
Du solltest dir sehr gut überlegen, was du willst. Willst du das Abi um jeden Preis? Kannst du nicht die Schule wechseln? Oder eine Pause einlegen und mal gar nichts tun (das könnte sehr gut sein. Aber natürlich muss man sich mit 17 ein sehr dickes Fell zulegen, denn die Umgebung wird das sicher nicht gutheißen).
Ich würde jedenfalls an deiner Stelle nur DAS tun, was du willst. Und NICHT, was andere von dir verlangen.
Genau das war immer mein Fehler. Ich war auf einer falschen Schule. Ich könnte heute ganz woanders stehen. Ich habe zu oft ja gesagt, obwohl ich nein gemeint habe. Ich habe mich ausnutzen lassen. Und andere haben sich auf meiner Arbeit ausgeruht.
Nun bin ich 30 Jahre alt, habe erneut Panikattacken und körperlich geht es mir sehr schlecht. Das Leben zieht an mir vorbei und das wünsch ich niemandem. Ich bin nicht mehr ich. Denn ich habe kaum noch Selbstbewusstsein. Wenn man sich immer anhören muss, man solle doch mal spazieren gehen. Dann würde das schon wieder. Nichts wird mehr. Ich für meinen Teil habe mit dem Gedanken abgeschlossen, dass es mir noch mal top gehen könnte. Ich habe alles versucht und ich glaube nicht mehr daran.
Aber du bist 17 Jahre alt und die Fehler, die ich gemacht habe, solltest du nicht tun. Dir steht NOCH alles offen, um die Kurve zu kriegen.

27.01.2013 12:24 • #5





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Dr. Reinhard Pichler