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Schneesturm93
Hallo zusammen,

Ich dachte bis vor kurzem, dass ich mich ganz gut meiner Angst stelle, weil ich keine Möglichkeit habe oder sie nicht genutzt habe ihr zu entkommen.

Mein Angst kommt oft beim Essen und jetzt habe ich festgestellt, dass ich - sobald ich merke, dass Angst aufkommt / aufkommen könnte - aufhöre zu essen. Meine feste Überzeugung dann: "wenn ich noch einen Bissen essen, bekomme ich Panik und muss mich übergeben". D.h. eigentlich fliehe ich ja ganz klassisch aus der Situation, aber es ist ja auch unmöglich dann noch 20 oder 30 Minuten weiter zu essen, dann würde es mir nämlich wirklich übel werden.

Meine Frage ist, wie würde man in der Verhaltenstherapie sich mit solchen Situationen konfrontieren, da ich sie ja nicht wirklich aussitzen kann?

Grüße,
Schneesturm

11.01.2018 11:38 • 08.05.2018 #1


6 Antworten ↓


kopfloseshuhn
Wer sagt denn, dass du gleich 20 oder 30 Minuten weiteressen musst?
Wie wäre es anzufangen mit ein/zwei Bissen?
Oder eine kleine Pause, dann noch einbisschen.

Also muss manhier vielleicht in kleinen SChritten denken.

Was denkst du?

11.01.2018 11:44 • #2



Panikattaken beim Essen - Konfrontation geht nicht

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Schneesturm93
Das mit den 20-30 Minuten habe ich so geschrieben, weil das ja irgendwie der "normale" Konfrontationsansatz einfach 1:1 übertragen gewesen wäre.

In kleinen Schritten denken klingt gut.

Momentan mache ich es so, dass ich mir eine Portion mache und dann vornehme die auch (in einer gewissen Zeit) zu essen. Aber irgendwie hasse ich es jetzt schon. Ich habe eine Angststörung, weil ich zuwenig auf meine Bedürfnisse achte und mich zuviel zu Dingen zwinge, die andere von mir wollen usw. Und jetzt soll die Lösung des Problems sein, dass ich mich wieder zu etwas zwinge, was mir total zuwieder ist? Das ist doch verquer...

11.01.2018 11:56 • #3


Schlaflose
Zitat von Schneesturm93:
Und jetzt soll die Lösung des Problems sein, dass ich mich wieder zu etwas zwinge, was mir total zuwieder ist? Das ist doch verquer...


Ohne essen verhungerst du aber. Das ist ja auch keine Option.

11.01.2018 12:16 • #4


kopfloseshuhn
Ich verstehe dich.
Ich hatte (immer nochein bisschen) eine Schuckstörung psychischer Art und musste mit jedem Bissenund mit der Panik kämpfen.
Ich dachte auch, warum muss ich mich zwingen, zwang ist doch nie gut.
Aber das ist und bleibt Vermeidung.
Wenn wir etwas aus Angst nich tun bleibt es vermeidung egal, wie man es dreht und wendet. Und was macht Vermeidung? Angst größer.

Du denkst falsch. Du WILLST essen. nicht du musst.
Du WILLST essen, LEBEN, und genießen. Und das verweigert dir deine Angst.

Umdenken ist hier schon mal der erste Schritt.
Achte doch deine Bedürfnisse. Mach dir das tollste und leckerste Essen. Immer das, worauf du am meisten Lust verspürst. Und dann versuch dich daran zu erfreuen statt es dir runterzuwürgen und auf die zeit zu achten.
Zeit ist erstmal egal. Und wenn du zwei Stunden brauchst. Okay dann ist das mit dem Genuss schwierig weil kalt. Aber letztendlich ist es erstmal egal.
Das kann dauern bis sichdeine Einstellungzum essen ändert. Und ebenfalls die Angst.
Ich kämpfe damit seit Juni letztes Jahr und bin immer noch nicht auf einem normalen Level.

Erstmal gehts darum nicht zu vermeiden und die Angst auch mal kommen zu lassen und zusehen, dass nichts passiert.

LG

11.01.2018 13:06 • x 1 #5


Schneesturm93
Danke kopfloseshuhn. Stimmt, es von der anderen Richtung zu sehen ist ein guter Ansatz. Danke, das hat meinen Knoten in Kopf und Gedanken ein bisschen gelöst

11.01.2018 13:17 • #6


Schneesturm93
Ich möchte euch kurz ein bisschen schildern, was so seit meinem letzten Beitrag war.

Mittag Januar bis Ende März, also zweieinhalb Monate lang habe ich mich zum (viel) essen gezwungen und auch viel geschafft, habe 4 Kilo zugenommen und alles pinibel aufgeschrieben. Dann habe ich mit dem aufschreiben aufgehört und mich weniger unter Druck gesetzt und gedachte das läuft jetzt so weiter, aber nichts da.. im April hab ich schon wieder abgenommen, obwohl ich weiterhin darauf geachtet habe

Angstmäßig hat mir das auch nichts gebracht irgendwie. Hab zwar täglich meine 2000-2500kcal gegessen, aber in meinem Kopf ist nicht angekommen, dass essen nicht gefährlich ist.

Heute habe ich jetzt einen neuen Versuch gestartet, ich schreibe wieder auf und versuche mich jeden morgen bewusst an den Tisch zu setzen (sonst esse ich immer unter viel Ablenkung auf dem Sofa) und zu essen. Und ich muss sagen mein Frühstück war sehr unangenehm, aber ich denke so könnte sich ein Lerneffekt einstellen. Mal sehen, ob ich durchhalte und ob es funktioniert. Hab zwei Toasts geschafft (bin sehr stolz, auch wenn es lächerlich klingt) und auf mich und meinen Körper und die Angst geachtet. Hat war lange gedauert, aber mein Zwei-Toasts-Ziel habe ich erreicht, aber die zwei Stunden danach bis ich in der Uni war, war ich sehr aufgewühlt und ängstlich.

Grüße

08.05.2018 15:29 • #7




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